Deutsche Bahn: Baustellen, Störungen und Ausfälle im Überblick

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Mit der Deutschen Bahn im Nah- und Fernverkehr unterwegs zu sein, kann Vor- und Nachteile gleichermaßen haben. Läuft alles reibungslos, fährst du nicht nur entspannt, sondern auch komfortabel und sicher von A nach B. Aber es kann auch ganz anders ausgehen.
Deutsche Bahn Signal
Nichts geht mehr: Rotes Signal im Gleis.Bildquelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Nämlich dann, wenn es im Schienennetz der Deutschen Bahn zu Bauarbeiten kommt oder eine andere Beeinträchtigung den Verkehr ausbremst. Sei es eine Baustelle, eine Weichenstörung, ein Oberleitungsschaden, ein liegengebliebener Zug oder ein Notarzteinsatz am Gleis – die Möglichkeiten, warum es bei der Bahn nicht mehr wie geplant weitergeht, können vielfältig sein. An dieser Stelle informieren wir dich über aktuelle Baustellen-Projekte im Netz der Deutschen Bahn, die du vor allem als Pendler kennen solltest.

Großbaustellen bei der Deutschen Bahn im Jahr 2021

Die Deutsche Bahn wird in den kommenden Jahren viel Geld investieren, um ihr teilweise marodes Streckennetz in Schuss zu halten. Zwischen 2020 und 2030 fließt dafür die Rekordsumme von 86 Milliarden Euro in den Erhalt und die Modernisierung des bestehenden Schienennetzes; 62 Milliarden Euro kommen vom Bund, 24 Milliarden Euro von der Bahn selbst. Mit dem Geld werden unter anderem Gleise, Bahnhöfe, Stellwerke und Energieversorgungsanlagen erneuert. Vieles davon kann aber natürlich nicht ohne Störung im Bahnverkehr geschehen. Denn überall dort, wo auf freier Strecke gearbeitet wird, müssen Züge langsamer fahren oder einen Umweg nehmen. Die Folge: Verspätungen und genervte Kunden.

Deswegen hat sich die Bahn zur Aufgabe gemacht, umfangreich über bevorstehende Großbaustellen zu informieren. In den kommenden Monaten stehen viele Bauprojekte auf der Agenda der Deutschen Bahn. Wir zeigen dir an dieser Stelle die Details – auch zu aktuellen Störungen. Solltest du selbst noch weitere Großbaustellen kennen, zögere nicht, uns einen kurzen Hinweis zu geben.

Störungen in Baden Württemberg

Stuttgart – Singen
Zeitraum: 20. Februar bis 19. März

Aufgrund von Arbeiten an Bahnübergängen kommt es abschnittsweise zu Zugausfällen. Jeweils von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr finden Arbeiten an Bahnübergängen statt, so dass der Streckenabschnitt nur in Tagesrandlagen befahrbar ist. Hierdurch können die IC-Züge die Gäubahn nicht wie gewohnt befahren.

Die zweistündlich verkehrenden internationalen Züge Stuttgart-Zürich v.v. verkehren nur zwischen Zürich und Singen (Htw.). Zwischen Stuttgart und Tuttlingen verkehren Ersatzzüge. Die Intercity 2-Züge Stuttgart-Singen/Konstanz verkehren ebenfalls nur zwischen Stuttgart und Tuttlingen. Zwischen Singen, Engen und Tuttlingen wird ein Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet, der in Tuttlingen Anschluss an die IC-Züge aus/in Richtung Stuttgart bietet. Die Fahrzeit mit dem Bus beträgt ca. 50 Minuten.

Lediglich IC 284, IC 285 sowie IC 2284, IC 2285 und IC 2289 verkehren auf dem kompletten Laufweg.

Stuttgart – Ulm
Zeitraum: 1. März; 15. bis 25. März

Infolge von Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik kommt es zu Umleitungen, Haltausfällen, Fahrzeitverlängerungen und veränderten Abfahrtszeiten. ICE-Züge in/aus Rhein/Ruhr bzw. Berlin/Frankfurt fahren zwischen Stuttgart und München auf der gewohnten Strecke. Die Züge erhalten eine Fahrzeitverlängerung von bis zu 10 Minuten. Nur einzelne Züge erhalten an einzelnen Tagen eine Fahrzeitverlängerung von bis zu ca. 25 Minuten.

Frankfurt – Karlsruhe
Zeitraum: 26. März bis 2. April

Aufgrund von Lärmschutzarbeiten kommt es zu Umleitungen und Haltausfällen. Die Züge der ICE-Linie Hamburg – Hannover – Kassel – Frankfurt – Frankfurt Flughafen – Stuttgart werden zwischen Frankfurt und Stuttgart umgeleitet. Dadurch entfallen die Halte in Frankfurt Flughafen und Mannheim. Die Mehrheit der Züge hält ersatzweise in Heidelberg. Die ICE/TGV-Züge der Linie Frankfurt – Mannheim – Saarbrücken/ Strasbourg – Paris mit Laufweg über Saarbrücken entfallen vom 30. März bis 2. April auf dem gesamten Laufweg.

Baustellen der Bahn in Bayern

Nürnberg – Erfurt
Zeitraum: 8. Januar bis 27. März

Auf der Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt müssen sich Bahnreisende für dreieinhalb Monate mit Einschränkungen wegen Gleisarbeiten anfreunden. Umleitungen, Reisezeitverlängerungen und Zugausfälle sind die Folge. Das betrifft unter anderem die Sprinter-Verbindungen zwischen Berlin und München. An den Wochenenden 15. bis 18. Januar, 22. bis 25. Januar und 24. bis 29. März kommt es aufgrund einer Totalsperrung bei Bamberg zu weiteren Einschränkungen.

Bamberg – Erfurt
Zeitraum: 26. bis 29. März

Das Fernverkehrsangebot auf der Achse Berlin–Erfurt–Nürnberg–München muss wegen einer Totalsperrung nördlich von Bamberg angepasst werden. Dabei kommt es zu Haltausfällen und deutlichen Fahrzeitverlängerungen.

München – Ingolstadt
Zeitraum: 27 März bis 12. April

Details folgen in Kürze.

Gleissperrung

Bauarbeiten in Hessen

Mannheim – Frankfurt
Zeitraum: 13. und 14. März // 20. und 21. März

Aufgrund von Gleis- und Weichenerneuerungen und Brückenarbeiten kommt es zu Umleitungen, Haltausfällen und Fahrzeitverlängerungen. Betroffen sind verschiedene ICE-Linien.

Offenbach – Baden-Baden
Zeitraum: 27. und 28. März

Aufgrund von Brückenarbeiten kommt es zu einer Totalsperrung von der mehrere ICE- und TGV-Züge betroffen sind.

Störungen in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – Stralsund
Zeitraum: 6. März bis 9. April

Aufgrund einer Gleiserneuerung kommt es zu Zugausfällen. Während der Bauarbeiten entfallen die Züge zwischen Rostock Hbf und Stralsund/Ostseebad Binz. Die Halte in Ribnitz-Damgarten West, Velgast, Stralsund, Greifswald, Züssow, Bergen auf Rügen und Ostseebad Binz entfallen. Ersatzweise verkehren in diesem Zeitraum Ersatzbusse auf dem Streckenabschnitt Rostock – Stralsund mit Halt in Ribnitz-Damgarten West.

Störungen in Niedersachsen

Hamburg – Hannover
Zeitraum: 19. Februar bis 30. März

Aufgrund von Gleis- und Weichenerneuerungen, Brückenarbeiten und Arbeiten zum Lärmschutz kommt es auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover zu Umleitungen, Haltausfällen und Fahrzeitverlängerungen im Fernverkehr. Betroffen sind verschiedene ICE- und IC-Verbindungen.

Ausfälle bei der Bahn in Nordrhein-Westfalen

Köln Messe/Deutz
Zeitraum: bis Dezember 2021

In Nordrhein-Westfalen steht eine Baustelle der Deutschen Bahn ganz besonders im Fokus: Brückenarbeiten unweit des Kölner Hauptbahnhofs. Das hat noch bis Dezember zur Folge, dass vor allem auf einzelnen ICE-Verbindungen der Hauptbahnhof Köln nicht angefahren wird. Stattdessen halten die Züge am Bahnhof Köln Messe/Deutz. Die Weiterfahrt nach Köln Hauptbahnhof ist dann bei Bedarf mit verschiedenen Regionalbahnen / S-Bahnen möglich.

Dortmund Hauptbahnhof
Zeitraum: ganzjährig

Aufgrund von Bahnsteigarbeiten in Dortmund Hbf kommt es in Einzelfällen zu dortigen Umleitungen, Gleiswechseln, Anschlussverlusten und Haltausfällen. Unter anderem die IC-Linie Hamburg – Dortmund – Koblenz – Stuttgart ist davon betroffen. Sie fährt weiter Essen und hält nicht in Gelsenkirchen. Ein Teil der im Normalfall in Dortmund startenden beziehungsweise endenden Züge beginnt / endet in Essen. Details kannst du der Homepage der Deutschen Bahn entnehmen.

Oberhausen – Emmerich
Zeitraum: 22. bis 26. Februar

Aufgrund eines Streckenausbaus kommt es auf der Strecke zwischen Oberhausen und Emmerich zu Umleitungen, Haltausfällen, Fahrzeitverlängerungen und veränderten Fahrzeiten im Fernverkehr. Züge der internationalen ICE-Linie Frankfurt – Köln – Duisburg – Amsterdam werden ab Köln Hbf über Venlo nach Amsterdam umgeleitet und halten daher nicht in Köln Messe/Deutz, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen und Arnhem. Ersatzhalt ist in Mönchengladbach. Durch die Umleitung ergibt sich eine Fahrzeitverlängerung von 60 Minuten. ICE 121 und ICE 222 entfallen im Bauzeitraum zwischen Frankfurt und Amsterdam. ICE 120 endet von Frankfurt kommend in Düsseldorf Hbf.

Köln – Aachen
Zeitraum: 9. bis 17. Februar & 13. bis 26. März

Aufgrund von Oberleitungsarbeiten kommt es auf der Strecke zwischen Köln und Aachen zu Umleitungen, Haltausfällen, Fahrzeitverlängerungen und veränderten Fahrzeiten im Fernverkehr.

Köln – Düsseldorf
Zeitraum: 26. März bis 9. April

Durch Ausbauarbeiten für den Rhein-Ruhr-Express kommt es zwischen Köln und Düsseldorf/Dortmund zu Umleitungen, Haltausfällen, Fahrzeitverlängerungen und veränderten Abfahrtszeiten. Details zu den Fahrplanänderungen kannst du der Homepage der Deutschen Bahn entnehmen.

Deutsche Bahn Baustelle

Verspätungen in Sachsen

Leipzig – Dresden
Zeitraum: 1. März bis 21. April (jeweils Montag bis Freitag 8 – 16 Uhr)

Aufgrund einer Totalsperrung kommt es zu Umleitungen und Haltausfällen. Die ICE-Züge der Linie Wiesbaden – Frankfurt – Fulda – Erfurt – Leipzig – Dresden starten und enden im betroffenen Zeitraum in Leipzig. Die Halte in Riesa, Dresden Neustadt und Dresden Hbf entfallen somit. Die IC-Züge der Linie Köln – Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden werden im oben genannten Zeitraum zwischen Leipzig und Dresden über Elsterwerda (ohne Halt) umgeleitet. Sie kommen in Dresden 25 Minuten später an und fahren in Dresden 25 Minuten früher ab.

Verspätungen in Sachsen-Anhalt

Erfurt – Halle / Leipzig
Zeitraum: 9. März bis 21. März

Aufgrund von Brückenarbeiten kommt es zu Umleitungen, Haltausfällen, Fahrzeitveränderungen, Fahrzeitverlängerungen und Zugausfällen im Fernverkehr. Betroffen sind verschiedene ICE-Linien.

Störungen in Schleswig-Holstein

Westerland (Sylt) – Hamburg
Zeitraum: 10. bis 25. März

Wegen Gleiserneuerungen bei Niebüll kommt es auf dem Streckenabschnitt Hamburg Altona – Westerland zu Fahrplanänderungen und Zugausfällen im Fernverkehr. Am 23., 24. und 25. März ist der betroffene Abschnitt für alle Fernverkehrszüge gesperrt.

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Entwickler: Deutsche Bahn
Preis: Kostenlos

DB Bauarbeiten
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Entschädigung bei zu hoher Verspätung

Verspätungen lassen sich im Allgemeinen nicht vermeiden, wenn auf der Schiene gebaut wird. Du hast aber trotzdem Anspruch auf Entschädigung, wenn die Verspätung deines Zuges zu umfangreich ausfällt. Kommst du mindestens 60 Minuten (1 Stunde) verspätet an deinem Zielbahnhof an, erhältst du eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt. Bei mindestens 120 Minuten (2 Stunden) steht dir eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt zu.

Bist du mit einer Zeitkarte im Fernverkehr unterwegs, bekommst du ab 60 Minuten Verspätung pauschal 5 Euro (2. Klasse) beziehungsweise 7,50 Euro (1. Klasse) erstattet. Mit der BahnCard 100 bekommst du übrigens pauschal 10 Euro (2. Klasse) beziehungsweise 15 Euro (1. Klasse).

Und noch etwas solltest du wissen. Wenn abzusehen ist, dass du mit mindestens 20 Minuten Verspätung an dem auf deiner Fahrkarte aufgedruckten Zielort ankommst, ist die Zugbindung aufgehoben. Hast du zum Beispiel ein Sparpreis-Ticket gebucht, darfst du dann jeden anderen Zug auf der gleichen Strecke nutzen.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Das ist doch ein Witz, oder?!Besitzer einer Zeitkarte erhalten pro 60 minuten Verspätung stolze 5 Euro, Wahnsinn!!!Und SO wollt Ihr Leute von der Straße auf die Schiene bringen?!O weia!!

  2. „äuft alles reibungslos, fährst du nicht nur entspannt, sondern auch komfortabel und sicher von A nach B. Aber es kann auch ganz anders ausgehen.“

    Danach habe ich aufgehört zu lesen. Ich bin von Öffis wieder aufs Auto umgestiegen. Mit gutem Grund. DB heißt, um viertel nach das Haus zu verlassen und zum Bahnhof zu fahren, um den Zug um 10 nach zu bekommen.

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