Samsung Galaxy A21s im Test: Zu günstig, um gut zu sein?

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Mit dem Galaxy A21s stellt Samsung ein neues Smartphone seiner günstigen A-Reihe vor. Wir haben das Smartphone getestet, waren aber nicht vollkommen begeistert. Ob sich der Kauf dennoch lohnt, erfährst du hier.
Bildquelle: Timo Brauer

Das Galaxy A21s ist nach dem Galaxy A11 das zweitgünstigste Smartphone in Samsungs Portfolio. Aktuell ist es für rund 165 Euro zu haben. Für diesen Preis erhältst du ein 6,5 Zoll großes Smartphone mit einem 720p-Bildschirm, einem 5.000 mAh starken Akku und einer Quad-Kamera.

In der Box finden sich neben dem Smartphone selbst, ein 15-Watt-Ladegerät und ein USB-C-Kabel. Auch kabelgebundene Kopfhörer sind dabei. Diese klingen jedoch nicht besser als die üblichen 2-Euro-Modelle von Ebay und Co. Eine Hülle befindet sich nicht im Lieferumfang.

Das Smartphone besitzt eine Kunststoff-Rückseite und ist in den Farben Schwarz, Weiß und Blau erhältlich. Alle drei Farben haben einen leichten Regenbogen-Effekt, der je nach Lichteinfall interessant schimmert. Der Rahmen ist ebenfalls aus Kunststoff und die Tasten haben einen festen Druckpunkt. Insgesamt macht das Kunststoff-Gehäuse keinen hochwertigen Eindruck. So ist der Rand sehr anfällig für Dellen und die Rückseiten-Abdeckung hat bei unserem Testgerät Fingernagel-breite Spaltmaße. Auch ist die Kunststoff-Umrandung des Displays etwas scharfkantig.

Das Smartphone macht keinen besonders hochwertigen Eindruck

Display kann nicht überzeugen

Das 6,5 Zoll große IPS-Display des Galaxy A21s bietet lediglich eine Auflösung von 720 x 1.600 Pixeln und erreicht damit eine Pixeldichte von 270 ppi. Unter 300 ppi lassen sich einzelne Pixel mit dem bloßen Auge erkennen, wodurch bereits die Icons auf dem Homescreen unscharf erscheinen. In dieser Preisklasse ist diese Auflösung nicht mehr zeitgemäß. Zudem gibt es bei dem Display unseres Testgerätes einen leichten Gelb/Grünstich. Eine Möglichkeit die Farbtemperatur des Displays manuell anzupassen ist leider nicht vorhanden. Die Blickwinkel sind hingegen gut.

Unscharf aber mit guten Blickwinkeln – Das Display des Galaxy A21s

Da es sich nicht um ein AMOLED-Display handelt, musste der Fingerabdrucksensor auf die Rückseite wandern. Im Test erkannte dieser meine Finger immer zuverlässig, benötige jedoch recht lange für die Erkennung. Insbesondere wenn man den Fingerabdrucksensor betätigt, um das Smartphone aufzuwecken, dauert es teils mehrere Sekunden. Dies ist jedoch nicht auf den Sensor selbst, sondern auf den schwachen Prozessor zurückzuführen.

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite

Galaxy A21s ist kein Leistungs-Monster

Mit dem hauseigenen Exynos 850 Prozessor und 3 Gigabyte Arbeitsspeicher ist das Galaxy A21s eher gemütlich unterwegs. Apps benötigen einige Sekunden zum Starten und insbesondere beim Multitasking, also beim Wechseln zwischen Apps kommt es zu Rucklern. Allein die Tastatur zu starten, dauerte in manchen Fällen ein bis zwei Sekunden. Mit einem Antutu-Score von 117.171 bewegt sich die Leistung auf einem Level mit dem MediaTek P35, welcher in vielen Smartphones unter 100 Euro steckt. Selbst 100 Euro Smartphones wie das Realme C3 oder das Redmi 9 bieten hier eine deutlich höhere Leistung. Bei der Leistung hat Samsung definitiv zu viel gespart.

Samsung Galaxy A21s
Samsung Galaxy A21s
Software
Prozessor Samsung Exynos 850
Display 6,5 Zoll, 720 x 1.600 Pixel
Arbeitsspeicher 3 GB
interner Speicher 32 GB
Hauptkamera 8000x6000 (48,0 Megapixel)
Akku 5.000 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Typ C
IP-Zertifizierung
Gewicht 192 g
Farbe Schwarz, Weiß, Blau
Einführungspreis 209 €
Marktstart Juni 2020

Von der restlichen Ausstattung kann man dies nicht behaupten. Mit WLAN 5, LTE, Bluetooth 5.0 und NFC für Google Pay und Co. sind alle gängigen Funkstandards vorhanden. Dual-SIM, also der parallele Einsatz von zwei SIM-Karten ist ebenfalls möglich. Dabei musst du nicht einmal auf die Speichererweiterung verzichten. Der 32 Gigabyte große interne Speicher kann mittels MicroSD-Karte um bis zu 512 Gigabyte erweitert werden.

Software: OneUI 2.1 mit garantierten Updates

Das Samsung Galaxy A21s setzt auf Android 10 zusammen mit Samsungs Benutzeroberfläche OneUI 2.1. Diese unterscheidet sich optisch ein wenig von reinem Android, wirkt aber optisch ansprechend und mehr wie „aus einem Guss“. Optionen wie eine bessere Screenshot-Funktion oder ein zeitgesteuerter Dark-Mode werten die Oberfläche zusätzlich auf.

Die wichtigen monatlichen Sicherheits-Updates verspricht Samsung immerhin einmal pro Quartal für einen Zeitraum von zwei Jahren auszuliefern. Mindestens ein großes Android-Update auf Version 11 dürfte dem Smartphone ebenfalls sicher sein.

Überhaupt nicht in Ordnung sind die vorinstallierten Werbe-Apps. Eigentlich sind solche Apps gerade bei günstigen Smartphones kein Problem, da sie dem Hersteller helfen das Smartphone günstiger anzubieten. Beim Galaxy A21s lassen sich 3 der 6 installierten Apps jedoch nicht löschen oder deinstallieren. Somit sind Facebook, Netflix und OneDrive fest auf dem Gerät installiert und können nicht entfernt werden.

Kamera überrascht

Das Samsung Galaxy A21s ist mit der üblichen Quad-Kamera bestehend aus Normal-, Weitwinkel- sowie Makro-Objektiv und einem Bokeh-Sensor ausgestattet. Letzterer ist eigentlich nicht notwendig, da diese Rolle auch eine der anderen Kameras übernehmen könnte. So sorgt Samsung jedoch für eine Kamera mehr auf dem Datenblatt. Die Frontkamera löst mit 13 Megapixeln auf und ist in einer kleinen Aussparung unauffällig an der Seite des Displayrands untergebracht.

Die Kameras des Galaxy A21s im Überblick:

  • Hauptkamera: 48 Megapixel; f/2,0 Blende
  • Weitwinkel-Kamera: 8 Megapixel; 123° Sichtfeld; f/2,2 Blende
  • Makro-Kamera: 2 Megapixel; f/2,4 Blende
  • Tiefensensor mit 2 Megapixeln

Die Hauptkamera macht tagsüber gute, aber für den Preis nicht überragende Fotos. Farben und Details stimmen und auch die Bildschärfe geht in Ordnung. Nur die Helligkeit ist für meinen Geschmack ein kleines wenig zu dunkel.

Ein Foto mit der 48-Megapixel Kamera des Galaxy A21s

Die Ultra-Weitwinkel-Kamera liefert ein auf die Farbgebung der Hauptkamera abgestimmtes Ergebnis ab, lässt jedoch, sobald kein direktes Sonnenlicht vorhanden ist, manche Bildbereiche verwaschen wirken. Die typische Unschärfe zum Rand hin hält sich jedoch in Grenzen.

Die Weitwinkel-Kamera des Galaxy A21s

Richtig überraschen konnte das Smartphone bei Fotos in der Nacht. Hier scheint die Software gute Arbeit zu leisten und liefert auch ohne dedizierten Nachtmodus für den Preisbereich beeindruckende Fotos ab.

Nachts kann das Smartphone glänzen

So liefert das vergleichbar teure Redmi Note 9S zwar tagsüber bessere Fotos, hat aber nachts keine Chance gegen das Samsung-Smartphone.

Die Makro-Kamera hingegen entpuppt sich eher als Lückenfüller für das Datenblatt. Mit einer Auflösung von 2 Megapixeln und einem sehr kleinen Fokus-Bereich benötigt es schon viel Übung brauchbare Fotos hinzubekommen. Durch die geringe Auflösung eignen sich diese dann auch maximal zum Teilen auf Social Media.

Die Makro-Kamera bietet leider eine zu geringe Auflösung

Akkulaufzeit des Galaxy A21s

Mit einer Kapazität von 5.000 mAh fällt der Akku des Galaxy A21s relativ groß aus. Daraus resultiert auch eine sehr gute Akkulaufzeit. Im Test waren problemlos zwei Tage normale Nutzung möglich. Bei anspruchsvollen Apps, welche den wenig leistungsstarken Prozessor fordern, kann diese doch auch kürzer ausfallen.

Mit dem mitgelieferten 15-Watt Netzteil ist der Energiespeicher in rund einer Stunde und 30 Minuten wieder zu 80 Prozent gefüllt. Eine komplette Ladung dauert etwas über zwei Stunden. Geladen wird per modernem USB-C Port. In dieser Preisklasse ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Fazit: So schlägt sich das Galaxy A21s im Test

Das Galaxy A21s ist ein relativ günstiges Smartphone von Samsung. Leider hat Samsung sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Ausstattung etwas zu viel gespart. Insbesondere durch den trägen Prozessor dürfte das Smartphone bereits nach ein paar Monaten zu langsam werden und im Alltag keinen Spaß mehr machen. Der Preis von 179 Euro ist für diese Ausstattung schlichtweg zu hoch angesetzt.

Hardware-Wertung im Detail

  • Gehäuse: 3,5 von 5 Sternen
  • Display: 2 von 5 Sternen
  • Ausstattung: 3 von 5 Sternen
  • Kamera: 3 von 5 Sternen
  • Software: 3,5 von 5 Sternen
  • Akku: 3 von 5 Sternen

Pros des Galaxy A21s im Test

  • gute Akkulaufzeit
  • regelmäßige Updates

Contras des Galaxy A21s im Test

  • langsame Performance
  • schlechte Verarbeitung
  • für den Preis unterdurchschnittliche Kamera
  • nicht de-installierbare Werbe-Apps

Geeignete Alternativen

Wer im Samsung-Ökosystem bleiben möchte, sollte rund 50 Euro mehr in die Hand nehmen und zum deutlich besser ausgestatteten Galaxy A41 greifen. Dieses Modell bietet eine höhere Auflösung, mehr Leistung und doppelt so viel Speicher. Nur die Akkulaufzeit fällt deutlich kürzer aus. Legst du auf diese viel Wert, kannst du dir das Samsung Galaxy M31 einmal näher ansehen. Dieses bieten einen geradezu riesigen 6.000 mAh Akku.

Wenn auch andere Smartphone-Hersteller für dich in Betracht kommen, erhältst du mit dem Redmi 9 ein leistungsstärkeres Smartphone mit besserem Display und einer hochwertigeren Verarbeitung für einen deutlich niedrigeren Preis von unter 100 Euro.

Für denselben Preis des Galaxy A21s bekommst du bei Redmi das nochmals leistungsstärkere und für den Preis mit einer ausgezeichneten Kamera ausgestattete Redmi Note 9S. Hier musst du jedoch leider auf NFC für Google Pay und Co. verzichten.

Sind lange Sicherheits-Updates und ein pures Android-System ohne Werbe-Apps für dich wichtig, könnte das Nokia 5.3 dein nächstes Smartphone werden.

Bildquellen

  • Samsung Galaxy A21s Rückseite: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s Display: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s Fingerabdrucksensor: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s: Samsung
  • Samsung Galaxy A21s Testfoto Normal: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s Testfoto Weitwinkel: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s Testfoto Nacht: Timo Brauer
  • Samsung Galaxy A21s Testfoto Makro: Timo Brauer
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