Nokia-Smartphones im Jahr 2021: Von Liebe, Vertrauen und Nachhaltigkeit

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Sich gegen die Flut an chinesischen Herstellern am Smartphone-Markt durchzusetzen, ist gar nicht so einfach. HMD Global probiert jetzt mit seinen Nokia-Smartphones einen neuen Ansatz aus. Liebe, Vertrauen und Nachhaltigkeit stehen dabei im Mittelpunkt.
Nokia X20 liegt im Beet mit Blumen
Geräte wie das neue Nokia X20 sollen dazu beitragen, dass du dein neues Smartphone gerne länger nutzt.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Drei Wochen ist es her, da stellte HMD Global, Lizenznehmer der Marke Nokia am Smartphonemarkt, sechs neue Smartphones vor. Jeweils zwei Modelle in der neuen C-, G und X-Klasse erblickten seinerzeit das Licht der Welt. Nun steht für vier dieser sechs Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones, nämlich für das G10, G20, X10 und X20, der Deutschlandstart vor der Tür. Eric Mattes, bei HMD der verantwortliche Manager für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH), stellte am Donnerstag neue Details für die künftige Marktpositionierung vor.

HMD will, dass du dein Nokia-Smartphone liebst und länger nutzt

„Der Smartphone-Markt ist ein wildes Haifischbecken“, sagte der erfahrene Mobilfunkexperte, der auch schon bei HTC in Lohn und Brot stand, am Donnerstag im Rahmen einer Online-Konferenz vor ausgewählten Journalisten und Bloggern. „Wir wollen uns so positionieren, dass wir eher jagen als dass wir gefressen werden.“ Gelingen soll das unter anderem mit einer neuen Marketingkampagne. Unter dem Motto „Love it, trust it, keep it“ stellt sie drei Aspekte in den Vordergrund: Die Zuneigung zum eigenen Smartphone, Vertrauen in das Endgerät und mit Blick auf Nachhaltigkeit auch eine möglichst lange Nutzung des mobilen Alltagsbegleiters.

In diesem Zusammenhang hat sich HMD dazu entschlossen, die eigene Update-Politik nochmals zu optimieren. In der G-Serie, die sozusagen eine Zusammenführung der bisherigen 3er und 4er Modellreihe ist, gibt es in Zukunft zwei Jahre lang Android-Software-Upgrades und sogar für drei Jahre die von Google bereitgestellten Sicherheits-Patches für das mobile Betriebssystem. Und das jeden Monat neu. Wer sich für ein X-Klasse-Modell entscheidet, darf sich sogar über drei Jahre Android-Updates freuen. Für ein Handy, das ab Werk mit Android 11 ausgestattet ist, bedeutet das nichts anderes als versprochene Upgrades auch auf Android 12, Android 13 und Android 14. Dazu gewährt HMD auf seine X-Klasse-Modelle drei Jahre Garantie.

Etwas anders sieht es bei der neuen C-Klasse aus, die im absoluten Einsteiger-Segment um Kundschaft buhlt. Die Telefone für unter 100 Euro bekommen nur zwei Jahre lang Sicherheitsupdates. Und das auch nur einmal pro Quartal. „Updates sind ein sehr aufwendiges und auch kostspieliges Unterfangen, weil jedes Land eine andere Software-Version erhält“, erklärt Matthes. Telefone, die für unter 100 Euro zum Kunden kommen, erhalten deswegen seltener eine neue Firmware. Zunächst sind die beiden neuen C-Serien-Modelle aber ohnehin nur in Schwellenländern wie Brasilien oder Indien zu bekommen.

HMD will Bedürfnisse von Smartphone-Nutzern bedienen

Doch zurück zu den vier neuen Nokia-Smartphones, die auch hierzulande Thema sein werden. Im Kern sollen das G10, G20, X10 und X20 vor allem eines sein: grundsolide Alltagsbegleiter in einer Preisklasse zwischen 150 und 400 Euro. Dass es zu diesen Kursen nicht die beste Ausstattung gibt, dürfte sich von selbst erklären. So sind die beiden X-Klasse-Modelle X10 und X20 beispielsweise „nur“ mit dem Qualcomm Snapdragon 480 Prozessor ausgestattet. Keine Top-CPU, aber eine, die auch schon 5G unterstützt. Und das ist laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom für viele potenzielle Käufer eines der aktuell wichtigsten Extras wenn es um die Kaufentscheidung hinsichtlich eines neuen Smartphones geht.

Darüber hinaus hat die Bitkom-Studie offenbart, dass in Deutschland rund 60 Prozent der Smartphone-Interessenten für ihr neues Handy maximal zwischen 100 und 500 Euro ausgeben möchten. Der durchschnittliche Wunschpreis liegt derzeit für ein neues Smartphone bei 200 Euro. Und genau diese Käuferschichten möchte HMD mit seiner neuen G- und X-Serie ansprechen. Das heißt aber natürlich nicht, dass es in Zukunft keine Oberklasse-Smartpones von HMD mehr geben wird. Das Smartphone-Portfolio werde auch nach oben kontinuierlich weiterentwickelt, verspricht HMD-Manager Matthes.

Aber auch günstige Feature Phones soll es in Zukunft weiter geben. „Sie sind ein elementarer Bestandteil unserer Geschäftsstrategie“, führte Matthes weiter aus. Nicht nur in Südeuropa, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz werden noch immer viele dieser einfach gehaltenen Handys verkauft. „Sie sind ein Umsatz- und Margenbringer. Wir sind in diesem Segment weltweit die Nummer 1.“

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Doch nicht nur möglichst hochwertige Spezifikationen sind Smartphone-Käufern wichtig. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt beim Kauf eines neuen Handys eine immer wichtigere Rolle. Laut Bitkom-Studie gaben 92 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, dass das Thema Nachhaltigkeit für sie eine wichtige oder gar sehr wichtige Rolle spiele. Auch deswegen habe man sich bei HMD dazu entschieden, drei Jahre Garantie auf die neuen X-Klasse-Modelle zu gewähren, heißt es vonseiten des Herstellers.

100 Prozent kompostierbare Schutzhülle für das Nokia X20.
So sieht die zu 100 Prozent kompostierbare Öko-Schutzhülle für das Nokia X20 aus.

Und auch in anderen Punkten will HMD der Smartphone-Marke Nokia ein grüneres Image verpassen. So ist bei Modellen der X-Serie eine zu 100 Prozent kompostierbare Schutzhülle im Lieferumfang inklusive. Ein Ladegerät ist dafür nicht mehr inklusive. Stattdessen gibt es wie bei einigen anderen Herstellern auch nur noch ein USB-C-Ladekabel. Und: Für jedes neu gekaufte X- und G-Serien-Smartphone, das bei HMD entsprechend registriert wird, verspricht der Hersteller noch mehr für die Umwelt zu tun. Unter dem Motto „Let’s plant together“ will der in Finnland heimische Hersteller nämlich neue Bäume pflanzen. Für einen insgesamt grüneren Planeten Erde. Die entsprechende Kampagne soll in Kürze offiziell starten.

Bildquellen

  • Nokia X20 Öko-Schutzhülle: Hayo Lücke / inside digital
  • Nokia stellt sich neu auf: 6 neue Smartphones aus Finnland: Nokia // inside digital
  • Nokia X20: Hayo Lücke / inside digital
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3 KOMMENTARE

  1. Es ist super zu wissen, das HMD Global seine bisherigen europäischen Kunden als C-Klasse Kunden sieht, die nur noch quartalsweise Sicherheitsupdates bekommen und monatelang auf Android 11 warten, obwohl Android 12 bereits in den Startlöchern steht.
    Wer ein Nokia 7.2 besitzt (Mid-Range mit Android One) darf inzwischen bis Q3 2021 auf ein Update warten – da erscheint bereits Android 12. Zum einen kam das Smartphone mit Android 9 auf den Markt, als bereits Android 10 ausgerollt wurde. Man durfte sich (inkl. zahlreicher Fehler) ein halbes Jahr gedulden – trotz Werbeversprechen und Android One (vielleicht auch ein Trick, damit man nur zwei Updates machen muss). Jetzt kommen die Sicherheitsupdates nur noch alle zwei bis drei Monate nach dem Erscheinen (Wir haben fast Juni und sind noch auf dem Sicherheits-Level von März, 5.3 besitzer sogar auf dem Stand von Februar). Auch hier bricht HMD sein Werbeversprechen (wenn das nicht sogar unlauter ist). Nicht vergessen sollte man die zahlreichen Probleme mit VoLTE und WLAN Call, dass massive Probleme auf HMD Nokia Phones macht. Was also spricht noch für HMD Phones bei der desaströsen Update-Politik, mit der sich HMD mal geschmückt hat? Preislich kann man da auch zur A-Klasse von Samsung greifen, Realme, Oppo, und Co.
    Die Modellpalette ist ein Witz… kein Wunder dass HMD seine Verkaufsversprechen nicht einhalten kann oder will. Weniger Marketing und Modell, dafür Modellpflege und stabile Updates (inkl. VoLTE und WLAN Call).
    Und anstatt immer größere Displays und Kameraauflösungen einzuführen sollte man sich auf die alten Zeiten von Nokia und die Kompaktklasse konzentrieren.

  2. Es ist immer eine Frage, für was man das Smartphone nutzen möchte. Will ich viel mit Anwendungen machen, die ein hohes Sicherheitsrisiko aufweisen, so ist die Preisklasse bis 200 Euro nicht besonders empfehlenswert. Für alles andere ist die Versorgung mit Patches im Vierteljahrestakt völlig ausreichend.
    Hier rächt sich halt die Sparfuchsmentalität der Deutschen.
    Ich hatte mir ein ganz einfaches Smartphone besorgt, und die Versorgung mit Sicherheitspatches war für mich mit drei Jahren einfach Klasse.
    Als einziges Manko empfinde ich, daß die Smartphone immer unhandlicher werden. Gilt zwar für alle Anbieter, aber hier wurde ja explizit nur nach Nokia gefragt. Vielleicht sollte Nokia hier zumindest ein Modell in 5-5,5 Zoll anbieten, welches auch flüssig läuft, also 2 GB RAM hat. Jetzt noch ein Nokia 1.3 mit Android 10 und 1 GB zu kaufen wäre ein Schritt rückwärts.

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