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Spätestens jetzt ist die Saros-Reihe von Roborock unübersichtlich. Neben dem kamerabasierten Saros 20, der komplett auf einen Laserturm verzichtet, und dem Saros 20 Sonic mit seiner vibrierenden Wischplatte steht jetzt ein drittes Modell im Regal. Der Saros 20 Neo mischt beide: zwei rotierende Mopps wie beim Saros 20, dazu ein einfahrbarer Laserturm wie beim Sonic. Wie schlägt sich der Saugroboter im Alltag?
Design und Einrichtung des Roborock Saros 20 Neo
Am Grundriss hat Roborock wenig geändert. Der Roboter ist 7,98 cm hoch und bleibt damit exakt auf dem Niveau des Roborock Saros 20 Sonic (Test), der mit eingefahrenem Lidar-Turm auf 7,98 cm kommt. Bei der Navigation geht der Neo den Weg des Sonic, nicht den des Roborock Saros 20 (Test). Der setzt komplett auf Kameras und verzichtet auf den Laserturm. Der Neo hat einen Navigationsturm, der im offenen Raum ausfährt, die Umgebung um volle 360 Grad scannt und sich vor flachen Möbeln absenkt, um mit einer 100-Grad-Rückansicht weiterzuarbeiten.

Damit zieht der Neo mit Saros 20 und Saros 20 Sonic gleich, statt eine neue Bestmarke zu setzen. Und der letzte Zehntelmillimeter kommt nur zustande, weil die Frontbauteile leicht nachgeben. Streifspuren am Möbelstück sind also möglich.
Somit teilen sich die Modelle eine Stärke: Die Roboter gelangen unter Möbelstücke, die für die meisten anderen Saugroboter Endstation sind. Weitere Informationen zur Positionierung des Turms und dessen Vorteile habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.
Deutlich mehr zu erzählen gibt es bei der Basisstation. Sie misst 40,2 × 49,4 × 45 cm und kommt mit spürbar weniger Fugen als frühere Roborock-Docks, was die Reinigung erleichtert. Die Mopps werden mit bis zu 100 Grad heißem Wasser durchgespült und anschließend mit 55-Grad-Warmluft getrocknet. Auch der Stationsboden reinigt sich mit 100 Grad heißem Wasser selbst und lässt sich zusätzlich komplett herausnehmen.
Das Einzige, worum du dich schließlich kümmern musst, ist, den Dreckwassertank auszuleeren, den Frischwasserbehälter aufzufüllen und den Staubbeutel auszutauschen. Aber dafür gibt es eine automatische Reinigungsmittelzufuhr. Allerdings liegt kein Putzmittel im Lieferumfang bei.

Die Inbetriebnahme läuft wie bei Roborock üblich reibungslos: QR-Code unter der Haube scannen, durch das Setup klicken, Kartierung starten. Beim Mapping leistet sich der Saros 20 Neo allerdings einen Patzer. Der Grundriss stimmt zwar, die Raumtrennung aber nicht. Denn der Roboter fasst Bereiche zusammen, die getrennt gehören.
Die Korrektur in der App dauert aber keine Minute, da die Roborock-App in meinen Augen die benutzerfreundlichste und intuitivste Saugroboter-App auf dem Markt ist. Mit der guten Meinung bin ich wohl nicht alleine, betrachtet man die durchschnittliche 4,5-Sterne-Bewertung im Apple App-Store, bei 80.000 Bewertungen wohlgemerkt.
Funktionen der Roborock-App
Im Hauptmenü stellst du Saugstufe und Wasserdurchfluss ein und verfolgst live, wo der Roboter gerade putzt. Du wählst zwischen vier Saugstufen und drei Stufen, was die Wasserdurchflussrate angeht. Besonders umfangreich sind die Teppichoptionen. Der Roboter passt sein Fahrwerk dynamisch an und hält die Saugleistung auf Teppichen bis 3 cm Florhöhe. Gut gefällt mir, dass der Roboter in der Praxis sein Chassis sogar anhebt, bevor er Teppiche befährt, um den Mopp-Kontakt zum Untergrund zu verhindern.

Alternativ wirft er die Mopps vor der Teppichreinigung automatisch in der Station ab. Dazu kommen Sperrzonen, Zeitpläne, Matter-Anbindung sowie Alexa, Siri und Google Home. Stichwort Matter: In Apple Home kann ich den Saug- und oder Wischprozess starten, sehe den Restakku und was der Roboter aktuell anstellt.

Saug- und Wischleistung des Roborock Saros 20 Neo
Kommen wir zur Saugkraft. Auf dem Papier stehen 36.000 Pa. Das ist exakt so viel wie beim Saros 20 und beim Saros 20 Sonic. Roborock spart hier also nicht. In der Praxis überzeugt der Neo auf Fliesen und glatten Oberflächen wie PVC auf ganzer Linie: Ob feiner Staub oder grober Krümel, liegen bleibt so gut wie nichts. Wichtiger ist aber, dass die Leistung auf Teppichen nicht so stark einbricht, wie das bei Saugrobotern üblich ist. Zuletzt hat es auch das Dreame-Flaggschiff getroffen, den Dreame X60 Pro Ultra Complete (Test), dessen Saugeffizienz auf Teppich sichtbar nachgelassen hat.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,7 g | 97 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,6 g | 96 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 9,2 g | 92 % |
Was außerdem im Test auffällt: In Haupt- und Seitenbürste verheddern sich keine Haare. Der Saros 20 Neo zerteilt sie mit einer geteilten Hauptbürste, statt sie aufzuwickeln, und im gesamten Testzeitraum musste ich kein einziges Mal eingreifen. Neben der Station also noch ein Wartungsschritt weniger für dich.

Auch in Ecken und um Stuhl- und Tischbeine herum macht der Roboter eine gute Figur. Hier helfen die ausfahrbare Seitenbürste und ein schwenkbarer Wischmopp. Allerdings fährt letzterer keine 18 Zentimeter aus, wie das beim Dreame X60 Pro Ultra Complete (Test) der Fall ist. Roborock verspricht dennoch eine vollständige Abdeckung von Kanten und Innenecken. Das kann ich zum großen Teil bestätigen, da im Test tatsächlich wenig bis gar nichts an Fußleisten liegenbleibt.

Und die Wischleistung? Besser als erwartet. Hier macht Roborock den eigentlichen Sprung. Zwei rotierende Pads drücken mit maximal 14 N auf den Boden, beim Saros 20 sind es 13 N. Der Unterschied klingt marginal, das Ergebnis ist es nicht. Feuchte Flecken sind sofort weg, und selbst hartnäckige, eingetrocknete Rückstände verschwinden spätestens im zweiten Durchlauf, ohne dass der Roboter sie verschmiert. Beim Saros 20 habe ich für dieselbe Aufgabe noch zwei bis drei Durchgänge gebraucht, der Dreame X60 Pro Ultra Complete hat drei Anläufe benötigt und dabei verschmiert.
Die Navigation und Hinderniserkennung sind zwei Stärken des Saug- und Wischroboters. Im Test habe ich es nicht geschafft, ihm einen Fehler zu entlocken. Flache Hindernisse wie Kabel erkennt er zuverlässig, und auch klassische Problemzonen wie Tisch- und Stuhlbeine umkurvt er sauber, statt sich festzufahren oder einen Crashtest durchzuführen. Damit spielt der Neo in derselben Spitzengruppe wie Saros 20, Saros 20 Sonic und den Dreame X60 Pro Ultra Complete – bei denen ich ebenfalls keinen Fehler provozieren konnte.

Klettern kann er dann auch noch: Dank eines speziellen Chassis mit zusätzlichem Kletterarm überwindet er Doppelstufen von bis zu 4,5 plus 4,3 Zentimetern, also 8,8 cm in Summe. Vorausgesetzt, der Absatz dazwischen ist zwischen 12 und 14 cm tief. Neu ist das nicht, da der Saros 20 und Saros 20 Sonic dieselben Werte schaffen. Bemerkenswert ist eher, dass Roborock diese Fähigkeit jetzt auch unterhalb der 1.500-Euro-Marke anbietet. Für Altbauwohnungen mit hohen Türschwellen oder einem Podest ist das das stärkste Argument für dieses Gerät.
Die Akkugeschichte ist ein zweischneidiges Schwert. Der Verbrauch ist das schwächste Ergebnis der Saros-20-Familie: Nach einer halbstündigen Runde auf den jeweils höchsten Stufen waren 28 Prozent weg. Der Saros 20 Sonic hat unter identischen Bedingungen nur 20 Prozent verbraucht, der Saros 20 rund 20 bis 25 Prozent. Von komplett leer auf 100 Prozent braucht der Neo rund vier Stunden. Das ist für ein Gerät dieser Klasse zu lang. Aber da der Roboter eine 100-m²-Wohnung dennoch in einem Rutsch locker schafft, fällt die hohe Ladezeit nicht stark ins Gewicht.
Fazit: Flaggschiff-Technik, die kein Flaggschiff sein muss
Der Roborock Saros 20 Neo beantwortet die Frage aus der Einleitung überraschend klar: Bei der Reinigungsleistung spart Roborock praktisch nicht. Die 36.000 Pa, die 100-Grad-Moppwäsche und die vollautomatische Station sind dieselben wie beim 1.599 Euro teuren Saros 20 Sonic. Beim Wischen ist der Neo dem Saros 20 sogar voraus: Hartnäckige Flecken sind spätestens im zweiten Durchlauf weg, ohne Schlieren. Das ist der Punkt, an dem sich in dieser Generation wirklich etwas bewegt hat.
Gespart wird an anderer Stelle, und das merkt man. Vier Stunden Ladedauer sind nicht mehr zeitgemäß, der Akkuverbrauch ist der höchste der drei Saros-20-Modelle, und beim Mapping trennt der Neo Räume nicht korrekt. Etwas, das die beiden teureren Geschwister auf Anhieb hinbekommen. Wer mehr als 100 Quadratmeter putzen lassen will, sollte die Ladedauer im Hinterkopf behalten.
Für alle anderen ist der Saros 20 Neo derzeit der interessanteste Roborock-Saugroboter: Wer die Reinigungsleistung des Flaggschiffs will, aber keine 1.599 Euro ausgeben mag, bekommt hier fast alles davon. Wer ganz ohne Turm arbeiten will, greift zum Saros 20 (Test); wer die beste Wischplatte sucht, zum Saros 20 Sonic. Der Saros 20 Neo kostet 999 Euro bei Amazon.

Vorteile:
- Starke Saugleistung auf Hartböden und Teppich
- Wischt hartnäckige Flecken schlierenfrei weg
- Fehlerfreie Hinderniserkennung, auch bei Kabeln
- Station mit automatischer Reinigungsmittelzufuhr und 100-Grad-Selbstreinigung
Nachteile:
- Kein Putzmittel im Lieferumfang
- Räume werden beim Mapping nicht korrekt getrennt
- Lange Ladedauer von vier Stunden






