Handy-Hersteller überrascht: Leerer Akku soll nie wieder ein Problem sein

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Der Akku ist nach wie vor die Achillesferse der meisten Handys. Er ist meist schneller leer, als vielen Smartphone-Nutzern lieb ist. Das wissen auch Hersteller wie Samsung, Xiaomi und Co. Einer von ihnen will das Problem nun lösen – doch anders, als du vielleicht denkst.
Handy-Hersteller überrascht: Leerer Akku soll nie wieder ein Problem sein
Handy-Hersteller überrascht: Leerer Akku soll nie wieder ein Problem sein Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Vor über 20 Jahren kam das Nokia 3310 in den Handel. Wer damals das Handy besaß und einmal aufgeladen hat, weiß, dass man mit einer Akkuladung eine Woche ausgekommen ist. Manche behaupten, sie hätten heute ihr damaliges Nokia 3310 in einer Schublade wiedergefunden – eingeschaltet, mit noch zwei Balken Akku. Doch Spaß beiseite. Der Akku des damaligen Verkaufsschlagers hatte eine Kapazität von 900 mAh. Heutige Top-Smartphones haben das fünf- bis sechsfache und halten kaum zwei Tage durch.

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Das liegt hauptsächlich daran, dass aus dem Mobiltelefon im Hosentaschenformat ein Smartphone geworden ist. Ein kleiner Computer, bei dem Telefonie nur Nebensache ist. Und da der Platz im Smartphone begrenzt ist und Hersteller kaum deutlich größere Akkus einbauen können, gehen sie die Sache von der anderen Seite an. Wenn der Akku schon nicht lange durchhält, dann sollte er nach Möglichkeit schnell aufgeladen sein.

Das Ende aller Akku-Probleme?

Stell dir dabei einmal vor, du hängst dein restlos leeres Handy ans Ladegerät und nach fünf Minuten ist der Akku halb voll. Weitere fünf bis zehn Minuten später dann: 100 Prozent. Das ist keine Utopie, sondern zum Greifen nah. Ein Handy-Hersteller will es möglich machen und ein Smartphone mit dieser Akku-Ladetechnik bereits in Kürze vorstellen.

Oppo, einer der fünf größten Handy-Produzenten der Welt, hat bereits Mitte 2020 ein 125 W Ladegerät vorgestellt. Damit ist es möglich ein Smartphone mit 4.000-mAh-Akku in nur 20 Minuten komplett aufzuladen. In nur fünf Minuten soll es der Energieträger laut Hersteller von 0 auf 41 Prozent schaffen. Eine spezielle Temperaturregelung soll gleichzeitig dazu beitragen, den schnellen Ladevorgang noch sicherer zu machen. Wer aufgrund der Biltzaufladung Sorge um die Gesundheit seines Akkus hat: Laut Oppo soll der Energieträger nach 800 Ladevorgängen immer noch 80 Prozent seiner Kapazität aufweisen.

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Und auch Xiaomi hat etwas Ähnliches in Petto: die 200-W-Blitzaufladung, Hyper Charge – eine Schnellladefunktion, die einen Weltrekord aufstellt. In einem Video demonstriert Xiaomi anhand des Mi 11 Pro, was damit möglich ist. Das erstaunliche Ergebnis: von 0 auf 100 Prozent in nur 8 Minuten – Akku voll.

Aus einer halben Stunde werden 10 Minuten

Doch zurück zu Oppo, inzwischen auch Mutterkonzern von OnePlus. So ist durchgesickert, dass das kommende Spitzenmodell der Chinesen, das OnePlus 10 Pro, mit der bereits erwähnten 125-W-Lade-Technologie auf den Markt kommt. Somit könnte OnePlus noch einmal einen draufsetzen. Denn: Während Samsung oder Apple auf ein Ladegerät im Lieferumfang ihrer Spitzenmodelle verzichten, legen die Chinesen dem OnePlus 9 Pro ein 65-W-Schnellladegerät bei. Wie unser Test zeigt, ist mit dem Schnellladegerät das Smartphone innerhalb von nur 30 Minuten komplett aufgeladen. Eine Aufladung mit fast doppelter Leistung und binnen 10 Minuten beim OnePlus 10 Pro dürfte das Akku-Problem der schnellen Entladung zwar nicht in Luft auflösen. Allerdings schafft es Abhilfe – auch wenn eine Steckdose in unmittelbarer Nähe sein muss.

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2 KOMMENTARE

  1. Tobyyy

    Also mein Vivo Iqoo 5 pro kann das ja, in 5 min. halb voll mit 120W 🙂

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  2. Martin

    800 Ladezyklen sind aber nicht wahnsinnig viel. Wer sein Handy 1x täglich läd, erreicht das nach gut zwei Jahren. Wenn Schnellladen wirklich relevant wird, läd man sein Handy aber öfter als einmal am Tag…

    Und nach dem Absinken auf 80% Rest Kapazität kommt erfahrungsgemäß relativ schnell der Totalausfall des Akkus. Sobald der Innenwiderstand zu groß wird, geht das Handy dann bei niedrigerem Akkustand einfach aus, wenn viel Strom gezogen wird.

    Nachhaltig ist so eine Lösung also nicht unbedingt. Man sollte jedenfalls dann tunlichst vermeiden, den Akku auf unter 40% zu entladen und besser auch nicht über 85-90% aufladen. Dann wird er hoffentlich wesentlich mehr als diese 800 Ladezyklen halten. Ein Ladezyklus bezieht sich übrigens immer auf die volle Kapazität, d. h. von 40 auf 90% laden zählt nur als halber Ladezyklus *und* stresst den Akku darüber hinaus noch weniger.

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