Samsung Galaxy Fit 2 im Test: Leicht, günstig und ein großes Manko

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Wenn du auf der Suche nach einem preiswerten Fitness-Tracker bist, kannst du dich auch für das Sportarmband Samsung Galaxy Fit 2 entscheiden. Es ist leicht, bietet eines der besten Displays am Markt und kostet vergleichsweise wenig. Alles toll! Wäre da nicht ein dickes Minus bei der Ausstattung.
Samsung Galaxy Fit 2
Günstig in der Anschaffung: das Fitness-Armband Samsung Galaxy Fit 2.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Wenn es um das Thema Wearables geht, sind Smartwatches schnell in aller Munde. Wir haben dir zuletzt unter anderem schon verraten, was Premium-Modelle wie die Garmin Fenix 6 Pro Solar oder die MontBlanc Summit 2+ können. Aber auch günstigere Smartwatches wie die Oppo Watch oder die Garmin Venu SQ Music haben wir auf die Probe gestellt. Nun greifen wir im Regal noch ein bisschen tiefer. Denn der Fitness-Tracker Samsung Galaxy Fit 2 kostet in vielen namhaften Online-Shops nicht einmal 50 Euro, bietet aber diverse Funktionen, die auch auf aktuellen Smartwatches zur Verfügung stehen. Wir haben das Fitness-Armband mit Uhr-Funktion im Zusammenspiel mit einem iPhone für dich getestet; mit vielen Aha-Momenten und einem großen Oh.

Samsung Galaxy Fit 2: Das steckt drin

Zunächst ein Blick auf die wichtigsten technischen Spezifikationen. Wenn du dich für das Galaxy Fit 2 entscheidest, bekommst du einen kleinen, leichten Fitness-Tracker (21 Gramm) mit Silikon-Armband und einem 1,1 Zoll großem AMOLED-Farbdisplay. Bei einer Auflösung von 126 x 294 Pixeln ist eine Darstellung von 16 Millionen Farben möglich. Der Körper des Armbands besteht aus Kunststoff, während das Display-Panel von an den Katen abgerundetem Glas geschützt wird. Für eine Verwendung ist eine Kopplung mit (d)einem Smartphone notwendig. Möglich ist das per Bluetooth (Version 5.1) sowohl mit Android-Handys als auch mit iPhones von Apple. Als Betriebssystem kommt nicht etwa WearOS, sondern die Eigenentwicklung FreeRTOS zum Einsatz.

Die Einrichtung

Die gute Nachricht ist: Die Einrichtung des Samsung Galaxy Fit2 ist sehr einfach. Und doch mit einer kleinen Überraschung direkt zum Start verbunden. Denn der eine oder andere Nutzer wird sich vielleicht die folgende Frage stellen: Wie schalte ich das Galaxy Fit2 überhaupt ein?

Samsung Galaxy Fit 2 Seite
Das eigentliche Display des Samsung Galaxy Fit 2 ist übrigens kleiner als es die Frontansicht suggeriert. Unterhalb ist der Touch-Button zu erkennen.

Das Fitness-Armband verfügt nämlich über keinen klassischen Schalter zum Ein- und Ausschalten. Auf der Vorderseite ist am unteren Ende des Displays nur ein kleiner Touch-Key zu finden, der im Stand-by-Betrieb dazu dient, das Display zu aktivieren. Oder um aus den Untermenüs des Armbands zurück zum Homescreen zu springen. Ist das Fitness-Armband aber komplett ausgeschaltet, hat der Touch-Key keinerlei Funktion. Wie also den Fitness-Tracker vor der ersten Nutzung aktivieren?

Die Lösung: Das mitgelieferte Ladekabel nutzen. Einfach die Uhr an selbiges anschließen, zum Beispiel mit einem freien USB-Port an deinem Notebook verbinden und schon schaltet sich das Armband ganz von selbst ein. Für die Einrichtung selbst musst du auf dem Smartphone noch die App „Samsung Galaxy Fit“ installieren.

Vor dem ersten Anlegen am Handgelenk rät Samsung dazu, das Armband einmal komplett aufzuladen. Das dauert keine 20 Minuten, ist also schnell erledigt. Mindestens genauso wichtig: Unbedingt die bereitliegenden Updates installieren. Wir konnten im Rahmen unseres Test gleich zwei davon aufspielen. Die Aktuallisierungen rauben zwar noch einmal 20 bis 30 Minuten Zeit, verbessern aber die Sensorik des Armbands, verspricht Samsung.

Samsung Galaxy Fit 2 im Test: GPS fehlt

Grundsätzlich ist das Galaxy Fit2 dazu da, dich zu einem gesünderen Lebensstil zu animieren. Es fordert dich zum Beispiel bei zu langem Sitzen auf, ein bisschen mehr Bewegung in deinen Alltag einzubauen oder (sofern du es in der zugehörigen App aktivierst) regelmäßig die Hände zu waschen.

Etwas überraschend: Samsung hat seinem Fitness-Armband auf den ersten Blick nur vier spezifische Sportprofile für Workouts spendiert. Gehen, Laufen, Radfahren und Schwimmen. Letzteres geht, weil das Band ist bis zu 50 Meter wasserdicht ist. Du kannst aber über die Galaxy Fit App noch viele andere Workouts zu deinem Fitness-Armband hinzufügen (Fitness-Einstellungen > „Verwalten von Übungen“ > „Übungen hinzufügen oder enfernen“). Zum Beispiel Wandern, Laufband, Heimtrainer, diverse Übungen an gängigen Fitnessgeräten oder auch Bowling, Yoga, Pilates, Windsurfen und vieles mehr. Allerdings ist es maximal möglich, zehn Sport-Profile als Favoriten auf dem Fitness-Armband zu speichern.

Samsung Galaxy Fit 2 Sportprofile
Auf den ersten Blick ist die Galaxy Fit 2 mit nur wenigen Sportprofilen gesegnet. In der zugehörigen App finden sich aber noch mehr.

Das aber wohl dickste Minus: Das Samsung Galaxy Fit2 verfügt über keinen eigenen GPS-Empfänger. Und selbst der Zugriff auf die GPS-Funktionen des gekoppelten iPhones funktionierte im Rahmen unseres Test nur unzuverlässig. Oft dauerte es sehr lange, ehe das Band statt eines roten Symbols für die fehlende GPS-Anbindung ein entsprechendes grünes Symbol im Display anzeigte.

Wiederum positiv: Möchtest du unterwegs auch Musik hören, kannst du deine auf dem Smartphone gespeicherte Playlist und die Lautstärke deiner gekoppelten Kopfhörer direkt über das Armband steuern.

Umfangreiche Statistiken in der Samsung Health App

Vor deinem ersten Workout solltest du übrigens auch die App „Samsung Health“ auf deinem Smartphone installieren. Denn nur über diese App kannst du umfangreiche Statistiken zu deinen Trainings abrufen. Außerdem ist es nur über diese App möglich, den Pulsmesser des Fitness-Armbands zu aktivieren. Voreingestellt ist eine Pulsmessung alle 30 Minuten, du kannst aber auch eine Messung alle 10 Minuten einstellen. Oder eine kontinuierliche beziehungsweise lediglich manuelle Messung aktivieren. Ebenfalls ein- und ausschaltbar: Warnungen zu abnormalen Herzfrequenzen.

Samsung Galaxy Fit 2 Pulsmesser
Auf der Rückseite des Samsung Galaxy Fit 2 ist ein optischer Pulsmesser verbaut.

An weiteren Extras im Galaxy Fit 2 verbaut: ein Sensor, der deinen Stresslevel misst, ein Schlaftracker zur Analyse deiner nächtlichen Schlafphasen und – na klar – ein Schrittzähler. Letztgenannter zählt nicht nur deine Schritte allein, sondern misst auch die zurückgelegte Distanz in Kilometern. Wohl auch aufgrund der fehlenden GPS-Unterstützung lagen die gezählten Schritte und die zurückgelegte Distanz aber in der Regel spürbar über jenen Werten, die eine zeitgleich getragene Polar Vantage M aufzeichnete. Pro 10.000 Schritten trackte die Samsung Galaxy Fit 2 etwa 500 bis 600 Schritte mehr.

Nicht zu vergessen ist, dass du über ein Wetter-Widget unterwegs das Wetter für die nächsten Stunden fest im Blick hast. Tipp: In der Galaxy Fit App einstellen, dass eine Aktualisierung der Wetterdaten häufiger als nur alle sechs Stunden stattfindet.

Benachrichtigungen und Anrufe

Praktisch ist: Sobald auf deinem Smartphone Benachrichtigungen eingehen, signalisiert dir eben diese auch das Band. Bist du gerade beim Workout oder versetzt das Band in den Bitte-nicht-Stören-Modus, sammelt es alle (verpassten) Benachrichtigungen in einer Übersicht. Du kannst sie aufrufen, indem du vom Startbildschirm mit dem Finger einmal nach rechts wischt.

Samsung Galaxy Fit 2 Benachrichtigungen
Verpasste Anrufe und Benachrichtigungen fast das Samsung Galaxy Fit 2 in einer Übersicht zusammen.

Sobald verpasste Benachrichtigungen vorliegen, informiert darüber ein kleiner orangefarbener Punkt in der linken, oberen Ecke des Displays. In der Galaxy Fit App kannst du für jede auf deinem Smartphone installierte App festlegen, ob du Benachrichtigungen auch ans Handgelenk geschickt bekommen möchtest.

Zum Teil ärgerlich: Längere Benachrichtigungen werden mitten im Text abgeschnitten. Das gilt für Eilmeldungen gleichermaßen wie für WhatsApp-Nachrichten. Um sie komplett zu lesen, musst du doch dein Smartphone aus der Tasche ziehen. WhatsApp-Nachrichten kannst du zudem nur lesen, aber nicht direkt am Handgelenk beantworten.

Auch auf deinem Smartphone eingehende Anrufe signalisiert das Band rein visuell. Und wenn du es in der App entsprechend einstellst auch per Vibration am Handgelenk. Je nachdem wie es für dich angenehmer ist per kurzer oder per längerer Vibration. Du kannst allerdings keine Anrufe mit dem Galaxy Fit 2 annehmen und direkt am Handgelenk führen. Denn es fehlt ebenso an einem Mikrofon wie an einem Lautsprecher. Ablehnen kannst du einen eingehenden Anruf mit einer kurzen Wischgeste über das Display von unten nach oben aber sehr wohl.

Lange Akkulaufzeit

Pluspunkte kann das Samsung Galaxy Fit2 auch in Sachen Akkulaufzeit sammeln. Wir haben das Armband mit einem Display-Timeout nach vier Sekunden bei mittlerer Helligkeit des Displays und bei dauerhaft aktiviertem Pulsmesser problemlos für zehn Tage verwenden können. Pro Tag verlor das Band in der Einstellungsvariante etwa 10 Prozentpunkte an noch verbleibender Akkulaufzeit.

Aktivierst du einen helleren Bildschirm oder ein längeres Display-Timeout, verkürzt sich die Akkulaufzeit entsprechend. Umgekehrt kannst du die Laufzeit noch verlängern, wenn du das Display weniger hell leuchten lässt oder den Pulsmesser nur bei Bedarf aktivierst. Übrigens: Das Armband verfügt über keinen Helligkeitssensor und auch ein Always-on-Display ist nicht verbaut. Spätestens nach fünf Minuten schaltet sich der Bildschirm bei Nichtgebrauch ab.

Samsung Galaxy Fit 2 Ziffernblaetter
In der Galaxy Fit App kannst du dir übrigens aus einer Vielzahl an Ziffernblättern dein Lieblings-Watchface aussuchen – und das hier sind nur einige Beispiele.

Fazit zum Samsung Galaxy Fit 2

Unter dem Strich ist das Samsung Galaxy Fit 2 natürlich keine Smartwatch im klassischen Sinne. Die Installation von zusätzlichen Apps ist nicht möglich, der Umfang an Funktionen auf das Notwendigste beschränkt. Was man als Fitness-Fan und auch als Gelegenheitssportler wohl am meisten vermisst, ist ein integrierter GPS-Empfänger. Entsprechend musst du damit leben, dass die ermittelten Tracking-Werte weniger genau sind als bei anderen Sport-Trackern.

Ein echtes Highlights ist hingegen das AMOLED-Display. Es ist eines der wohl besten Displays, die man sich bei einem Fitness-Armband vorstellen kann. Denn es stellt nicht nur Farben erfreulich kräftig dar, sondern lässt sich auch schnell und ohne erkennbare Ruckler bedienen. Auch bei starker Sonneneinstrahlung ist ein gutes Ablesen möglich. Weitere Pluspunkte: Das geringe Gewicht des Armbands lässt teilweise vergessen, dass man überhaupt einen smarten Begleiter am Handgelenk trägt und die Akkulaufzeit ist erfreulich lang.

Vorteile

  • sehr leicht
  • gut ablesbares AMOLED-Display
  • günstiger Preis
  • sehr ordentliche Akkulaufzeit

Nachteile

  • keine GPS-Funktionen
  • kein Höhenmesser
  • keine Blutsauerstoffmessung möglich
Samsung Galaxy Fit 2
Günstiger Fitness-Tracker für Sportler ohne große Ansprüche.

Samsung Galaxy Fit 2: Fitness-Tracker jetzt kaufen

Wenn du den Fitness-Tracker Samsung Galaxy Fit 2 kaufen möchtest, kannst du das unter anderem bei Amazon tun. Dort kostet das Wearable aktuell sowohl mit rotem als auch mit schwarzem Armband rund 45 Euro.

Alternativ kannst du das Armband aber auch in anderen Online-Shops käuflich erwerben. Unser Partner guenstiger.de bietet dir einen passenden Preisvergleich an, in dem du den für dich besten Webshop ausfindig machen kannst.

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Bildquellen

  • Samsung Galaxy Fit 2 Seitenansicht: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2 Sportprofile: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2 Pulsmesser: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2 Benachrichtigungen: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2 Ziffernblaetter: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2: Hayo Lücke / inside digital
  • Samsung Galaxy Fit 2: Hayo Lücke / inside digital
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