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Ein Gerät, zwei Anschlussarten: Die FritzBox DSL/Fiber 7-90 funkt mit Wi-Fi 7 auf drei Bändern und soll 429 Euro kosten. Ab Oktober kommt sie zuerst über die Provider, im eigenen Shop erst zum Jahresende, hieß es auf der IFA. Der Shop selbst spricht derzeit vom 1. Quartal 2027. Das überrascht: Üblicherweise dauert es zwischen Ankündigung und Marktstart mitunter ein Jahr. Gleichzeitig ist der Preis höher, als manch Kunde erhofft haben dürfte. Anderthalb Jahre Entwicklung stecken drin, sagt Fritz!-Chef Jan Oetjen. Der größte Teil davon steckt nicht in der Funktechnik, sondern im Gehäuse.
Warum die Box so aussieht, wie sie aussieht
Denn das Auffälligste an der 7-90 ist ihre Form. Die Anschlüsse sitzen alle unten, hinter einer Abdeckung, die Kabel laufen darunter weg. Kein Kabelzopf mehr hinter dem Sideboard. „Die FritzBox ist jetzt auch wirklich eine Box“, sagte Oetjen auf der IFA-Pressekonferenz in Berlin.
Dahinter steckt Marktforschung, und die fiel eindeutig aus. Wichtigstes Kaufargument sei die Zuverlässigkeit, noch vor Geschwindigkeit und Reichweite. Zum Vergleich: Design und Größe kamen auf zehn Prozent. Oetjen deutet das so: „Keiner möchte einen Designgegenstand haben und sagen: Oh wow, das kann auch WLAN.“ Entwickelt werde deshalb „von innen nach außen“, nicht andersherum.
Dazu kommt, wo die Geräte wirklich stehen. 45 Prozent im Wohnzimmer. 22 Prozent im Flur. Acht Prozent im Keller oder in der Abstellkammer. Fünf Prozent sogar im Schlafzimmer. Deshalb gibt es keinen aktiven Lüfter. Ein Brummen neben dem Bett will niemand.
Fritz! hatte im Vorfeld der Entwicklung und der Pressekonferenz Kundenfotos gesammelt. Mehrere Hundert Zusendungen gab es. Das Ergebnis hat wenig mit den Pressebildern aus dem Designerregal zu tun. Router hinter der Stehlampe. Router im Telefontischchen auf dem Flur, das längst zu klein ist. Oetjen selbst spottet über die eigenen Hochglanzmotive und sagt: „Irgendwann haben auch wir eingesehen, dass die Menschen und Architekten das Haus nicht um die Box herum planen.“
Fast ein Viertel der Nutzer hängt die Box an die Wand, ein weiteres Drittel legt sie flach hin. Die Aufhängung der 7-90 passt deshalb auf die Bohrlöcher alter FritzBoxen. Die Bohrmaschine kannst du stecken lassen.

Die beleidigte Glasfaser
Auch die versenkten Buchsen haben einen handfesten Grund. Wer schon mal einen Glasfaseranschluss hatte, kennt das dünne Kabel mit dem empfindlichen Stecker. Einmal gegen die Wand geschoben, einmal geknickt, und nichts geht mehr. Laut Oetjen ist das einer der häufigsten Ausfallgründe überhaupt: „Die Glasfaser ist sehr schnell beleidigt.“ Der Kunde denke dann, die Box sei kaputt oder der Anbieter habe abgeschaltet. Dabei ist es nur der Knick im Lichtwellenleiter.
Robust ist auch der Rest. Auf der Bühne ließ Oetjen eine 500 Gramm schwere Stahlkugel auf das Gehäuse fallen; im Labor waren es 100 Gramm von der Seite. Die Box lief weiter. Ein netter Messetrick, zugegeben. Aber er passt zur Ansage: Das Ding soll überall stehen können, auch auf dem Boden. Als wäre es geplant, fiel dem Router-Chef die neue FritzBox auf der Bühne auch aus den Händen. Sie funktionierte weiterhin.
Innen wandert die Elektronik nach unten, die elf Antennen sitzen oben, damit sie weniger Störfeuer abbekommen. Trotz Triband zieht das Gerät nach Fritz-Angaben 12 Watt. Nur 12 Watt, muss man sagen. Bei Millionen Geräten im Dauerbetrieb spare man mit zwei, drei Watt „schnell mal ein halbes Kraftwerk“, so Oetjen. Bedient wird die Box über eine Taste und eine Leuchte. Grün, rot, aus. „Viel mehr Zustände gibt es da eigentlich nicht.“ Alles Weitere mache die App.
Wi-Fi 8: schneller wird es nicht, es kommt aber schnell
Bleibt die Frage nach dem nächsten WLAN-Standard. Die Antwort dürfte manchen enttäuschen. Mehr Spitzentempo bringt Wi-Fi 8 nicht. „Die gesamte Bandbreite, die Geschwindigkeit, nimmt zwar nicht zu“, sagt Oetjen, „aber beim klassischen Produkt sehen wir statistisch doch bessere Durchsatzraten.“ Besser werden soll es also im Alltag, nicht im Datenblatt. Mehr Durchsatz bei normalen Verbindungen. Besserer Empfang an den Rändern des Funknetzes, in der Branche Rate over Range genannt. Sauberere Übergaben, wenn du mit dem Handy von einem Repeater zum nächsten läufst. Und vor allem eine Priorisierung von Video- und Sprachpaketen. „Was auf jeden Fall deutlich verbessert werden wird, ist das Priorisieren von Datenpaketen“, so Oetjen. Heißt für dich: Die Videokonferenz soll durchhalten, auch wenn nebenan jemand streamt.
Die ersten Chips mit Wi-Fi 8 liegen bei Fritz! im Labor, die ersten Geräte sollen schon in der ersten Jahreshälfte 2027 kommen, und auch das nur, wenn der Standard bis dahin final ist. Hier war zuletzt von 2028 zu hören und zu lesen. Auf die Frage, ob Wi-Fi 8 schneller angenommen wird als Wi-Fi 7, antwortete Oetjen ausweichend: Man sei „noch im Zeitalter von Wi-Fi 7“, viele Hersteller verkauften weiter jede Menge Wi-Fi 6. Wie schnell der Wechsel laufe, hänge vor allem davon ab, was Wi-Fi 8 im Labor am Ende wirklich leiste. Mitbewerber TP-Link hatte seinen WiFi 8 Router bereits vorgestellt.
So geht es weiter
Fritz wird sich von der alten Bauform und der alten Namensbezeichnung verabschieden. Natürlich nicht bei Routern, die man schon vorgestellt hat, sondern bei künftigen Geräten. Alte Boxen behalten ihre Nummern, umbenannt wird nichts. Der Formfaktor wird zur Familie: eine kleinere Variante für die Einstiegsklasse, eine Pro-Version nach oben, auch die Repeater sollen folgen.
Und wenn du ohnehin wechseln willst: Zum 40. Geburtstag zahlt Fritz! 40 Euro für alte Boxen zurück. Du bestellst neu, meldest die Rücksendung an, ziehst die Daten um und schickst die alte Box erst weg, wenn alles läuft. Die Aktion endet am 10. September. Für die neueste FritzBox gilt das aber noch nicht, sie ist noch nicht vorbestellbar. Außerdem gilt die Aktion nur für eine direkte Bestellung bei Fritz!
