Telekom giftet gegen 1&1: Darum geht es

2 Minuten
Die Telekom hat kurz vor dem Fest der Liebe wieder die Giftpfeile aus dem Köcher geholt und giftet gegen ihren Lieblings-Wettbewerber 1&1. In einem Weihnachtsvideo in den sozialen Medien machen sich die Bonner über die Nachbarn aus Montabaur und ihr Geschäftsmodell lustig.
Telekom-Logo
Telekom-LogoBildquelle: Thorsten Neuhetzki

So darf das Video der Telekom durchaus als Provokation verstanden werden. Zur Melodie von Jingle Bells singt ein vermeintlicher Kinderchor reichlich schräg:

1&1, 1&1,
mietet hier und mietet da.
Das macht’s einfach, ist doch klar!
Hey! 1&1, 1&1,
baut doch selbst mal eins,
Bagger gibt es überall,
für Highspeed schnell wie Schall

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Die Telekom trifft 1&1 damit an einem wunden Punkt. Denn weite Teile des Geschäftes von 1&1 sind in der Tat seit Anbeginn des Unternehmens darauf ausgelegt, dass man Leitungen und Leistungen bei anderen Anbietern einkauft und unter eigenem Namen verkauft. Dieses Geschäftsmodell existierte schon zu ISDN- und Modem-Zeiten und zieht sich bis heute mit VDSL, Glasfaser und Mobilfunk durch.

Doch inzwischen hat 1&1 im Konzern der Mutter United Internet sehr wohl auch eigene Leitungen. So hat man sich vor einigen Jahren den Glasfaser-Netzbetreiber Versatel einverleibt, der sein Netz für Geschäftskunden weiter ausbaut. Das Netz wird künftig als Vorleistung für das eigene 1&1 Mobilfunknetz dienen.

Eigenes 1&1-Netz entsteht mit wenig Aufwand

Der United Internet-Konzern investiert also nicht nur in Glasfaser-Leitungen, sondern auch in ein eigenes Mobilfunknetz. Allerdings: Hier darf der Vorwurf der Telekom, dass sich 1&1 überall einmietet, durchaus als gerechtfertigt angesehen werden. Denn abgesehen von der Anbindung der Sendemasten durch die eigene Glasfaser mietet sich 1&1 hier alles zusammen.

Der Netzbetrieb und die Netzplanung hat man an Rakuten ausgelagert. Sendemasten sowie die Genehmigungsprozesse und das Aufhängen der Antennen übernimmt die Vodafone-Sendemasten-Tochter Vantage Towers. Sendemasten, die 1&1 nicht direkt über Versatel erreichen kann, bindet man über Glasfaserleitungen von anderen Glasfaser-Anbietern an. Und dort, wo man keine „eigenen“ Sender hat, nutzt man das Netz von O2. Keiner der bisherigen Netzbetreiber in Deutschland dürfte mit so wenig eigenem Aufwand gestartet sein.

Telekom: „Ein bisschen Spaß muss sein“

Am Ende gibt sich die Telekom aber versöhnlich gegenüber 1&1 und sammelt die Giftpfeile wieder ein. „Ein bisschen Spaß muss sein. Wir haben euch lieb, 1und1“, ist am Ende des Videos zu lesen. Das verwundert letztlich nicht. Denn auch, wenn 1&1 der Telekom Festnetzkunden abnimmt – die Telekom verdient an den meisten Kunden noch immer mit. Denn die meisten Leitungen bei DSL und VDSL muss 1&1 bei der Telekom einkaufen.

Schon gestern hat sich die Telekom übrigens in ähnlicher Weise an O2 abgearbeitet.

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9 KOMMENTARE

  1. Andre

    Doch, es gab ein Anbieter, der wirklich alles mietete. Nur der Name war was eigenes
    Quamm
    Falls es noch jemand kennt.
    Und wie sonst,sollte ein neuer Anbieter Adhoc ein neues Netz aus dem Boden Stampfen?

    Antwort
  2. blu

    Telekom und 1&1 ärgern sich ständig aber dann arbeiten sie doch zusammen. Hass liebe alles nur Gerede. Naja ein bisschen lustig isses. Frohe Weihnachten!

    Antwort
  3. Ratzekal

    Liebe Telekom,
    ihr seid, seit alles privatisiert wurde, deutlich teurer. Aber nicht deutlich besser. Alle Anbieter sind eine Katastrofe bzl. Kundenservice und Leistung. Jedes 3. Welt Land steht besser da. Zurück zu eurer alten Qualität aus den 80ern. Dann sind sicherlich viele Gewerbetreibede bereit mehr zu bezahlen.

    Antwort
  4. Anno 1980

    Wenigsten schickt 1&1 nicht irgendwelche zwielichtige Mitarbeiter die einem weiß machen wollen das das Netz automatisch auf glasfaser umgestellt wird und man deswegen jetzt bei ihnen den Vertrag machen muss .Gerade vor gestern waren sie wieder da um 18:30 .Ich hab damals bei der Telekom angerufen und mich über die Masche beschwert der Mitarbeiter hatte nix besseres zu tun als zu fragen ob der Mitarbeiter wo bei mir war unfreundliche gewesen sei.Bevor ich auflegte sagte ich noch die sollen es nicht wagen nochmal hier aufzutauchen mit so lügen Märchen sonst zieh ich dem nächsten Mitarbeiter was über den Schädel. Das war im Sommer jetzt Monate später probieren Sie es wieder. Das ist ganz armselig und schäbig so Kunden abzuwerben. Eigentlich müsste 1&1 die Telekom verklagen wegen so einer masche. Und das war tatsächlich so bevor irgendwelche angeblichen Mitarbeiter oder Kunden von der Telekom behaupten das stimme nicht .

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  5. Tommypommes

    Wenn die DTAG jetzt noch 100% mobiles Arbeiten einführt und wir da nicht mit ziehen haben wir in spätestens 1 Jahr keine qualifizierten Mitarbeiter in der Entstörung mehr und bekommen auch keine neuen Mitarbeiter dazu.

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  6. Mike

    Das Telefonnetz wurde vom Staat durch Steuergelder aufgebaut.
    Streng genommen gehört jedem Steuerzahler ein Teil davon.
    Mit der Privatisierung zur AG wurden die hoffnungsvollen Bürger mit der Telekom-Aktie noch mal geschröpft.
    Dieses Unternehmen vermietet seine Leitungen – die sie selbst kostenlos vom Staat erhalten hat – zu Höchstpreisen an
    die Mitbewerber… Preistreiber Telekom.
    Dank Provider wie u.a. 1&1 zahlen wir keine 98€ für einen DSL16 Anschluß….

    Antwort
  7. Dj-FreDDy

    🤔😁 da hustet gerade der Richtige, 1&1 mietet wenigstens die Leitungen die sie brauchen dazu 😡 die Telekom hat ein vollständiges Netz von den Bürgern der Bundesrepublik Schmarotzt 😡 und bekommt es nicht Mal hin das auf dem technisch neusten Stand zu halten ( was im Vertrag mit der Bundesnetzagentur vereinbart ist/war ) also wer ist hier derjenige der rumschmarotzt 🤔 ich denke eher das ist die Telekom ❗😡

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  8. Rixc

    Die Telekom sollte erstmal gewisse Drosselungen an den 1&1 Anschlûssen entfernen. So geschehen an meinem Abschluss. Maximale Übertragungsrate gedrosselt ohne vorhersehbaren nachvollziehbaren Grund. 1&1 kann nix machen.

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  9. Otomo

    6 Monate billig (der Preis aus der Werbung) und dann wird es richtig teuer. Am Ende spart man nichts. Wer hats erfunden? 1&1

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