Böse Vorahnung: Intel verkündet, dass Chip-Krise noch länger andauern wird

3 Minuten
Intel verkündet, dass der Chipmangel den Tech-Sektor noch bis 2024 lähmen könnte. Wer sich nach einer Playstation 5, einer Xbox Series X oder Grafikkarten von AMD und NVIDIA sehnt, wird auch in den kommenden Jahren weiterhin auf Schwierigkeiten stoßen.
Intel verkündet - Chipmangel könnte Techsektor noch bis 2024 lähmen
Intel verkündet - Chipmangel könnte Techsektor noch bis 2024 lähmenBildquelle: Photo by Slejven Djurakovic on Unsplash

Videospiel-Konsolen und Grafikkarten, die ein jeder wieder in üblicher Menge erhalten kann? Das scheint bis auf Weiteres eine vergebliche Hoffnung zu sein. Intel verkündet, dass der Chipmangel den Tech-Sektor noch bis 2024 lähmen könnte. Im schlimmsten Fall könnte die Knappheit der beliebten Produkte also noch mehrere Jahre andauern.

Intel verkündet: Halbleiter-Knappheit wird voraussichtlich bis 2024 andauern

Intels CEO, Pat Gelsinger teilte CNBN am Freitag mit, dass er erwarte, dass die Halbleiter-Industrie mit Knappheiten bis 2024 zu kämpfen habe. Für alle, die im kommenden Jahr auf eine Normalisierung der Marktlage hofften, ist das eine betrübliche Aussicht. Dieses Mal spielen für den anhaltenden Mangel jedoch fehlende Produktionsmittel eine entscheidende Rolle. Zurückzuführen sei dies darauf, dass die Verknappungen von Materialien nun auch Produktionsmittel getroffen habe, was die Situation für Halbleiter-Fabriken zusätzlich erschwert.

Ein großes Problem mit der Produktion von Halbleitern liegt darin, dass sie für viele unterschiedliche technische Geräte benötigt werden. Kommt es zu einer Verknappung, betrifft diese somit viele Produktionsketten zugleich, die nicht mehr in üblicher Menge produzieren. Je mehr Halbleiter in einem einzelnen Produkt benötigt werden, desto schwieriger gestaltet sich die Produktion des jeweiligen Geräts. Hinzu kommt, dass der allgemeine Bedarf an Halbleitern innerhalb der vergangenen Jahre stetig gestiegen ist. Schuld daran ist die fortschreitende Digitalisierung der Welt, die voraussetzt, dass Chips in viel mehr Geräten als früher Platz finden. Zu Zeiten, in denen sich Halbleiter bequem von Fabriken in großem Stil einkaufen ließen, stellte das kein Problem dar.

Doch nun, da sich die Halbleiter-Produktion weltweit seit Längerem nicht einpendeln konnte, lähmt der Mangel den Tech-Sektor. Unternehmen können Produkte somit nicht, nur in geringer Menge oder zu deutlich schlechteren Konditionen produzieren. Wenn die eingekauften Materialien teurer werden, müssen die Preise zum Teil an die Kundschaft weitergegeben werden. Das sorgt wiederum für Knappheit an unterschiedlichsten Geräten von Waschmaschinen über Smartphones bis hin zu Elektrofahrzeugen.

Intel investiert in Halbleiter-Fabriken in den USA und Europa

Seit Pat Gelsinger die Position als Intels CEO im Februar 2021 übernahm, hat Intel mit großen Investitionen begonnen, um die Chip-Herstellung an mehreren Standorten verteilt durchzuführen. Das Unternehmen investiert somit großzügig in Halbleiter-Fabriken – dennoch kann man den derzeitigen Mangel an Halbleitern damit nicht über Nacht überwinden. Der Aufbau von Produktionsstätten benötigt nicht nur finanzielle Mittel, sondern ebenso Zeit. Zurzeit findet der größte Teil der weltweiten Chip-Produktion noch in Asien statt. Für künftige Krisen könnten die angestrebten Produktionsstätten in den USA und Europa viele Probleme umgehen. Kurzfristig werden sie die bereits geschaffene Verknappung der Ressourcen jedoch nicht ausgleichen können.

Düstere Aussichten für Verbraucher

Intels Ankündigung verdeutlicht leider, was sich auf dem Verbrauchermarkt bereits seit dem Beginn der Pandemie abzeichnet. Gewünschte Waren werden auch in Zukunft weiterhin schwerer zu beschaffen sein. Wer schneller an das gewünschte Gerät kommen will, muss mitunter hohe Preisaufschläge, wie im Beispiel der Playstation 5, in Kauf nehmen. Bis sich die Lage mit verfügbaren Halbleitern wieder beruhigt, müssen Verbraucher weiterhin geduldig Wartezeiten für ihre gewünschten Geräte in Kauf nehmen.

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1 KOMMENTAR

  1. Frei

    Bis die neuen Fabriken produzieren können, dauert es Jahre.
    Viele Produkte können nicht produziert werden, was die Stückzahlen = Angebot senkt, und die Preise in die Höhe treibt.
    Ein gute Beispiel sind günstige mit BAFA subventionierte Hybrid- Autos.
    Z.B. Skoda Octavia Kombi, oder ein Opel Grandland X gab es im letztes Jahr für Leasingraten unter 100 € pro Monat. Heute kann man von solchen niedrigen Preisen nur träumen. Und die BAFA Subvention für Hybride läuft Ende 2022 aus…

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