Musik-Streaming-Dienste im Vergleich: Alles rund um Spotify und Co.

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Mit deinem Smartphone kannst du deine gesamte Lieblingsmusik herumtragen. Dafür musst nicht mehr aufwändig Songs von deinem PC auf dein Handy übertragen, sondern ganz einfach auf Musik-Streaming-Dienste zurückgreifen. Mittlerweile gibt es viele Streaming-Anbieter auf dem Markt. Wir haben die besten Dienste verglichen.
Musik Streaming
Bildquelle: Unsplash

Musstest du deine Lieblingsmusik vor ein paar Jahren noch einzeln auf MP3-Playern oder dem Smartphone speichern, sind heute nur noch wenige Zutaten für den gepflegten Musikgenuss vonnöten: Ein Smartphone, ein Abonnement bei einem Musik-Streaming-Anbieter und ein Internetzugang. Der Clou: Geld ist teilweise gar keine Bedingung.

Der Streaming-Markt wächst stetig, weswegen immer mehr Unternehmen auf den Zug aufspringen – Napster bietet sogar eine eigene Lösung für Unternehmen, die Musik-Streaming für sich nutzen wollen. Auch Huawei sprang auf den Zug auf und bietet seit 2020 mit Huawei Music einen eigenen Dienst. An dieser Stelle haben wir für dich jedoch die relevantesten Streaming-Anbieter herausgegriffen und die Konditionen miteinander verglichen.

Die besten Musik-Streaming-Dienste im Vergleich

Auf dem Markt für Musik-Streaming-Anbieter den Überblick zu behalten, ist gar nicht einfach. Zahlreiche Unternehmen buhlen um die Gunst neuer Kunden. Zu den bekanntesten zählen Spotify, Deezer, Napster und auch Apple Music. Die nachfolgende Tabelle soll einen Überblick zu den größten in Deutschland nutzbaren Anbietern sowie deren Konditionen geben.

 Monatlicher PreisProbelaufzeitKostenlose VersionVerfügbare SongtitelOffline-ModusParallele Geräte pro AccountVerfügbarkeit
Spotify
Studenten: 4,99 Euro
Regulär: 9,99 Euro
Familien: 14,99 Euro
30 TageJa50 Millionen Ja1 GerätiOS und Android
Apple Music
Studenten: 4,99 Euro
Regulär: 9,99 Euro
Familien: 14,99 Euro
3 MonateNein60 MillionenJaRegulär 1 Gerät, im Familien-Abo bis zu 10 GeräteiOS und Android
Google Play Music

Regulär: 9,99 Euro
Familien: 14,99 Euro
30 TageNeinÜber 40 MillionenJa1 GerätiOS und Android
Deezer
Premium: 0,99 Euro für drei Monate
Studenten: 4,99 Euro
Family: 14,99 Euro
HiFi: 14,99 Euro
Jahresabo: 99,90 Euro
3 MonateJa56 MillionenJa3 GeräteiOS und Android
Amazon Music
Unlimited: 7,99 Euro
Unlimited für Echo: 3,99 Euro
Unlimited für Familien: 14,99 Euro
30 TageNein50 MillionenJa1 GerätiOS und Android
Napster
Nur am PC: 7,95 Euro
PC und Mobil: 9,95 Euro
30 TageNein60 MillionenJa1 GerätiOS und Android
Tidal
Premium: ab 9,99 Euro
HiFi: ab 19,99 Euro
30 TageNeinÜber 60 MillionenJaBis zu 3 im Offline-ModusiOS und Android
SoundCloud
Go: 5,99 Euro
Go+: 9,99 Euro
Go: 7 Tage
Go+: 30 Tage
JaÜber 150 MillionenJa1 GerätiOS und Android
Aldi Life Music
7,99 Euro30 TageNein60 MillionenJaBis zu 3 im Offline-ModusiOS und Android
YouTube Music
Premium: ab 9,99 Euro
Premium für iOS: ab 12,99 Euro
Familie: 14,99 Euro
Studenten: 4,99 Euro
1 MonatJaÜber 40 MillionenJa3 GeräteiOS und Android

Spotify, Napster und Co. im Kontext

Im direkten Vergleich zeigt sich, dass sich die Angebote in der grundlegenden Ausstattung nur geringfügig unterscheiden. Allesamt bieten einen Zugang zu mindestens 30 Millionen Songs. Von Spotify über Apple Music bis hin zu SoundCloud und Aldi Life Musik bieten alle Dienste nicht nur Musik, sondern auch andere Inhalte. Diese belaufen sich auf Hörbücher und Hörspiele sowie auch Podcasts. Greift man im Alltag lieber auf das Radio zurück, werden Kunden von Apple Music oder Amazon Prime Music mit einer Vielzahl an Sendern ausreichend bedient.

Relativ neu am Markt ist YouTube Music. Google möchte sich mit seiner neuen Plattform gegen die alten Hasen Spotify, Deezer, Amazon Music oder Apple Music behaupten. Von Songs abgesehen profitiert YouTube Music vor allem von der herkömmlichen YouTube-Plattform und bietet Nutzern auch Videos von Fernsehsendungen, Konzerte und Ähnliches. Podcasts sind in einem geringen Umfang gegeben.

Besonderheiten der Musik-Streaming-Dienste

Um Kunden neue Musik und somit neue Erlebnisse bescheren zu können, ist in Streaming-Diensten ein Algorithmus integriert. Dieser sucht autonom Künstler heraus, die der Lieblingsmusik des Abonnenten nahezukommen versucht. Gefällt die vorgeschlagene Musik nicht, können zum Beispiel Spotify-Nutzer auf „Gefällt mir nicht“ klicken, wodurch der Künstler künftig nicht mehr angezeigt wird. Stattdessen können Anwender ihren Lieblingskünstlern folgen oder, wie im Falle von Napster, „Fan werden“. So erhalten sie Benachrichtigungen, sobald es Neuigkeiten gibt – zum Beispiel zu einem neuen Album.

Mit den Diensten lassen sich nicht nur Lieder hören – sie bieten teilweise auch praktische Funktionen. Napster oder Aldi Life Musik lassen sich auch zum Wecker umfunktionieren. Wie so oft bietet der Lebensmittel-Discounter seinen Musik-Streaming-Dienst in Kombination mit Mobilfunktarifen an. Punkten will Aldi hier mit Gratis-Einheiten.

Apple Music ist in erster Linie für Nutzer von iPhones und iPads zu empfehlen. Zwar gibt es auch eine Android-App. Es ist aber an vielen Stellen zu merken, dass Apple Music dafür entwickelt wurde, um direkt über Apple-Produkte verwendet zu werden.

Musik-Streaming-Anbieter: Kosten im Überblick

In aller Regel gibt es Musik-Dienste nicht kostenlos. Um potenzielle Kunden von sich überzeugen zu können, bieten die meisten Unternehmen allerdings eine kostenfreie Testphase an, die sich auf mindestens 30 Tage und maximal drei Monate beläuft. BIst du von dem Angebot überzeugt, wird danach eine monatliche Grundgebühr fällig, dessen Durchschnittspreis bei knapp 10 Euro liegt.

Lediglich Spotify, Deezer und SoundCloud gewähren eine kostenfreie Variante – mit Einschränkungen. Damit sich der Dienst trotzdem finanziert, müssen Kunden in regelmäßigen Zeitabständen Werbespots über sich ergehen lassen. Bei Spotify beispielsweise lassen sich außerdem keine Inhalte herunterladen und im Offline-Modus anhören. Weiterhin ist Musik vom Lieblingskünstler oder die eigens zusammengestellte Playlist nur in der Shuffle-Funktion nutzbar. Darüber hinaus wird Musik oftmals stärker komprimiert, also in einer schlechteren Tonqualität abgespielt. Ähnlich sieht es bei Deezer und SoundCloud aus.

Auch YouTube Music gibt es in einer Gratis-Variante. Allerdings unterscheidet sie sich in der kostenfreien Version nur unwesentlich von der Standard-YouTube-App. Man kann beispielsweise das Display nicht ausschalten, wenn man Songs hören will. Ansonsten wird sie, wie auch in der Standard-App, unterbrochen.

Abo-Varianten: Studenten, Familien und Rabatte

Abweichend von der monatlichen Gebühr für eine einzelne Person gibt es weitere Abonnement-Varianten. Studenten können je nach Anbieter von einem rabattierten Monatspreis profitieren. In vielen Fällen belaufen sich die Kosten auf maximal fünf oder sechs Euro. Es geht aber auch generell etwas günstiger (für knapp acht Euro bei Aldi Life Music) oder etwas teurer (für knapp 20 Euro bei Tidal für ein sogenanntes HiFi-Abo).

Drücken lassen sich die monatlichen Kosten vor allem in Familienkreisen. Sogenannte Familienmitgliedschaften, wie sie zum Beispiel bei Google Play Music, Apple Music oder Spotify buchbar sind. Für in der Regel knapp 15 Euro pro Monat ist es möglich, das Musik-Streaming auf mehreren Geräten gleichzeitig zu nutzen. Sowohl bei Spotify als auch bei Apple und Google ist das Familien-Abo auf bis zu sechs Geräte beschränkt.

Einen anderen Weg geht Tidal, wo ein Familien-Abo jeden Monat zwischen 14,99 Euro für zwei Personen und 29,99 Euro für fünf Personen kostet. Als Alternative zur monatlichen Zahlung bietet unter anderem Amazon auch Jahresbeiträge an, der sich dann auf 99,90 Euro beläuft.

So viel Datenvolumen verbraucht Musik-Streaming

Auch wenn man per Flatrate auf Musik zugreifen kann, sollte man auch die eigene Mobilfunkflatrate im Hinterkopf behalten, denn: Du musst damit rechnen, dass ein recht hoher Datenverbrauch anfällt. Je nachdem wie stark die zu übertragene Musik komprimiert wird, fällt der Datenverbrauch unterschiedlich hoch aus. Wer im Schnitt 30 Minuten täglich auf einen Musik-Streaming-Dienst zurückgreift, muss am Ende des Monats mit einem Datenverbrauch zwischen 1 und 1,8 GB rechnen.

Bei Tarifen mit eher durchschnittlichem Datenvolumen lohnt sich der eingeführte Offline-Modus. Hat man Songs vorab heruntergeladen und lokal auf dem Smartphone gespeichert, stehen Inhalte unterwegs zur Verfügung, ohne Belastung des Datenvolumens. Die Funktion hat zudem den Vorteil, dass Nutzer auch im Ausland auf ihre Lieblingsmusik Zugriff haben. Je nachdem verfügen andere Länder über andere Hörlizenzen, wodurch viele Titel oftmals außerhalb Deutschlands nicht zur Verfügung stehen. Für Vielhörer bieten sich alternativ auch Tarif-Zusatz-Optionen wie beispielsweise StreamOn von der Deutschen Telekom an.

Musik-Streaming und Sprachassistenten

Möchte man seinen Streaming-Dienst auf dem Handy beispielsweise per Bluetooth mit einem Lautsprecher verbinden, kann je nachdem Alexa, Siri oder der Google Assistant dabei behilflich sein. Die Sprachassistenten sind in der Regel eng mit einem bestimmten Streaming-Dienst verknüpft; in Fällen wie Amazon Music, Deezer oder Apple Music funktioniert die Sprachsteuerung aber nur mit dem Premium-Account.

Möchte man seine Musik-App sprachlich steuern, kann beispielsweise die Wiedergabe auf Zuruf starten. Dem Sprachassistenten lässt sich ebenso befehlen, welche Playlisten, Radios, Songs oder Alben er abspielen soll. Auch die Lautsprecher, die man ansteuern will, kann man über den integrierten Assistenten bestimmen.

 Amazon AlexaApple SiriGoogle Assistant
Spotify JaJaJa
Apple MusicNeinJaNein
Google Play MusicNeinNeinJa
DeezerJaJaJa
Amazon Prime MusicJaNeinNein
NapsterJaNeinJa
TidalJaNeinNein
SoundCloudNeinNeinNein
Aldi Life MusicNeinNeinNein
YouTube MusicNeinJaJa

Musik offline hören

Eine der wichtigsten Funktionen einer bezahlten Flatrate ist es, dass die auf das Handy geladenen Songs auch offline hörbar sind. Eine solche Funktion ist inzwischen bei allen namhaften Musik-Flatrates inklusive und schont das wertvolle mobile Datenvolumen enorm. Jeder Nutzer kann sein Handy also im heimischen WLAN-Netzwerk oder auch unterwegs an jedem Gratis-Hotspot ohne Extrakosten mit frischen Songs, Alben oder eigens zusammengestellten Playlisten bestücken. Allerdings benötigst du für den Offline-Modus in der Regel ein Premium-Abonnement.

Überall dort, wo auf eine WLAN- oder LAN-Verbindung zurückgegriffen werden kann, stehen die genannten Musik-Flatrates auch als klassisches Live-Streaming zur Verfügung.

Abo für Musik-Streaming kündigen

Ein langfristiges Abo muss für eine Musik-Flatrate nicht eingegangen werden. Alle Anbieter erlauben es, das Musik-Streaming-Abo zum Monatsende wieder zu kündigen. Allerdings geht dann auch sämtliche Musik, die nicht einzeln gekauft wurde, wieder verloren.

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1 KOMMENTAR

  1. Napster lässt sich nicht in Deutschland mit Alexa steuern. Das Plugin gibt es gibt es nicht in Europa, leider.

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