Motorola One im Test: Die neue Mittelklasse wird zum Preis-Leistungs-Tipp

16 Minuten
Motorola hat sein neues Mittelklasse-Modell "One" getauft und durchbricht damit die "Moto"-Nomenklatur. Der Grund dafür liegt vor allem am Betriebssystem, wo man auf Googles Android One zurückgreift. Dazu gibt es bekannte Technik: eine Doppelkamera und ein Glasgehäuse mit vielen Rundungen sowie einen 19:9-Bildschirm. Alles beim Alten also? Der Test des Motorola One gibt Aufschluss.
Motorola One im Hands-On
Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Die Lenovo-Tochter Motorola hat seine Mittelklasse umgekrempelt. Wo die Moto-X-Linie noch im vergangenen Jahr preisbewusste und doch anspruchsvolle Kunden ködern sollte, klaffte bisher eine Lücke im Portfolio von Motorola. Die Sparmodelle der Toplinie Moto Z mit den magnetisch andockbaren Moto Mods böten sich an, jedoch kosten sie zumindest zum unverbindlichen Preis noch einiges mehr als das neue Motorola One. Das Handy schließt nun die Lücke und bringt erstmals Googles Android One in die Motorola-Mittelklasse.

Die technischen Daten

 Motorola One
 Motorola One von vorne
Display5,9 Zoll, 720 x 1.520 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 8.1 Oreo
ProzessorQualcomm Snapdragon 625, Octa-Core /
8 x 2,0 GHz
RAM4 GB
interner Speicher64 GB
MicroSDja (bis zu 256 GB)
Kamera vorne/hinten8 Megapixel / 13 Megapixel + 2 Megapixel
Fingerabdruckscannerja
Akku3.000 mAh
induktives Ladennein
Abmessungen (mm)150 x 72 x 7.97
FarbenSchwarz, Weiß
Einführungspreis249 Euro
Aktueller MarktpreisPreis
Zum vollständigen Datenblatt

Design und Verarbeitung

War der Vorgänger Moto X4 noch etwas altbacken geraten, hat sich Motorola mit dem One ins Zeug gelegt und ein schickes Smartphone auf die Beine gestellt. Es geht dabei fast jeden Trend mit, der sich im laufenden Jahr durchsetzte: Doppelkamera, Glasgehäuse, abgerundete Display-Ecken und ein 19:9-Panel. Dazu kommen geschwungene Kanten auf der Rückseite zum Einsatz. Sie sind es auch, die den ersten Eindruck prägen, wenn man das Motorola One in die Hand nimmt. Doch etwas stört die sonst sehr gute Haptik: Das Gewicht des One ist zu gering geraten. Beim Hantieren kommen immer wieder Zweifel auf, ob es sich beim Material wirklich um Metall und Glas handelt.

Doch die gläserne Hülle ist tatsächlich aus Gorilla Glas 3. Somit verschwinden die ersten Sorgenfalten schnell. Große Angst, das Handy fallen zu lassen, braucht man übrigens nicht haben: Das Motorola One liegt tief in der Hand. Durch die geringe Breite sitzt es fest zwischen der Handfläche und den Fingern.

Die Verarbeitung kann ebenfalls überzeugen. Die Übergänge sind sauber und scharfe Kanten nicht vorhanden. Dazu fühlen sich die Materialien hochwertig an. Auch die Bohrungen und die Anschluss-Ports wurden abgeschmirgelt sowie mit einer weichen Haptik ausgestattet. Die abgesetzten Kameramodule sind bei der Verarbeitung ebenfalls auf gutem Niveau. Dass sie sich etwas zu hoch absetzen, kann jedoch auch nicht verleugnet werden.

Zubehör und Unboxing

In der stabilen und schicken Box von Motorola liegt neben dem One die übliche Standardware bei. Das große Netzteil mit einem maximalen Ladestrom von 3 A und dem Label „Turbo Power“ sowie das Kabel können sich bei der Qualität sehen lassen. Motorola führt beide Bauteile stabil aus und abknickende Kabelenden oder aus Steckdosen herausrutschende Netzstecker sind kein Thema.

Die Amerikaner verzichten bei den Beigaben jedoch auf ein Headset. Das ist dann löblich, wenn sie ansonsten einen Ohrstecker Marke „Einwegkopfhörer“ dazu gelegt hätten. Ein ordentlicher Kopfhörer mit Freisprechfunktion zum Telefonieren wäre trotzdem toll gewesen.

Das Motorola One präsentiert sich frisch und mit schicken Detaillösungen wie dem Fingerabdrucksensor inklusive dem Markenlogo. Mit dem neuen Äußeren ist man wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und kann mit dem Turbo-Power-Netzteil noch ein kleines Highlight setzen.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Motorola pflanzt in sein One ein HD+-Display mit 5,9 Zoll ein, das ein 19:9-Format besitzt. Motorola nennt es wegen der Notch und den abgerundeten Ecken „Max Vision Display“. Trotz des tollen Namens ist es eher durchschnittlich. Ja, Motorola bringt mit dem One innerhalb seines Portfolios die Notch in ein Massengerät, dennoch ist die Evolution hier ein wenig hinterher. Andere Hersteller haben ihre Displays schon in noch kleinere Rahmen gequetscht. Vor allem bieten andere Anbieter bei ähnlicher Frontsensoren-Ausstattung eine viel kleinere Notch.

Trotz der Kritik: Das Display sieht insgesamt gut aus und bringt eben alle Attribute an Format und Form mit, die ein modernes Smartphone haben sollte. Die Auflösung kommt dabei nicht ganz mit. Mit unter 285 ppi unterschreitet Motorola die magische Grenze von 300 ppi, die dafür sorgt, dass das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr erkennt. Die Farben sind LTPS-typisch zurückhaltend und natürlich. Keine fast schon neonfarbene Töne schreien den Nutzer an, wie es bei OLEDs öfter der Fall ist. So ist das Panel unaufgeregt und verrichtet seinen Dienst.

Die Blickwinkelstabilität kann sich sehen lassen. Auch bei schiefer Draufsicht wird noch ausreichend hell und befriedigend scharf abgebildet. Die Farben verziehen aber etwas ins gelb- oder bläuliche, je nach Blickrichtung. Für den Alltag ist der Mangel jedoch nicht relevant. Die automatische Helligkeitsregelung ist Motorola gut gelungen. Sie regelt flott und auf angenehme Intensitäten. Bewegt man sich von einer hellen in eine dunkle Umgebung, lässt die Regelung sich aber etwas Zeit, bevor sie startet. Andersherum reagiert sie schneller.

Die Display-Einstellungen beschränken sich nicht auf die Android-gegebenen Regler. Motorola spendiert dazu auch eine grobe Einstellung der Farben. Sie können in ihrer Temperatur zwischen „Warm“, „Neutral“ und „Kühl“ verstellt werden. Eine andere kleine Software-Beigabe: Das „Outfit“ des Displays kann hell, dunkel oder sich automatisch anpassend eingestellt werden. Damit ergibt sich je nach Einstellung ein gerade im Trend liegender Dark-Mode.

Das Display des Motorola One ist hardware-seitig Stangenware, kann jedoch mit einigen kleinen Beigaben protzen. Trotzdem kommt Motorola hier nicht über eine gute Durchschnittsbewertung hinaus.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Während sich das Motorola One äußerlich modern präsentiert, zeigt es sich innerlich teilweise veraltet. Das gilt besonders für den verbauten Qualcomm-Prozessor Snapdragon 625, der mittlerweile mehr als zwei Jahren auf dem Buckel hat. Die weiteren technischen Daten befinden sich auf einem durchschnittlichen Niveau. 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB interner Speicher inklusive 256 GB maximaler Erweiterung per MicroSD-Karte gehören in der gehobenen Mittelklasse mittlerweile zum Standard. Gleiches gilt auch für den 3.000-mAh-Akku.

Das Motorola One im Benchmark-Test

Der erste Eindruck der leicht veralteten Hardware spiegelt sich auch im Benchmark-Test des neuen Motorola-Handys wider. Mit einer Wertung von 80.944 Punkten erreicht das Motorola One gerade einmal das untere Mittelfeld. Getestet wurde das Smartphone mit der App AnTuTu in der Version 7.0.1. Zum Vergleich: Die Mittelklasse-Konkurrenz von Samsung, Nokia und BQ bieten wesentlich mehr Leistung, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. Auch Geräte anderer Hersteller wie das Huawei P20 Lite (87.260 Punkte) oder das Sony Xperia XA2 (88.631 Punkte) lassen das Motorola One hinter sich.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätMotorola One80.944
 
Samsung Galaxy A8120.486
direkte KonkurrentenBQ Aquaris X2116.637
Nokia 6 (2018)111.404
 
Motorola Moto X470.411
ehemalige Mittelklasse Modelle Samsung Galaxy A541.721
Huawei Mate 10 Lite62.673
 
OnePlus 6T296.028
aktuelle SpitzenmodelleHuawei Mate 20 Pro249.187
 Samsung Galaxy Note 9246.735

Verbindungsmöglichkeiten

Motorola setzt bei den Verbindungsmöglichkeiten auf Standardlösungen, aber auch auf Dual-Band-WLAN, was nicht selbstverständlich ist. Dazu können sich Nutzer über NFC mit anderen Geräten verbinden und stecken Datenkabel über USB-Typ-C in das Motorola One. Zudem setzt Motorola auf Dual-SIM ohne einen eingeschränkten Hybrid-Steckplatz. Es können also der Speicher aufgewertet und gleichzeitig zwei SIM-Karten genutzt werden. Wer den Speicher des One nicht dauerhaft über MicroSD-Karte erweitern will, kann auch einen USB-Speicher anschließen und so temporär den Speicher erweitern.

 Motorola One
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (150 Mbps)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version4.2
WLAN-Standardsa/b/g/n
QI
Dual-SIM

Telefonqualität des Motorola One

Beim Telefonieren mit dem Motorola One fallen einige kleine Schwächen auf. Das One unterdrückt Hintergrundgeräusche nicht souverän. Des Öfteren rauscht es im Gesprächshintergrund auch störend. Beides kann Motorola durch ein Software-Update beheben und sollte das auch tun. Die Freisprechfunktion ist ebenfalls nicht perfekt. Hier beschwert sich der Angerufene ebenfalls über eine mindere Sprachqualität. Dazu kommt, dass der Lautsprecher des Motorola One, Gespräche schwachbrüstig in die Luft posaunt.

Starke Ausstattung und sinnvolle Lösungen wie einen Dreikartenslot verhelfen dem Motorola One hier zu einer guten Wertung. Die Telefonfunktion sollte jedoch noch einmal per Software-Update überarbeitet werden.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Kamera

Die Amerikaner statten ihr Motorola One mit einer Doppelkamera auf der Rückseite und einer Einzelkamera auf der Front aus. Sie lösen mit 13 und 2 Megapixel hinten und mit 8 Megapixel auf der Vorderseite auf. Die beiden Sensoren-Objektiv-Kombinationen im Heck werden als „AI cams“ beschrieben.

Die Kamera-App des Motorola One im Test

Eine künstliche Intelligenz braucht es bei der Steuerung dankenswerterweise nicht. Die Kamera-App ist aufgeräumt und von der übersichtlichen Sorte. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die Anordnung der Regler für manuelle Einstellungen. Sie wären weiter rechts besser aufgehoben. So könnte der Nutzer mehr als nur die Belichtungskorrektur einhändig steuern. Doch an diese Kritik schließt sich direkt ein Lob an. Die Kamera-App bietet eine voll manuelle Steuerung, die sich auch noch zwischen festgelegten Punkten einstellen lässt. Damit kommt echtes Kamera-Feeling auf.

Darüber hinaus integriert Motorola Google-Lens in die Kamera-App und lässt den Nutzer aus der App heraus direkt Youtube-Live-Videos starten. Die volle Social-Media-Einbindung wie LG bietet Motorola nicht, man ist aber nah dran. Bei der Nachbearbeitung der Bilder geht es wieder mit einem Lob weiter. Motorola bietet hier nicht nur die üblichen Filter und groben Einstellungen, sondern auch ein paar erweiterte Möglichkeiten ein Bild noch zu retten.

Funktionalität der Motorola-One-Kamera

Die beiden hinteren Kameras bilden zusammen einen Bildwandler und können nicht getrennt voneinander genutzt werden. Damit hat man es mit einem typischen Vertreter der inkonsequenten Doppelkameras zu tun. Die Hauptaufgabe des zweiten Sensors ist das Aufnahmen von Tiefeninformationen. Sie werden beispielsweise für die Erzeugung von Bokeh-Effekten benutzt. Diesen bekommen Top-Kameras im Smartphone-Markt auch ohne ein zweites Modul hin. Hier kann das Pixel 3 XL als erstes genannt werden. Eine weitere Funktion, wie etwa ein reiner Schwarz-Weiß-Sensor oder eine nützliche zusätzliche Brennweite, bietet das Motorola One nicht.

Die Frontkamera kann allerdings etwas, was kein Standard im Smartphone-Markt ist. Sie besitzt einen Frontblitz. Keinen Display-Blitz oder andere verschämte Umwege, sondern einen echten LED-Blitz, der auch noch genug Leistung bietet, eine kleine Gruppe von Menschen zu erleuchten. So viel Power er auch hat, so wenig Farbtreue liefert er. Das kalte Licht des Blitzes macht Haut und deren Farbabstufungen meist zu gräulichen Flächen ohne Struktur. Doch besser eine hässliche Erinnerung an den Darkroom, als gar keine.

Die Bildqualität der Kamera des Motorola One im Test

Das Motorola One erzeugt Bilder die unter zwei Schwachpunkten leiden. Die Kamera hat Probleme auf die korrekte Belichtung einzustellen, sobald hohe Helligkeitsunterschiede vorhanden sind. Diffuse Umgebungen erzeugen also auch einmal tolle und einmal schlechte Bilder. Der zweite Schwachpunkt ist die lange Belichtungszeit, die das Motorola One auch bei halbwegs ordentlicher Helligkeit der Umgebung festlegt. Dadurch verwackeln oftmals Bilder, die im Gehen oder auf die Schnelle geschossen werden.

Die Stärken der Kamera liegen eindeutig bei den kräftigen Farben und einer guten Schärfe. Sie wird allerdings nur dann erreicht, wenn es hell genug ist oder das Handy bei Dunkelheit ruhig genug gehalten wird. Einen Eindruck über die Bildqualität bieten die Beispielbilder in der Galerie:

Die Kamera des Motorola One kann richtig stark abliefern, krankt jedoch an software-seitigen Fehlern. Dazu sind die Blitze zwar kräftig, wirken aber oft übertrieben hell. Damit verhageln die weichen Fähigkeiten die Wertung und nicht die Hardware.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Motorola installiert auf dem One Android One in der Version 9 – soweit so unspektakulär. Die Vorteile von Android One hat inside handy in einem Übersichtsartikel zusammengefasst. Interessanter ist, was Motorola mit dem System macht. Und hier gibt es viel Lob und viel Tadel zu verteilen.

Die Bediengeschwindigkeit gehört zu keinem der beiden Optionen. Sie liegt im Durchschnitt des Marktes und reicht im Alltag allemal aus. Auch die übersichtliche Software und die fehlende Bloatware sind zwar bemerkens-, aber nicht sonderlich lobenswert. Doch es gibt auch echte Aufreger.

Gestensteuerung

Das Motorola One besitzt die Moto-Gestensteuerung, die zwei Bewegungsmuster direkt in Funktionen umsetzt. Zum einen kann die Taschenlampe schnell und unkompliziert gestartet werden. Mit zwei hackenden Bewegungen der Hand mit dem Motorola One entflammt die kräftige LED auf dem Rücken des Smartphones. Wiederholt die Hand das Spiel, erlischt die LED wieder. Besonders mit Handschuhen im dunklen Winter eine durchaus nützliche Funktion. Die zweite Geste aktiviert die Kamera. Sie springt an, wenn die Hand zweimal hintereinander gedreht wird. Wiederholt man die Geste, wechselt die Kamera-App in den Selfie-Modus. Noch einmal wiederholt, schließt sich die Kamera jedoch nicht wieder, sondern wechselt immer wieder die Ausrichtung. Beendet wird der Spaß mittels Power-Button. Der Kamera-Schnellstart ist zwar im Mobilfunkmarkt nichts neues – Sony startet seine Kameras mittels separaten Hardware-Button schon seit Jahren aus dem Sperrbildschirm – doch immer noch ist die Option ein schönes Gimmick für den schnellen Schnappschuss bei dem es schnell gehen muss.

 

Doch Motorola hat auch einige Fallstricke in seine Software implementiert. So stürzte die Kamera-App des Öfteren ab oder der Finger drückte umsonst auf den Auslöser. Dazu konnte sich das Testgerät ab und an nicht in das örtliche WLAN einloggen. Der dritte Schreck: selbst installierte Apps ließen sich nicht wieder löschen. Zumindest die beiden letztgenannten Bugs sind nach dem Neustart im Testzeitraum von mehreren Tagen nicht wieder aufgetaucht. Solche „einfachen“ Fehler sollten einem ausgewachsenem Smartphone und vor allem einen so erfahrenen Hersteller nicht widerfahren.

Musik und Sound

Die Musik wird beim Motorola One über die in vielen Android-Geräten genutzte Google Musik App abgespielt. Damit könnte die Langeweile vorprogrammiert sein, ist sie aber nicht. Denn Motorola hat sich ein Ass in den Ärmel gesteckt und spielt ihn hier aus: Die App Dolby Audio übernimmt nämlich die Grob- und Feinjustierung der Musik- und Sound-Ausgabe. Damit landet ein starker Equalizer mit vielen Funktionen auf dem Motorola One. Der Nutzer kann sich zum einen einfach auf dessen Automatik verlassen, die die Einstellung automatisch übernimmt.

Zum anderen können die Frequenzen in zehn Bändern auch manuell verstellt werden. Dazu gibt es einen intelligenten Equalizer, der mit voreingestellten Grundabstimmungen arbeitet. Der zweite Grund für die nicht vorprogrammierte Langeweile: Google Musik kann nicht ohne ein Abo genutzt werden. Musik kann zwar aus dem Dateimanagement mit Google Musik abgespielt werden. Die App-Oberfläche verweigert jedoch den Zugriff auf die Musik. Hier muss der Nutzer also auf den Play Store zurückgreifen und sich einen Musik-Player herunterladen.

Positiv geht es wieder mit einem alten Bekannten weiter: Das Motorola One besitzt ein UKW-Radio, das auch noch mit einer tollen App gesteuert werden kann. Damit das Radio spielen kann, muss ein Headset angeschlossen werden, das der Nutzer schon sein Eigen nennen sollte. Motorola steckt keines mit ins Paket. Über den Lautsprecher jedoch sollte keine Musik gehört werden. Er klingt nicht sonderlich gut. Wird er aufgedreht, nerven die zischelnden Höhen und der fehlende Bass.

Die Grundlage, auf der Motorola bei der Software antritt, ist stark und wird durch die Amerikaner um einige gute Ideen ergänzt. Die Software hat jedoch auch ihre Ausfälle und Bugs. Hier muss Motorola noch einmal Hand anlegen. Das gilt auch im Multimedia-Bereich in Sachen Musik-Player.

Teilwertung: 3 von 5 Sternen

Akku

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und es wird im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen und in der nichts mit dem Smartphone getan wird.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
Arbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Testgerät
Motorola One3.00076642412
Alternativen
Nokia 7.13.060 61473914
Huawei P20 Lite3.0005244488
Samsung Galaxy A8 (2018)3.10058484210

Die Übersicht über die Daten des Akkutests zeigen es schon auf den ersten Blick: Das Motorola One hat beim Akku einiges drauf. Der Energiespeicher bietet lediglich 3.000 mAh und kann trotzdem ein hervorragendes Ergebnis einfahren. Nach den intensiven ersten 8 Stunden büßt er lediglich 24 Prozentpunkte ein; in der doppelt so langen Standby-Phase sind es 12 Prozentpunkte. Der Standby-Verlust ist eigentlich etwas hoch, wird aber vom Nutzungswert hochgehalten. Die Ladegeschwindigkeit liegt bei 35 Prozentpunkten in 30 Minuten. Die durchschnittliche Geschwindigkeit verwundet etwas, hat Motorola doch mit Turbo-Power-Technologie eigentlich ein heißes Eisen im Feuer.

Beim Akku kann man trotz kleiner Schwächen nicht klagen. Man kommt locker über zwei Arbeitstage ohne ein Ladegerät in der Nähe. Damit gibt es hier die volle Punktzahl.

Teilwertung: 5 von 5 Sternen

Fazit

Motorola schickt seine Kunden mit dem One auf eine emotional abwechslungsreiche Reise. Das Tolle Design, die Verarbeitung und intelligente Software-Lösungen zaubern ein Lächeln ins Gesicht des Kunden. Dazu kann das Motorola One im Test mit einer ausgewogenen Ausstattung und einem zum Teil guten Bildergebnissen punkten. Doch die Fehler und Schwächen, die das Smartphone in Teilen an den Tag legt, können einem die Freude an den Stärken auch schnell rauben. Eine abstürzende Kamera-App oder Ideen, die nur im Ansatz toll sind sowie ein optisch ansprechendes aber im Endeffekt langweiliges Display sorgen dafür, dass man das Motorola One schon sehr gern haben muss, um es nicht zu verfluchen.

Wer ein Totschlagargument für den Kauf des Motorola One benötigt, muss jedoch auch nicht lange suchen. Das Motorola One besitzt einen der besten Akkus auf dem Markt. Zusammen mit dem sparsamen Display und Prozessor verbraucht es wenig und man kann sich auf zwei Tage Nutzung einstellen. Der Akku ist es dann auch, der die Gesamtwertung in eine ungewöhnliche Höhe treibt. Wer also einen Dauerläufer sucht und mit kleineren Macken bei seinem Smartphone zurecht kommt, eine puristische Software mag und sich beim Fotografieren Zeit lässt, kann beim Motorola One zuschlagen.

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Sternebewertung des Motorola One mit vier von fünf Sternen

Pros des Motorola One

  • hervorragender Akku
  • starke Ausstattung
  • gute Verarbeitung

Contras des Motorola One

  • Software-Schwächen
  • Diva-Kamera
  • Langweiler-Display

Preis-Leistung

Motorola hat das One zur IFA 2018 in Berlin für einen UVP von knapp 300 Euro vorgestellt. Vor kurzem hat Motorola jedoch den UVP auf knapp 250 Euro gesenkt. Damit ist das Angebot fair. Vor allem hat man zu dieser Zeit das Motorola One auch mit dem neuen und im Test berücksichtigten Android 9 nachgerüstet. In dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Auf dem freien Markt ist es es mittlerweile für rund 220 Euro zu haben. Damit ist das Motorola One ein Schnäppchen geworden, dass in die enge Auswahl von Sparfüchsen gehört, die nicht auf Leistung verzichten wollen, jedoch kompromissbereit sind.

Alternativen

Im Preisbereich des Motorola One befinden sich so viele Smartphones auf dem Markt, dass schnell die Übersicht verloren geht. Nicht nur eine schier unendliche Anzahl an Modellen von verschiedensten Herstellern, auch die jährlichen Modellpflege-Maßnahmen erschweren die Suche nach geeigneten Alternativen. Die geeignetsten Mittel hierfür sind die Bestenlisten von inside handy, die nach aktuellem Preis aufgeschlüsselt, die besten Smartphones in den unterschiedlichen Preisbereichen aufzeigen:

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