Verboten! Diese Handyfotos bringen dich ins Gefängnis

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Wer mit seinem Smartphone fotografiert, kann sich strafbar machen. Und das viel einfacher, als so mancher denkt. Ein neues Gesetz sieht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Knast wegen Fotos? Ja, diese Bilder sind verboten.
Verboten! Diese Handyfotos bringen dich ins Gefängnis
Verboten! Diese Handyfotos bringen dich ins GefängnisBildquelle: Igor Starkov/Unsplash

Jedes halbwegs aktuelle Smartphone hat meist auch eine gute Kamera. Sie gehört gleichzeitig zu den beliebtesten Bauteilen des Handys. Und das Foto, dass man in Windeseile über soziale Netzwerke wie Instagram oder Messenger wie WhatsApp teilt, gehört zur heutigen Kommunikation. Doch nur weil man seine Kamera stets dabei hat, heißt das nicht, dass man auch alles und jeden fotografieren darf.

Wer sogenanntes Upskirting betreibt, macht sich in Zukunft strafbar. Nach einem neuen Gesetz, das voraussichtlich ab Herbst gelten soll, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Bislang wurde das Upskirting nur als Ordnungswidrigkeit mit geringen Geldbußen geahndet. Doch das habe Täter kaum davon abgehalten. Ob in der vollen Bahn, auf einem Konzert oder in der Fußgängerzone: Beim Upskirting fotografieren meist Männer Frauen heimlich unter den Rock. Anschließend finden diese Fotos den Weg vom Smartphone ins Internet.

„Schamlose Verletzung der Intimsphäre“

Damit soll bald Schluss sein, berichtet unter anderen die ARD. „Einer Frau unter den Rock oder in den Ausschnitt zu fotografieren, ist eine schamlose Verletzung ihrer Intimsphäre“, sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. Solche Grenzüberschreitungen seien nicht hinnehmbar. „Die Übergriffe sind für die Opfer demütigend, verletzend und oft verbunden mit weitreichenden psychischen Folgen“, ergänzt Jan-Marco Luczak, der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion. „Wir steuern als Gesetzgeber jetzt entschlossen dagegen.“

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Smartphone am Unfallort: Fotos von Verletzten und Toten ebenfalls strafbar

Auch wer sein Smartphone an einem Unfallort zückt und damit die Opfer fotografiert, wird künftig härter bestraft. Immer wieder lassen sich Menschen von ihrer Sensationsgier treiben und machen schnell ein Foto von Verletzen und Toten. Selbst vor geschmacklosen Selfies mit Unfall im Hintergrund kennen einige keinen Halt. Nicht selten landen diese Bilder im Netz und dienen den sensationsgeilen Fotografen als Bestätigung.

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Wer schwer verletzte Unfallopfer oder gar Tote aus reiner Sensationsgier fotografiert, verletze jeden menschlichen Anstand, sagt Ministerin Lambrecht. „Oft werden dabei auch noch Rettungskräfte behindert, die alles tun, um Leben zu retten.“ Bisher war das Fotografieren von Toten mit Kamera und Smartphone nicht strafbar. „Diese Lücke schließen wir jetzt. Den Angehörigen müssen wir das zusätzliche Leid ersparen, dass Bilder ihrer verstorbenen Eltern oder Kinder auch noch verbreitet werden.“

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