Das sind die 4 besten Gaming-Smartphones 2020

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Was ist ein Gaming-Handy? Reicht es aus, dass ein Mobiltelefon eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit vorweisen kann, damit es als Gaming-Smartphone verbucht wird? Klare Antwort: Nein! Wir verraten, welche Handys sich diese Bezeichnung wirklich redlich verdient haben. Und das sind nur wenige.
RedMagic 5G in Hot Rod Red
Bildquelle: RedMagic

Von Snake über den App Store bis hin zu Pokémon GO: Mobile Gaming hat sich in den vergangenen 25 Jahren stark verändert. Nach ersten Gehversuchen entwickelten sich Spiele auf Mobilfunktelefonen und den späteren Smartphones zu einem eigenen Bereich im Spiele-Universum. Mittlerweile sind Games wie Angry Birds, Pokémon GO oder Clash of Clans eigene Meilensteine und stehen stellvertretend für den Einfluss, den Smartphones auf das Leben der Zocker haben.

Doch obwohl man auf so ziemlich jedem Handy Spiele spielen kann, ist nicht jedes Mobiltelefon auch wirklich für das mobile Zocken geeignet – ähnlich wie es bei Computern der Fall ist. Charakteristisch für ein echtes Gaming-Smartphone sind neben einer guten Leistung auch spezielle Hard- und Software-Eigenschaften wie beispielsweise Ultraschall-Schultertasten oder ein Gaming-Menü, das sich während des laufenden Spiels aufrufen lässt. Das iPhone 12 Pro Max ist demnach keineswegs ein Gaming-Handy; genauso wie zahlreiche andere als Gaming-Smartphone beworbene Geräte.

Mit Blick auf die Oberklasse wurden im Jahr 2020 tatsächlich nur vier echte und endgültige Gaming-Handys vorgestellt – zuzüglich vorbereitender Modelle (etwa das RedMagic 5G vor dem 5S und das Black Shark 3 vor dem 3S). Drei davon haben wir sogar bereits getestet. Welche das sind und wieso sie sich diese Bezeichnung verdient haben, erfährst du in diesem Artikel.

Die besten Gaming-Handys im Überblick

Asus ROG Phone 3

Das Asus ROG Phone 3 stellt für Gamer eine besonders gute Wahl dar. Dank seines Snapdragon 865 Plus-Prozessors mit 16 GB Arbeitsspeicher ist es aktuell das schnellste Smartphone der Welt, doch auch abseits der Geschwindigkeit konnte das Gerät im Test überzeugen. Zunächst wäre da der außergewöhnliche Stereo-Sound, mit dem nahezu kein anderes Smartphone mithalten kann. In puncto Akkukapazität bietet das Gerät satte 6.000 mAh, die jedoch angesichts der hohen Leistung auch erforderlich sind. Außerdem kann das Asus ROG Phone 3 mit 30 Watt geladen werden. Das sollte zwar ausreichen, es existieren jedoch bereits Handys mit einer deutlich höheren Ladeleistung und folglich einer höheren Ladegeschwindigkeit.

Test: Asus ROG Phone 3
Asus ROG Phone 3 im Test

Auch was das 6,59 Zoll große Display angeht, ist das Asus ROG Phone der dritten Generation nicht allzu überzeugend. Eine Full-HD-Auflösung ist zwar vorhanden, doch die dazugehörige Pixeldichte ist mit 391 ppi nur Mittelmaß beziehungsweise sogar etwas darunter. Dafür ist die verwendete Technologie (AMOLED) dank ihrer satten Farben und guten Schwarzwerte ideal für das Gaming – genauso wie die Bildwiederholfrequenz von 144 Hz.

Nun zu den eigentlichen Gaming-Funktionen: Zunächst programmierte der Hersteller einen speziellen Gaming-Modus, der alle oben aufgeführten und noch zahlreiche weitere Software-Vorteile bietet. Sobald dieser gestartet wurde, läuft er im Hintergrund und kann jederzeit während des Spiels aufgerufen werden. Ein weiterer großer Vorteil sind die sogenannten AirTrigger, bei denen es sich um Schultertasten handelt. Diese lassen sich beliebig programmieren und unterstützen neben der „normalen“ Anwendung auch zahlreiche andere Gesten, wie beispielsweise Wischgesten.

Mobile Gaming: GameGenie
Asus ROG Phone 3 GameGenie

Zu guter Letzt wäre da noch ein externer Lüfter, der AeroActive Cooler 3, der auch im Lieferumfang enthalten ist. Er kann bequem an das Smartphone angeschlossen werden, und kühlt dieses während längerer Game-Sessions um bis zu 4 Grad Celsius. Kostenpunkt des Gesamtpakets: 799 bis 1.099 Euro.

Nubia RedMagic 5S

Wer etwas weniger Geld ausgeben möchte, kann auch zum neuen Nubia RedMagic 5S greifen. Das Handy kostet je nach Modell 579 bis 649 Euro (UVP), bietet jedoch ebenfalls alle typischen Gaming-Funktionen. Obwohl diese jeweils in einer etwas abgeschwächten Form. So bietet das Gaming-Handy von Nubia beispielsweise ebenfalls Schultertasten, doch diese können nur die L2-, R2-Tasten und nicht die L1-, R1-Tasten simulieren. Auch die Gaming-Software bietet weniger Optionen und ist auch allgemein nicht ganz ausgereift. Auf letzteres deuten gelegentliche Einblendungen auf Englisch oder gar Chinesisch hin. Doch unterm Strich leistet das Gaming-Handy was es soll, und das für einen guten Preis.

Gaming-Smartphone
Nubia Red Magic 5S

Ansonsten verfügt das Nubia RedMagic 5S ebenfalls über eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit, wobei diese aufgrund des etwas älteren Prozessors (Snapdragon 865) nicht ganz auf demselben Niveau ist. Dasselbe gilt auch für den 4.500-mAh-Akku und – zumindest nach Meinung des Testers – die Stereo-Lautsprecher. Zudem verbaute Nubia ein interessantes Hardware-Highlight: einen internen, mechanischen Lüfter. Dieser verhindert das Überhitzen des Smartphones. Obwohl die Akkulaufzeit bei eingeschaltetem Lüfter natürlich abnimmt.

Lenovo Legion Phone Duel

Das Lenovo Legion Phone Duel ist das dritte echte Gaming-Smartphone des Jahres 2020. Es kann in vielen Kategorien mit seinen beiden „Geschwistern“ mithalten, bietet aber auch natürlich ganz eigene Vorzüge. „Legion“ ist auch bei Lenovo-Laptops das Label für Gaming-Experten.

Hands-On des Lenovo Legion Phone Duel
Lenovo Legion Phone Duel im Hands-On

Das Legion Phone Duel verfügt ebenfalls über ein 144-Hz-Display und den Überflieger-Chip Qualcomm Snapdragon 865 Plus. Je nach Konfiguration mit bis zu 16 GB Arbeitsspeicher. Interessanter ist da allerdings der Akku, denn dieser besteht aus zwei 2.500-mAh-Energiespeichern, die über zwei Ladekabel separat geladen werden. Dadurch unterstützt das Gaming-Handy rechnerisch eine Ladeleistung von 90 Watt und soll in nur 30 Minuten voll aufgeladen sein. In unserem Test waren es immerhin 33 Minuten.

Ein weiteres Highlight des Lenovo Legion Phone Duel ist die ausfahrbare Kamera. An sich ist diese nicht gerade neu, allerdings befindet sie sich nicht oben, sondern seitlich in der Mitte des Smartphones. Das ist die ideale Position, wenn man während des Spielens live Streamen will – und das dank 20 Megapixeln in 4K-Auflösung und mit 30 fps.

Hands-On des Lenovo Legion Phone Duel
Lenovo Legion Phone Duel im Hands-On

Zu guter Letzt bietet auch das Gaming-Handy von Lenovo einen eigenen Gaming-Hub mit zahlreichen Spiele-Funktionen, in puncto Leistung kann es durchaus mit dem ROG Phone 3 mithalten und auch die markanten Sensor-Schultertasten sind wieder mit an Bord. Einziges Problem: Der Kaufpreis ist mit knapp 900 bis 1.000 Euro (je nach Modell) wieder einmal sehr hoch.

Xiaomi Black Shark 3S

Xiaomi Black Shark 3S

Auch Xiaomi lässt sich nicht lumpen, und bringt mit dem Xiaomi Black Shark 3S ein eigenes Gaming-Handy auf den Mark. Leistungstechnisch befindet es sich auf dem Niveau des Nubia RedMagic 5S. Das bedeutet, dass es mit einem einfachen Snapdragon 865 anstelle der Plus-Variante ausgestattet wurde. Zudem verfügt es über 12 und nicht 16 GB Arbeitsspeicher, was jedoch kein großer Nachteil ist. Über die Akkukapazität (4.720 mAh) kann man dies jedoch nicht behaupten. Ein Gaming-Smartphone sollte gerade in diesem Bereich etwas mehr leisten. Doch dafür lädt der Akku mit satten 65 Watt.

Auch in puncto Display ist das Black Shark S3 nicht gerade führend. Die Full-HD-Auflösung ist zwar dieselbe wie überall sonst, dafür beträgt die Bildwiederholfrequenz „nur“ 120 Hz.

Zu den Highlights des Xiaomi Black Shark 3S gehören abermals Schultertasten – ein Merkmal, das alle ernstzunehmenden Gaming-Handys vorweisen. Und auch spezielle Software-Features sind wieder mit von der Partie. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit Spiele-Einstellungen während einer Gaming-Session mittels Sprachbefehlen anzupassen.

Xiaomi Black Shark 3S Schultertaser
Das Xiaomi Black Shark 3S mit Schultertastern.

Zurzeit werden potentielle Käufer mit einem Problem konfrontiert: Das Xiaomi Black Shark 3S ist derzeit nur in China erhältlich. Doch da sämtliche Vorgänger-Versionen es auch bis nach Deutschland geschafft haben, brauchen Interessierte noch nicht zu verzweifeln. Kostenpunkt (umgerechnet): etwa 486 bis 584 Euro.

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