Mehr Speicherplatz: Diese Apps kannst du auf dem Handy sofort löschen

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Taschenlampe, QR-Scanner, Dateiversand oder Musikerkennung: Vieles, wofür du früher eine eigene App gebraucht hast, kann Android inzwischen selbst. Wir zeigen dir sechs App-Typen, die nur unnötig Speicher fressen und bei denen das Löschen teils sogar die Sicherheit erhöht.
Android-Smartphone mit Apps in der Hand eines Mannes vor dunklem Hintergrund.
Viele Apps, die du auf einem Smartphone findest, brauchst du gar nicht. Wir zeigen dir, welche genau.Bildquelle: i_am_zews / ShutterStock.com

Speicherplatz ist auf Smartphones die vielleicht wichtigste Währung. Und die gute Nachricht ist: Zahlreiche Apps kannst du bedenkenlos löschen, um zusätzlichen Speicher freizuschaufeln. Das System oder die ohnehin vorinstallierten Google-Apps erledigen Dinge längst selbst, für die früher Hilfe anderer Apps notwendig war. Die alten Helfer belegen aber trotzdem Speicher, schicken unnötige Benachrichtigungen und greifen im Zweifel auf Daten zu, die sie gar nicht brauchen. Wir zeigen dir sechs App-Typen, die du in den meisten Fällen ohne Bedenken löschen kannst.

1. Cleaner-, Booster- und Akkuspar-Apps

Ganz oben auf der Liste stehen Apps, die versprechen, dein Handy schneller zu machen, den Akku zu schonen oder Datenmüll zu entfernen. Aktuelle Android-Versionen verwalten Arbeitsspeicher und Hintergrundprozesse selbst. Beendet eine Booster-App andere Apps zwangsweise, müssen diese beim nächsten Öffnen komplett neu starten. Und das kostet eher Akku, als es spart. Speicherplatz räumst du direkt in den Einstellungen unter „Speicher“ auf. Wer mehr will, nimmt die kostenlose App „Files by Google“: Sie zeigt große Dateien, Duplikate und lange nicht genutzte Apps an.

Dazu kommt ein Sicherheitsproblem. Sicherheitsfirmen wie Trend Micro und McAfee haben im Play Store wiederholt Cleaner-Apps entdeckt, die Werbebetrug betrieben oder Schadsoftware nachluden. In einem von McAfee aufgedeckten Fall aus dem Jahr 2022 kamen 13 solcher Apps zusammen auf über acht Millionen Downloads. Und die Smartphone-Nutzer bekamen selten bis nie etwas davon mit.

Auch einen zusätzlichen Virenscanner brauchst du auf deinem Handy übrigens nicht zwingend, solange du Apps nur aus dem Play Store installierst. Denn Google Play Protect prüft sie dort automatisch. Wer häufig APK-Dateien aus anderen Quellen lädt, ist mit einer seriösen Sicherheits-App aber besser bedient.

2. Taschenlampen-Apps

Ein Relikt aus der Frühzeit der Smartphones. Seit Android 5.0 aus dem Jahr 2014 sitzt die Taschenlampe als Kachel in den Schnelleinstellungen. Auf vielen Geräten lässt sie sich zusätzlich über den Sperrbildschirm oder per Geste starten. Bei Samsung regelst du auf vielen Smartphones per langem Druck auf die Kachel sogar die Helligkeit.

Gerade bei Taschenlampen-Apps lohnt das Löschen doppelt. Sie fielen in der Vergangenheit nämlich durch Datensammelei auf. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC ging schon 2013 gegen den Entwickler der damals millionenfach installierten App „Brightest Flashlight Free“ vor. Der Vorwurf: Die App hatte Standortdaten und Geräte-IDs an Werbenetzwerke weitergegeben, ohne die Nutzer ausreichend darüber aufzuklären.

Apps auf dem Display eines Smartphones in der Nahaufnahme.
Es gibt viele Apps auf dem Smartphone aber viele davon braucht man gar nicht. Bildquelle: senrakawa / ShutterStock.com

3. SHAREit, Xender und andere Transfer-Apps

Apps wie SHAREit oder Xender waren lange beliebt, um Fotos und Videos ohne Kabel von einem Handy aufs andere zu schieben. Heute übernimmt das auf Android-Smartphones Quick Share, das du direkt im Teilen-Menü deines Smartphones findest. Seit Google seinen Dienst Nearby Share mit Samsungs Quick Share zusammengelegt hat, funktioniert der Austausch herstellerübergreifend.

Spannend ist hauptsächlich die Brücke zu Apple: Seit November 2025 können Pixel-10-Modelle Dateien direkt per AirDrop mit iPhones, iPads und Macs tauschen. 2026 hat Google die Funktion auf weitere Smartphones ausgeweitet, darunter die Galaxy-Reihen S24, S25 und S26. Damit entfällt für viele der Umweg über Messenger oder Cloud-Links.

4. Dokumentenscanner wie CamScanner

Wer Rechnungen, Verträge oder Formulare digitalisieren will, greift oft zu spezialisierten Scanner-Apps. Viele davon setzen in der Gratisversion auf Werbung, Wasserzeichen oder Abo-Hinweise. Für den Alltag reicht die Scanfunktion von Google Drive, das auf den meisten Android-Handys vorinstalliert ist.

Über das Plus-Symbol in Google Drive und den sich dann öffnenden Menüpunkt „Scannen“ erkennt die App die Ränder eines Dokuments, schneidet es zu und fasst mehrere Seiten zu einer PDF-Datei zusammen. Samsung-Nutzer können Dokumente zusätzlich direkt mit der Kamera-App erfassen. Wer sehr viel scannt und etwa Unterschriften oder eine ausgefeilte Ordnerstruktur benötigt, bleibt mit einer Spezial-App aber flexibler.

5. QR-Code-Scanner

Kamera öffnen, auf den Code halten, Link antippen. Mehr braucht es auf aktuellen Android-Geräten nicht. Viele Handys bieten zusätzlich eine QR-Kachel in den Schnelleinstellungen, und Google Lens liest Codes auch aus Screenshots oder Fotos in der Galerie aus.

Heißt: Eine zusätzliche Scanner-App auf dem Smartphone ist überflüssig. Hinzu kommt, dass Sicherheitsforscher in der Vergangenheit mehrfach auf vermeintlich harmlose Scanner-Apps stießen, die als Einfallstor für Banking-Trojaner dienten. Auch hier ist also enorme Vorsicht geboten.

6. Shazam und andere Musikerkennungs-Apps

Im Café läuft ein Song, aber du kennst den Titel nicht? Shazam muss dafür nicht mehr zwingend aufs Handy. Auf vielen Pixel- und Galaxy-Modellen startest du „Circle to Search“ und tippst auf das Notensymbol. Google erkennt dann Musik, die auf dem Handy läuft, aus der Umgebung kommt oder die du summst.

Auf anderen Geräten hilft die Google-App mit der Funktion „Song suchen“, Pixel-Besitzer haben mit „Now Playing“ sogar eine automatische Erkennung. Wer eine lange Shazam-Liste mit gespeicherten Treffern pflegt, sollte vor dem Löschen aber prüfen, ob sie gesichert ist.

Vor dem Löschen: Archivieren und Deaktivieren

Betonen möchten wir an dieser Stelle aber auch, dass nicht jede App sofort komplett verschwinden muss. Seit Android 15 kannst du Apps archivieren. Die App selbst wird dann entfernt, deine Daten bleiben aber erhalten. Brauchst du sie doch wieder, lädst du sie mit einem Tipp neu herunter.

Verstehen muss man auf Android-Handys auch, dass sich vorinstallierte Apps des Herstellers oft nicht deinstallieren lassen. Du kannst sie aber in den App-Einstellungen deaktivieren. Dann schicken sie keine Benachrichtigungen mehr und laufen auch nicht im Hintergrund.

Du merkst: Wer nur die Grundfunktionen braucht, kommt mit Bordmitteln eines Android-Smartphones heute bereits sehr weit. Spezial-Apps lohnen sich vorwiegend dann, wenn du ihre Extras wirklich nutzt. Und dann zum Teil auch bereit bist, dafür zu bezahlen.

Profilbild von Hayo Lücke

Kommentar

Von Hayo Lücke

Ich gebe zu: Bis zur Recherche für diesen Artikel hatte ich selbst noch Shazam und eine Scanner-App auf dem Handy, obwohl beides längst mit Bordmitteln geht. Und damit bin ich sicher nicht allein. Viele Apps landen aus einem guten Grund auf dem Smartphone und bleiben dann einfach liegen, lange nachdem das System die Aufgabe übernommen hat. Ein kritischer Blick in die App-Liste lohnt sich deshalb. Wer weiß, was er wirklich braucht, spart Speicher, Benachrichtigungen und im besten Fall auch Ärger mit fragwürdigen Datensammlern.

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