Bahn-Streckensperrung: Diese wichtige Bahnstrecke ist wochenlang gesperrt

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Unfall auf der ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover: Bereits am 17. November kollidierten hier zwei Güterzüge. Jetzt ist klar: Die Folgen werden Bahnfahrer noch wochenlang beschäftigen. Und Alternativen gibt es kaum. Wir zeigen dir, welche Züge fahren.
Zwei Güterzüge sind bei Gifhorn kollidiert
Zwei Güterzüge sind bei Gifhorn kollidiertBildquelle: Bundespolizei

Leiferde ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn. Der nicht einmal 5.000 Einwohner zählende Ort ist derzeit in den Schlagzeilen, denn in der Nähe des Ortes sind in der Nacht zum 17. November zwei Güterzüge kollidiert. Das hatte schon am Donnerstag viele Bahnfahrer kalt erwischt. Denn der Bahn-Unfall ereignete sich nicht auf einer unbedeutenden Güterstrecke, sondern auf der wichtigen Ost-West-Achse zwischen dem Rheinland und Berlin. Die Folge des Unfalls: Eine mehrere Wochen dauernde Streckensperrung.

Ein Güterzugfuhr von hinten auf einen stehenden Güterzug auf, heißt es von der zuständigen Bundespolizei in Hannover. Der auffahrende Güterzug war mit 25 Kesselwagen Propangas beladen, wobei 2 Kesselwagen umkippten und zwei weitere Kesselwagen entgleisten. Auch die Lok wurde stark beschädigt und wurde aus den Gleisen gehoben. An zwei Kesselwagen entstanden Lecks, aus denen in der Folge Propangas austritt. Zusätzlich wurden auf mehreren hundert Meter die Oberleitung abgerissen. Der Triebfahrzeugführer des Güterzuges (45) wurde bei dem Aufprall verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Inzwischen ist klar: Der Fehler wurde durch die Fahrdienstleiterin verursacht. Sie hatte trotz des besetzten Gleises für den Güterzug den Befehl zur Weiterfahrt gegeben, wie erste Ermittlungen ergaben. Warum ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Die Folge des Unfalls: Die Strecke zwischen Wolfsburg und Hannover wurde in beiden Richtungen voll gesperrt. Über die Dauer der Aufräumarbeiten und der Schadenshöhe konnte am Donnerstag noch keine Angaben gemacht werden. Inzwischen ist aber klar: Es wird Tage dauern, bis hier wieder Züge rollen können.

Die Bahn spricht sprach zunächst davon , dass die Sperrung mindestens bis 20. November, später dann bis mindestens 27. November andauern wird. Inzwischen ist klar: Vor dem 16. Dezember werden hier wohl keine Züge mehr rollen. Der Grund: Man hat Probleme, das Gas aus den umgekippten Kesselwagen abzupumpen. Erst danach können die Schäden an der Strecke behoben werden.

Streckensperrung Berlin-Hannover: So fahren die Züge der Bahn

Das Problem für die Bahn: Normalerweise würde sie den Fernverkehr in diesem Fall über Braunschweig und Wolfsburg umleiten. Diese Strecke steht aber aufgrund einer Totalsperrung wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung. Die Folge: Zahlreiche Züge fallen komplett aus, andere werden großräumig etwa über Uelzen umgeleitet.

Diese Züge sind betroffen

  • ICE-Züge NRW – Hamm bzw. Münster/Westf – Hannover – Berlin werden umgeleitet und verspäten sich um mindestens 90 Minuten. Der Halt Wolfsburg entfällt. Ersatzweise halten die Züge in Stendal.
  • ICE-Züge Schweiz – Karlsruhe – Frankfurt(M) – Kassel – Berlin werden zwischen Fulda und Berlin umgeleitet. Ersatzweise halten die Züge in Erfurt und Halle.
  • IC-Züge Ostseebad Binz – Berlin – Hannover – Dortmund – Köln werden umgeleitet und verspäten sich um mindestens 90 Minuten. Der Halt Wolfsburg entfällt. Ersatzweise halten die Züge in Stendal, Salzwedel und Uelzen.
  • IC-Züge Leipzig – Magdeburg – Hannover – Bremen – Emden – Norddeich Mole fallen zwischen Leipzig und Hannover aus.
  • IC-Züge Amsterdam – Osnabrück – Hannover – Berlin fallen zwischen Hannover und Berlin aus.

Alternativen der Bahn

Die Bahn empfiehlt folgende Alternativen:

  • Zwischen Berlin und Wolfsburg nutzt du die ICE-Züge mit Zusatzhalt in Stendal. Zwischen Stendal und Wolfsburg verkehrt die RB-Linie 35 (Fahrzeit: ca. 60 Minuten). Zwischen Hannover und Wolfsburg pendeln Busse.
  • Zwischen Berlin und Göttingen nutzt du die ICE-Züge über Erfurt Hbf. Zwischen Erfurt und Göttingen verkehrt die RE-Linie 1 (Fahrzeit: ca. 100 Minuten).
  • Zwischen Berlin und Kassel-Wilhelmshöhe nutzt du die Fernverkehrsverbindungen mit Umstieg in Eisenach oder Fulda.
  • Zwischen Hannover und Wolfsburg nutzt du die IC-Züge bis Braunschweig Hbf. Zwischen Braunschweig und Wolfsburg besteht ein Ersatzverkehr mit Bussen (Fahrzeit: ca. 60 Minuten).

Auf weiteren Verbindungen kommt es zu Umleitungen und Verspätungen. Für die Strecke Berlin – Hannover bedeutet das eine Verlängerung der Fahrzeit von 90 Minuten.

Wenn du zwischen Berlin und dem Norden Nordrhein-Westfalen fahren musst, sollst du laut Bahn auch einen Umweg über Hamburg in Betracht ziehen, geht’s in den Süden NRWs kommt ein Umweg über Frankfurt in Betracht. Alle bis 23. November gekauften Tickets für Reisen bis 16. Dezember kannst du entsprechend flexibel nutzen . sogar bis zum 23. November.

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1 KOMMENTAR

  1. Andreas Hegewaldt

    Es ist schade dass es nicht mehr gedruckt wird und nun digital zu erhalten ist

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