Lidl verkauft eine Heißluftfritteuse für 25 Euro - ich habe sie getestet

7 Minuten
Wie gut kann ein Discounter-Airfryer für 25 Euro schon sein? Das wollte ich gerne wissen, und habe deshalb einen getestet. Dabei hat mich ein ungeahnter Vorteil des Geräts wirklich positiv überrascht.
Airfryer von Silvercrest Lidl
Kann der günstige Lidl-Airfryer abliefern? Ich habe ihn getestet.Bildquelle: Marie Gimborn/inside digital

Lidl hat aktuell eine kleine Heißluftfritteuse für Singles und Paare mit wenig Platz in der Küche im Angebot. Und diese kostet nur 25 Euro. Doch was kann so ein günstiges Gerät auf so engem Raum leisten? Das wollte ich immer schon mal wissen und habe den Mini-Airfryer getestet.

Lidl-Airfryer im Test

2 Liter Fassungsvermögen, 60 bis 200 Grad Temperaturspanne und ein LED-Display mit Drehregler – mehr braucht es nicht, um Pommes und Co. zu frittieren. Lidl setzt mit der Silvercrest Heißluftfritteuse SHFD 1000 A1 nur auf das Nötigste. Es gibt keine Schüttelerinnerung, keine voreingestellten Programme und die Nutzungsszenarien sind auf Grillen, Backen und Garen beschränkt.

Doch sollte das trotzdem ausreichen, um eine Portion knusprige Pommes ohne Öl zu frittieren. Im Test habe ich sowohl die empfohlene Füllmenge von 275 Gramm Pommes getestet, als auch das maximale Fassungsvermögen ausgereizt. Dazu kommen noch ein Gemüse- und Snack-Test, in diesem Fall mit frischer Paprika und vegetarischen Hähnchenteilen.

Knusprige Pommes im Lidl-Airfryer?

Für den Pommes-Test habe ich Standard-Eigenmarken-Pommes aus dem Supermarkt genutzt. Die dünn gestifteten Kartoffeln sind bereits vorfrittiert und damit bestens geeignet für die Zubereitung in der Heißluftfritteuse. Laut Verpackung sollen die Pommes im Ofen bei 180 Grad Umluft mindestens 18 Minuten gebacken werden. Ich verwende diese Einstellung auch beim Airfryer und schüttel die empfohlene Menge Pommes nach etwa der Hälfte der Zeit einmal durch.

Nach den 18 Minuten sind die Pommes aber noch nicht fertig, einige sind noch sehr weich. Daher verlängere ich die Garzeit um fünf Minuten und erhöhe die Temperatur auf 200 Grad. Das Ergebnis ist etwas ungleichmäßig, wie ich es von einem so günstigen Gerät auch erwartet hätte. Teils sind die Pommes schön knusprig, teils noch etwas weich. Aber: Keine sind roh oder schwarz geworden. Größtenteils sind die Pommes golden bis leicht braun gefärbt und schmecken insgesamt auch gut.

Beim nächsten Versuch mit vollem Garkorb stelle ich 200 Grad ein und schwenke alle fünf Minuten die Pommes durch, so wird es auch in der Bedienungsanleitung empfohlen. Selbst nach 30 Minuten sind immer noch einige Pommes sehr hell und weich. Dafür sehen die andern gut aus, es ist auch nichts angebrannt. Bei mehr Pommes verlängert sich also einfach nur die Garzeit.

So schmecken Gemüse und Snacks

Gemüse aus dem Airfryer ist beliebt. Aktuell geht vor allem ein Rezept für Möhren am Stück viral. Ich habe jedoch Paprika getestet, weil diese etwas schneller durchgart und oft zu schwarzen Enden tendiert. Und so war es auch im Test. Nach Empfehlung von Silvercrest ging eine in Streifen geschnittene Paprika für 18 Minuten bei 180 Grad in die Heißluftfritteuse. Danach war sie gar, auch etwas schrumpelig mit dunklen Spitzen – aber es ist nichts verbrannt. Sie hätte jedoch noch etwas saftiger sein können, vermutlich hätten es fünf Minuten weniger auch getan.

Für den Snack-Test habe ich panierte vegane Filetstreifen nach Packung zubereitet (zehn Minuten bei 185 Grad). Das Ergebnis ist perfekt: innen saftig, außen knusprig. Ich halte fest: Vorfrittierte Snacks und kleine Portionen Pommes gelingen im günstigen Airfryer von Lidl. Von großen Portionen würde ich eher abraten und beim Gemüse lieber schon vor Ablauf des Timers den Gartest vornehmen.

Wenige Funktionen, aber versteckte Vorteile

Bei der Silvercrest-Heißluftfritteuse gibt es einige Abstriche zu verschmerzen. Bei 60 Grad Mindesttemperatur kann man keinen Teig gehen lassen, aber dörren. Und mit maximal 200 Grad erhält man nicht dieselbe knusprige Kruste wie mit 230 bis 250 Grad. Du kannst hier auch nicht aufs Grad genau einstellen, sondern nur in 5er-Schritten. Dafür geht das beim Timer auf die Minute genau mit bis zu 60 Minuten. Voreingestellte Programme gibt es auch nicht, nur eine Tabelle mit Richtwerten und auch keine Schüttelerinnerung oder weitere Funktionen.

Dafür piept der Airfryer aber alle fünf Minuten einmal – quasi eine Schüttelerinnerung lite. Ein Vorteil der Lidl-Fritteuse: Der Garkorb und das Gitter sind spülmaschinenfest, antihaftbeschichtet und frei von PFAS oder PTFE. Dazu ist der Airfryer kompakt und leicht: 21 × 31 × 24 Zentimeter und 2,2 Kilogramm. Die 1.000 Watt im Motor und die Heizspirale über dem Garkorb bringen die Heißluftfritteuse schnell auf Temperatur, ohne dabei allzu viel Dampf hinten auszustoßen.

Sie wird jedoch ordentlich warm, auch nach hinten raus. Deshalb solltest du sie (wie immer bei Heißluftfritteusen) nicht an die Wand stellen. Der praktische Haken zum Aufwickeln des ein Meter langen Netzkabels auf der Rückseite verhindert das ohnehin.

Einfache Bedienung: Hier hat Lidl mitgedacht

Die Bedienung der Heißluftfritteuse ist so einfach und intuitiv, wie sie nur sein könnte. Es gibt einen An-/Aus-Knopf, einen für das Einstellen der Temperatur, einen für die Zeit und einen Start-/Stopp-Knopf. Mit dem Drehregler kann man die Einstellungen verstellen und mit einem Druck bestätigen. Nach 15 Sekunden Blinken im Display werden sie aber automatisch übernommen. Die eingestellte Garzeit läuft dann beim Start im Display in Minuten und Sekunden ab.

Beim Unterbrechen – entweder über den Knopf oder das Herausnehmen des Garkorbs – stoppt der Heizvorgang sofort und beginnt wieder nach dem Einsetzen des Korbs oder beim erneuten Drücken der Start-/Stopp-Taste. Der Korb lässt sich auch gut entfernen und rastet merkbar ein. Man muss jedoch aufpassen, ihn komplett zu schließen, da sonst an einer Stelle Dampf entweicht.

Doch was mich wirklich positiv überrascht hat, ist die geringe Lautstärke, mit der der Mini-Airfryer arbeitet. Ich habe im Test gerade einmal 45 dB gemessen. Das entspricht einem ruhigen Büro ohne Gesprächskulisse. Nur beim Ein- und Ausschalten piept das Gerät kurz etwas lauter (55 dB) und zum Ende eines Garvorgangs dann dreimal hintereinander. Dann stoppt auch automatisch der Heizvorgang und das Display geht aus. 20 Minuten nach dem Unterbrechen schaltet sich das Gerät ab.

  • Ein gutes Testergebnis hat auch der Akku-Zyklon-Staubsauger von Lidl erhalten. Was mich hier begeistert hat, kannst du >>im Testbericht nachlesen.

Was passt in eine 2-Liter-Heißluftfritteuse?

Bei einem Modell wie diesem von Silvercrest sind von den zwei Litern Fassungsvermögen lediglich 1,5 Liter praktisch nutzbar. Und ob man die ausreizen möchte, sollte man sich gut überlegen. Schon unser Test zeigt, dass zwar bis zu 500 Gramm Tiefkühlpommes in den Garkorb passen können. Es empfiehlt sich allerdings eher die Hälfte, um eine möglichst gleichmäßige Bräunung zu erzielen.

Für die richtigen Mengen und passende Rezepte sind im Lieferumfang der Lidl-Heißluftfritteuse auch noch ein Rezeptheft und eine ausführliche Anleitung enthalten.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, ist die Silvercrest Heißluftfritteuse (SHFD 1000 A1) für Einzelpersonen oder Paare gedacht und für jene, die nicht viel Platz in ihrer Küche haben. Für Familien oder komplette Gerichte bietet sie nicht genügend Platz. Große Portionen werden darin ungleichmäßig gar. Zudem sind die Funktionen auf das Nötigste beschränkt – und darum ist das Gerät auch so günstig (aktuell 24,99 Euro statt 29,99 Euro UVP bei Lidl). Wer keine hohen Ansprüche an eine Heißluftfritteuse stellt, vielleicht zum ersten Mal eine ausprobieren und dafür nicht viel Geld ausgeben möchte, der macht mit diesem Einsteigermodell nichts falsch.

Vorteile

  • Sehr günstig
  • Kompakt und leicht
  • Einfach zu bedienen
  • Leise
  • Garkorb und Gitter sind spülmaschinenfest, antihaftbeschichtet und frei von PFAS/PTFE

Nachteile

  • Geringes Fassungsvermögen
  • Ungleichmäßige Bräunung
  • Keine voreingestellten Programme
  • Keine echte Schüttelerinnerung
  • Geringe Temperaturspanne
  • Wird außen heiß
Silvercrest Heißluftfritteuse SHFD 1000 A1 inside digital Testsiegel
Silvercrest Heißluftfritteuse SHFD 1000 A1 inside digital Testsiegel Bildquelle: inside digital

So arbeiten wir
Unsere Redaktion testet Produkte nach festen redaktionellen Kriterien. Testgeräte stellt meist der Hersteller leihweise zur Verfügung — auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss. Über Affiliate-Links im Beitrag bekommen wir beim Kauf eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein