Der chinesische Hersteller Poco bringt mit der F9-Serie zwei neue Flaggschiff-Smartphones auf den Markt: das Poco F9 Ultra und das Poco F9 Pro. Auf dem Papier liest sich das beeindruckend: Snapdragon 8 Elite Gen 5 als Prozessor, ein dedizierter Gaming-Chipsatz und bis zu 185 Hz Bildwiederholfrequenz in ausgewählten Spielen. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Der Spaß hat seinen Preis. Und das ist dann auch der entscheidende Nachteil. Ein Preis-Leistungs-Wunder war Poco früher fast immer mit seinen neu vorgestellten Handys. In diesem Fall kommen aber eher weitere Luxus-Smartphones auf den Markt.
Poco F9-Serie: Technische Daten im Überblick
Beim Poco F9 Ultra, dem Topmodell mit bis zu 1 TB internem Speicherplatz und bis zu 16 GB Arbeitsspeicher (RAM), setzt Poco auf:
- den Snapdragon 8 Elite Gen 5 als System on a Chip (SoC) plus zusätzlichen VisionBoost-D8-Chip für die Bildverarbeitung
- ein 6,9 Zoll großes AMOLED-Display (2.608 x 1.200 Pixel) mit 185 Hz und bis zu 10.000 Nits an maximaler Helligkeit
- eine 200-Megapixel-Hauptkamera mit Bildstabilisierung sowie 5-fach-Periskopzoom beim Teleobjektiv, flankiert von einer 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera
- einen riesigen 8.050-mAh-Akku mit 100‑Watt-Schnellladung (kabelgebunden) und 50 Watt kabellos
- ein neues Sound-Tuning von Bose über ein 2.1-Kanal-Lautsprechersystem
Das kompaktere Poco F9 Pro ist mit einem etwas kleineren 6,59-Zoll-Display ausgestattet, bietet sonst aber die gleiche Displaytechnik. Dazu gesellen sich ein 6.330-mAh-Akku und neben der Hauptkamera nur eine 50-Megapixel-Telekamera mit 2,5-fachem Zoom. Es bietet also eine abgespeckte, aber immer noch solide Ausstattung.

Der Haken: der Preis
Kritisch betrachten muss man aber die Preisgestaltung: Das Poco F9 Ultra startet – auch getrieben durch die aktuell hohen Preise für Speicherchips – bei 1.099,90 Euro (UVP) für 12/256 GB und klettert bis auf 1.399,90 Euro für die 1-TB-Version. Das Poco F9 Pro ist mit 899,90 bis 999,90 Euro zwar günstiger, bewegt sich aber ebenfalls weit über dem, was man von Poco-Smartphones bisher gewohnt war. Die Marke positionierte sich lange als Preis-Leistungs-Tipp. Doch mit der F9-Serie rückt sie näher an waschechte Flaggschiff-Preisregionen von Samsung oder Apple heran.
Immerhin gibt es einen Trost: Noch bis zum 21. September 2026 gelten Early-Bird-Preise, die teils deutlich unter dem unverbindlichen Verkaufspreis liegen. Beispielsweise 829,90 Euro für das Ultra-Basismodell oder 739,90 Euro für das Pro-Einstiegsmodell. Schnell zu sein, lohnt sich also.
Lohnt sich der Kauf?
Wer maximale Gamingleistung, ein extrem helles Display und hochwertige Kamera-Hardware sucht und bereit ist, wie bei einem echten Flaggschiff zu zahlen, bekommt beim Poco F9 Ultra ordentlich Technik fürs Geld. Beispielsweise ein AMOLED-Panel mit 185 Hz, wo andere Handys sonst nur 120 Hz oder maximal 144 Hz bieten. Auch der riesige Akku mit einer Kapazität von mehr als 8.000 mAh ist ein echtes Ausrufezeichen. Das dedizierte Subwoofer-Modul mit Bose-Zertifizierung und RGB-Beleuchtung ist ein weiteres Highlight. Es wird besonders Gamer ansprechen.
In jedem Fall empfiehlt sich ein Blick auf die Early-Bird-Rabatte. Oder auch ein Blick auf das günstigere Pro-Modell, wenn du mit einer etwas abgespeckten Ausstattung leben kannst. Und ebenfalls lohnt sich ein Vergleich mit etablierten Flaggschiffen, die für ähnliches Geld ebenfalls einiges bieten. Aber: Die Zeiten, in denen Poco automatisch das günstigste High-End-Gerät im Feld war, sind vorbei.
Ich gebe zu: Die Zahlen der POCO F9 Serie beeindrucken mich. 185 FPS, ein Display mit bis zu 10.000 Nits und ein 8.050-mAh-Akku sind Werte, die man sonst nur bei echten Flaggschiffen sieht. Auch der Bose-Sound ist ein nettes Extra. Trotzdem bleibt ein Störgefühl: Für über 1.000 Euro erwarte ich mehr Konkurrenz auf Augenhöhe, und die gibt es im Flaggschiff-Segment reichlich. Wer die Early-Bird-Rabatte nutzt oder zum Pro-Modell greift, macht das bessere Geschäft. Zur vollen UVP würde ich eher zu etablierten Alternativen raten. Vielleicht fallen die Preise aber auch schneller als wir aktuell denken.
