1&1 lässt neues Handy-Netz von Vodafone bauen: Das steckt dahinter

2 Minuten
Wenn 1&1 sein eigenes LTE- und 5G-Mobilfunknetz startet, wird Vodafone daran einen großen Anteil haben. 1&1 hat nun mit einer Vodafone-Tochter einen für den Netzausbau entscheidenden Vertrag geschlossen.
Das 1&1 Logo
Bildquelle: David Gillengerten / inside digital

Zwischen 800 Millionen und 1 Milliarde Euro will die 1&1-Mutterfirma United Internet allein im kommenden Jahr in den Ausbau des eigenen Netzes investieren. Das Geld benötigt das Unternehmen insbesondere für den 5G-Netzausbau. Dazu kommt die Erweiterung des Glasfasernetzes zum Anschluss der 5G-Antennen und die Versorgung zusätzlicher Ausbaugebiete. Das Glasfasernetz betreibt der Konzern über die 1&1 Versatel.

Wie United Internet jetzt bekannt gab, hat die 1&1 Mobilfunk GmbH jetzt sowohl mit der 1&1 Versatel Deutschland als auch mit der Vodafone-Funkturmgesellschaft Vantage Towers einen Vertrag geschlossen. Beim Vertrag mit der Glasfaser-Firma der 1&1-Gruppe geht es unter anderem darum, dass 1&1 Versatel das Zugangsnetz (insbesondere Glasfaserleitungen) sowie Rechenzentren für den Betrieb des 1&1-Mobilfunknetzes mietweise zur Verfügung stellt. Der Vertrag hat eine initiale Laufzeit bis Ende 2050.

Der Vertrag mit der Vantage Towers AG wiederum soll die eigentlichen Sendemasten garantieren, an die 1&1 über die beauftragte Firma Rakuten ihre Antennen hängen kann. Vantage Towers wurde in diesem Jahr von Vodafone an die Börse gebracht. Sie zählt in Deutschland etwa 19.500 Sendemasten und Dachstandorte.

1&1 Netz nutzt im ersten Schritt 3.800 Standorte von Vodafone

1&1 wird für sein Netz aber nicht alle Standorte nutzen, wie man mitteilte. Konkret wurde die Mitnutzung von 3.800 Dach- und Maststandorten bis Ende 2025 vereinbart. Dazu kommt eine potenzielle Erweiterung auf bis zu 5.000 Standorte. Die Laufzeit der einzelnen Standortmieten beträgt mindestens 20 Jahre und kann durch 1&1 mehrfach verlängert werden. Vantage Towers wird dem Vertrag zufolge letztlich auch verantwortlich sein für die Installation der 1&1 5G-Antennen. Zudem ist man verantwortlich für die Bereiche Genehmigungsverfahren, Bauvorbereitung und Bau neuer Antennenstandorte. Böse Zungen könnten behaupten, Vodafone baut das Netz seines Mitbewerbers auf.

Dem Start des Aufbaus des neuen 1&1 Netzes scheint nun nichts mehr im Weg zu stehen. Mit dem Technik-Partner Rakuten, dem Glasfaser- und Rechenzentrumsanbieter 1&1 Versatel, den Sendemasten von Vantage Towers und dem National Roaming von O2 hat 1&1 alle wesentlichen Komponenten zusammen. Auch Dienstleistungen wie die Netzplanung und die Genehmigungsverfahren hat 1&1 ausgelagert.

Einen Starttermin für das Netz gibt es noch nicht. Bis Ende kommenden Jahres muss 1&1 aber die ersten Ausbauauflagen aus der Auktion erfüllt haben.

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1 KOMMENTAR

  1. Drebin

    Die zwei größten Verbrecher bei den Mobilfunkanbietern arbeiten eng zusammen. Welche Überraschung…

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