Xiaomi Mi 11 Lite im Test: Die elegante Mittelklasse

10 Minuten
Eleganz für die Mittelklasse: Beim Xiaomi Mi 11 Lite wirbt Xiaomi nicht mit den neusten Specs, sondern mit einem federleichten Gewicht und schickem Design. Wir haben das Smartphone getestet und verraten, für wen sich der Kauf lohnt.
Xiaomi Mi 11 Lite im Test: Die elegante Mittelklasse
Xiaomi Mi 11 Lite im Test: Die elegante MittelklasseBildquelle: Timo Brauer

Xiaomi hat nicht zu viel versprochen: Mit einem Gewicht von gerade einmal 157 Gramm ist das Mi 11 Lite deutlich leichter als vergleichbare Smartphones. Doch das geringe Gewicht geht nicht zulasten der Verarbeitung. Diese ist, wie man es von Xiaomi gewohnt ist, erstklassig. Aufgepasst: Beim Kauf hast du die Wahl zwischen einem Modell mit und einem Modell ohne 5G-Mobilfunk. Die 5G-Variante verfügt über einen etwas leistungsstärkeren Prozessor, ist aber ansonsten baugleich.

Xiaomi Mi 11 Lite: farbenfroh und schick

In der schlicht gehaltenen Verpackung findet sich neben dem Smartphone selbst ein Ladekabel, ein 33 Watt Netzteil mit rotem Farbakzent sowie eine einfache, durchsichtige Kunststoff-Hülle. Mit seiner matten Glasrückseite in einer Vielzahl von Farben sowie einer farblich passenden, glänzenden Kamera sieht das Smartphone wirklich schick aus.

Das Xiaomi Mi 11 Lite mit seiner mattblauen Rückseite
Das Xiaomi Mi 11 Lite ist ein wirklich schickes Smartphone

Unser Testgerät in „Bubblegum Blue“ schimmert dazu je nach Lichteinfall in einem warmen Weißton. Wahlweise ist das Mi 11 Lite auch in Peach Pink, Citrus Yellow und Mint Green erhältlich. Jedoch ist die Farbauswahl davon abhängig, ob du dich für ein Modell mit oder ohne 5G entscheidest. Für einen weniger farbenfrohen Look bietet Xiaomi das Smartphone auch in Schwarz an.

Selbes Smartphone - Anderer Blickwinkel: Plötzlich schimmert das Smartphone in einem warmen Gelbton
Selbes Smartphone – Anderer Blickwinkel: Plötzlich schimmert das Smartphone in einem warmen Gelbton

Der Rahmen besteht wie in dieser Preisklasse üblich aus Kunststoff und ist glänzend gehalten. Darin hat Xiaomi neben den Lautstärketasten auch den Powerbutton mit integriertem Fingerabdrucksensor untergebracht. Dieser ist leicht gewölbt und steht, wie ein ganz normaler Button, etwas hervor. Dadurch lässt er sich leichter drücken. Technisch ist jedoch alles beim Alten geblieben. Der seitliche Button von Xiaomi gehört zu den zuverlässigsten Modellen auf dem Markt und entsperrt das Mi 11 Lite im Bruchteil einer Sekunde.

Der leicht hervorstehende, abgerundete Fingerabdrucksensor im Kunststoff-Rahmen

Der leicht hervorstehende, abgerundete Fingerabdrucksensor im Kunststoff-Rahmen

AMOLED-Display mit dünnen Rändern

Das 6,55 Zoll große Display wird auf allen Seiten von beinahe symmetrischen Rändern umrandet. Für ein Mittelklasse-Smartphone fallen diese angenehm dünn aus. Beim Bildschirm selbst handelt es sich um ein AMOLED-Pannel mit Full-HD-Auflösung. Dadurch wirken Farben etwas kräftiger, aber dennoch nicht überzogen. Fans des Dunkelmodus können sich zudem über „echtes“ Schwarz freuen. Da bei AMOLED jedes Pixel selbst leuchtet, unterscheiden sich schwarze Pixel nicht von einem komplett ausgeschalteten Display.

Somit steht auf dem Xiaomi Mi 11 lite auch ein Always-On-Display zur Verfügung. Aus irgendeinem nicht erklärbaren Grund ist dieser jedoch nur für 10 Sekunden aktiv. Die Einstellung, ihn dauerhaft eingeschaltet zu lassen, scheint Xioami bei all seinen günstigeren Smartphones softwareseitig gestrichen zu haben.

Das Display des Mi 11 Lite
Das Display des Mi 11 Lite

Die maximale Helligkeit fällt mit rund 855 Nits für ein Mittelklasse-Smartphone überdurchschnittlich gut aus. So steht auch der Benutzung bei direktem Sonnenlicht nichts im Weg. Die Bildwiederholrate von 90 Hertz ist ein guter Kompromiss im Hinblick auf die Akkulaufzeit. So ist die Bedienung merkbar flüssiger als mit den standardmäßigen 60 Hertz, kann aber nicht mit den 120 Hertz des ähnlich teuren Redmi Note 10 Pro mithalten.

Probleme mit Einbrennen?

Etwas ratlos lässt uns ein heller Streifen im oberen Bereich des Bildschirms zurück. Dieser ist genau so groß wie die Kopfzeile der meisten Apps und entstand, nachdem der Bildschirm für Benchmark-Tests über viele Stunden am Stück eingeschaltet war. Nach ein paar Tagen war der hellere Streifen jedoch nicht mehr zu sehen. Ob es sich hierbei um einen Fehler an unserem Testgerät oder ein generelles Problem durch Einbrennen handelt, können wir leider nicht ermitteln.

Technische Daten: Das steckt in dem schicken Gehäuse

Auch wenn sich Xiaomi beim Mi 11 Lite auf das Design konzentriert, können die technischen Daten durchaus überzeugen. So steckt in der LTE-Version des Smartphones ein Snapdragon 732G Prozessor mit 6 Gigabyte RAM. Unser Testgerät ohne 5G erreicht einen AnTuTu 9 Score von 347.911 Punkten. In der Praxis bietet das Xiaomi Mi 11 Lite eine alltagstaugliche Performance. Apps starten schnell und Spiele lassen sich auf den höchsten Grafikeinstellungen spielen.

Der interne Speicher ist mit 64 Gigabyte in der günstigsten Ausstattung relativ niedrig bemessen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Aufpreis auf 128 Gigabyte mit 50 Euro für Xiaomi-Verhältnisse hoch ausfällt. Wenn du die Dual-SIM Funktion nicht benötigst, kannst du auch eine microSD-Karte zur Speichererweiterung einsetzten.

5G Support gegen Aufpreis

Für einen Aufpreis von 100 Euro zur Basis-Version ist das Xiaomi Mi 11 Lite auch mit Support für das neue 5G-Netz erhältlich. In dieser Ausstattung kommt ein neuerer Snapdragon 780G mit 8 Gigabyte RAM zum Einsatz. Auch fällt der Arbeitsspeicher mit 8 statt 6 Gigabyte etwas größer aus und der Speicher beträgt 128 Gigabyte. Im Antutu 9 Benchmark erreicht die 5G-Variante einen Score von rund 560.000 Punkten.

Ob sich der Aufpreis zur 5G-Version lohnt, musst du für dich entscheiden. Aktuell wird das 5G-Netz an immer mehr Orten ausgebaut. Jedoch ist überall, wo eine 5G-Verbindung besteht, auch das 4G/LTE-Netz gut ausgebaut und für die kommenden Jahre mehr als ausreichend. Zudem ist der 5G-Zugang bisher nur bei ausgewählten Tarifen überhaupt möglich. Wenn du jedoch sowieso das Modell mit größerem Speicher benötigst, oder das Smartphone über einen sehr langen Zeitraum verwenden willst, könnte sich das Upgrade lohnen.

Aktuelle Software – Unregelmäßige Updates

Auf dem Xiaomi Mi 11 Lite läuft aktuelles Android 11. Wie bei vielen anderen Herstellern auch, jedoch mit einer eigenen Oberfläche. Xiaomis MIUI unterscheidet sich stark von normalem Android, ist aber schön designt, bietet viele nette Animationen und fällt mit zahlreichen Möglichkeiten zur Personalisierung auf. Einen kleinen Minuspunkt stellen die vielen vorinstallierten Werbe-Apps dar. Bei einem Smartphone in dieser Preisklasse ist dies jedoch kein großes Ärgernis. Insbesondere, da sich alle Werbe-Apps mir nur zwei Fingertipps mühelos deinstallieren lassen.

Softwareupdates sind bei Xiaomi ein komplexes Thema. So entwickelt der Hersteller die MIUI-Oberfläche unabhängig von der Android-Version. Neue Features oder ein frisches Design kommen somit schnell auch bei älteren Geräten an. Die eigentliche Android-Version wird hingegen weniger regelmäßig aktualisiert. Die essenziellen monatlichen Sicherheitspatches erscheinen alle zwei bis drei Monate regelmäßig. Einen Zeitplan, wann und wie lange Updates erscheinen, gibt es leider nicht. Das ist einer der größten Nachteile zu Samsungs-Mittelklasse, die mit einer dreijährigen Update-Garantie daherkommt.

Kamera: Hier überrascht das Mi 11 Lite im Test

Das Xiaomi Mi 11 Lite bietet ein Kamera-Modul mit drei Sensoren. Neben der 64 Megapixel Hauptkamera stehen dir eine 8 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera und ein 5 Megapixel Makro-Sensor zur Verfügung. Auf eine unnötige Tiefenschärfe-Kamera verzichtet Xiaomi beim Mi 11 Lite. Zusammen mit einer unaufdringlichen Anordnung der drei Objektive sorgt man so für einen dezenten Look, der ein wenig an das Kamera-Modul des iPhone 12 erinnnert.

Das Kamera-Modul steht nur minimal aus dem Gehäuse hervor
Das Kamera-Modul steht nur minimal aus dem Gehäuse hervor

Die verbauten Kameras im Überblick

  • Hauptkamera: 64 Megapixel; f/1,8 Blende
  • Ultraweitwinkel-Kamera: 8 Megapixel; 119° Sichtfeld; f/2,2 Blende
  • Makro-Kamera: 5 Megapixel; 2-10 cm Abstand; f/2,4 Blende
  • Frontkamera: 16 Megapixel; f/2.5 Blende

Mi 11 Lite Kameras im Praxistest

Die 64 Megapixel Hauptkamera liefert bei guten und weniger idealen Lichtbedingungen schöne Fotos. Die Schärfe wird im Automatikmodus gut getroffen und die Farben werden realitätsnah eingefangen. Nur bei sehr „grünen“ Motiven tendiert die Software zu einem etwas übersättigten Look. Bei kompletter Dunkelheit benötigt man jedoch ein wenig Geschick und eine ruhige Hand, um brauchbare Fotos zu erhalten. Für ein rund 300 Euro teures Smartphone ein einwandfreies Ergebnis. Weniger begeistert waren wir von der verbauten Ultraweitwinkel-Kamera. Trotz mehrere Versuche konnten wir auch bei optimalen Lichtbedingungen kein zufriedenstellend scharfes Foto aufnehmen. Hier bieten andere Smartphones in derselben Preisklasse definitiv mehr. Positiv ist uns hingegen die Makro-Kamera aufgefallen. Der 5 Megapixel Sensor liefert scharfe und detailreiche Fotos aus ungewöhnlichen Blickwinkeln.

Alle Testfotos in voller Auflösung kannst du hier herunterladen.

Software rettet den Akku

Bedingt durch die dünne und leichte Bauweise ist das Xiaomi Mi 11 Lite mit einem vergleichsweise kleinen Akku von 4.250 Milliamperestunden ausgestattet. Im Benchmark erreichte das Mobiltelefon ein für Xiaomi schlechtes Ergebnis von 11 Stunden und 44 Minuten. Damit bietet das Mi 11 Lite zwar die schlechteste Akkulaufzeit aller Xiaomi-Smartphones des vergangenen Jahres, kann aber dennoch problemlos Handys anderer Hersteller wie das Samsung Galaxy S20 FE 5G oder das Galaxy A52 hinter sich lassen. Generell ist Xiaomis MIUI nämlich hervorragend für einen sparsamen Akkuverbrauch optimiert.

Bei normaler Nutzung im Alltag stellt die Laufzeit absolut kein Problem dar. Man kommt mühelos durch den Tag, ohne sich Sorgen machen zu müssen, plötzlich mit einem leeren Akku dazustehen. Smartphone-Gamer, die ihrem Telefon über längere Zeit viel Leistung abverlangen, sollten aber gegebenenfalls zu einem anderen Handy wie dem Redmi Note 10 Pro greifen. Diese Zielgruppe möchte Xiaomi mit dem Mi 11 Lite aber auch nicht ansprechen.

Das Aufladen mit dem mitgelieferten 33 Watt-Netzteil nimmt gut eine Stunde in Anspruch.

Fazit: Schickes Alltags-Smartphone ohne Schwächen

Mit dem Mi 11 Lite ist Xiaomi ein guter und preiswerter Generalist für den Alltag gelungen. So ist das Smartphone angenehm leicht und handlich und bietet einen schönen AMOLED-Bildschirm mit 90 Hertz. Genügend Leistung ist auch vorhanden und gegen Aufpreis ist sogar 5G-Mobilfunk möglich. Die Kamera ist für den Preisbereich überraschen gut, lediglich das Ultraweitwinkel-Objektiv enttäuscht im Test. Xiaomis Software ist wie gewohnt ansprechend gestaltet und lässt sich einfach bedienen.

Das Xiaomi Mi 11 Lite bieten sich für alle Nutzer an, die einen soliden Begleiter für den Alltag suchen und auf eine hochwertige Haptik und ein schickes Design Wert legen. Mit einem Preis von 299 Euro für die LTE-Version ist das Smartphone relativ günstig. Die 5G-Version kostet mit einem Preis von 399 Euro deutlich mehr.

Hardware-Wertung im Detail

  • Gehäuse: 4 von 5 Sternen
  • Display: 4 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 3,5 von 5 Sternen
  • Kamera: 3,5 von 5 Sternen
  • Software: 3,5 von 5 Sternen
  • Akku: 3,5 von 5 Sternen

Pros des Xiaomi Mi 11 Lite im Test

  • hochwertiges Äußeres
  • leichtes und schlankes Design
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • 90 Hertz AMOLED-Display

Contras des Xioami Mi 11 Lite im Test

  • Always-On-Display nicht dauerhaft aktivierbar
  • 5G-Version zu teuer

Alternativen zum Mi 11 Lite

Das Mi 11 Lite legt großen Wert auf die Haptik und ein hochwertiges Äußeres. Je nachdem auf welche Faktoren du besonderen Wert legst, sind unterschiedliche Smartphones für dich geeignet. Wir stellen dir drei Alternativen vor.

Das Samsung Galaxy A52 ist ähnlich ausgestattet wie das Mi 11 Lite und kostet auch genauso viel. Das Samsung-Smartphone ist zwar deutlich schwerer und weniger edel anmutend, bietet aber den doppelten Speicherplatz und eine deutlich bessere Ultraweitwinkel-Kamera. Zudem gibt Samsung eine dreijährige Update-Garantie und liefert Sicherheitspatches regelmäßiger aus.

Benötigst du viel Leistung oder willst bereits das neue 5G-Netz nutzen, solltest du dir das Poco F3 einmal näher ansehen. Mit einem Preis von 350 Euro ist es günstiger als die 5G-Variante des Mi 11 Lite und bietet zudem einen High-End-Prozessor und eine bessere Akkulaufzeit. Durch seinen großen 120 Hertz AMOLED-Bildschirm eignet sich das Smartphone auch für Handy-Gamer und Medien-Fans.

  • Poco F3 im Test (folgt morgen)

Ein richtiger Akku-Champion ist hingegen das Redmi Note 10 Pro. Das Smartphone liegt preislich leicht unter dem Mi 11 Lite und bietet einen 5.020 mAh-Akku. Damit gehört es zu den besten Smartphones in unseren Akku-Benchmarks. Zudem ist es das erste Handy der Redmi-Serie, welches mit einem hochwertigen AMOLED-Bildschirm und 120 Hertz Bildwiederholrate daherkommt. Dafür ist das Mobiltelefon deutlich schwerer und ein Stück größer als das Mi 11 Lite.

* Transparenz-Angabe zum Testgerät: Das Xiaomi Mi 11 Lite wurde von uns zum regulären Preis gekauft.

Bildquellen

  • Xiaomi Mi 11 Lite Rückseite: Timo Brauer
  • Xiaomi Mi 11 Lite Rückseite: Timo Brauer
  • Xiaomi Mi 11 Lite Fingerabdrucksensor: Timo Brauer
  • Xiaomi Mi 11 Lite Display: Timo Brauer
  • Xiaomi Mi 11 Lite Kamera im Fokus: Timo Brauer
  • Xiaomi Mi 11 Lite im Test: Timo Brauer
Leica Leitz Phone 1 Vorderseite und Rückseite
Neue Smartphones von Motorola, Nokia, Realme und Leica (!)
Die Welt hört nicht auf, sich zu drehen. Auch auf dem Smartphone-Markt natürlich nicht. Und entsprechend wurden in den zurückliegenden Tagen wieder einige interessante Handy-Neuheiten präsentiert. Wir zeigen dir einige

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen