9-Euro-Ticket: Der Nachfolger wird kommen – doch eine Frage bleibt offen

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Lange wurde über den Nachfolger des 9 Euro-Ticket diskutiert und verschiedenste Modelle vorgestellt. Nun scheinen sich Bund und Länder geeinigt zu haben: Ein neues Ticket kommt. Die Frage: Werden es die Bürger zahlen?
Aus dem Kölner Hauptbahnhof fährt ein Zug raus.
Der Nachfolger des 9 Euro-Tickets kommt.Bildquelle: Pixel2013 / pixabay

Die Gespräche rund um den Nachfolger des 9-Euro-Tickets halten an. Schon vor Ablauf des günstigen Nahverkehrstickets wurden Stimmen laut, die nach einer Weiterführung verlangten. Unter anderem von deutschen Verkehrsverbünden, aber auch Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Die überraschende Meldung: Bund und Länder scheinen sich nun geeinigt zu haben.

Nachfolger für das 9 Euro-Ticket kommt

Wie das zdf berichtet, haben sich die Bundesländer für einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets ausgesprochen. Man einigte sich darauf, die Kosten für ein weiterhin kostengünstiges Nahverkehrsangebot mitzutragen. Das neue Ticket soll ab Januar für Bürger zur Verfügung stehen.

Weiterhin offen ist jedoch, wie die Finanzierung ablaufen soll. Angesichts dessen verlangen die Länder eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel. Dabei handelt es sich um Gelder für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der pro Jahr überwiesen wird. Laut zdf verlangen die Länder für das Ticket 1,65 Milliarden Euro zusätzlich. Die Koalition hatte bereits angekündigt, sich mit 1,5 Milliarden Euro jährlich zu beteiligen. Allerdings nur dann, wenn die Bundesländer mindestens denselben Betrag beisteuern.

Details bis Mitte Oktober

Da weder zur Finanzierung noch zu den Konditionen des nachfolgenden Tickets Details bekannt sind, soll eine Arbeitsgruppe sich damit näher auseinandersetzen. Bis Mitte Oktober soll auf diese offenen Fragen Antworten gefunden werden, denn dann findet die Verkehrsministerkonferenz statt.

Von besonderem Interesse ist der Preis. Im Vorhinein gab es diverse Vorschläge, die sich bis auf 365 Euro erstreckten. Die Bremer Verkehrsministerin Maike Schaefer (Grüne) betont, dass das Ziel ein 49 Euro teures Ticket sei. Das Ticket müsse Entlastung in Zeiten von explodierenden Energiepreisen sein. Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schlägt in diese Kerbe und stellt heraus, dass der Nachfolger „einfach und preisgünstig“ sein müsse. Volker Wissing (FDP), Minister für Digitales und Verkehr, erinnerte indes an die Schuldenbremse, die den Rahmen für alle weiteren Handlungen gäbe.

Der Preis ist heiß: Deutsche haben Obergrenze

Obwohl das 9-Euro-Ticket mit Kusshand genommen wurde, sind Deutsche nicht bereit, jeden Preis für einen Nachfolger zu zahlen. Dass es eine Grenze gibt, ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey. Rund 30 Prozent sind nur bereit, 29 Euro auszugeben. Knapp 20 Prozent sprechen sich für einen Maximalbetrag von 49 Euro aus, was dem Vorhaben laut Schaefer gleich kommen würde. Nur 7 Prozent würden das Ticket hingegen für 69 Euro kaufen, wie es bereits diskutiert wurde.

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2 KOMMENTARE

  1. Paul

    50€ im Monat für das Bundesland – bei den Großen (wie NRW, BaWü, Bayern) zumindest die Hälfte. +20€ als bundesweite Option.

    Im Gegenzug dann aber sämtliche Verkehrs- und Tarifverbünde (wie VRS/VRR, RMV, HVV, MVV usw.) abschaffen, viele Zehntausende Automaten kann man dann ebenfalls einsparen – und zack, paar Milliarden gespart.

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  2. Ursula Hoffman

    Ich finde die Gasumlage schon immer eine Zumutung.Die Bürger sind nicht dafür da die Konzerne zu retten, das ist die Aufgabe der Politik.

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