HTC Vive Pro 2: Kann das High-End VR Headset liefern was es verspricht?

6 Minuten
Die HTC Vive Pro 2 ist aktuell eines der Flaggschiff-Modelle auf dem Markt. Unter den Virtual Reality Headsets ist es definitiv eins der teuersten, doch kann es auch liefern, was der Preis verspricht?
Was kann die Vive Pro 2 wirklich? Wir haben sie getestet.Bildquelle: VIVE

Vergangenes Jahr kam die HTC Vive Pro 2 auf den Markt und wurde mit gemixten Reaktionen empfangen. Während manch einer das neue Headset liebt, gibt es wiederum Spieler, welche sich von HTC enttäuscht sahen. Wir haben das VR-Headset nun selbst getestet und herausgefunden, was wirklich dahintersteckt. 

Das Setup – Plug and Play?

Jeder kennt es: Kauft man sich ein neues technisches Accessoire, dann steht zunächst das Setup an. Wer sich nicht gut mit Technik auskennt, der greift hier vermutlich schnell zur Anleitung, um nicht gänzlich zu verzweifeln. An dieser Stelle stolperte ich auch schnell über das erste Problem mit der HTC Vive Pro 2. Zumindest in meinem Paket befand sich keine Anleitung. Glücklicherweise ist der Aufbau der Hardware sehr selbsterklärend und im Notfall gibt es eine Anleitung online. Doch wer sich nicht auskennt, könnte hier auf erste Schwierigkeiten stoßen.

Weitaus schwieriger als das Hardware-Setup war jedoch definitiv das Software-Setup. Schließt man das Headset an, so musst du die Vive Software aus dem Internet herunterladen. Soweit so gut, doch während der Installation des Programms möchte es mit SteamVR verbunden werden und hier zeigten sich große Probleme. Zunächst konnte Vive die Installation von SteamVR überhaupt nicht finden, dann gab es konstant die Fehlermeldung, dass Steam offline sei. Steam war jedoch nicht offline.

Nach einigem Hin und Her funktionierte die Installation dennoch und das Headset lief ohne Probleme. Hat man das Setup nämlich einmal erfolgreich hinter sich, dann ist die Nutzung des Headsets sehr intuitiv. Man startet die nötige Software, setzt das Headset auf und kann direkt in die Virtual Reality einsteigen.

Die Vive Pro 2 sieht gut aus, doch das Setup ist unnötig kompliziert.

Technische Vorraussetzungen der HTC Vive Pro 2

Virtual Reality ist für viele Spieler heute noch schwer zugänglich. Dies liegt nicht nur daran, dass VR Headsets wie die HTC Vive Pro 2 selbst kostenintensiv sind. Neben einem Headset benötigt man nämlich auch einen PC, welcher gut genug ist, um die virtuelle Realität problemlos darzustellen. Für die Vive Pro 2 braucht es mindestens einen i5-4590 Prozessor und eine GTX 1060. Besonders eine Grafikkarte ist auch 2022 noch relativ schwer zu bekommen. Für ein komplettes VR-Ready Setup bezahlt man locker ein paar tausend Euro, bevor man überhaupt ein Spiel downloaden kann.

Das ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal der HTC Vive Pro 2. Jedes VR-Headset hat gewisse Hardware-Ansprüche, welche erfüllt werden müssen. Je stärker der PC an den das Headset angeschlossen wird, desto besser am Ende auch die Spielerfahrung. Immerhin ist das letzte, was irgendwer in seiner virtuellen Welt haben möchte, ein Framerate-Drop oder ruckelnde Bilder. Dies kann nämlich dann schnell zu einem Übelkeitsgefühl und Schwindel führen. Jedoch muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass modernere Headsets das Problem der Bewegungskrankheit mehr und mehr umgehen, sodass immer mehr Spieler die virtuelle Welt ohne Übelkeit erkunden können. Ich selbst hatte bei älteren Headsets Probleme mit Schwindel, doch während des Tests der Vive Pro 2 spürte ich keinen Anflug von Bewegungskrankheit.

Tracking und Display

Das Tracking der HTC Vive Pro 2 funktioniert mit einem korrektem Setup hervorragend. Sogar mit nur einer Base-Station ist das Tracking sehr akkurat, sofern man die Station frontal vor sich platziert. Mit zwei korrekt aufgebauten Stationen kann man hier vermutlich noch mehr Genauigkeit herausholen, doch auch mit nur einer Station war das Tracking in jedem getesteten Spiel mehr als ausreichend. Ich habe das Headset sowohl in sehr genauen Spielen wie Beat Saber, als auch in eher Story-basierten Titeln wie Half Life: Alyx getestet. In beiden Spieltypen schnitt das Headset hier einwandfrei ab.

In Bezug auf die Auflösung und Qualität der Darstellung hat das Headset sowohl gute als auch schlechte Aspekte. Gut ist insbesondere die Auflösung selbst. Das Bild ist scharf und gut zu sehen. Die Farbdarstellung ist ausgezeichnet und generell ist das Display mit Sicherheit das Highlight dieses Headsets. Findet man einmal die richtige Position am Kopf, dann sieht man gestochen scharf. Diese richtige Position zu finden, ist jedoch nicht ganz einfach, vorrangig für Brillenträger. Nach einigen Versuchen habe ich selbst beschlossen, lieber etwas verschwommener zu sehen, als mich mit meiner Brille unter dem Headset auseinanderzusetzen.

Davon abgesehen sitzt das Headset jedoch erstaunlich gut und bleibt auch über längere Zeit angenehm leicht. Zudem wird das Display nicht unangenehm heiß, zumindest spürt man beim Tragen nichts davon. Mit einem Rad am Hinterkopf und einem Klettstreifen am Kopf lässt sich das Headset sehr fein einstellen und bleibt so stets in der richtigen Position. Auch beim umherspringen in Beat Saber ist mir das Headset nicht verrutscht.

Die Controller der HTC Vive Pro 2

Zu den Controllern des Headsets lässt sich leider nicht viel sagen. Sie sind weder herausragend, noch sind sie schlecht. Für ein Headset einer anderen Preisklasse wäre dies vielleicht ausreichend, doch für fast 1.400 Euro erwartet man hier mehr. Die Controller liegen etwas ungewohnt in der Hand und bieten nicht sehr viel Möglichkeit zur individuellen Anpassung. Sie sind extrem groß und klobig, was sie sehr schwer macht. Das Design sieht aufwendig aus, bietet aber wirklich nur das absolute Minimum an Knöpfen und somit Funktionen.

HTC Vive Pro 2 Controller
Die Controller der Vive Pro 2 sind nichts besonderes.

Da das Tracking jedoch gut funktioniert, kann wahrscheinlich so mancher Spieler über diesen Aspekt hinwegschauen. Jedoch ist nicht zu leugnen, dass man für den Preis mehr Innovation erwartet hätte. Viele Spieler beschreiben sie als veraltet und damit haben sie auch in unseren Augen recht. Hier sollte HTC alsbald nachlegen.

Fazit: Mehr Preis als Leistung?

Die HTC Vive Pro 2 ist kein schlechtes VR-Headset. Jedoch kostet sie satte 1.399 Euro, was sie zu einem der teuersten Headsets auf dem Markt macht. Auf der offiziellen Seite ist das Headset sogar nochmal ein paar Euro teurer. Dies ist wichtig, denn trotz, dass es sich nicht um ein schlechtes Headset handelt, ist der Preis einfach zu hoch für das, was man am Ende bekommt. Das Verhältnis von Preis zu Leistung passt hier leider nicht ganz.

Um den hohen Preis zu rechtfertigen, mangelt es einfach an Innovation. Das Headset kann genau das, was andere Headsets auf dem Markt auch können. Vielleicht kann es diese Dinge sogar etwas besser als manch ein günstigeres Headset, doch es fehlt an Neuerung. Spieler wünschen sich mehr Interaktion mit der virtuellen Welt, welche die Vive Pro 2 nicht bieten kann. Die Controller erlauben nur stark limitierte Interaktion mit der Spielwelt und auch die tolle Auflösung des Headsets kann dies nicht wettmachen. Wer also nur Spiele in extrem guter Auflösung spielen möchte und zu viel Geld hat, für den lohnt sich die HTC Vive Pro 2. Andere Spieler sind vermutlich jedoch mit einem günstigeren Headset um einiges besser versorgt.

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3 KOMMENTARE

  1. Kizna von Löwe

    Die hohe Auflösung nutzt einem bei dem field of view auch nicht viel. Und die Sound Qualität von der HTC gurke ruiniert eh alles.

    Bei der Pro 2 bekomme ich einfach immer das Gefühl das hier schnell schnell was zusammen geschultert wurde, als antwort auf die Index und HP reverb.

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  2. Exynoz

    Wer auch immer diesen Artikel veröffentlicht hat, hat sich absolut null informiert. Größte Lachnummer ist schon das HTC Vive Pro 2 „Flaggschiff“ zu nennen.

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  3. Mick

    Ganz schön erbärmlich daß ein Technikmagazin nicht mal ein paar Eckdaten, wie z.Bsp. Auflösung und Bildwiederholrate angeben kann.
    Und das bei einem Gerät, welches nun schon länger auf dem Markt ist.
    Den „negativen Aspekt“ bezüglich „Auflösung und Qualität der Darstellung“ habe ich leider auch nicht rauslesen können.
    Die Behauptung dass Grafikkarten schwer zu bekommen wären ist auch schlichtweg falsch. Der Markt erholt sich seit Wochen, Karten sind verfügbar und auch die Preise teilweise wieder auf Normalniveau.
    „…locker ein paar tausend Euro, bevor man überhaupt ein Spiel downloaden kann.“ Wie kommt man auf sowas, und wer segnet solchen Text ab? Dieser Artikel war Zeitverschwendung.

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