FritzBox 6660 Cable im Test: Das taugt die schnellste FritzBox der Welt

5 Minuten
Seit 2020 ist die FritzBox 6660 Cable in Deutschland verfügbar. AVM hat die Box als neues Flaggschiff auf dem Kabelmarkt positioniert. Mit 2,5-Gbit/s-Anschluss und WLAN 6 ist sie im Highend-Markt anzusiedeln. Doch in einem Punkt enttäuscht sie. Alles dazu in unserem Test zur FritzBox 6660 Cable.
FritzBox 6660 Cable
FritzBox 6660 CableBildquelle: Thorsten Neuhetzki

Wer sich die technischen Spezifikationen der FritzBox 6660 Cable anschaut, stellt vor allem eines fest. Der neueste Internetrouter aus dem Hause AVM ist schnell. Sowohl auf der Seite des Internet-Kabelanschlusses als auch auf der Heimnetzwerkseite verspricht der Router vieles. Das beginnt mit DOCSIS 3.1 und Gigabit-Internet und endet bei WLAN 6 mit 3 Gbit/s und einem Netzwerkanschluss mit 2,5 Gbit/s Datenrate.

Die Heimnetz-Anschlüsse: 2,5 GBit/s LAN und WIFi 6

Dabei ist der Router auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden von seinen VDSL-Mitstreitern wie der FritzBox 7590. Der Formfaktor ist die klassische flache Bauart mit den Haifisch-Flossen, das Äußere ist komplett in Weiß gehalten.

Auch die Hochgeschwindigkeit sieht man der Box nicht an – fast nicht. Denn auf der Rückseite der Fritzbox 6660 Cable findest du eine abgesetzte LAN-Buchse, beschriftet mit „2,5G“. Das beschreibt keinen Mobilfunkstandard, sondern die verbaute Geschwindigkeitsklasse des Ethernet-Adapters. Vier weitere Buchsen lassen Gigabit-Datenraten zu. Brauchen werden den 2,5 Gbit/s-Anschluss aktuell sicherlich die wenigsten Nutzer, die meisten Endgeräte und auch Switche für den Heimgebrauch sind heute mit Gigabit-Ports ausgestattet. Mangels entsprechendem Endgerät konnten wir die Leistungsfähigkeit nicht testen.

Die Anschlüsse der Fritzbox 6660 Cable
Die Anschlüsse der Fritzbox 6660 Cable

Auf der Funkseite ist die Fritzbox 6660 Cable mit WLAN 6 AX ausgestattet. Damit ist dieser Router die erste Fritzbox in dem großen Sortiment der Berliner, die mit WiFi 6 daherkommt. Doch was bringt das in der Praxis? 2.400 plus 600 Mbit/s verspricht das Datenblatt. Das sind satte 3 Gbit/s. Bei einem Betrieb an einem Gigabit-Anschluss von Vodafone sollte es also kein Problem sein, auch ein Gigabit auf einem Samsung Galaxy S20 Ultra zu bekommen, das ebenfalls schon Wifi 6 unterstützt. Das zumindest denkt der normale Anwender.

WLAN 6 in der Praxis

Tatsächlich sieht die WLAN-6-Praxis anders aus. Zunächst einmal handelt es sich bei den zusammengerechnet 3 Gbit/s einmal mehr um eine Brutto-Datenrate. Mit diesen werben alle Routerhersteller durch die Bank weg, obwohl die Nutzer diese Datenraten niemals in der Praxis erhalten können. Außerdem brauchst du ein Endgerät, das schon Wifi 6 unterstützt. Und um dann noch auf die Gigabit-Datenraten zu kommen, muss das Endgerät auch noch ein 160-Megahertz-Spektrum im 5 GHz Bereich (HE160) unterstützen.

Das ist beim Galaxy S20 Ultra nicht der Fall, es kann mit HE80 nur die Hälfte. Die Folge: Die praktische Datenrate kommt nicht über etwa 700 Mbit/s hinaus – und das auch nur in direkter Nähe zur FritzBox. Sicherlich ist das nicht der FritzBox, sondern dem Handy anzulasten – es zeigt aber doch, wie weit der Router von AVM seiner Zeit voraus ist.

Die Software der FritzBox 6660 Cable im Test: Ein Feature wird vermisst

Zur Software der FritzBox 6660 Cable gibt es an sich wenig zu sagen: Sie kommt mit nahezu allen bekannten Features des FritzOS. Das beginnt beim WLAN Mesh und der Kindersicherung, geht über Telefonie- und Fax-Funktion bis hin zu ersten Smart-Home-Ansätzen. Seit kurzem verfügt der Router über die Version 7.15 des FritzOS. Grobe Fehler im täglichen Gebrauch konnten wir nicht feststellen, lediglich die Zählung des Datenverbrauchs funktioniert nicht. Da das aber in Zeiten von Flatrates als Kür zählt, kann das nicht als echter Makel bezeichnet werden.

Enttäuschend ist aber, dass die FritzBox 6660 Cable nicht die von anderen Kabel-Fritzboxen bekannte DVB-C-Streaming-Funktion bietet. Sie wird zwar nicht beworben, ist aber für Fritzbox-Nutzer erwartbar. Mit der Funktion wandelt die Fritzbox das TV-Kabelsignal um in ein Streaming-Signal, dass du dann in deiner ganzen Wohnung per Smartphone, Tablet oder Webbrowser sehen kannst. Schwach auch: Die USB-Schnittstelle unterstützt nur USB 2.0. Ärgerlich für jeden, der diese Schnittstelle nutzen will, um seine NAS ins Heimnetzwerk einzubinden.

FritzBox 6660 Cable
FritzBox 6660 Cable

Fazit: Highend-Box mit Zukunfts-Visionen

Unterm Strich bleibt beim Test der AVM FritzBox 6660 Cable eine solide Highspeed-Kabel-Fritzbox als Ergebnis stehen. Jeder, der sein Heimnetzwerk in Kombination mit einem schnellen Kabel-Anschluss überarbeitet, sollte diese Box zumindest in Betracht ziehen. Im Langzeittest überzeugt die Box in typischer AVM-manier: Sie ist ein Arbeitstier und schafft es problemlos, das Gigabit aus dem Internet auch im Heimnetzwerk zu verteilen – wenn die Endgeräte passen.

Ob sich ein Wechsel der Fritzbox beispielsweise nur für WLAN 6 oder die 2,5-Gigabit-LAN-Buchse lohnt, darf bezweifelt werden. Nur, wenn du dir sicher bist, dass deine Endgeräte entsprechende Datenraten verarbeiten können, wäre das lohnenswert. Willst du indes ohnehin in eine neue Heimvernetzung investieren und per Kabelanschluss ins Internet, machst du mit der FritzBox 6660 Cable nichts falsch. Mit der FritzBox sollte dein Vernetzungsbedarf der kommenden Jahre gedeckt sein. Die derzeit verlangten knapp 230 Euro für den Router sind also gut angelegt.

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8 KOMMENTARE

  1. Unbedingt die Probleme zu der Box vor Kauf betrachten. Einen guten Überblick kann man sich auf dem inoffiziellen vodafone forum verschaffen.
    Ich hatte so zum Beispiel das Problem, dass mein p30 pro immer aus dem netz geworfen wird und ich generell absolute dead spots hatte. So z.B. das 6m oder 7m entfernte Arbeitszimmer. Immer wieder kein Empfang, trotz offener Türen und fast gerader ungestörter Luftlinie.
    Im Forum gibt es noch deutlich mehr Probleme die auch nicht nur vereinzelt sondern häufig auftreten.

    Daher mein Fazit bis jetzt:
    Schei** Box. Für Otto Normal Verbraucher kaum zu troubleshooten.

  2. Naja wie AVM selber in der Pressekonferenz gesagt hat, handelt es sich hier um kein „Flagship Model“ die ist einfach nur ein kleines Update für aktuelle Technik.

    Das aktuelle Flagship ist und bleibt weiterhin die 6591. Die Modelle mit 9er Endung Preis AVM schon seid Anbeginn als Maximal an.

    • Wo sind denn die Haifischflossen?

      Ich habe noch eine 6490 Cable, die muss noch reichen, mindestens die nächsten zwei Jahre.

  3. Der Kommentar von @Dirk Schmidt trifft absolut zu. Die WLAN Leistung dieser Box ist so etwas von unterirdisch. Nach ein paar Metern bricht die Verbindung dermaßen ein. Es ist wirklich ein großer Witz. Meines Erachtens ist das wieder einmal ein Beispiel für ein Produkt was auf den Markt geworfen wird und der Kunde es auszubaden hat und sich mit den Unzulänglichkeiten herumschlagen muss. So etwas kann man nicht weiterempfehlen. Genau wie diesen eingefärbten „Test“

    @Dante, auch es sich 1000 mal nicht um die Flagship Box handelt erwarte ich zumindest um eine entsprechende Leistung für die ich fast 230,00 Euro bezahlt habe, oder wie siehst Du das. Sorry aber irgendwo kommen die Fanboys doch immer hervor.

  4. Also der 2,5Gbit Anschluss taugt bis her auch nicht wirklich. Selbst bei einer CAT7 Verdeahtung unter 10 Meter hat der Anschluss nur seine untersten 100Mbit her gegeben – egal ob über einen meiner 10Gbit Switches oder direkt.

    Zudem wer MESH mit anderen (nicht wifi6 fähigen) Fritzboxen im Einsatz hat, der sollte fest auf WPA2 einestellen.

  5. Für 230€ hat das Gerät eine unterirdische Leistung (wie generell fast alles von AVM) bzw. das Preis-Leistungsverhätnis von AVM ist eine Frechheit. Es gibt weitaus bessere Geräte für unter 100€ auf dem Markt. Schade eigentlich, dass eine Webseite mit dem Namen inside digital nicht in der Lage ist einen Router vernünftig zu bewerten.

  6. Oh hier sind ja einige AVM Hasser unterwegs. Seit 16 Jahren bin ich bei AVM und ich möchte nichts anderes. Ich hab jetzt hier eine 6660 Cable zu liegen, den die Vodafonbox ist wirklich „das Letzte“. Verbindungsabbrüche im W-LAN und vereinzelt auch im 1G-Lan. Brrrrr . Webinterface …. kann man so nicht nennen, ist rudimentär. Und vernünftig ein W-Lan Drucker einbinden. Na Ja , sehr aufwändig. Das kenne ich nicht von den Fritten. Und die schwankenden Sendeleistungen im W-Lan 🙁 , Klasse .
    Und wie gesagt „inoffiziellen vodafone forum“ ist aussagekräftig genug, da sind genug Hardware-Halbgötter mit Halbwissen unterwegs. Oder ein abgenagten Knochen als Schnitzel anbieten. Man sollte dann auch ein cat 7a duplex Kabel benutzen und nicht mit angezogener Bremse losfahren und das als letzter Weisheits-Schluss verkaufen. Das passende Endgerät mit 2,5G-Netzwerkadapter ist vorhanden????

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