E-Auto-Update von Mercedes-Benz, Polestar, Volvo und Liebherr

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Wenn sich der Schatten der Corona-Krise gelichtet hat, brechen auch für Automobilhersteller wieder gemäßigtere Zeiten an. Wir zeigen dir schon jetzt die E-Mobilitäts-Neuheiten der vergangenen Tage in einer Übersicht.
Polestar 2
Bildquelle: Polestar

Die Corona-Krise hat auch die Automobil-Industrie in vollem Umfang erwischt. Werke stehen still und nur langsam kehren die großen Hersteller wieder in den Normalbetrieb zurück. Zum Beispiel Volkswagen. Ab dem 20. April soll die Autoproduktion in Zwickau und Bratislava wieder starten. Eine Woche später folgen sukzessive die übrigen Werke. Bei Ford soll Anfang Mai an den Standorten in Köln und Saarlouis der Neustart erfolgen. Ganz losgelöst von der Frage, welche Hersteller mehr und welche weniger von der Krise betroffen sind, hat es aus der Welt der E-Mobilität in den zurückliegenden Tagen einige interessante Nachrichten gegeben.

Bosch stellt E-Auto-Plattform vor

Interessant ist vor allem das, was Bosch zusammen mit den Zulieferer-Partnern Benteler und Pininfarina entwickelt hat: eine eigene Plattform für E-Autos. Damit wäre Bosch theoretisch sogar in der Lage, selbst E-Autos zu bauen. Alternativ könnten andere Firmen die Plattform bei Bosch einkaufen, um ein in Eigenentwicklung gefertigtes Chassis darüber zu stülpen.

Bei der neuen Entwicklung, die schon im vergangenen Jahr startete, hat Bosch den Antriebsstrang, die Lenkung, Bremsen und Elektronik samt Steuerung beigesteuert. Benteler lieferte unter anderem das Crash-Management, das Fahrwerk und die Batteriesysteme.

E-Auto-Plattform von Bosch, Benteler und Pininfarina

Polestar 2 – Verkaufsstart in Deutschland

Wenn du schon länger auf den Verkaufsstart des Polestar 2 gewartet haben solltest, ist jetzt deine Zeit gekommen. Die Volvo-Tochter hat nämlich damit begonnen, das vollelektrische Auto hierzulande über polestar.com zu vermarkten – zu Preisen ab 58.800 Euro, 6.000 Euro Umweltbonus noch nicht eingerechnet. Auslieferungen erster Modelle sind schon im Sommer geplant, heißt es von Seiten des Herstellers. Bevorzugt beliefert werden allerdings jene Kunden, die das E-Auto in den vergangenen Monaten schon vorbestellt haben.

Ausgestattet ist der Polestar 2 mit zwei Elektromotoren an der Vorderachse und einem an der Hinterachse. Im Zusammenspiel liefern sie nicht nur ein Drehmoment von 660 Nm, sondern auch eine Leistung von 408 PS. Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt nach Herstellerangaben in 4,7 Sekunden. Die 78-kWh-Batterie fährt das Fahrzeug gemäß WLTP-Verfahren bis zu 470 Kilometer weit.

Volvo XC 60 als Plug-in-Hybrid T6 AWD und Mild-Hybrid

Neuigkeiten gibt es auch von Volvo selbst. Der Volvo XC60 steht ab dem Frühsommer auch als Plug-in-Hybrid T6 AWD und mit einem Mild-Hybrid-Antrieb zur Verfügung. Während das Mild-Hybrid-System den Spritverbrauch und die Emissionen um bis zu 15 Prozent senken kann, verspricht der schwedische Hersteller beim Plug-in-Hybrid-Modell eine elektrische Reichweite von bis zu 59 Kilometern. Hier liegt die Leistung bei 251 kW (340 PS). Neben einem Benzin-Direkteinspritzer (186 kW) für die Vorderachse kommt an der Hinterachse ein 65 kW starker E-Motor zum Einsatz. Gemeinsam entwickelt der Antrieb mit Achtgang-Automatik ein Drehmoment von 590 Nanometern. Kostenpunkt: ab 67.600 Euro.

Volvo XC60 Modelljahr 2021

Günstiger ist das Fahrzeug mit einem Mild-Hybrid-System. Dann werden mindestens 46.300 Euro fällig. Die Einstiegsversion liefert 145 kW (197 PS) Leistung und ist wie das Plug-in-Hybrid-Modell mit einer Achtgang-Automatik ausgestattet.

Neue Plug-in-Hybride von Mercedes-Benz

Mercedes-Benz präsentierte derweil seine bereits dritte Generation an Plug-In-Hybrid-Modellen (EQ Power). Auf dem Weg in die rein elektrische Mobilität sollen die Plug-in-Modelle eine Art Brückentechnologie darstellen. Der Hersteller aus Stuttgart will eine neue Plugin-Hybrid-Generation über die gesamte Palette an Fahrzeugen ausrollen. Von der A- bis zur S-Klasse, vom GLA bis zum GLE bekommen die Verbrennungsmotoren elektrische Unterstützer zur Seite gestellt.

Für Modelle mit quer eingebautem Motor sieht Mercedes-Benz eine Systemleistung von 160 kW und ein Systemdrehmoment von 450 Nm vor. Die elektrische Reichweite nach NEFZ-Prüfverfahren liegt bei 77 Kilometern, die elektrische Höchstgeschwindigkeit bei 140 km/h. Mit zugeschaltetem Verbrenner sind bis zu 235 km/h vorgesehen.

Beim Längseinbau verspricht Mercedes-Benz nicht nur eine NEFZ-E-Reichweite von bis zu 106 km/h, sondern auch eine Systemleistung von 235 kW und 700 Nm Systemdrehmoment. Im E-Antrieb sind bis zu 160 km/h möglich, mit Verbrenner bis zu 210 km/h.

Mercedes-Benz Autos an IONITY Ladestationen
Mercedes me Charge ermöglicht den Zugang zu den Schnellladestationen des paneuropäischen Schnellladenetzes von IONITY.

Brennstoffzellen-LKW und E-Betonmischer

Darf es etwas größeres Gerät sein? Dann lohnt sich ein Blick auf das Geschäft der Daimler-Tochter Fuso. Mit dem Fuso eCanter F-Cell wurde jetzt ein leichter Brennstoffzellen-LKW präsentiert, der vor allem für Waren-Lieferungen im Regionalverkehr interessant ist. Als 7,5-Tonner ausgelegt bietet der Fuso eCanter F-Cell eine Reichweite von immerhin 300 Kilometern. Bei einer Leistung von 135 kW (184 PS) kannst du eine Batterie-Kapazität zwischen 13,8 und 40 kWh nutzen. Insgesamt vier Tanks fassen bis zu zehn Kilogramm Wasserstoff.

Für die Baustelle haben unterdessen Liebherr und Designwerk das passende Gefährt für die E-Mobilität im Angebot: Einen voll elektrischen Betonmischer auf einem fünfachsigen Fahrgestell. Wahlweise ist das Baustellenfahrzeug mit einer 10 oder 12 m³ großen Trommel ausgestattet. Erste emissionsfreie Einsätze des ETM 1005 und ETM 1205 sind übrigens ab Herbst dieses Jahres in der Schweiz geplant. Die Spitzenleistung liegt nach Angaben von Liebherr bei 120 kW (163 PS), die Batteriekapazität bei 32 kWh.

Liebherr E-Betonmischer

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