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Im Saugroboter-Regal ist DJI trotzdem noch der Neuling: Der erste Romo kam im Sommer 2025, keine zwölf Monate später steht schon die zweite Generation im Wohnzimmer. Das Argument des Herstellers ist dabei immer noch dasselbe. Wer einer Drohne beibringt, bei Tempo einem Ast auszuweichen, der bekommt auch einen Roboter um ein Ladekabel herumgelenkt. Klappt das wirklich in der Praxis?
Design und Einrichtung des DJI Romo P2
Am Design hat DJI zum Romo P der ersten Generation nichts verändert. Somit bleibt das Modell im Saugroboter-Regal weiterhin einzigartig: Roboter und Station kommen mit transparenten Blenden, du blickst also auf Bürsten, Filter und Tankfüllstände. Das ist natürlich Geschmackssache, hat aber einen praktischen Nebeneffekt, weil du Verschleiß und Füllstände ohne App erkennst. Der Roboter ist 9,8 cm hoch und ist damit exakt so wie der Vorgänger. Wie der Vorgänger, hat auch der Romo P2 keinen verbauten Lidarturm. Angesichts dieser Tatsache ist die Bauhöhe recht hoch. Zum Vergleich: Der Roborock Saros 20 (Test) mit ähnlicher Ausstattung misst 7,98 cm.

Die Basisstation sieht aus wie gehabt, ist innen aber neu: DJI kleidet sie nach eigenen Angaben mit einer schmutzabweisenden Beschichtung aus, spült sie über einen 16 mm breiten Schmutzwassereinlass mit vier Wasserstrahlen frei und verzichtet auf einen Filter. Ergebnis laut Hersteller: 365 Tage wartungsfrei statt 200 Tage bei der ersten Generation.

Dazu kommen Moppwäsche mit bis zu 80 Grad (der Vorgänger kam auf 60), eine Warmlufttrocknung, automatische Dosierung von Reinigungsmittel und ein Bodengeruchsentferner, der im Lieferumfang beiliegt. Spannend ist zudem der Einsatz einer UV-Lampe für die Desinfektion des Staubbeutels.
Die Inbetriebnahme läuft über die DJI-Home-App. Bei der Einrichtung gibt es keine Probleme. Der Roboter wird auf Anhieb gefunden. Insgesamt dauert der gesamte Einrichtungsprozess zwei Minuten. Beim Mapping hinterlässt der Roboter eine erste Duftmarke, was noch folgen soll. Der Roboter fährt mit einer Leichtigkeit und Geschmeidigkeit über unsere Testfläche, die ich so noch nie erlebt habe. Nicht mal im Test des neuesten Dreame-Flaggschiffs, dem X60 Pro Ultra. Die gescannte Karte ist fehlerfrei.

Darüber hinaus zeigt der Roboter in der App, wo Hindernisse erkannt wurden. Genial ist die Option, den Roboter Fotos machen zu lassen, damit er weiß, was für ein Hindernis sich wo befindet. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass sich das vor allem bei Körperfettwaagen lohnt.
Funktionen der DJI-Home-App
Die DJI-Home-App ähnelt stark der Struktur der Narwal-App. Im Hauptmenü siehst du deine gescannte Karte. Unten findest du alle Einstellungen für die Reinigung. Hier wählst du zwischen drei Saugstufen und vier Wasserdurchflussraten. Außerdem wählst du zwischen drei Bodenreinigungsmöglichkeiten. Also, ob der Roboter nur mit Wasser wischen, die Reinigungslösung aus der Station vor dem Wischen dazugeben oder den Raumduft dazugegeben werden soll. In den weiteren Einstellungen gibt es übliche Anpassungsmöglichkeiten für die Teppichreinigung. Was weiterhin fehlt: Matter-Support gibt es auch für den Romo P2 nicht.

So gut saugt und wischt der DJI Romo P2
Der Romo P2 hat einen besonderen Arbeitsablauf. Anstatt sich von außen nach innen zu arbeiten, startet der Roboter zentral und arbeitet sich nach außen. Während dieser Zeit nutzt der Roboter seine ausfahrbaren Einzelteile nicht einmal, was dafür gesorgt hatte, dass ich dachte, der Roboter wäre defekt.

Tatsächlich kommen die erweiterbaren Einzelteile erst zum Einsatz, wenn der Roboter die Endrunde an den Raumgrenzen abfährt. Clever, da der Roboter auf diese Weise ordentlich Akku spart. Und die Reinigungsleistung? Tja, hier gibt es nichts zu meckern. 36.000 Pa auf dem Papier sorgen für ein sauberes Endergebnis. Das ist die gleich Saugkraft, die Roborock in seinem Top-Modell Saros 20 Sonic (Test) inkludiert. Auf glatten Oberflächen und Hartböden gibt sich der Romo P2 keine Blöße und lässt so gut wie nichts liegen im Test.

Auch in Ecken ist das Ergebnis stark. Das liegt daran, dass DJI eine mobile Seitenbürste nutzt. Hinzu kommt, dass der Roboter bei der „Kantenrunde“ deutlich langsamer fährt als im zentralen Raum, was dafür sorgt, dass die Eckenreinigung noch gründlicher ist. Außerdem gibt es einen ToF-Sensor am Arm, der verhindert, dass sich der mechanische Arm verhakt.
| Testvolumen (g) | Ansaugvolumen (g) | Effizienz (%) | |
|---|---|---|---|
| Haferflocken (Fliesen) | 10 g | 9,9 g | 99 % |
| Haferflocken (Teppich) | 10 g | 9,9 g | 99 % |
| Sand (Teppich) | 10 g | 9,7 g | 97 % |
Um das Ergebnis auch auf Teppichen zu bestätigen, hat sich DJI ebenfalls eine Neuerung einfallen lassen. Und zwar eine absenkbare Druckplatte, die auf Teppichen ansetzt und die Saugkammer halb abdichtet. 30 Prozent mehr aufgenommener Staub verspricht DJI dadurch. Die Zahl kann ich zwar nicht bestätigen. Was ich aber bestätigen kann, ist, dass die Saugleistung auf Teppichen bärenstark ist. Was zudem auffällt, oder eben nicht, ist die Lautstärke beim Saugen. Denn obwohl der Roboter bereits auf der höchsten Stufe gesaugt hat, dachte ich im ersten Moment, ich hätte diese noch gar nicht ausgewählt. Das ist nichts im Vergleich zu Konkurrenten wie Dreame oder Roborock, die mit über 60 dB durch die Bude fahren.

Auch Haustierbesitzer kommen beim DJI Romo P2 auf ihre Kosten. Der Drohnenhersteller setzt ein besonderes System mit zwei um 120 Grad versetzten Seitenbürsten ein, die sich mit der Hauptbürste überlappen und Fusseln von den Bürstenenden abstreifen. In der Tat hat sich im gesamten Testzeitraum kein Haar in der Haupt- oder Seitenbürste verheddert.
Soweit, so gut. Und die Wischleistung? Auch hier überzeugt der Romo P2. Feuchte Flecken sind wenig überraschend kein Problem. Aber dass er auch bei eingetrockneten Flecken keine Probleme hat, ist alles andere als selbstverständlich für einen Saugroboter mit rotierenden Wischpads. Ein Grund hierfür könnte der Gebrauch von Heißwasser sein. Ähnlich wie beim Saugen, ist auch das Wischergebnis in Ecken wunderbar. Dazu kommt, dass DJI einen Wischmopp verbaut, der um 12,4 cm ausfährt.

Gibt es beim Akku einen Nachteil? Auch nicht, denn nach einer 30-minütigen Spritztour mit maximaler Leistung kann der Romo P2 immer noch auf 77 Prozent Restakku zurückgreifen. Wie schon erwähnt, fährt der Roboter nur in der letzten Runde, wenn es um Ecken und Raumbegrenzungen geht, seine Einzelteile aus. Wenn das ein Grund für den geringen Akkuverbrauch ist, würde mich daher nicht wundern. Vollgeladen ist der Romo 2 in 2,5 h.
Anstatt einem Lidarturm zu vertrauen, setzt DJI auf 3D-ToF-Sensoren nach vorn, zur Seite und nach hinten, kombiniert mit zwei RGB-Kameras und den hauseigenen Algorithmen aus dem Drohnenbau. Im Prinzip kann ich sagen, dass es die beste Navigation und Hinderniserkennung ist, die ich bei einem Saugroboter bislang erlebt habe. Egal ob Kabel, Stuhl- oder Tischbeine oder gewöhnliche große Hindernisse, der Romo 2 fährt gegen nichts und stoppt immer rechtzeitig ab, um die im Weg befindlichen Gegenstände kontaktlos zu umkurven.

Schließlich verfügt der Romo P2 über eine Kletterfähigkeit, wie sie sonst nur bei Top-Modellen von Roborock oder Dreame zu finden ist. Einzelne Schwellen bis vier Zentimeter und Doppelstufen bis 8,5 Zentimeter soll der Romo 2 überwinden können.
Fazit: Dreame und Roborock müssen dringend aufpassen
Es ist kaum zu glauben, aber der Drohnenhersteller DJI hat es tatsächlich geschafft und gestandene Saugroboter-Riesen geschlagen. Der DJI Romo P2 ist Stand jetzt unser aktueller Saugroboter-Testsieger. DJI hat zum Vorgänger ordentlich nachgerüstet. Die Saugleistung ist auf allen Untergründen spitze. Auch auf Teppichen und in Ecken ist das Ergebnis wirklich beeindruckend. Natürlich helfen hier die ausfahrbaren Einzelteile.

Das Highlight sind und bleiben die Navigation und Hinderniserkennung. Klar, DJI hat natürlich durch das Drohnengeschäft reichlich Erfahrung in dem Gebiet. Aber dass ein Saugroboter wirklich nicht einmal gegen irgendwas fährt und dabei so geschmeidig und schnell an Stuhl- und Tischbeinen vorbeirast, hat in der Praxis für Staunen gesorgt.
Für Staunen sorgt allerdings auch der Preis. Denn der liegt deutlich unter dem des Vorgängers, dem DJI Romo P (Test), der zum Verkaufsstart weit über 1.500 Euro gekostet hat. 1.349 Euro verlangt DJI für den Romo P2. Verglichen mit Dreames Flaggschiff X60 Pro Ultra Complete, das bei 1.599 Euro zum Marktstart lag oder dem Saros 20 Sonic von Roborock, der 1.599 Euro beim Verkaufsstart kostete, ist der Preis des DJI Romo P2 tatsächlich ein weiteres Argument für den Roboter.

Vorteile:
- Beste Navigation und Hinderniserkennung auf dem Markt
- Erstaunlich leise auf den höchsten Reinigungsstufen
- Starke Saugleistung auf allen Bodenbelägen und Teppichen
- Solide Wischleistung
- Übersichtliche, minimalistische App
Nachteile:
- Matter-Kompatibilität nicht vorhanden
- Kein Putzmittel im Lieferumfang enthalten






