Vodafone: Das ändert sich ab sofort beim Handynetz

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Die Mobilfunknetze der drei Anbieter in Deutschland sind seit mehreren Jahren im Umbruch. UMTS geht. 5G kommt. Vodafone hat nun bekannt gegeben, den nächsten Schritt bei seinem Handynetz zu gehen. Was bedeutet das für dich?
Flaggen mit dem Vodafone-Logo wehen vor der Konzernzentrale in Düsseldorf
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki

Bisher konnte das 5G-Netz bei keinem deutschen Anbieter für sich alleine arbeiten. Wolltest du, dass sich dein Handy in das 5G-Netz einbucht, so brauchte das Handy immer die Hilfe des LTE Netzes. Diese „Stützräder“ will Vodafone mit dem heutigen Tag entfernen. 5G soll fortan für sich alleine stehen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Denn das Thema ist komplex. Um dir die Neuigkeiten und was sie für dich bedeuten möglichst übersichtlich zu präsentieren, klären wir hier für dich die wichtigsten Fragen.

Was ändert sich im Vodafone 5G-Netz?

An allen Standorten von Vodafone, bei denen der Anbieter die Frequenzen um 3,5 GHz einsetzt, ist es ab heute technisch möglich, das 5G-Netz ohne LTE-Unterstützung zu nutzen. Dieses Verfahren heißt 5G SA (Stand Alone) und ermöglicht erstmals „echtes“ 5G mit allen technischen Möglichkeiten wie etwa virtuelle, abgetrennte Mobilfunknetze innerhalb des 5G-Netzes, niedrigere Latenzzeiten und deutlich mehr Endgeräte innerhalb einer Mobilfunkzelle. Das bisherige 5G NSA bleibt parallel weiter bestehen.

Passiert die Umstellung automatisch?

Ja, im Netz erfolgt die Umstellung automatisch, aber nur an den derzeit etwa 1.000 Antennen oder etwa 400 Standorten im Vodafone-Netz. Die meisten 5G-Antennen werden jedoch auf Frequenzen um 1.800 Megahertz betrieben. Hier erfolgt die Umstellung noch nicht. Optisch erkennen kannst du die Standorte an der Antennenform: Statt länglicher Antennen sehen sie aus wie überdimensionale Schuhkartons. Auf der Netzkarte von Vodafone sind es jene Standorte, die Gigabit-Datenraten liefern.

Kann jedes 5G-Handy das neue 5G?

Klare Antwort: Nein. Vodafone hat für den Start dieses neuen Netzstandards mit Oppo zusammengearbeitet. In den kommenden Tagen wird das Oppo Find X3 Pro ein Update bekommen, sofern es von Vodafone stammt. Händler-Geräte werden erst später aktualisiert. Und: Andere 5G-Handys können sich noch gar nicht in das Netz einbuchen, auch wenn im Datenblatt 5G SA vermerkt ist. Im Mai wird mit einem Update für das Samsung S21 gerechnet. Andere Hersteller werden zumindest mit ihren aktuellen Flaggschiff-Geräten und dem Snapdragon 888-Prozessor von Qualcomm folgen. Ob ältere Handys ein Update bekommen, darf bezweifelt werden – wenngleich einige ältere Prozessoren das unterstützen würden.

Welche Vorteile und welche Nachteile habe ich mit 5G SA?

Die Vorteile von 5G SA sind neben den neuen möglichen Anwendungen eine deutlich bessere Reaktionsgeschwindigkeit beim Surfen im Internet. 10 Millisekunden seien zu erwarten, immer in Abhängigkeit des entsprechenden Servers. Außerdem sei der Akkuverbrauch mit 5G SA etwa 20 Prozent geringer, da die LTE-Funkschnittstelle nicht mehr benötigt werde. Zudem erhöhe sich die Reichweite der einzelnen Sender um etwa 20 Prozent, ohne dass die Sendeleistung erhöht werde. Die Durchdringung von Wänden wird aber aus physikalischen Gründen nicht besser.

Es gibt aber auch einen Nachteil: 5G SA ist langsamer als das bisherige 5G. Statt etwa 1 Gbit/s seien mit 5G SA etwa 600 bis 700 Mbit/s zu erwarten. Der Grund ist der fehlende LTE-Übertragungsweg.

Muss ich 5G SA extra buchen?

Ja, Vodafone bietet 5G SA nur als Option an. Diese sei aber kostenlos buchbar. Allerdings nur dann, wenn das verwendete Handy auch tatsächlich 5G SA unterstützt. Man habe sich für die aktive Freischaltung entschlossen, damit Kunden, denen die Gigabit-Performance wichtiger ist, diese weiterhin bekommen können.

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