Das neue Signature 27 ist die zweite Generation der Signature-Reihe. Der Vorgänger kam im Januar 2026 auf den Markt. Neu ist das Namensschema: Die „27“ steht für die letzten beiden Ziffern des kommenden Jahres. Motorola positioniert das Gerät also als Flaggschiff für 2027, obwohl es laut Hersteller noch 2026 weltweit erscheinen soll. Wann genau? Noch offen. Vielleicht schon im Laufe des kommenden Monats, vielleicht aber auch erst gegen Jahresende.
Motorola Signature 27: Echte Oberklasse
Der größte Kritikpunkt am ersten Signature war der Smartphone-Prozessor. Der Snapdragon 8 Gen 5 im Vorgänger liegt eine Stufe unter dem Snapdragon 8 Elite Gen 5, der unter anderem in einer leicht modifizierten Form im Galaxy S26 Ultra steckt. Diese Schwäche räumt Motorola jetzt gründlich aus. Das Signature 27 bekommt nämlich den neuen Spitzen-SoC von Qualcomm.
Der US-amerikanische Halbleiterhersteller hat nämlich beim Snapdragon Summit auf Hawaii, wo auch das Motorola-Smartphone seine namentliche Premiere feierte, zwei neue Top-Chips vorgestellt: Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 und Snapdragon 8 Elite Gen 6. Beide werden im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt und nutzen zwei Prime-Kerne mit bis zu 5 GHz sowie sechs Performance-Kerne mit bis zu 4 GHz.
Exklusiv für die Extreme-Version sind 8K-Videos mit 60 statt 30 Bildern pro Sekunde, Hardware-Unterstützung für die Profi-Codecs APV und VVC sowie ein um 50 Prozent größerer Speicher für die KI-Einheit, der deutlich größere KI-Modelle lokal ausführen können soll. Für Spiele gibt es zusätzlich 18 MB dedizierten Grafikspeicher und eine KI-gestützte Bildverbesserung namens Neural Fusion.
Damit die Leistung nicht nach wenigen Minuten einbricht, verbaut Motorola im neuen Signature-Smartphone ein neues Kühlsystem: ArcticMesh. Es kombiniert ein mit Diamantpartikeln angereichertes Wärmeleitgel, Flüssigmetall, ein Kupfergeflecht und eine dreidimensionale Wärmeableitung (3D-Vapor-Chamber). Ob das Handy die Leistung unter Dauerlast tatsächlich hält, muss zu einem späteren Zeitpunkt ein Test zeigen.
200 Megapixel fürs Tele statt für die Hauptkamera
Spannend ist die Aufteilung der Kamera. Samsung setzt beim Galaxy S26 Ultra auf 200 Megapixel in der Hauptkamera, Motorola dagegen im Periskop-Teleobjektiv. Die Hauptkamera nutzt „nur“ einen 50-Megapixel-Sensor von Sony. Dazu kommen eine Einheit zur Videooptimierung, die Farbe und Belichtung per KI in Echtzeit anpasst, und eine optische Bildstabilisierung mit 3,5 Grad Ausgleich.

Einen Haken gibt es beim Zoom. Motorola wirbt mit „Super Zoom Pro“ und bis zu 100‑fachem Zoom, der mit generativer KI arbeitet. Bei solchen Zoomstufen erfindet die KI Details hinzu, die der Sensor so nie aufgenommen hat. Das kann beeindruckend aussehen, ist aber kein echtes, klassisches Foto mehr. Welchen optischen Zoomfaktor das Periskop bietet, verrät Motorola bisher nicht. In Teasern sind vier Kameras auf der Rückseite zu sehen. Offiziell benannt hat Motorola bisher aber nur zwei davon.
Sound, Design und Updates
Und noch mehr ist neu. Das Motorola Signature 27 ist nämlich das erste Motorola-Smartphone mit „Audio by B&O“. B&O? Ja, genau: Bang & Olufsen. Es kommt also Akustikkompetenz eines deutschen Herstellers zum Einsatz. Motorola verspricht: Du kannst zwischen verschiedenen Klangmodi für Musik, Filme, Gaming und Podcasts wählen. Beim Vorgänger kümmerte sich noch Bose um die Abstimmung der Stereo-Lautsprecher.
Das Gehäuse besteht aus Aluminium mit abgerundeten Kanten. Das Kameramodul kombiniert Keramik und gebürstetes Aluminium. Zum Start soll es zwei Farben geben: Coal Smoke mit gewebter Oberfläche, die besseren Halt bieten soll. Und Capulet Olive mit textilartigem, gebürstetem Finish.
Und noch etwas ist für dich als potenziellen Smartphone-Käufer nicht zu vernachlässigen. Motorola verspricht sieben Betriebssystem-Upgrades. Laut Kleingedrucktem gibt es außerdem bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates ab dem weltweiten Marktstart, abhängig von Markt und ggf. vom Netzbetreiber, bei dem du das Smartphone kaufst. Damit liegt Motorola auf dem Niveau von Samsung.
Bei der integrierten KI setzt Motorola auf Google Gemini. Dazu gehören Gemini Omni, das aus Prompts, Fotos oder Videos fertige Clips erstellen kann. Und Lyria für KI-generierte Musik. Das sind allerdings Google-Dienste und keine Motorola-Erfindungen. Ob und welche dieser Funktionen exklusiv auf dem Signature 27 laufen, sagt Motorola nicht.
| Motorola Signature 27 | Samsung Galaxy S26 Ultra | Apple iPhone 18 Pro Max | |
|---|---|---|---|
| Chip | Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 (2 nm) | Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3 nm) | A20 Pro (2 nm) |
| Hauptkamera | 50 Megapixel | 200 Megapixel | 48 Megapixel (mit variabler Blende) |
| Tele | 200 Megapixel Periskop | 50 Megapixel Periskop | 48 Megapixel |
| Update-Zusage | sieben Jahre | sieben Jahre | mindestens fünf Jahre (wahrscheinlich länger) |
| Marktstart | vrsl. noch 2026 | März 2026 | September 2026 |
| Preis (UVP) | vrsl. mehr als 1.000 € | 1.449 € | 1.599 € |
Was Motorola noch verschweigt
Also alles paletti beim Motorola Signature 27? Nicht wirklich. Die Liste der offenen Punkte ist nämlich lang. Es gibt noch keine Angaben zu Preis, keine Infos zum Display, keine Details zum Akku oder zur Ladeleistung. Und auch zum integrierten Arbeitsspeicher, zu Speichervarianten und zum Wasserschutz hüllt sich Motorola noch in Schweigen. Gleiches gilt für den Marktstart. Offiziell heißt es nur, das Signature 27 komme voraussichtlich 2026 weltweit auf den Markt.
Zur Einordnung hilft ein Blick auf den Vorgänger. Das erste Signature bietet ein 6,8 Zoll großes AMOLED-Display mit 165 Hz, einen 5.200 mAh großen Akku mit 90 Watt kabelgebundenem und 50 Watt kabellosem Laden sowie IP68/IP69-Schutz. Und all das bei nur 7 mm Dicke und 186 Gramm Gewicht.
Der unverbindliche Verkaufspreis (UVP) lag zum Start bei knapp 1.000 Euro. Mit dem teureren Chip und der neuen Kamera dürfte der Preis aber steigen. Nicht zu vergessen ist auch die weltweite Speicherkrise, die Smartphones gegenwärtig teurer macht. Das dürfte auch bei Motorolas neuem Flaggschiff-Smartphone nicht anders sein.
Für wen lohnt sich das Signature 27?
Das Signature 27 ist interessant, wenn du ein Android-Flaggschiff mit maximaler Leistung willst und nicht zu Samsung greifen möchtest. Gamer profitieren von der stärkeren Grafik und den Extreme-exklusiven Gaming-Funktionen. Auch Zoom-Fans dürften neugierig sein, weil ein 200-Megapixel-Periskop mehr Spielraum beim Zuschneiden verspricht. Hinzu kommen Nutzer, die Wert auf Design, Haptik und guten Sound legen, und alle, die ihr Handy dank sieben Jahren Updates lange behalten wollen. Bei Videos gilt ein Vorbehalt. Der Chip beherrscht 8K mit 60 fps und Profi-Codecs. Ob Motorola diese Funktionen im Signature 27 auch freischaltet, hat der Hersteller bislang nicht bestätigt.
Für wen eher nicht?
Wer aufs Geld achten muss, ist beim Signature 27 vermutlich falsch. Der Preis dürfte über dem des Vorgängers liegen. Und ein Galaxy S26 Ultra gibt es heute schon für unter 850 Euro. iPhone-Nutzer im Apple-Ökosystem finden auch keinen zwingenden Grund zum Wechsel. Für Besitzer des ersten Signature lohnt sich das Upgrade nach nur gut einem Jahr allenfalls, wenn ihnen die Leistung nicht reicht.
Und wer ohnehin warten kann, sollte das auch tun. Nicht nur, weil der Preis bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres fallen dürfte. Auch hier lohnt sich ein Vergleich zum Vorgänger, den es aktuell bereits für 729 Euro zu kaufen gibt und der teilweise im Rahmen von Sonderangeboten sogar schon für unter 700 Euro zu haben war.
Hinzu kommt: Das Samsung Galaxy S27 Ultra, das vermutlich eine ähnliche Leistung bieten und vielleicht sogar den gleichen Chip inkludiert haben wird, ist bereits in Sicht. Im Januar oder Februar kommenden Jahres dürfte der Verkauf starten.
Fazit: Leistung satt – zum vermutlich hohen Preis
Motorola behebt mit dem Signature 27 den größten Schwachpunkt des Vorgängers und liefert beim Chip echte Spitzenklasse. Ob daraus ein echter Konkurrent für Samsung und Apple wird, entscheiden Preis, Akku und Alltagstauglichkeit. Genau dazu schweigt Motorola aber noch. Wir werden das Handy im Blick behalten und dich informieren, sobald es alle weiteren Details zu vermelden gibt.
Mit dem Signature 27 behebt Motorola genau den Fehler, der den Vorgänger ausgebremst hat. Der Extreme-Chip von Qualcomm und das 200-Megapixel-Tele sind echte Ansagen. Eine abschließende Einordnung ist aber noch nicht möglich. Solange Details zu Preis, Akku und Display offen sind, ist das Signature 27 ein Versprechen, kein Produkt. Und mit dem Galaxy S27 Ultra steht ein namhafter Konkurrent wohl schon Anfang 2027 vor der Tür. Bleibt Motorola beim Preis spürbar unter Samsung und Apple, wird es richtig spannend.
