Allein in der T90-Reihe stehen mittlerweile fünf Modelle nebeneinander: Max Omni, Max Pro Omni, T90 Omni, T90 Pro Omni und jetzt der T90S Pro Omni. Wer da noch durchblickt, hat entweder das Datenblatt studiert oder schlicht Glück. Interessanter als die Namensfrage ist für mich ohnehin eine andere: Das Wischen mit der Walze beherrscht Ecovacs seit dem Deebot X8 Pro Omni (Test) besser als die meisten Mitbewerber. Wie steht es um den Ecovacs Deebot T90S Pro Omni?
Design und Einrichtung des Ecovacs Deebot T90S Pro Omni
Am Gehäuse ändert Ecovacs nichts. 9,5 cm Bauhöhe, kein Laserturm auf der Oberseite. Die Navigation übernehmen ein Mini-ToF-Sensor an der Front und ein Kamerasystem. Klingt unspektakulär, entscheidet aber darüber, ob der Roboter unter dein Sideboard und deinen Bettkasten kommt. Zum Vergleich: Der Deebot X12S OmniCyclone (Test) misst 9,8 cm, der Roborock Saros 20 Neo (Test) mit eingefahrenem Turm 7,98 cm. Warum ausgerechnet die Wischtechnik über die letzten Millimeter entscheidet, habe ich in diesem Beitrag zur Bauhöhe erklärt.
Der eigentliche Umbau steckt in der Station. Sie fasst 4 Liter Frischwasser, 2,2 Liter Schmutzwasser und einen 2,5-Liter-Staubbeutel. Nach dem Waschgang wird die Bodenplatte der Basis geflutet und soll Rückstände wegspülen, bevor sie antrocknen. Die obere Schicht der Platte lässt sich zusätzlich austauschen, der Schmutzwasserbehälter wird automatisch entleert. Genau das ist der Punkt, an dem Saugroboter im Alltag scheitern: Wer einmal eine verkrustete Waschwanne mit Küchenpapier ausgekratzt hat, weiß, dass dort mehr Arbeit steckt als im Staubbeutelwechsel.

Im Lieferumfang liegen eine Ersatzwalze, eine Seitenbürste, ein Filter, ein Staubbeutel und 260 ml Reinigungslösung. Das ist bemerkenswert, weil in dieser Preisklasse meist genau das fehlt.
Die Einrichtung gelingt in der Ecovacs-Home-App. QR-Code am Gerät scannen und durch den Einrichtungsvorgang führen lassen. Ist der Roboter in der App drin, kommt noch ein Firmware-Update, ehe es an das Mapping geht. Hier fällt auf, dass der Roboter Stuhl- und Tischbeine nicht rechtzeitig erkennt und schon bei der Kartierung häufig dagegenfährt. Zumindest die Raumaufteilung klappt fehlerfrei.
Funktionen der Ecovacs-Home-App
Die Ecovacs-Home-App legt alle Reinigungsoptionen ins Hauptmenü: Saugstufe, Wasserdurchflussrate, Reihenfolge der Räume, Livekarte und die manuelle Steuerung von Walzenwäsche, Trocknung und Absaugung. Sperrzonen, Zeitpläne und Raumprofile sind ebenfalls an Bord.

Neu ist Agent Yiko 2.0. Der Sprachassistent wertet Grundriss, Gewohnheiten und Vorlieben aus und leitet daraus eigene Routinen ab. Außerdem werden Haustiere erkannt und Abstand gehalten.
So gut saugt und wischt der Ecovacs Deebot T90S Pro Omni
Die Schlagzeile liefert die Saugkraft: 40.000 Pa statt 30.000 Pa beim T90 Pro Omni. Ein Drittel mehr, könnte man meinen. Der Luftstrom steigt laut Datenblatt aber nur von 16 auf 16,45 l/s, also um knapp drei Prozent. Pascal wird am abgedichteten Rohr gemessen, gesaugt wird im Wohnzimmer mit Luftstrom. Handfester ist der neue 53-AW-Motor mit verstärkter Doppel-Lagerkonstruktion.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,2 g | 92 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,0 g | 90 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 7,5 g | 75 % |
In der Praxis beweist der T90S Pro Omni, was die meisten Saugroboter des Herstellers gezeigt haben. Die Saugleistung liegt auf gutem Niveau. Was auf Hartboden oder glatten Oberflächen liegt, nimmt der Roboter zuverlässig auf. Nur bei Teppichen hat der Sauger seine Probleme. Vor allem bei feinen Partikeln zeigt sich das deutlich. Außerdem kommt er schlecht in Ecken. Hier schafft es der Ecovacs-Roboter nicht, wirklich den ganzen Schmutz herauszuziehen.
Gegen Haarwickel arbeitet weiterhin eine spezielle Hauptbürste in Verbindung mit einer gezielten Luftstromführung. Beim Deebot X12S OmniCyclone (Test) hat dieses Prinzip im gesamten Testzeitraum gehalten, dort musste ich kein einziges Mal eingreifen. Beim T90S Pro Omni ist das nicht ganz der Fall. Sowohl in der Haupt- als auch in der Seitenbürste haben sich im Testzeitraum wenige Haare verheddert.

Kernkompetenz von Ecovacs bleibt das Wischen. Die Wischwalze ist 27 cm lang, dreht mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute und wird während der Fahrt durchgehend mit Frischwasser gespült. Der Schmutz landet im Abwassertank, statt auf den nächsten Quadratmetern verteilt zu werden. Das ist der strukturelle Vorteil gegenüber rotierenden Pads, und es ist der Grund, warum Ecovacs beim Wischen seit Jahren vorne mitspielt.
Und die Wischwalze überzeugt. Denn der Saugroboter entfernt nicht nur frische Flecken, sondern bekommt auch eingetrocknete nach einigen Durchläufen weg, ohne den Schmutz zu verschmieren. An Kanten fährt die Walze über das Gehäuse hinaus. Den äußersten Rand schützt dabei ein Filzstreifen, der Sockelleisten und Möbelbeine vor Kratzern bewahren soll.

Auf Teppichen hebt sich die Walze um 1,5 cm an, zusätzlich schirmt ein Abdeckmechanismus die nasse Rolle ab. Beim X12S OmniCyclone hat genau das nicht zuverlässig funktioniert. Beim T90S Pro Omni hat Ecovacs das Problem in den Griff bekommen.
Für die Hinderniserkennung kombiniert Ecovacs strukturiertes Licht, eine RGB-Kamera und eine zusätzliche Lichtquelle. Wie eine solche Navigation technisch funktioniert, erklärt dieser Ratgeber. Die Messlatte liegt hoch: Der DJI Romo P2 (Test) ist unser aktueller Testsieger, weil er im gesamten Testzeitraum gegen nichts gefahren ist. Der X12S OmniCyclone hat dagegen Kabel und Socken übersehen und regelmäßig Tisch- und Stuhlbeine touchiert. Und leider zeigt dieser Ecovacs-Roboter das gleiche Verhalten. Kabel solltest du aus dem Weg räumen und Stuhl- sowie Tischbeine als No-Go-Zonen kennzeichnen.

Ein adaptives Fahrwerk soll Schwellen bis 4 cm nehmen. Eine Doppelstufe wie beim Saros 20 Neo mit 8,8 cm in Summe ist damit nicht drin, für die meisten Wohnungstürschwellen reicht es. Zur Einordnung: Der deutlich teurere X12S OmniCyclone kam im Test nur auf 2,5 cm.
Beim Akku wird es spannend. 4.000 mAh, 2,5 Stunden Ladedauer, und per PowerBoost kommen in drei Minuten zehn Prozent zurück. Der Verbrauch fällt dafür moderat aus: Nach 30 Minuten auf Volllast standen noch 63 Prozent auf der Anzeige.
Fazit: Lohnt sich der Ecovacs Deebot T90S Pro Omni?
Auf dem Papier ist der T90S Pro Omni kein neuer Roboter, sondern ein T90 Pro Omni mit stärkerem Motor und einer gründlicheren Station. Die interessantere der beiden Änderungen ist die zweite. 10.000 Pa mehr bei drei Prozent mehr Luftstrom sind eine Datenblattnummer. Dazu eine Station, die ihre eigene Waschwanne ausspült und dir Arbeit abnimmt, die sonst alle zwei Wochen an dir hängen bleibt.

Wer die Wischwalze und die selbstreinigende Station will und ohnehin überwiegend Hartboden hat, bekommt hier ein starkes Paket der Mittelklasse. Preislich liegt der Roboter bei 799 Euro UVP.

Vorteile:
- Reinigungslösung, Ersatzwalze, Seitenbürste, Filter und Staubbeutel liegen bei
- Station spült ihre Bodenplatte selbst, obere Schicht austauschbar
- 9,5 cm Bauhöhe ohne Laserturm
- Gute Wischleistung
Nachteile:
- Kommt beim Saugen nicht gut in Ecken
- Schwache Hinderniserkennung






