In Foren und Kommentarspalten scheint das Urteil längst gefällt: Seit Ooono keine Daten mehr von Blitzer.de bekommt, sei der Co-Driver kaum noch zu gebrauchen. Wir wollten es genau wissen und haben den neuen Ooono Co-Driver No3 mit seinem neuen Focus Display im städtischen Verkehr und auf mehr als 1.000 Kilometern Autobahn getestet. Unser Ergebnis widerspricht der Stimmung im Netz deutlich. Teil der Wahrheit ist aber auch: fehlerfrei ist der Verkehrswarner nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Daten: Ohne Blitzer.de warnt der No3 besser als sein Ruf, erkennt aber nicht jeden mobilen Blitzer.
- Display: Das neue Focus Display macht jede Warnung auf einen Blick verständlich.
- Schwächen: Falsche Tempolimits auf der Autobahn, hohes Gewicht, Fahrtenbuch kostet extra.
- Preis: 99,95 Euro, bis 10. November 89,95 Euro im Ooono-Shop.
- Achtung: Die Blitzerwarnung ist in Deutschland während der Fahrt verboten.
Ooono Co-Driver No3: Die technischen Daten
- Gehäuse: eloxiertes Aluminium, 59 mm Durchmesser, 18,4 mm dick
- Gewicht: 64 Gramm
- Display: 1,9-Zoll-Farbdisplay (TFT, 350 × 328 Pixel), per Druck bedienbar
- Akku: 600 mAh, USB-C, laut Ooono rund ein Monat Laufzeit
- Kompatibilität: Ooono-App für iOS und Android, Apple CarPlay, Android Auto
- Befestigung: Magnetpads, optionale Lüftungshalterung
Design: Edel verarbeitet, aber ein Schwergewicht
Schon beim Auspacken wird klar, dass Ooono einen gewaltigen Schritt vom Kunststoff-Puck zum Premium-Zubehör macht. Das Aluminiumgehäuse ist extrem hochwertig verarbeitet, nichts knarzt, nichts wackelt. Der Preis dafür ist das Gewicht: Der No3 ist spürbar schwerer als der Co-Driver No2.
Das hat Folgen für die Montage. Von der optionalen Lüftungshalterung raten wir eher ab, weil der Lüftungsschlitz das Gewicht dauerhaft tragen muss. In so manchen Autos neigt sich der Co-Driver No3 spürbar nach unten, wenn das Auto über zu viele Fahrbahnunebenheiten fahren muss. Die mitgelieferten Magnetpads auf dem Armaturenbrett sind die bessere Wahl: An ihnen sitzt der neue Co-Driver der dritten Generation sicher und lässt sich trotzdem mit einem Handgriff abnehmen.
Focus Display: Endlich siehst du, wovor gewarnt wird
Die wichtigste Neuerung ist das sogenannte „Focus Display“. Es ist im Alltag ein echter Fortschritt. Beim Co-Driver No2 musstest du Farben und Signaltöne kennen, um anhand der Warnungen zu verstehen, was gerade vor dir passiert. Der Ooono Co-Driver No3 zeigt dir neben einem Warnsymbol auch die Entfernung zur nächsten Gefahrenstelle oder zum nächsten Blitzer direkt an. Und an vielen Messstellen auch das geltende Tempolimit. Die Warntöne gibt es weiterhin, sie klingen je nach Art der Warnung unterschiedlich. Gibt es nichts zu melden, dimmt sich der Bildschirm ab. Nähert sich deine Hand, schaltet ein Sensor ihn ganz automatisch ohne weiteres Zutun ein.

Bedient wird der CoDriver No3 per Druck auf das Display. Melden, bestätigen, verwerfen: Weil du jetzt siehst, welche Option du auswählst, passieren deutlich weniger Fehleingaben als beim Vorgänger. Nach dem Passieren einer gemeldeten Stelle bleibt die Anzeige einige Sekunden aktiv, damit du die Meldung bestätigen oder als veraltet markieren und so verwerfen kannst. Davon profitiert die gesamte Community.
Ohne Blitzer.de: Taugen die Ooono-Daten noch?
Der kritischste Punkt ist derzeit aber nicht die Hardware, sondern die Datenbasis. Denn die Zusammenarbeit mit Blitzer.de, die Ooono hierzulande einst unter anderem groß und bekannt gemacht hat, ist schon seit einigen Monaten beendet. Die Warnungen stammen jetzt aus Meldungen der eigenen Community, einer eigenen Blitzer-Datenbank, Daten von Cyclops und den Prüfungen eines internen Datenteams. In Foren und sozialen Netzwerken hält sich seitdem hartnäckig die Meinung, gerade bei mobilen Blitzern sei auf den Co-Driver kein Verlass mehr.

Dabei ist das Fundament größer, als viele vermuten: Europaweit zählt Ooono inzwischen mehr als drei Millionen aktive Nutzer, rund 2,6 Millionen davon allein in Deutschland. Denn der hiesige Markt ist für das dänische Unternehmen der wichtigste. Und genau die Masse ab aktiven Nutzern entscheidet bei einem Community-System über die Qualität. Zum Marktstart des Co-Driver No3 hat Ooono nach eigenen Angaben den Warnalgorithmus so gründlich überarbeitet wie noch nie.
Praxistest: So zuverlässig warnt der No3 vor mobilen Blitzern
Den pauschalen Abgesang auf die Ooono-Daten – teilweise getrieben durch Wettbewerber – können wir nach unserem Test nicht bestätigen. Perfekt ist das System aber auch nicht: Nicht jeder mobile Blitzer auf unseren Testfahrten wurde angezeigt. Das gehört bei einem Community-Dienst zur Wahrheit, denn eine gerade erst aufgebaute Messstelle kann noch niemand gemeldet haben. Überrascht hat uns die Gegenrichtung: Der Co-Driver No3 kannte teilweise auch mobile Kontrollen, die bei Waze oder auch Blitzer.de zu diesem Zeitpunkt noch nicht hinterlegt waren.

Welche Warnungen du bekommst, legst du in der App selbst fest: nur Gefahrenstellen oder zusätzlich mobile und/oder stationäre Blitzer inklusive Rotlichtblitzern. Zu den Gefahrenwarnungen zählen allgemeine Gefahren, Unfälle, Hindernisse auf der Fahrbahn und Baustellen. Auf Wunsch erscheinen alle Hinweise parallel als Push-Mitteilung auf dem Smartphone.
Tempolimit-Warnung: In der Stadt hilfreich, auf der Autobahn ein Ärgernis
Die optional ebenfalls nutzbare Warnung beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist innerorts sinnvoll, gerade dort, wo Tempo 30 und 50 im Wechsel gelten. Auf der Autobahn sieht es anders aus: Hier haben wir auffällig viele falsche Angaben zum Tempolimit protokolliert. Das ist mehr als ein Schönheitsfehler, denn einer Warnung, der man nicht traut, schenkt man irgendwann keine Beachtung mehr.

In der App stellst du einen Toleranzwert zwischen 1 und 30 km/h ein, ab dem der Co-Driver No3 hinsichtlich der örtlich zulässigen Höchstgeschwindigkeit Alarm schlägt. Gewöhnungsbedürftig: Die Warnung verschwindet erst, wenn du wieder unter der eigentlichen Höchstgeschwindigkeit fährst und nicht schon, sobald du den Toleranzbereich verlässt. Das könnte Ooono per Update der Firmware aber noch nachbessern.
Spritpreise: Die heimliche Stärke des No3
Ein Highlight, das auf dem Ooono Co-Driver No3 zum ersten Mal zum Einsatz kommt: die Spritpreissuche, die du über die Taste am Kopfende des Geräts aktivieren kannst. Sie hat uns im Test durchweg überzeugt. Der angezeigte günstigste Preis im Umkreis war auch im Vergleich mit Spritpreis-Apps stets zuverlässig das günstigste Angebot. Wer also mit einem Verbrenner eine günstige Tankstelle im Umkreis sucht: Der Ooono Co-Driver No3 hilft.
Den Suchradius legst du in der Ooono-App auf dem Smartphone zwischen 1 und 20 Kilometern fest. Zur Wahl stehen Super E10, Super E5 und Diesel. Premium-Kraftstoffe lassen sich gegenwärtig aber nicht auswählen. Wer regelmäßig Super Plus tankt, hat hier also das Nachsehen. Praktisch: Ein Druck aufs Display startet auf Wunsch auf dem Handy eine Routenführung. Auf unserem Test-iPhone standen Ooono Map, Google Maps und Apple Karten zur Wahl. Die Navigation klappt erfreulicherweise nicht nur über das Smartphone-Display selbst, sondern nach einer entsprechenden Kopplung auch über Apple CarPlay und Android Auto.

Fahrtenbuch und Parken: Was der No3 sonst noch kann
Neben der Spritpreis-Suche gibt es noch ein weiteres Extra, das bisher nur auf dem Co-Driver No3 von Ooono funktioniert. Das digitale Fahrtenbuch erfasst deine Fahrten automatisch und hat im Test zuverlässig funktioniert. Es ist allerdings kostenpflichtig: Im Launch-Angebot sind drei Gratismonate enthalten, danach verlangt Ooono 9,99 Euro im Monat oder 99,99 Euro im Jahr. Damit ist es im Prinzip nur für die geschäftliche Nutzung interessant.
In Zukunft will Ooono den Co-Driver No3 schrittweise zur Service-Plattform ausbauen. Die Idee: Warnungen, Spritpreise inklusive Bezahlung, Fahrtenbuch und Parken sollen nicht mehr über mehrere Apps laufen, sondern in einem Gerät zusammenkommen. Als Nächstes arbeitet der Hersteller daran, Parkgebühren direkt über den Co-Driver bezahlen zu können. Einen Termin für einen möglichen Launch nennt Ooono dafür aber noch nicht.
Akku und Support: Zwei unterschätzte Pluspunkte
Die angegebene Laufzeit von rund einem Monat halten wir im Pendelverkehr für realistisch. Auf vier Autobahnfahrten von jeweils etwa 300 Kilometern sank der Ladestand pro Fahrt um 10 bis 15 Prozentpunkte. Rechnerisch reicht eine Ladung damit für grob 2.000 bis 3.000 Autobahnkilometer. Und falls doch mal etwas hakt: Den Kundenservice des dänischen Unternehmens erreichst du jederzeit auch auf Deutsch.
Preis: Einmal kaufen, dauerhaft ohne Abo nutzen
Bis zum 10. November gibt es den No3 exklusiv im Ooono-Onlineshop für 89,95 Euro, inklusive kostenlosem Versand und drei Gratismonaten für die Fahrtenbuch-Funktion. Ab dem 11. November kostet der Ooono Co-Driver No3 regulär 99,95 Euro und ist dann zum Beispiel auch bei Amazon, MediaMarkt und Saturn erhältlich.

Wer auf Black Friday oder Weihnachten spekuliert, wird laut Ooono enttäuscht: Das Unternehmen hat angekündigt, den Preis in nächster Zeit nicht zu senken. Ob Händler das genauso handhaben, muss sich zeigen. Gefahren- und Blitzerwarnungen sowie die Spritpreissuche funktionieren anders als bei so manchem Wettbewerber ohne Abo.
Fazit: Viel besser als sein Ruf – mit Abstrichen
Der Ooono Co-Driver No3 ist der bislang beste Co-Driver: hochwertig gebaut, dank Display endlich selbsterklärend und mit der Spritpreissuche um echten Alltagsnutzen erweitert. Die Kritik an der Datenqualität nach dem Aus von Blitzer.de ist nach unserem Test überzogen. Lückenlos ist die Erfassung mobiler Kontrollen aber nicht und wird es bei einem Community-System auch nie sein.
Echte Schwächen sind die unzuverlässigen Tempolimit-Angaben auf der Autobahn, das hohe Gewicht und das kostenpflichtige Fahrtenbuch. Wer viel fährt und Wert auf Komfort legt, bekommt hier aber ein durchdachtes Gerät. Wer schon einen Co-Driver No2 besitzt, sollte ehrlich prüfen, ob ihm der Bildschirm rund 100 Euro wert ist.

Achtung: Blitzerwarnung ist in Deutschland verboten
Wichtig ist zum Abschluss aber auch noch dies: Kauf und Besitz des No3 sind in Deutschland erlaubt. Die Blitzerwarnfunktion während der Fahrt zu nutzen, dagegen nicht. Laut § 23 Absatz 1c StVO darf, wer ein Fahrzeug führt, kein Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzeigt. Das gilt auch für Apps und Multifunktionsgeräte wie den Co-Driver. Erlaubt sind dagegen Warnungen vor Gefahrenstellen, Unfällen und Baustellen. Für eine legale Nutzung in Deutschland stellst du in der App also nur die Gefahrenwarnungen ein und deaktivierst alle Blitzerwarnungen.
Erwischt dich die Polizei mit aktiver Blitzerwarnung, drohen laut aktueller Rechtsprechung 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Vor Fahrten ins Ausland solltest du außerdem die Regeln im Zielland prüfen. In der Schweiz etwa ist schon das Mitführen aktiver Blitzerwarner verboten. Im internationalen Vergleich gelten dort mit die strengsten Regelungen bezüglich Radar- und Blitzerwarnern, geregelt in Art. 57b und Art. 98a des Strassenverkehrsgesetzes, SVG.
| Ooono Co-Driver No3 | Ooono Co-Driver No2 Plus | Ooono Co-Driver No2 | Ooono Co-Driver No1 | |
|---|---|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() | ![]() |
|
| Blitzer- und Gefahrenwarnungen | ✅ | ✅ | ✅ | ✅ |
| Anzeige der Warnung | 1,9-Zoll-Farbdisplay mit Symbol, Entfernung und Tempolimit, dazu Ton | LED-Lichtring und Ton | LED-Lichtring und Ton | Licht und Ton |
| Meldungen bestätigen/verwerfen | ✅ (Auswahl auf dem Display sichtbar) | ✅ | ✅ | Eingeschränkt |
| Gehäuse | Eloxiertes Aluminium, 64 g | Kunststoff mit Ring aus eloxiertem Aluminium, Sonnenblenden-Halterung inklusive | Kunststoff | Kunststoff |
| Stromversorgung | Akku, USB-C | Akku, USB-C | Akku, USB-C | Knopfzelle |
| Apple CarPlay/Android Auto | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ |
| Spritpreissuche | ✅ (Super E10, Super E5, Diesel) | ❌ | ❌ | ❌ |
| Automatisches Fahrtenbuch | ✅ (kostenpflichtig) | ❌ | ❌ | ❌ |
| Preis | 99,95 € (bis 10. November 2026 nur 89,95 €) freier Verkauf ab 11. November 2026 | 89,95 € bei Amazon bestellen bei MediaMarkt bestellen | 79,95 € bei Amazon bestellen bei MediaMarkt bestellen | 49,95 € bei Amazon bestellen bei MediaMarkt bestellen |
| für wen? | Vielfahrer, die Warnungen auf einen Blick erfassen wollen | Wer die No2-Technik in edlerer Optik will | Wer Akku und CarPlay/Android Auto will | Sparer, die nur Basiswarnungen wollen |
Vorteile Ooono Co-Driver No3
- Focus Display zeigt Warnart, Entfernung und oft das Tempolimit auf einen Blick
- Zuverlässige Warnungen trotz Blitzer.de-Aus, teils früher als Waze
- Präzise Spritpreissuche mit Navigation per Knopfdruck – ohne Abo
- Extrem hochwertig verarbeitetes Aluminiumgehäuse
Nachteile Ooono Co-Driver No3
- Viele falsche Tempolimit-Angaben auf der Autobahn
- Nicht jeder mobile Blitzer wird gemeldet
- Deutlich schwerer als der Vorgänger, Lüftungshalterung nicht ideal
- Automatisches Fahrtenbuch nur im kostenpflichtigen Abo
Wichtig: Der Ooono Co-Driver No3 funktioniert nur, wenn du ihn mit deinem Smartphone koppelst. Eine Nutzung ohne Handy ist nicht möglich, weil über das Smartphone auf deinen Standort zugegriffen wird. Nach einer erfolgreichen Kopplung verbindet sich der Co-Driver immer automatisch mit dem Handy, sobald es in der Nähe ist.
Ich bin mit Skepsis in diesen Test gegangen, weil die Kritik an Ooono nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Blitzer.de groß war. Nach meinen Fahrten sehe ich die Kritik deutlich differenzierter: Der Ooono Co-Driver NO3 hat mich teils sogar vor mobilen Kontrollen gewarnt, die Waze und die App von Blitzer.de noch nicht kannten. Lückenlos funktioniert er aber trotzdem nicht. Und die falschen Tempolimits auf der Autobahn nerven. Das Display als solches möchte ich aber schon allein wegen der Gefahrenwarnungen nicht mehr hergeben. Und die Spritpreissuche ist für mich die positive Überraschung. Das Fahrtenbuch-Abo lohnt sich dagegen nur für Vielfahrer im Job.










