Telekom mit neuen Monsterzahlen - Erstaunliche Entwicklung im Mobilfunk

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Neue Zahlen von der Deutschen Telekom: Der Umsatz brummt, viele neue Kunden konnte der Bonner Konzern ebenfalls für sich begeistern und doch gibt es auch schlechte Nachrichten zu vermelden. Eine Analyse zu den neuen Telekom-Quartalszahlen.
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Bildquelle: Tobias Arhelger / Adobe Stock

Als letzter großer Netzbetreiber in Deutschland hat nun auch die Deutsche Telekom verraten, wie sie das zweite Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen hat. Und die am Donnerstag in Bonn vorgelegten Zahlen überraschen – in gleich mehrfacher Hinsicht. Denn einerseits kann sich die Telekom über einen neuen Rekordumsatz freuen, andererseits steht sie an ganz anderer Stelle vor einer großen Baustelle. Denn im Mobilfunk-Segment ist die Performance im werthaltigen Vertragskunden-Segment deutlich eingebrochen.

Telekom gewinnt viele Mobilfunk-Kunden – fast alle Prepaid

Insgesamt lief das zweite Quartal für die Deutsche Telekom mit Blick auf die Neukunden-Gewinnung im Mobilfunk auf den ersten Blick gar nicht mal schlecht. In den Bilanzen steht ein Zuwachs von 435.000 Kunden, was gegenüber Vodafone (+146.000) und Telefónica Deutschland (-130.000) ein echtes Ausrufezeichen ist. Wäre da nicht ein Problem: Der Großteil der Neukunden (405.000) entschied sich für eine Prepaid-Karte. Bedeutet im Umkehrschluss: Nur 30.000 Mobilfunk-Neukunden wählten einen Vertragstarif, der für die Telekom deutlich mehr Umsatz bedeutet.

Vodafone und Telefónica waren bei Mobilfunk-Vertragskunden zwischen April und Juni mit Blick auf Neuverträge beliebter. Vodafone konnte hierzulande nach eigenen Angaben 57.000 neue Vertragskunden an sein Netz anschließen, Telefónica verlor zwar 366.000 Prepaid-Kunden, konnte aber auch 158.000 neue Vertragskunden gewinnen. Zum Vergleich: In den vergangenen vier Quartalen lag die Zahl der neuen Vertragskunden bei der Telekom stets zwischen 153.000 und 184.000.

Insgesamt waren bei der Telekom zum Stichtag Ende Juni rund 25,51 Millionen Vertrags- und 21,89 Millionen Prepaidkunden registriert. Hinzu kommen 17,65 Millionen Festnetzanschlüsse. Allerdings ist deren Zahl weiter rückläufig. Im zweiten Quartal verlor die Telekom 62.000 klassische Festnetzkunden. Gleichzeitig kamen aber auch 87.000 Breitbandzugänge neu dazu. So viele wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Gesamtzahl der geschalteten Breitbandanschlüsse verbesserte sich so auf 13,90 Millionen.

Immer mehr IPTV-Zugänge

Weitere Zahlen: Die Summe der noch geschalteten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL), die Wettbewerber mieten können, um einen Breitband-Anschluss über das Telekom-Netz realisieren zu können, ging um weitere 144.000 auf 4,36 Millionen zurück. Einen TV-Vertrag für Magenta-TV-Produkte nutzen inzwischen 3,72 Millionen Telekom-Kunden. Das sind 46.000 mehr als noch Ende März.

Abseits von Deutschland verlor die Telekom in Europa 251.000 Mobilfunk- und 56.000 Festnetz-Kunden. Ganz anders das Ergebnis in den USA. Hier machte die Mobilfunk-Kundenzahl einen Sprung um 39,18 Millionen auf 107,72 Millionen; davon 77,75 Millionen Vertragskunden. Natürlich nicht in Folge eines organischen Wachstums, sondern wegen der Fusion von T-Mobile US und Wettbewerber Sprint. Inzwischen blickt die Telekom aber nur noch auf rund 98 Millionen Kunden, weil Anfang Juli das Prepaid-Geschäft von Sprint im Zuge von Fusionsauflagen verkauft werden musste. Trotzdem ist die Telekom in den USA jetzt nach eigenen Angaben der zweitgrößte Mobilfunk-Anbieter.

„Die Fusion in den USA ist für den Konzern eine historische Weichenstellung. Unsere Zahlen sind beeindruckend.“ Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom

Telekom mit Ergebnis-Sprung

Finanziell konnte die Deutsche Telekom im zweiten Jahresquartal 27,04 Milliarden Euro umsetzen. Das waren in Folge der Sprint-Übernahme 37,5 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Satte 77,5 Prozent ihres Umsatzes macht die Telekom inzwischen im Ausland – primär in den USA. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um fast 50 Prozent auf 10,03 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss resultierte hingegen wegen hohen Fusionskosten mit 20 Prozent im Minus und lag bei 754 Millionen Euro. Der bereinigte Konzerngewinn resultierte mit 3,8 Prozent im Minus bei 1,28 Milliarden Euro.

Auswirkungen der Corona-Pandemie spürte die Telekom nach eigenen Angaben im Großkundengeschäft, wo sich neue Aufträge verzögern. Und auch bei Roaming-Umsätzen im Mobilfunk waren rückläufige Umsätze zu verzeichnen. Sie stehen wegen Reisebeschränkungen unter Druck.

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