Mehr Upload. Weniger Geld. So verkauft Vodafone sein neues Kabel-Angebot. Der maximale Upload steigt dauerhaft von 75 auf bis zu 100 Mbit/s. Das hilft, wenn du große Dateien in die Cloud schiebst, Backups hochlädst oder den halben Tag in Videokonferenzen sitzt. Doch bevor du dich freust: Das Plus gibt es nur in den Geschäftskundentarifen Red Business Internet & Phone Cable. Hast du privat einen Kabelanschluss bei Vodafone, bleibt es bei maximal 75 Mbit/s.
Kein Aufpreis für mehr Upload
Extra kostet der schnellere Upload nichts. Neukunden zahlen je nach Tarif sechs oder neun Monate lang 19,90 Euro, danach ab 34,90 Euro. Aufgepasst: Das sind Nettopreise, wie bei Geschäftskundentarifen üblich. Mit Mehrwertsteuer werden daraus 23,68 und 41,53 Euro. Bisher lagen die Nettopreise bei 24,90 und 39,90 Euro. Die Aktion läuft bis zum 27. Januar 2027.
Die 100 Mbit/s sind allerdings ein Bis-zu-Wert. Wo das Netz nur 75 Mbit/s hergibt, bleibt es bei 75. Immerhin: Etwa die Hälfte der Kabelsegmente soll den hohen Upstream unterstützen, heißt es von Vodafone. Und ob Bestandskunden automatisch profitieren, lässt Vodafone offen. Im Februar mussten Privatkunden für die 75 Mbit/s noch aktiv den Tarif wechseln. Zu erwarten ist, dass das jetzt auch für Geschäftskunden gilt.
Versprochen war der schnelle Upload für 2021
„Erstmals bringen wir im Kabel bis zu 100 Mbit/s Upload-Geschwindigkeit zu unseren Geschäftskunden“, sagt Marcus Hacke, bei Vodafone Business für Marketing und Produkte zuständig. Mehr Tempo für große Datenmengen, für die Cloud und Videouploads. Erstmals? Für die Kunden ja. Neu ist die Zahl trotzdem nicht. Im Sommer 2020 meldete Vodafone 21 Millionen Gigabit-Haushalte im Kabelnetz und kündigte gleich den nächsten Schritt an: DOCSIS 3.1 auch im Upload, im Jahr darauf, mit 100 Mbit/s. DOCSIS ist der Standard, über den das Internet durchs Fernsehkabel kommt.
Dann passierte: nichts. Jahrelang war bei 50 Mbit/s Schluss. Mehr gab es nicht einmal gegen Aufpreis. Erst im Februar 2026 kam der sogenannte Upload-Booster, Privatkunden bekamen 75 Mbit/s. Jetzt also die 100 Mbit/s. Gut fünf Jahre zu spät. Und nur für Geschäftskunden. Immerhin: Von der gesunkenen Latenz, der Reaktionszeit des Internets, sollen inzwischen zwölf Millionen Haushalte profitieren.
Der Vergleich, den Vodafone lieber nicht zieht
In der Realität sind die Glasfasernetze in Deutschland in dieser Zeit massiv gewachsen. Geschäftskunden können in der Regel auf die Glasfaser zurückgreifen und hier, wenn sie es brauchen, sogar 1 Gbit/s im Down- und Upload buchen – oder mehr. Vodafone rechnet lieber gegen DSL. Dort sind maximal 40 Mbit/s im Upload drin, das Kabel ist also bis zu 2,5-mal so schnell. Stimmt. Ist aber der bequemste Gegner, den man sich aussuchen kann. Der eigentliche heißt Glasfaser.
Vodafone verkauft Geschäftskunden auch selbst Glasfaser. Im Gigabit-Tarif stehen dort 500 Mbit/s Upload in der Leistungsbeschreibung. Bei der Telekom bekommen Geschäftskunden per Glasfaser die Hälfte des Downloads als Upload, im Gigabit-Tarif also ebenfalls 500 Mbit/s.
Das Kabel schafft ein Fünftel davon. Das liegt an der Technik. Im Fernsehkabel bekommt der Upload nur einen schmalen Streifen am unteren Ende des Frequenzspektrums. Der Download bekommt den Rest. Für Glasfaser-Werte bräuchte Vodafone deutlich mehr Platz für den Upload, etwa über die Ausbaustufe High Split oder den Nachfolger DOCSIS 4.0. Das heißt: Technik im Netz tauschen. Das aber ist in Zeiten des Glasfaserausbaus, an dem Vodafone über die OXG auch beteiligt ist, nicht mehr wirklich langfristig nachhaltig.
Einordnung: Das Kabelnetz wird ausgereizt
Was Vodafone hier macht, ist kein Aufbruch. Es ist Ausreizen. Der Konzern holt Stück für Stück mehr aus einem Netz, das für Fernsehen gebaut wurde, nicht für Uploads. Vergleichbar mit VDSL der Telekom: Ein Netz, das fürs Telefonieren gebaut wurde, kann heute 250 Mbit/s übertragen – wenn alles gutgeht. Für Firmen im Kabelgebiet ist der Schritt trotzdem ein Gewinn: mehr Tempo, weniger Kosten. Wer aber die Wahl zwischen Kabel und Glasfaser hat, sollte beim Upload genau hinschauen und überlegen, was er braucht.
Und Privatkunden? Die bekommen nicht einmal die 100 Mbit/s. Vodafone verweist hier darauf, dass diese ja 75 Mbit/s bekommen und bei Geschäftskunden ist ein schneller Upload oft noch wichtiger sei, weil z.B. große Datenmengen in die Cloud wandern, Back-ups laufen oder viele Mitarbeiter gleichzeitig im Netz arbeiten.

