Ab Donnerstag (22. Oktober 2026) hat Lidl einen Akkusauger im Prospekt für 119 Euro. Ich wollte immer schon wissen, was die günstigen Alternativen zu Dyson und Co. vom Discounter draufhaben. Ich hätte aber nie gedacht, dass ein günstiges Gerät wie dieses derart leistungsstark sein kann.
Lidl-Akkusauger im Vergleich
Der Silvercrest Akku-Staubsauger Zyklon ist ein beutelloser 2‑in-1-Hand- und Bodenstaubsauger mit HEPA-Filter, etlichem Zubehör, tauschbarem Akku und gut 40 Minuten Akkulaufzeit. Dazu gibt es noch eine Wandhalterung, ein Schnellladegerät und drei Jahre Garantie. Mit 400 Watt oder 20.000 Pa ist der Sauger für die Preisklasse verhältnismäßig stark und die Ladezeit von gerade einmal einer Stunde herausragend. Beim Volumen des Staubbehälters (350 Milliliter) und beim Gewicht (2,5 Kilogramm) liegt er ungefähr gleichauf mit der Konkurrenz.
Dafür verzichtet das Lidl-Gerät auf jedweden Schnickschnack. Es gibt keine moderne Anti-Tangle-Funktion gegen Haarverwicklungen an der Bürstenrolle, keine App und auch keine Hoffnung auf saubere Hände beim Entleeren des Staubbehälters. Letzteres ist mir im Test besonders negativ aufgefallen.
Silvercrest Akkusauger lässt sich leicht bedienen
Der mattschwarze Sauger liegt gut in der Hand und lässt sich auch leicht über den Boden schieben. Ich kann den Sauger komplett ablegen und auch unter niedrigen Möbeln oder der Heizung saugen oder die Bodendüse abnehmen, um auch in die hintersten Winkel zu gelangen. Nur würde ich den Handstaubsauger nicht ohne Düse verwenden, da das Saugrohr sonst wirklich sehr kurz ist.
Das Abnehmen und Aufsetzen der Düsen funktioniert gut, manchmal halten sie etwas zu gut fest. Insgesamt wirkt alles stabil verbaut. Nur die Wandhalterung habe ich nicht getestet, deshalb kann ich dazu nichts sagen. Ohne kann ich den Sauger auch nur ablegen, da er nicht stehend einrastet.
Über das Display im Sauger sehe ich eine ungefähre Akkuanzeige mit vier Stufen, aber auch eine relativ genaue Anzeige über die verbleibende Restlaufzeit in Minuten und Sekunden. Die springt zwischendurch mal um eine Minute, aber ansonsten hat sie sich im Test als akkurat herausgestellt. Daneben zeigt das Display auch noch den aktuellen Modus und etwaige Hinweismeldungen an. Über einen Knopf wechsle ich zwischen den drei Modi Eco, Auto und Boost. Über einen weiteren kann ich den Sauger ein- oder ausschalten.

So gut saugt der Lidl-Akkusauger
Für den Test habe ich die verschiedenen Modi ausprobiert und damit meine 80-Quadratmeter-Wohnung mit Teppich und Vinyl-Boden gesaugt. Und ich bin begeistert, wie viel der Akkusauger von Silvercrest schafft – sowohl beim Saugen als auch bei der Reichweite. Und das bei vergleichsweise geringer Lautstärke (65 bis 74 dB je nach Modus).
- Für den Hintergrund: So testen wir Akku-, Nass- und Trockensauger
Der Eco-Modus reicht für den meisten Schmutz im Haushalt vollkommen aus. Pappschnipsel, Katzenstreu, Kaffeebohnen – alles landet im Staubbehälter (und rattert da leider teils geräuschvoll umher). Bei einem Plastikteil oder einem Katzensnack hat der Sauger mehr als einen Anlauf gebraucht im Eco-Modus. Dafür eignet er sich aufgrund der geringeren Saugkraft von knapp 7.000 Pa perfekt für lose Teppiche und Vorleger. Er saugt sie nicht ein und blockiert nicht, das passiert nur im Auto- und Boost-Modus.

Letzterer ist mit den maximalen 20.000 Pa wirklich stark. Damit konnte ich sogar eine große Zwiebelschale, die unter die Verkleidung der Küchentheke gerutscht ist, wieder hervorholen. Mein Outdoorteppich ist danach so sauber wie beim Kauf und der Vorleger vor dem Katzenklo von Streu befreit.
Beim Auto-Modus merke ich, wie der Sauger die Bürstengeschwindigkeit an den Boden anpasst, wenn ich zwischen Vinyl und Teppich wechsle. Ungünstigerweise saugt das Lidl-Gerät trotzdem lose Teppiche ein und spuckt mir die Fehlermeldung 88:88 im Display aus. Die vom Hersteller versprochene Abschaltautomatik bei einer Blockade erwarte ich jedoch vergeblich.
Akku: Laufzeit, Schnellladung und tauschbarer Ersatz
Die vom Hersteller beworbenen 42 Minuten im Eco-Modus (mit Bodendüse) konnte ich mit Düsenwechsel sogar um fast zehn Minuten überbieten, den Automodus um fünf Minuten (29 statt 24 Minuten) und beim Boost-Modus konnte ich die angegebenen zwölf Minuten gerade so erreichen. So konnte ich meine komplette Wohnung mit einer Akkuladung sauber saugen.
Dank des Schnellladegeräts ist der austauschbare Akku in gerade einmal einer Stunde wieder komplett aufgeladen. Und wer einen Zweitakku kauft, kann den sofort wechseln und weiter saugen. Was mir beim Schnellladegerät jedoch negativ aufgefallen ist: der laute Lüfter. Der atmet wirklich hörbar schwer und laut bei 55 dB. Bei voller Ladung springt eine LED von rot auf grün und per Taste am Akku selbst kannst du dir den Ladestand in Form von drei Leuchtpunkten anzeigen lassen. So weißt du zumindest ungefähr, wie voll der Akku ist. Wenn du es denn schaffst, die Taste zu drücken. Diese ist zumindest beim getesteten Akku sehr schwergängig.
Viel Zubehör, doch kein Ersatz
Lidl steuert dem Akkusauger viel Zubehör bei: eine Bodendüse, eine Fugendüse mit Verlängerungsstück, eine Polsterdüse, eine Kombibürste, eine Zubehörhalterung, eine Wandhalterung inklusive Ladefunktion mit Netzteil und Montagezubehör und den Akku nebst Schnellladegerät.
Insgesamt hat mich die Bodendüse überzeugt, auch wenn der Sauger damit vor allem vorn stark und an den Seiten eher schwächer saugt. Aber das liegt nun mal daran, dass das Saugrohr mittig hinter der Bodendüse sitzt. Dafür sind die in der Bodendüse verbauten LEDs schön hell. Das flexible Gelenk in der Bodendüse macht sie wendig und sie ist schön schmal, sodass ich damit gut in die Ecken komme.
Das gelingt sogar noch besser mit der Fugendüse. Damit kann ich die Falten im Sofa aussaugen und mit dem Verlängerungsstück auch Spinnweben an der Decke entfernen. Da die Spitze aus Silikon besteht, muss ich mir auch keine Sorgen wegen der Tapete machen. Die Polsterdüse bietet sich eher für große Flächen auf dem Sofa an, als für schmale Armlehnen. Während sie in eine Richtung sogar Katzenhaare erwischt, staubt sie leider in der anderen wieder zurück auf den Stoff. Das Ergebnis ist eher durchschnittlich. Mit der Kombibürste kann ich entweder Schränke und Schubladen reinigen und wenn ich die Borsten ausfahre, sogar meine Tastatur. Praktisch!
Es gibt allerdings keinen Wechselfilter oder eine Ersatzbürstenrolle. Ersatzteile können jedoch im Internet nachbestellt werden und laut Lidl auch „dauerhaft“. Die Folgekosten halten sich dabei in Grenzen: 10,95 Euro kostet eine neue Rolle, 34,95 Euro ein Wechsel-Akku und 9,99 Euro ein neuer HEPA-Filter.
Sauberer Boden, schmutzige Hände
Jetzt kommen wir zum ungemütlichen und nervigen Teil der Saugerei: der anschließenden Reinigung des Saugers selbst. Die musst du bei diesem Modell komplett selbst übernehmen. Der Behälter will entleert, die Filter gereinigt und die Bürstenrolle enthaart werden. Aber nicht alles, was das Gerät eingesaugt hat, landet auch im Müll. Den Akkusauger zu reinigen, ist wirklich eine schmutzige Arbeit. Die versprochene Entleerung per Knopfdruck funktioniert nur zum Teil. Viel Schmutz und vor allem Haare hängen hinter der Silikonlasche rund um den Edelstahlfilter gewickelt. Daher reicht bloßes Ausschütten nicht. Nach der groben Reinigung des Behälters und der beiden Filter sind Luft und Boden voller Staub und meine Hände auch.


Wirklich sauber werden die Geräteteile erst nach dem Abwaschen. Dann müssen sie allerdings erst einmal trocknen. Auch von außen ist der Sauger nach der Entleerung eingestaubt und an den Bodenrollen hängt Dreck, der ebenfalls weggewischt werden möchte. Bei so viel Schmutz hätte ich gedacht, dass sich die Abschaltautomatik einstellt. Die soll eigentlich greifen, wenn der Behälter zu voll ist. Im Test ist das jedoch bei einem deutlichen Stand über der MAX-Markierung nicht passiert.
Besonders nervig ist es auch, die Haare aus der Bürstenrolle zu entfernen. Die lässt sich zwar leicht aus der Bodendüse herausnehmen, doch nach dem Herausschneiden der Haare finde ich noch etliche vor, die sich seitlich mehrfach um den Schlitz unter der Verschlussklappe gewickelt haben. Dieser Sauger ist definitiv nichts für Langhaarige, die keine Lust auf diese mühselige Arbeit haben.
Die Reinigung ist beim Silvercrest-Akkusauger so nervig, wie bei anderen beutellosen Staubsaugern in der Preisklasse. Keine Absaugstation, keine Funktion, die den Entleerungsvorgang weniger staubig gestaltet. Doch dafür werden die einzelnen Schritte wenigstens verständlich und detailliert in der Anleitung erklärt.
Fazit
Der Silvercrest Akku-Staubsauger Zyklon zeigt, dass ein guter Akkusauger keine 400 Euro kosten muss. Für 119 Euro bei Lidl bekommst du ordentlich Saugkraft und eine Akkulaufzeit, die im Test sogar über den Herstellerangaben lag. Dazu kommen ein tauschbarer Akku, eine Ladezeit von nur einer Stunde, viel Zubehör und drei Jahre Garantie. Damit liefert Lidl mehr, als man in dieser Preisklasse erwarten darf. Bei der Reinigung zeigt sich dann allerdings der Preis.
Wenn du keine langen Haare im Haushalt hast und ab und zu schmutzige Hände in Kauf nimmst, ist der Lidl-Sauger eine starke und günstige Alternative zu Dyson und Co. Wer jedoch Komfort bei der Wartung will, muss mehr Geld ausgeben.
Vorteile
- hohe Saugkraft
- lange Akkulaufzeit (im Eco-Modus)
- tauschbarer Akku
- schnell aufgeladen
- kommt unter niedrige Möbel
- leise
- viel Zubehör
- günstige Ersatzteile nachbestellbar
- auch für lose Teppiche geeignet (im Eco-Modus)
Nachteile
- aufwendige Wartung
- verwickelte Haare in der Bürstenrolle
- Entleerung wirbelt viel Staub auf
- steht ohne Wandhalterung nicht von selbst
- keine Ersatzteile im Lieferumfang



























