Erste Wi-Fi-8-Router auf der IFA: Der Standard kommt erst 2028

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TP-Link zeigt auf der IFA in Berlin die nach eigenen Angaben weltweit ersten WLAN-Router mit Wi-Fi 8. Klingt nach der nächsten Highspeed-Stufe im WLAN. Doch den Standard, mit dem geworben wird, gibt es noch nicht. Fertig sein soll er 2028.
Deco 8 Ultra von TP Link steht auf einem Tisch
Deco 8 Ultra von TP-Link: Wi Fi 8 kommtBildquelle: TP-Link

Zwei Geräte mit dem neuen Wi-Fi 8 stellt TP-Link in den Hallen unterm Funkturm in Berlin aus: den Router Archer 8 Ultra und das Mesh-System Deco 8 Ultra. Beide funken mit Wi-Fi 8, einem Standard, den es noch gar nicht gibt. Was sie kosten, sagt der Hersteller nicht. Wann sie in den Handel kommen, auch nicht. Vorbestellen kannst du den Archer 8 Ultra ab dem 30. September. Dann will TP-Link in einem Online-Event nachlegen und alle Details verraten. Bis dahin seien die Infos auf der Messe „vorerst limitiert“, schreibt das Unternehmen selbst.

Wi-Fi 8 ist noch kein fertiger Standard

Technisch heißt Wi-Fi 8 IEEE 802.11bn; verabschiedet ist der Standard noch nicht. Die Normungsgremien peilen 2028 an. Die Zertifizierung durch die Wi-Fi Alliance soll Anfang 2028 starten. Was jetzt auf der Messe steht, basiert auf einem Entwurf. Bei Wi-Fi 7 lief es genauso: Geräte gab es ab Anfang 2023, veröffentlicht wurde der Standard erst im Juli 2025.

Wi-Fi 8 macht dein WLAN nicht schneller. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt auf dem Niveau von Wi-Fi 7. Der Standard trägt intern den Namen „Ultra High Reliability“. Es geht um stabile Verbindungen am Rand der Wohnung, weniger Abbrüche, weniger Verzögerung. Schnell ist das WLAN trotzdem. TP-Link wirbt mit 19 Gbit/s beim Router und 22 Gbit/s beim Mesh-Set. Das sind, wie (leider) branchenüblich, addierte Bruttowerte über alle Frequenzbänder. Nutzbar davon dürfte grob die Hälfte sein.

Doch abgesehen davon, dass Wi-Fi 8 noch kein finaler Standard ist: Selbst wenn du dir diesen Router jetzt anschaffen würdest, hättest du ohnehin kein Endgerät, das Wi-Fi 8 beherrscht. Was TP-Link zeigt, ist jedoch der Beginn eines neuen WLAN-Standards – irgendwie muss es ja losgehen. Sofort kaufen muss man den Router deswegen nicht.

Konkreter wird es beim zweiten Thema auf der IFA: Über die TP-LinkBox 7, den ersten Router, den TP-Link exklusiv für Deutschland baut, haben wir im Mai bereits von der ANGA COM berichtet. Offen war damals der Preis. Jetzt nennt ihn der Hersteller: 179,90 Euro. Im hauseigenen Tapo Store kostet die Box zum Start 149,90 Euro, allerdings begrenzt auf 50 Stück und nur bis zum 10. September. Ein Straßenpreis ist das nicht. Eher ein Marketing-Gag für eine sehr kleine Zielgruppe. Doch auch mit dem angepeilten Preis von knapp 180 Euro macht der Router preislich eine gute Figur.

Kurios: Während TP-Link sich dafür feiert, bei Wi-Fi 8 vorne mit dabei zu sein, ist ausgerechnet das Gerät für den deutschen Markt ein Wi-Fi-7-Router ohne 6-GHz-Band. Nur so ließ sich aber vermutlich der Preis realisieren. Das 6-GHz-Frequenzband ist keine Pflicht, aber einer der großen Vorteile von Wi-Fi 7. Die Frequenzen sind kaum belegt und bieten die Möglichkeit, auf kurze Distanzen innerhalb der Wohnung sehr hohe Datenraten per Funk zu übertragen.

Was bleibt nach den Neuerscheinungen übrig?

Wer jetzt einen Router braucht, kauft Wi-Fi 7. Auf Wi-Fi 8 zu warten, lohnt sich frühestens, wenn es Handys, Notebooks und Fernseher gibt, die es nutzen können. Und die kommen erst in den nächsten Jahren.

Willst du mehr zu den Routern und Wi-Fi 7 wissen? Am Samstag ab 11 Uhr ist TP-Link bei uns zu Gast im Livestream von der IFA in Berlin.

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