Perseiden und Sternschnuppen mit dem Smartphone fotografieren: Geht das?

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Auch 2020 zeichnet sich eine Sensation am Himmel ab: Ein Meteorstrom sorgt für unzählige Sternschnuppen – die Perseiden. Am 12. August erreicht das Spektakel den Höhepunkt. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sind dann zu sehen. Ein Foto als Erinnerung? Mit dem Smartphone? Geht das überhaupt?
Sternschnuppen mit dem Smartphone fotografieren: Geht das?
Sternschnuppen mit dem Smartphone fotografieren: Geht das?Bildquelle: Unsplash

Seit einigen Tagen sind Perseiden am Himmel zu sehen. Die höchste Sternschnuppendichte erreicht der jährliche Meteorstrom der Perseiden aber erst am 12. August. Wenn du am Mittwochabend zum Himmel blickst, wirst du mit hoher Sicherheit die eine oder andere Sternschnuppe sehen. Doch was genau passiert am Himmel eigentlich? Die Perseiden bestehen aus kleinen Teilen des Kometen „109P/Swift-Tuttle“. Wenn die Erde auf ihrer Bahn die Staubspur des Kometen kreuzt, treffen die Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen Luftmoleküle zum Leuchten. Auf der Erde sind die verglühenden Staubkörner samt ionisierter Luft als Sternschnuppen wahrzunehmen. Da die Perseiden aus dem Sternbild des Perseus kommen, tragen sie deshalb ihren Namen.

Um das Spektakel sehen zu können, muss aber auch das Wetter mitspielen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt es am Abend des 12. August zwar warm, doch in den meisten Teilen Deutschlands könnten Wolken die Sicht auf den Himmel versperren. Lediglich im Norden und um Berlin herum soll es klar bleiben. Bis Mittwoch kann sich die Vorhersage aber noch ändern.

Ort ohne Lichtverschmutzung

Doch nicht nur das Wetter muss passen, wenn du ein Foto der Perseiden schießen willst. Du solltest dich auch möglichst weit von der Stadt entfernen. Durch die Beleuchtung von Straßen, Häusern und Büros entsteht Lichtverschmutzung. Insbesondere in Großstädten ist es so hell, dass man oft keinen einzigen Stern am Himmel sehen kann. Wer schon einmal auf einer Kreuzfahrt mitten auf dem Ozean oder einer abgelegenen Gegend in den Bergen war, weiß, wie der Himmel aussieht, wenn man unendlich viele Sterne sehen kann. Die Seite „Light Pollution Map“ etwa zeigt, wie hell es in der Dunkelheit wirklich ist. Übrigens: Der brandenburgische Ort Gülpe gilt als der dunkelste Ort Deutschlands.

Karte zeigt Lichtverschmutzung in Europa
Karte zeigt Lichtverschmutzung in Europa

Sternschnuppen mit dem Smartphone fotografieren – Tipps und Tricks

Da beim Fotografieren im Dunkeln lange Belichtungszeiten erreicht werden, solltest du dein Handy zwingend fixieren respektive auf einem Stativ befestigen. Wer mit seinem Smartphone in dunkler Umgebung aus der Hand fotografiert, wird unscharfe und verschwommene Bilder machen. Erklärung: Bei Dunkelheit bleibt der Verschluss der Kamera länger offen, damit mehr Licht auf den Sensor gelangt. Ansonsten wäre das Foto komplett schwarz. Bei Tageslicht genügt beispielsweise nur 1/100 einer Sekunde, damit der Sensor genügend Informationen gesammelt hat, um ein Bild darzustellen. Bei Nacht kann die Zeit auf 1/4 Sekunde oder gar eine bis zwei Sekunden ansteigen. Kein Fotograf der Welt kann eine Kamera eine ganze Sekunde so still halten, dass sie sich nicht bewegt – auch wenn es nur minimal ist. Bewegt sich die Kamera, wird das Motiv unscharf.

Die Zukunft der Fotografie

Fernauslöser benutzen

Ist das Smartphone auf dem Stativ befestigt, solltest du beim Auslösen möglichst nicht auf das Display tippen. Das versetzt die Kamera beziehungsweise das Smartphone in Schwingung, wodurch abermals Unschärfe ins Bild gelangt. Als Fernauslöser kannst du beispielsweise das Headset benutzen.

Wer weder Kopfhörer noch Fernauslöser zur Hand hat, kann in den Einstellungen der Smartphone-Kamera nachsehen, ob es einen Selbstauslöser gibt. Hier lässt sich die Zeit auf etwa zwei, fünf oder zehn Sekunden einstellen. Nach dem Auslösen per Display-Befehl vergeht ebendiese Zeit, bevor der Verschluss sich öffnet. Der Kamera, dem Smartphone und dem Stativ bleibt damit genügend Zeit, um sich auszuschwingen.

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Manuellen Modus benutzen

Was für eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) oder auch eine spiegellose Systemkamera (DSLM) gilt, gilt auch für das Smartphone. Kein Profi-Fotograf wird einen Nachthimmel, geschweige denn Sternschnuppen, im Automatik-Modus ablichten. Der Grund: Die Kamera weiß im Auto-Mode nicht, was sie tun soll. In den meisten Fällen wird die Kamera versuchen, die Verschlusszeit so gering wie möglich zu halten, da sie nicht davon ausgeht, dass sie auf einem Stativ steht. Dafür wird der ISO-Wert hochgerechnet und die Blende geöffnet. Letztendlich werden die meisten Kameras noch den Blitz ausklappen – schließlich ist es dunkel.

Der Blitz bringt in dieser Situation aber gar nichts. Er beleuchtet Objekte in der direkten Umgebung. Beim Smartphone leuchtet der LED-Blitz nur wenige Meter weit. Wer glaubt damit Sterne, die Millionen Kilometer entfernt sind, beleuchten zu können, irrt. Demnach gilt also auch: Blitzlicht ausschalten. Hat deine Smartphone-Kamera keinen manuellen Modus, kannst du hier aufhören zu lesen.

Sternschnupppen mit dem Smartphone fotografieren

Im manuellen Modus musst du ein bisschen experimentieren, ehe du die richtige Einstellung gefunden hast. In der Regel gilt beim Fotografieren von Sternschnuppen jedoch: Eine längere Belichtungszeit (ab circa einer Sekunde) wählen, da man die Perseiden ansonsten nur als Punkt und somit als weiteren Stern auf dem Bild sehen wird. Den ISO-Wert so hoch wie nötig wählen, da das Bild bei hohen Werten zu rauschen beginnt. Zudem solltest du viele Aufnahmen hintereinander machen, da man nicht wissen kann, wann und wo die nächste Sternschnuppe auftaucht.

Fazit

Hast du bis hierher gelesen, wirst du nachvollziehen können, dass ein gutes Foto einer Sternschnuppe mit dem Smartphone nahezu nicht machbar ist. Man muss an einem dunklen Ort sein, die Wetterbedingungen müssen stimmen, du benötigst ein Stativ und das Smartphone muss einen manuellen Modus haben. Und selbst dann ist ein gutes Handyfoto eine Seltenheit. Aber: Probieren geht über Studieren. Und wenn das Foto nichts geworden ist, dann einfach zurücklehnen und das Schauspiel bewundern.

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1 KOMMENTAR

  1. Wer ein Huawei besitzt, hat uU die Einstellung „Lichtmalerei“. Darunter gibt es vier Möglichkeiten. Auch „Sternenspuren“. Hier kann ich empfehlen, das Handy mit einem Zeitauslöser „Timer“ einzustellen und anschließend an einem trockenen Platz hinzulegen/stellen. Der „Verschluss“ ist nun solange geöffnet, bis man mögliche Auslöserknöpfe wieder betätigt. Hierbei sollte man vorher, vielleicht mit der Hand, die Linse abdecken um keine weiteren Lichtspuren aufzunehmen. Die Ergebnisse sind verblüffend. Viel Spaß beim Ausprobieren.

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