Krasse Preiserhöhungen: 3 Gründe, warum Handys immer teurer werden

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Google Pixel 10a, Samsung Galaxy S26 und sogar Einsteiger-Handys: Smartphones werden spürbar teurer, teils nachträglich um 100 Euro und mehr. Wir erklären die drei wichtigsten Gründe für die aktuelle Preistreiberei und zeigen dir, wie du beim Smartphone-Kauf trotzdem sparen kannst.
Smartphones liegen auf einem Schreibtisch im Sonnenlicht.KI-generiertes Bild
Ein neues Smartphone zu kaufen, wird gegenwärtig immer teurer. Dafür gibt es Gründe. Bildquelle: ChatGPT / inside digital

Wer gerade ein neues Smartphone sucht, braucht starke Nerven. Beim Aktualisieren unserer Kaufberatungen ist uns aufgefallen, dass selbst günstige Einsteiger-Handys heute fast durchgehend 50 bis 100 Euro mehr kosten als noch vor drei Monaten. Und bekannte Modelle werden sogar nachträglich teurer. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich sinken Preise nach dem Marktstart.

Google Pixel 10a und Samsung Galaxy S26: Teurer statt günstiger

Beispiel: Google verlangt im eigenen Store für das Pixel 10a mit 128 GB inzwischen 649 statt 549 Euro, die 256-GB-Version kostet 749 Euro. Schon die Pixel-11-Serie war im August mit rund 100 Euro höheren Einstiegspreisen gestartet. Einen Grund für die Preiserhöhung wollte Google auf Anfrage von inside digital nicht nennen.

Auch Samsung hat Anfang Oktober mit höheren Preisen nachgezogen. Galaxy S26, S26+ und S26 Ultra kosten im deutschen Samsung-Shop jeweils mindestens 100 Euro mehr. Das Galaxy S26 startet nun bei 1.099 statt 999 Euro, das S26 Ultra bei 1.549 statt 1.449 Euro. Nur das Galaxy S26 FE bleibt bei 799 Euro. Doch was treibt die Preise aktuell in immer neue Höhen?

Grund 1: Die KI-Branche saugt den Speichermarkt leer

Der mit Abstand wichtigste Treiber ist die Speicherkrise. Speicherhersteller verlagern ihre Kapazitäten massiv auf HBM-Speicher für KI-Rechenzentren, weil dort die Margen höher sind. Für Smartphones bleibt weniger Arbeitsspeicher (LPDDR) und Flash-Speicher übrig. Laut Marktforscher Counterpoint stiegen die Preise für Smartphone-Speicher allein im zweiten Quartal 2026 um mehr als 80 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In Premium-Handys ist der Arbeitsspeicher inzwischen das teuerste Einzelbauteil. Noch vor dem Prozessor (SoC).

Am härtesten trifft es ausgerechnet günstige Modelle: Bei Einsteiger-Handys sind die Bauteilkosten laut Counterpoint im Jahresvergleich um rund 70 Prozent gestiegen, fast ausschließlich wegen des Speichers. Ein 1.000-Euro-Flaggschiff fängt höhere Kosten leichter auf als ein 200-Euro-Handy mit ohnehin knapper Marge. Dazu kommen teurere Prozessoren, denn Chips aus 3-Nanometer-Fertigung sind aufwendig und kostspielig.

Grund 2: KI-Funktionen brauchen teure Hardware

Doch die höheren Preise für Speicher sind nicht der einzige Grund, warum Handys immer teurer werden. Auch Extras wie Echtzeit-Übersetzung, generative Bildbearbeitung oder smarte Assistenten sorgen für steigende Kosten. Denn damit solche Funktionen direkt auf dem Gerät laufen, braucht es spezialisierte KI-Einheiten (NPUs) und vor allem mehr Arbeitsspeicher – also genau das Bauteil, das gerade knapp ist.

Hinzu kommen aufwendige LTPO-Displays mit variabler Bildwiederholrate, Periskop-Telekameras und eigene Sensor-Entwicklungen, die die Materialkosten pro Gerät nach oben treiben. Allerdings: Dieser Trend läuft seit Jahren und erklärt keine Preissprünge binnen weniger Monate. Counterpoint beobachtet sogar das Gegenteil. Wegen der hohen Speicherkosten führen Hersteller neue Display- und Kameratechnik derzeit langsamer ein.

Grund 3: Weniger Käufer, höhere Preise

Und es kommt noch ein weiterer Grund hinzu. Viele Nutzer behalten ihr Handy heute drei bis fünf Jahre statt früher nur zwei. Um sinkende Stückzahlen auszugleichen, setzen Hersteller auf einen höheren Durchschnittspreis pro Gerät. Die besten Features gibt es deshalb oft nur noch in Pro-, Ultra- oder Foldable-Modellen. Die Speicherkrise verschärft das: Marktforscher Omdia rechnet für 2026 mit rund 12 Prozent weniger ausgelieferten Smartphones weltweit, der Durchschnittspreis soll dagegen um 27 Prozent steigen.

Auch Update-Versprechen von bis zu sieben Jahren kosten Geld. Zudem schreibt die EU-Ökodesign-Verordnung seit Juni 2025 längere Update- und Ersatzteilversorgung vor. Für dich ist das gut, für Hersteller aber ein zusätzlicher Kostenfaktor.

So sparst du beim Handykauf trotzdem

Steigenden Preisen kannst du aber mit recht einfachen Mitteln entgegenwirken. Wir haben einige Tipps und Tricks für dich zusammengetragen, wie du beim Kauf eines Smartphones Geld sparen kannst.

  • Straßenpreis statt Hersteller-Shop: Die Erhöhungen betreffen vor allem die UVP und die Shops der Hersteller. Ein Preisvergleich lohnt sich, denn in anderen Onlineshops sind die gleichen Geräte meist viel günstiger.
  • Nicht zu lange warten: Ein schnelles Ende der Speicherkrise ist aktuell nicht in Sicht. Nachfolge-Modelle vieler Hersteller dürften eher teurer starten, wie man es jüngst auch bei der neuesten iPhone-Generation von Apple gesehen hat. Gezielt Rabattaktionen wie den Black Friday zu nutzen, kann sich ebenfalls lohnen.
  • Vorjahresmodell kaufen: Ältere Modelle werden in der Regel weiter günstiger und bekommen oft noch jahrelang Updates.
  • Speicher clever wählen: Der Aufpreis für mehr Speicher ist gerade besonders hoch. Prüfe ehrlich, ob dir vielleicht 128 oder bei teureren Modellen 256 GB reichen, und lagere Fotos in die Cloud aus.
  • Refurbished prüfen: Generalüberholte Geräte mit Garantie sind oft deutlich günstiger. Achte bei einem Gebrauchtwaren-Kauf aber unbedingt auf Akkuzustand und die verbleibende Update-Dauer.
  • Eintauschprämie nutzen: Viele Händler und Hersteller nehmen dein altes Handy in Zahlung. Das ist oft nicht nur einfacher, sondern auch mit weniger Stress verbunden als ein Verkauf über Kleinanzeigen. Du solltest aber auch die Ankaufpreise genau vergleichen. Denn auch hier gibt es hohe preisliche Unterschiede.
  • Tarif-Bundle durchrechnen: Manchmal kann es sich auch lohnen, ein neues Handy in Kombination mit einem neuen Handytarif zu kaufen. Vergleiche die Gesamtkosten über die Laufzeit mit Gerät plus SIM-only-Tarif.
  • Altes Handy länger nutzen: Die vielleicht einfachste Möglichkeit, Geld zu sparen: dein aktuelles Handy weiter nutzen. Ein Akkutausch kostet oft nur einen Bruchteil eines Neugeräts.
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Kommentar

Von Hayo Lücke

Ich finde die aktuelle Entwicklung ehrlich gesagt bitter, vor allem für alle, die einfach nur ein solides Handy für 200 oder 300 Euro wollen. Genau dort schlägt die Speicherkrise am härtesten zu. Trotzdem rate ich von Panikkäufen ab: Die UVP-Erhöhungen sind im Handel oft noch gar nicht oder nur in Teilen angekommen. Und gerade bei Vorjahresmodellen und refurbished Geräten gibt es weiter faire Preise. Wer sein Handy ohnehin bald ersetzen muss, sollte allerdings nicht ewig auf bessere Zeiten warten.

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