Vivo X51 5G im Test: Integrierter Gimbal-Stabilisator übertrifft alle Erwartungen

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Vivo-Smartphones werden ab sofort auch in Europa verkauft. Die erste Riege führt das Vivo X51 5G an – ein Handy, das es so noch nicht gab. Das Gerät verfügt nämlich über einen integrierten Gimbal-Bildstabilisator. Doch ist die Kamera damit wirklich so gut, wie der Hersteller behauptet?
Vivo-Smartphone
Vivo X51 5GBildquelle: Artem Sandler / inside digital

Die einst umfangreiche Smartphone-Landschaft ist in den vergangenen Jahren auf nur einige wenige Hersteller zusammengeschrumpft. Zwar waren jederzeit zahlreiche unterschiedliche Unternehmen aktiv, als für den deutschen Markt relevant konnte man diese allerdings nur bedingt bezeichnen. Doch das dürfte sich schon in naher Zukunft wieder ändern. Denn zum einen werden Nokia-Smartphones mit jedem neuen Gerät immer interessanter. Und zum anderen haben zahlreiche chinesische Hersteller wie Xiaomi und Oppo eine Europa-Offensive gestartet, die sich sehen lassen kann. Auch Vivo ist seit Kurzem mit von der Partie. Im Gepäck: Ein Kamera-Smartphone, das keineswegs als „noch so ein Handy“ abgestempelt werden sollte – das Vivo X51 5G.

So viel Smartphone steckt im Vivo X51 5G

Das neue Vivo-Gerät gehört technisch zur oberen Mittelklasse. Dass es keine „Oberklasse-Zulassung“ erhält, liegt vor allem an dem verbauten Qualcomm-Prozessor Snapdragon 765G, der nun mal nicht zur Elite gehört. Andererseits reicht die Leistung im Alltag mehr als aus und auch anspruchsvollere 3D-Spiele stellen keine große Herausforderung für das Vivo X51 dar. Das liegt mitunter auch daran, dass der Prozessor von 8 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Währenddessen beläuft sich der Umfang des Hauptspeicher auf satte 256 GB. Da ist es auch nicht weiter schlimm, dass eine Speichererweiterung per Micro-SD-Karte nicht vorgesehen ist.

Alle Wertungen im Einzelnen:

  • Gehäuse: 3,5 von 5 Sternen
  • Display: 4 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 3,5 von 5 Sternen
  • Kamera: 4,5 von 5 Sternen
  • Software: 4,5 von 5 Sternen
  • Akku: 3,5 von 5 Sternen

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Die Optik überzeugt

Abgesehen von dem imposanten Kamera-Modul erinnert Vivos X51 5G optisch stark an ein Samsung-Smartphone der S-Serie. Nun kann man natürlich bemängeln, dass das neue Vivo-Gerät über keinen großen Wiedererkennungswert verfügt. Man kann allerdings auch einfach akzeptieren, dass sich ein absoluter Großteil der modernen Smartphones stark ähnelt und sich einfach über die ansprechende Optik und interessante, metallisch-blaue Farbe freuen. Wobei letztere selbst unseren überaus anspruchsvollen Grafikdesigner überzeugen konnte. Außerdem ist das Smartphone zwar alles andere als klein, liegt jedoch dank eines ausgezeichneten Display-Gehäuse-Verhältnisses von 92 Prozent dennoch vergleichsweise gut in der Hand.

Apropos Display: Dieses ist 6,56 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 1.080 x 2.376 Pixeln. Rechnerisch ergibt sich daraus eine Pixeldichte von rund 398 ppi (Pixel pro Zoll). Das dürfte genauso wie der Prozessor für alle Alltagsaktivitäten problemlos ausreichen. Eine etwas bessere Auflösung wie QHD hätte an dieser Stelle allerdings ebenfalls nicht geschadet. Dafür lässt die gebotene Bildwiederholfrequenz (90 Hz) keine Wünsche offen – zumindest abseits der Gamer-Community.

Vivo X51 5G: Konnektivität und Akku

Was die Konnektivität angeht, so gibt es eine Überraschung. Oder es gebe eine Überraschung, hätte Vivo diese nicht schon ausgeplaudert. Das 5G im Namen des Vivo X51 5G steht natürlich für den neuen Übertragungsstandard. Somit ist das Gerät auch für die Zukunft gut gerüstet. Aber natürlich kann das Vivo-Handy auch im LTE-Netz senden und empfangen. Beim WLAN unterstützt es derweil auch beide Frequenzbereiche – 2,4 und 5 GHz.

Nun zum Akku: Dieser ist mit seinen 4.315 mAh schon recht groß. Doch das ist das Display auch, während der Prozessor seinerseits vergleichsweise leistungsstark ist. Darum konnte Vivos X51 5G in unserem Akkutest (durchgeführt mit der Benchmark-Software GFXBench) nicht ganz so gut glänzen. Mit einer geschätzten Laufzeit von knapp 356 Minuten landete das Gerät lediglich im unteren Mittelfeld. Doch dafür war die Frames-Wertung (4.438 Frames) umso überzeugender. Zudem unterstützt das Vivo X51 5G (im Gegensatz zu zahlreichen anderen Geräten der oberen Mittelklasse) eine echte Schnellladefunktion mit 33 Watt. Somit ist es auch nicht weiter tragisch, wenn der Akku mal schlapp machen sollte. Denn es braucht nur einen relativ kurzen Steckdosen-Aufenthalt und der Energiespeicher ist wieder „voll“.

Ein Kamera-Handy?

Die Foto- und Videofähigkeiten des Vivo X51 5G sind auf jeden Fall auf einem hohen Niveau. Abgelichtete Farben sowie der Bokeh-Effekt wirken recht natürlich, während die Belichtung bei schlechten Lichtverhältnissen beinahe schon zu hell ist. Und das selbst bei Nachtaufnahmen ohne allzu hohe ISO-Werte und nerviges Rauschen. Negativ fiel lediglich der automatische Makro-Modus auf. Das könnte daran liegen, dass das Weitwinkel-Objektiv beim Vivo-Smartphone zeitgleich auch für die Makro-Aufnahmen zuständig ist. Einen einzelnen, spezialisierten Sensor sucht man hier vergebens.

Technisch bietet das Vivo X51 5G einen Hauptsensor (Gimbal) mit 48 Megapixeln und einer Blendenzahl von f/1.6. Dazu kommen ein 13-Megapixel-Portrait-Sensor (f/2.46), ein Weitwinkel-Sensor mit 8 Megapixeln (f/2.2, 120°) sowie ein 8-Megapixel-Zoom-Objektiv mit einem fünffachen, optischen Zoom. Auf der Frontseite findet sich derweil ein einziger 32-Megapixel-Sensor.

Software ohne Überraschungen

In puncto Software ist die Überschrift dieses Abschnitts Programm. Das Vivo-Smartphone läuft mit dem Google-Betriebssystem Android 10 und der hauseigenen Nutzeroberfläche Funtouch OS10. Diese wurde laut Vivo jedoch absichtlich recht schlicht gehalten und ergänzt das reine Android nur, „wenn es wirklich notwendig ist“. Da Android 10 jedoch bereits alle Funktionen bietet, über die ein modernes Smartphone-Betriebssystem verfügen sollte, lässt sich die geringe Anzahl an Anpassungen und Zusatzfunktionen nur bedingt als Nachteil auslegen.

Highlight: Ein integrierter, mechanischer Gimbal

Was ist ein Gimbal und wozu ist das Ding gut? Normalerweise sieht ein Gimbal ungefähr wie das Gerät auf dem Foto (siehe unten) aus. Im Grunde ist es ein Stabilisator, der die Bewegungen des Kameramanns kompensiert und dafür sorgt, dass das Bild nicht verwackelt.

DJI Gimbal
DJI-Gimbal: Osmo Mobile

Beim Vivo X51 5G ist ein solches System in das Kameramodul integriert. Es bedient sich der Daten vom Gyroskop und bewegt das gesamte Gimbal-Modul – und zwar bis zu einem Stabilisierungswinkel von 3°. Ein klassischer optischer Bildstabilisator (OIS) kann nach Angaben von Vivo dagegen nur 1° ausgleichen. Der Stabilisierungseffekt sollte beim Vivo-Neuankömmling somit drei Mal höher sein. Doch ist der Gimbal im reellen Einsatz tatsächlich so gut, wie es auf dem Papier klingt?

Wie unser Test gezeigt hat, lautet die Antwort ja – und zwar mit einem fetten Ausrufezeichen. Wir haben die Stabilisierungsfähigkeiten des Vivo X51 5G mit denen des zugegebenermaßen etwas älteren, aber seinerzeit für seine Kamera hochgefeierten Huawei P20 Pro verglichen. Und das Ergebnis sah überaus beeindruckend aus. Diejenigen, die ein noch stabileres Bild benötigen, können darüber hinaus auch noch die sogenannte „Super-Verwacklungsschutz“-Funktion einschalten und das Bild zusätzlich auch noch digital stabilisieren. Allerdings wird ein Teil des Bildes in diesem Fall abgeschnitten.

Die Gimbal-Funktion ist besonders für Videoproduzenten interessant, doch auch Hobby-Fotografen kann das Feature viele Vorteile bringen – schließlich mag niemand verwackelte Fotos. Zudem sorgt die zusätzliche Stabilisierung dafür, dass die Blende bei Nachtaufnahmen länger geöffnet bleiben kann und so hellere Fotos entstehen. Zu guter Letzt gibt es noch eine weitere, interessante Funktion: den Bewegungs-Autofokus. Dieser macht genau das, wonach es klingt. Er fokussiert stets auf markierte Objekte – selbst wenn sich diese bewegen oder kurz gänzlich aus dem „Sucher“ verschwinden.

Schwächen des Vivo X51 5G

Das neue Vivo-Handy hat im Grunde nur eine größere Schwäche: Es bietet keine IP-Zertifizierung und ist somit weder gegen Staub noch gegen Wasser geschützt. Ansonsten gibt es keinen SD-Karten-Slot, doch wie bereits erwähnt: Dank des großen Speichers stellt das kein Problem dar.

Und dennoch: Wer sucht, der findet. Und so haben wir auch noch einige weitere, wenngleich nicht sonderlich kritische Schwächen entdeckt. Zunächst ist der Weitwinkel- und der Makro-Sensor derselbe. Eine gesonderte Kamera für Nahaufnahmen wäre hier besser. Zudem verspricht der Werbetext „musikalischen Genuss auf höchstem Niveau“. In der Realität ist „Bass“ für den Hi-Res-Sound des Testgeräts jedoch ein Fremdwort. Mit den musikalischen Fähigkeiten dieser Smartphones wird Vivos X51 5G demnach auf gar keinen Fall mithalten können.

Fazit

Das Vivo X51 5G ist zwar kein Oberklasse-Smartphone, in unzähligen Bereichen kann das Mobiltelefon jedoch auch mit den ganz Großen mithalten – wie beispielsweise bei dem neuen Übertragungsstandard 5G. Wenn es um die Kamera geht, übernimmt das Gerät teilweise sogar die Führung. Dafür sorgt vor allem der integrierte Gimbal, der tatsächlich wie ein echter, mechanischer Stabilisator funktioniert und ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Doch ganz so günstig wie ein normales Mittelklasse-Handy ist das Vivo-Flaggschiff auch wieder nicht. Wer das Vivo X51 5G sein Eigen nennen möchte, muss stolze 799 Euro (UVP) auf den Tisch legen. Aber: Der Preis ist durchaus gerechtfertigt. Zumindest im Vergleich mit den Preisen aktueller Oberklasse-Handys, die oftmals weit jenseits der 1.000-Euro-Marke angesiedelt sind. Lediglich die fehlende IP-Zertifizierung und der mittelprächtige Sound drücken das ansonsten gute Preis-Leistungs-Verhältnis etwas nach unten.

Pros:

Testsiegel Vivo Smartphone
Testsiegel des Vivo X51 5G
  • überzeugender Gimbal-Stabilisator
  • gute Kamera
  • 5G-Übertragungsstandard

Contras:

  • keine IP-Zertifizierung
  • (unter-) durchschnittlicher Sound
  • kein Micro-SD-Slot

Bildquellen

  • Akkulaufzeit: Mit diesen 10 Tipps hält dein Smartphone länger durch: Blasius Kawalkowski
  • DJI Osmo Mobile: Michael Büttner / inside digital
  • Testsiegel des Vivo X51 5G: inside digital
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