Samsung hat still und leise ein neues Einsteiger-Smartphone in Europa gestartet. Das Galaxy A18 LTE, das bei Händlern teilweise auch als Galaxy A18 4G gelistet wird, ist auch in Deutschland schon bei ersten Online-Shops zu haben. Der Preis von rund 270 Euro wird aber zum Problem.
Das steckt im Samsung Galaxy A18
Das Samsung Galaxy A18 beerbt das Galaxy A17 in der LTE‑Variante. Die wichtigste Neuerung sitzt unter der Haube: Statt des Helio G99 von Mediatek sorgt jetzt Samsungs eigener Exynos 1610 für den Antrieb. Er bietet acht Kerne, von denen zwei mit bis zu 2,4 GHz takten, sechs weitere mit bis zu 2 GHz, und wird im 5‑nm-Verfahren gefertigt.
Der Bildschirm misst 6,7 Zoll, setzt auf Super-AMOLED, löst mit 2.340 x 1.080 Pixeln auf und bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 90 Hertz. Die 13-Megapixel-Frontkamera steckt in einer tropfenförmigen Aussparung, was im Jahr 2026 altbacken wirkt. Hinten gibt es eine 50-Megapixel-Hauptkamera ohne optischen Bildstabilisator, dazu eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 5 und eine Makro-Kamera mit 2 Megapixeln. Videos nimmt das A18 maximal in Full HD mit 30 Bildern pro Sekunde auf.

Der Akku fasst 5.000 mAh und lädt mit bis zu 25 Watt. Neu ist die Schutzklasse IP64, das Gehäuse ist also staubdicht und gegen Spritzwasser geschützt. Mit an Bord sind außerdem ein microSD-Slot, NFC, Wi-Fi 5 und USB-C, allerdings nur mit mäßigem Tempo. Ab Werk läuft Android 17 mit One UI 9. Obwohl es sich um ein Einsteiger-Handy handelt, verspricht Samsung sechs große Android-Updates und Sicherheitspatches bis Ende Oktober 2032. Das ist stark.
Warum das Galaxy A18 trotzdem keine große Chance hat
Das größte Manko: 5G fehlt komplett. Das passt nicht zum langen Update-Versprechen. Wer ein Handy sechs Jahre lang nutzen soll, kauft beim Mobilfunk schon heute Technik von gestern. In Zeiten, in denen die meisten Handytarife 5G ohne Aufpreis bieten, ist das nicht mehr akzeptabel.
Dazu kommt der Preis. In Frankreich verkauft Samsung das A18 mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher für 280 Euro, hierzulande liegen die ersten Angebote bei knapp 270 Euro. Zum Vergleich: Das Galaxy A17 in der LTE-Version startete vor einem Jahr bei rund 200 Euro. Und das mit 6 GB RAM. Die aktuelle Speicherkrise schlägt also auch beim neuen Samsung Galaxy A18 LTE voll durch.
Und erschwerend kommt hinzu, dass die Konkurrenz erdrückend ist. Und sie kommt teils aus dem eigenen Haus. Das Galaxy A17 5G bekommst du aktuell schon für rund 180 Euro. Das Galaxy A26 5G mit 120-Hz-Display und IP67-Zertifizierung startet im Preisvergleich derzeit bei rund 220 Euro. Und Xiaomis Redmi Note 15 5G mit Snapdragon 6 Gen 3, 120-Hz-AMOLED und 5.520-mAh-Akku gibt es beispielsweise ab etwa 185 Euro.
Fazit: Warten lohnt sich
Das Galaxy A18 4G ist kein grundsätzlich schlechtes Smartphone. Das AMOLED-Display, der IP64-Schutz und der lange Update-Support sind echte Argumente für einen Kauf. Gerade dann, wenn es sich um ein Zweithandy handeln soll oder wenn es vielleicht beim Wechsel auf die weiterführende Schule verschenkt werden soll. Oder wenn du ein Handy suchst, das für nicht viel mehr als das Telefonieren und das zwischenzeitliche Surfen im Internet zum Einsatz kommen soll.
Aber Teil der Wahrheit ist ganz sicher auch: Zum aktuellen Preis gibt es schlicht keinen Grund, zuzugreifen. Interessant wird das Handy frühestens, wenn der Preis deutlich unter 200 Euro fällt. Bis dahin fährst du mit einem der oben genannten 5G-Modelle besser. Gut möglich ist, dass das neue Smartphone mit der Zeit auch bei Aldi ins Angebot kommt. Und spätestens dann dürfte der Preis richtig interessant werden.
Übrigens: Einzelne Shops verkaufen das Samsung Galaxy A18 LTE auch mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Speicherplatz. Dann werden aktuell aber schon rund 450 Euro fällig. Fast schon absurd viel. Da lohnt sich ein Kauf im Vergleich mit dem Wettbewerb noch viel weniger.

Dass Smartphones teurer werden, kennen wir von Flaggschiffen längst. Mit dem Samsung Galaxy A18 kommt der Trend jetzt auch im Einsteigerbereich an. Und das tut weh. Rund 80 Euro Aufpreis zum Vorgänger, dafür weniger RAM und weiterhin kein 5G: Das ist für mich kein Fortschritt. Steigende Kosten für Speicherchips mögen ein Grund sein, eine Ausrede sind sie nicht. Ich würde aktuell zum Galaxy A17 5G greifen und das A18 erst ab 180 Euro abwärts ernsthaft in Betracht ziehen.
