Kostenschock: Hier ist Strom besonders teuer

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Strom zu nutzen, ist in ganz Deutschland in den vergangenen Monaten deutlich teurer geworden. Aber wie teuer eigentlich genau? Darüber gibt jetzt eine neue Analyse Aufschluss. Sie zeigt, wie heftig die Preissteigerungen im Jahresvergleich ausfallen und wo Strom aktuell besonders hochpreisig ist.
Stromzähler hinter Geldmünzen.
Strom wird immer teurer – und in diesen Bundesländern ist besonders viel zu bezahlen.Bildquelle: vchal / ShutterStock.com

Inzwischen dürfte es für niemanden mehr eine große Überraschung sein, dass die Energiepreise aufgrund der durch das Kriegsgeschehen in der Ukraine ausgelösten Gaskrise weiter steigen. So ist schon jetzt sicher, dass zum bevorstehenden Jahreswechsel bei vielen Energieversorgern die Preise in der Grundversorgung ein weiteres Mal angehoben werden. Und das betrifft einerseits die Gaspreise, aber auch die Kosten für Strom. Aber wo ist Strom aktuell eigentlich am preiswertesten? Das hat das Vergleichsportal Verivox untersucht und dabei auch auf die Probe gestellt, wie sich die Preise in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt haben.

Strom in Thüringen ist besonders teuer

Demnach musst du in Thüringen aktuell die höchsten Strompreise bezahlen. Für eine Rechnung mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) werden dort nach Berechnungen von Verivox im Schnitt 2.060 fällig. Das sind dem Vernehmen nach 421 Euro oder knapp 26 Prozent mehr als im günstigsten Bundesland. Und das findet sich im Nordwesten Deutschlands. In Bremen werden bei einem gleichen Verbrauch nämlich durchschnittlich nur 1.639 Euro fällig.

Ähnlich teuer wie in Thüringen ist Strom aktuell in Baden-Württemberg (1.999 Euro), Schleswig-Holstein (1.998 Euro) und Brandenburg (1.974 Euro). So günstig wie in Bremen ist der Strom hingegen in keinem anderen deutschen Bundesland. Im Vergleich zu den Strompreis-Spitzenreitern müssen Haushalte in den Bundesländern Saarland (1.829 Euro), Bayern (1.864 Euro) oder auch Berlin (1.873 Euro) noch am wenigsten für ihren Strombedarf bezahlen.

Enorme Mehrbelastungen im Jahresvergleich

Durchschnittlich liegt der Preis für den Verbrauch von 4.000 kWh Strom aktuell laut Verivox-Berechnungen deutschlandweit bei 1.926 Euro. Das sind satte 534 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Bundesweit sind die Strompreise damit auf Jahressicht um durchschnittlich 38 Prozent gestiegen. In Thüringen (plus 45 Prozent), Niedersachsen (plus 44 Prozent) und Baden-Württemberg (plus 43 Prozent) fielen die Preissteigerungen besonders heftig aus, während sie sich in Bremen (plus 27 Prozent), Hamburg und Berlin (jeweils plus 28 Prozent) vergleichsweise moderat entwickelten.

Verivox-Energieexperte Thorsten Storck mahnt, dass derzeit neben den Strom- und Gas-Kosten auch hohe Lebenshaltungskosten das Haushaltsbudget stark belasten. „Die Strompreisbremse sollte nun so schnell wie möglich kommen, um die Mehrbelastung zumindest abzufedern.“ Für die Berechnung der oben genannten Strompreise hat Verivox die Angebote der örtlichen Grundversorger und die aktuellen Neukundenpreise der wichtigsten überregionalen Versorger berücksichtigt.

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3 KOMMENTARE

  1. Karsten Frei

    Ich wundere mich, wie kommt man auf solche Zahlen?
    Man redet von moderaten Preiserhöhungen im zweistelligen % Bereich, was nicht der Realität entspricht.
    Im Mai habe ich Gaspreiserhöhung gekriegt, vom 6 Cent auf 12 Cent.
    Vor drei Wochen kam der Brief vom Stromversorger. Vom 25 Cent auf 71 Cent!
    Und vor einer Woche erneuter Brief vom Gasversorger, vom 12 Cent auf 19 Cent.
    Strom und Gas steigen beide um fast 300%.
    Ich kann alle Zahlen mit Energieversorger-Briefen belegen.

    Aber die Deutschen wollten es so.
    Wohlstand gibts nicht umsonst.
    Hat die Kuh den Schwanz verloren, so merkt sie erst, wozu er gut gewesen.

    Antwort
  2. Pacher

    Ich muss mich sehr wundern,wo diese Preise herkommen? In München haben wir Preiserhöhung um 150 Prozent bei Nachtpeicheroefen um 80prozent entspricht einem Jahres Verbrauch von ca 5000€ ab Januar 2023.
    Das ist eine monatliche pauschale von ca 440€ (2022 210 €)wer soll das noch Bezahlen?

    Antwort
  3. Klaus

    Dem kann ich nur beipflichten. Bei den STW Herne wird der Strom zum 1.1.23 von
    22,7 auf 61,81Cent/kWh und Gas von 4,93 auf 15,14Cent/kWh erhöht. Das entspricht einer Verdreifachung der Preise. Eine schlimmere Abzocke kann es kaum geben. Aber der Staat zahlt ja aller oberhalb der Strom/Gaspreisbremse.
    Den Rest könne wir berappen. Armes Deutschland.

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