IFA-Highlight: Diese Handys haben ein Display, das es so noch nie gab

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TCL zeigt auf der IFA mit seinen neuen Smartphones P80 Ultra, P80 Pro und P80, dass man noch echte Innovationen in Handys bauen kann. Das Highlight: ein Display, das NXTPAPER erstmals mit AMOLED kombiniert. Wir ordnen ein, was genau dahintersteckt.
TCL P80 Ultra
Bei den neuen Smartphones von TCL ist nicht (nur) die Kamera das Highlight.Bildquelle: TCL

Großer Aufschlag auf dem Messegelände in Berlin: Auf der IFA 2026 hat TCL nicht nur Fernseher, Kühlschränke und moderne KI-Begleiter gezeigt, sondern auch drei neue Smartphones auf Basis von Android 16: das TCL P80 Ultra, das TCL P80 Pro und das TCL P80. Die eigentliche Neuheit steckt im Display der beiden Top-Modelle. Und die ist tatsächlich eine Weltpremiere, auch wenn die zugrunde liegende Idee nicht neu ist.

Das Besondere der neuen TCL-Handys: NXTPAPER trifft erstmals auf AMOLED

TCL P80 Ultra und TCL P80 Pro sind laut Hersteller die weltweit ersten Smartphones, die TCLs NXTPAPER-Technologie mit einem modernen AMOLED-Panel kombinieren. Beide Geräte bieten eine Bildschirmgröße von 6,83 Zoll (2772 x 1280 Pixel) mit 120 Hz Bildwiederholrate und bis zu 3.200 Nits Spitzenhelligkeit und laut Hersteller ein schnelles Ansprechverhalten, wenn mit dem Finger über das Display gewischt wird.

Was das in der Praxis bedeutet: Du bekommst die satten Farben und knackigen Kontraste, die AMOLED-Displays ausmachen, kombiniert mit den augenschonenden Eigenschaften von NXTPAPER. Die Farbtemperatur des Bildschirms passt sich automatisch an den Tagesrhythmus an, wird also nach Sonnenuntergang wärmer und reduziert so Blaulicht.

TCL P80 Ultra mit NXTPAPER-AMOLED-Technologie.
TCL kombiniert seine NXTPAPER-Technologie jetzt mit AMOLED-Display-Technik. Bildquelle: TCL

Über eine eigene NXTPAPER-Taste schaltest du zwischen verschiedenen Anzeigemodi um. Der Paper-Mode simuliert mit anpassbaren, papierähnlichen Farbtönen das Lesegefühl eines Buchs, der Max-Ink-Mode verwandelt das Display in eine monochrome, ablenkungsfreie Anzeige fürs konzentrierte Lesen. Dann sind auch Benachrichtigungen stummgeschaltet und der Akkuverbrauch soll sich spürbar verringern.

TCL P80 Ultra: Der Zoom-Spezialist

Das TCL P80 Ultra positioniert sich als Topmodell der Serie und setzt beim Kamerasystem auf eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit dreifachem optischem und bis zu sechsfachem verlustfreiem Zoom. Dazu gibt es optische und elektronische Bildstabilisierung (OIS und EIS). Ergänzt wird sie durch eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit großem 1/1,56-Zoll-Sensor sowie ebenfalls OIS und EIS. Dazu gesellen sich eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus und eine 32-Megapixel-Frontkamera.

Unter der Haube arbeitet der MediaTek Dimensity 7400 Elite, kombiniert mit 8 GB RAM (erweiterbar um bis zu 16 GB virtuellen Speicher) und bis zu 512 GB Speicherplatz. Der 5.800-mAh-Akku lädt laut TCL mit bis zu 45 Watt über den USB-Anschluss auf. Der Hersteller verspricht vier große Android-Updates und bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates.

TCL P80 Ultra Kamera
Das TCL P80 Ultra hat eine 50-Megapixel-Periskop-Telekamera an Bord. Bildquelle: TCL

TCL P80 Pro: Der ausgewogene Allrounder

Das P80 Pro teilt sich das NXTPAPER-AMOLED-Display mit dem Ultra-Modell, verzichtet aber auf die Periskop-Telekamera. Stattdessen setzt TCL hier auf ein ausgewogenes Gesamtpaket: 50-MP-Hauptkamera mit demselben 1/1,56-Zoll-Sensor, 8-MP-Ultraweitwinkel, 32-MP-Frontkamera, denselben Dimensity-7400-Elite-Chip, denselben 5.800-mAh-Akku mit 45-Watt-Laden und ebenfalls bis zu 512 GB Speicher. Farblich gibt es das P80 Pro in Sunlit Gold und Midnight Blue. Auf die Burgundy-Variante wird im Vergleich zum Ultra-Modell verzichtet.

TCL P80 Pro in Blau
Auch in stilvollem Blau erhältlich: das TCL P80 Pro. Bildquelle: TCL

TCL P80: Schlank statt Schnickschnack

Das Einstiegsmodell TCL P80 verzichtet komplett auf NXTPAPER und die entsprechende Taste. Übrig bleibt ein 6,83 Zoll großes AMOLED-Display mit der gleichen Auflösung der beiden Top-Modelle und 120 Hz sowie bis zu 3.200 Nits. Verpackt ist das Ganze in ein schlankes (8,3 mm) und leichtes (178 Gramm) Gehäuse. Als Antrieb dient der etwas schwächere MediaTek Dimensity 7300 Elite, der Akku fällt mit einer Kapazität von 5.000 mAh ebenfalls kleiner aus. Flash-Speicher gibt es wahlweise mit 128 oder 256 GB, ebenfalls in Sunlit Gold oder Midnight Blue. Wichtig zudem: Anders als bei den beiden Top-Modellen gibt es hier nur drei große Android-Updates.

TCL P80
Basis-Smartphone: das neue TCL P80. Bildquelle: TCL

Die P80-Serie ist ab sofort erhältlich. Das Basismodell mit 258 GB wird ab 380 Euro angeboten. Mit 128 GB Speicherplatz dürfte der Preis bei Verfügbarkeit schnell unter die 300-Euro-Schallmauer fallen. Die Pro-Variante gibt es für 430 Euro mit 256 GB Speicher und für 500 Euro mit 512 GB Speicherplatz. Das Ultra-Modell wiederum kannst du für 600 Euro (8/512 GB) kaufen.

Was alle drei Modelle gemeinsam haben

Unabhängig vom Modell bekommst du Stereo-Lautsprecher mit DTS-Sound und bis zu 300 Prozent höherer Lautstärke im Lautsprechermodus, IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub sowie ausgewählte MIL-STD-810H-Tests für zusätzliche Robustheit. Im Lieferumfang ist bei allen drei Geräten eine Schutzhülle enthalten. Ein Ladegerät fehlt hingegen. Aber das ist bei vielen anderen aktuellen Smartphones der Gegenwart nicht anders.

Bei der Software setzt TCL auf praktische KI-Funktionen: Google Gemini, Circle to Search, Echtzeit-Untertitel, Übersetzungsfunktionen, smarte Sprachnotizen sowie „Ask AI“. Per Drei-Finger-Wisch nach oben lässt sich die KI direkt aus jeder App heraus befragen. Die Verfügbarkeit der einzelnen Funktionen variiert allerdings je nach Region und Modell und wird teils erst per Update nachgereicht.

Für wen ist die P80-Serie gedacht?

TCL staffelt die Serie klar nach Prioritäten statt nach einem simplen Gut-Besser-Best-Schema: Das P80 Ultra richtet sich an alle, die oft unterwegs fotografieren und dabei auch auf optischen Zoom Wert legen. Das P80 Pro zielt auf Nutzer, die das komfortable NXTPAPER-AMOLED-Display wollen, aber auf die Telekamera verzichten können. Das P80 wiederum spricht alle an, die ein schlankes, alltagstaugliches Smartphone ohne Extras suchen und dabei auf ein bestmögliches Preis-Leistungs-Verhältnis achten.

Insgesamt bleibt die Serie damit im typischen TCL-Terrain: solide Mittelklasse-Hardware mit einem klaren Differenzierungsmerkmal. In diesem Fall dem Display. Klar zu erkennen ist, dass TCL darauf verzichtet, zu einem Rundumschlag gegen die Top-Modelle von Samsung oder Apple auszuholen. Stattdessen gibt es zumindest hinsichtlich des Ultra- und Pro-Modells interessante Extras, die sich von Samsungs Galaxy-A-Klasse abgrenzen.

Neue Technologie oder alter Wein in neuen Schläuchen?

Aber ist der NXTPAPER-Ansatz nun gänzlich neu? Nicht wirklich. Denn TCL bringt die Technologie bereits seit 2021 in Tablets und seit 2023 auch in Smartphones zum Einsatz. Bislang aber immer auf LCD-Basis, als bewusster Kompromiss zwischen E-Ink-artiger Augenschonung und den lebendigeren Farben, die AMOLED bietet.

Die eigentliche Neuerung beim P80 Ultra und P80 Pro ist also nicht das Prinzip „augenschonendes Display“, sondern die Kombination aus NXTPAPER-Technologie und einem waschechten AMOLED-Panel. Diesen Schritt hat laut TCL noch kein anderer Hersteller vollzogen.

Interessant ist dabei aber ein Detail aus dem Kleingedruckten der eigenen Produktseiten: TCL schränkt den Begriff „Exklusive NXTPAPER Technologie“ dort selbst ein und schreibt, er sei reine Markenpositionierung. Er bedeute nicht, dass andere Unternehmen keine vergleichbaren augenfreundlichen Displaylösungen anbieten. Sprich: Andere Hersteller lösen das Thema Augenkomfort mit eigenen Software-Ansätzen wie Blaulichtfiltern oder Lesemodi durchaus auch. Nur eben nicht unter einer derart tief integrierten, markenrechtlich geschützten Technologie mit eigener Hardware-Taste.

Kommentar

Von Hayo Lücke

Die NXTPAPER-AMOLED-Kombi bei P80 Ultra und P80 Pro ist ein cleverer Schachzug von TCL, weil sie ein echtes Alleinstellungsmerkmal liefert, statt nur an der Megapixelzahl zu schrauben. Wer viel liest oder lange aufs Handy starrt, spürt den Unterschied im Alltag wahrscheinlich wirklich. Revolutionär ist das aber nicht. TCL kombiniert vielmehr zwei bekannte Technologien geschickt neu. Fotofans greifen zum Ultra mit Zoom-Kamera, alle anderen fahren mit dem günstigeren Pro vermutlich genauso gut.

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