Garmin Venu 2 Plus im Test: So macht Smartwatch richtig Spaß

9 Minuten
Was macht eine gute Smartwatch aus? Sie sollte angenehm zu tragen sein, eine lange Akkulaufzeit und natürlich eine intuitive Bedienung bieten. All das trifft auf die Garmin Venu 2 Plus zu. Und das ist noch längst nicht alles, wie unser Test zeigt.
Garmin Venu 2 Plus Frontansicht.
Garmin Venu 2 Plus im Test: Einfach gut.Bildquelle: Hayo Lücke / inside digital

Es ist noch gar nicht lange her, da haben wir dir hier bei inside digital die Garmin Venu 2s (Test), den kleinen Ableger der Garmin Venu 2 im Detail vorgestellt. Jetzt legen wir den Test der Garmin Venu 2 Plus nach. Die Unterschiede im Vergleich: das Plus-Modell bietet unter anderem eine Sprachsteuerung, kommt in einem 43 mm großen Gehäuse zum Kunden (Venu 2: 45 mm, Venu 2s: 40 mm), bietet aber wie die Venu 2 ein 1,3 Zoll großes und mit 416 x 416 Pixeln auflösendes AMOLED-Touchdisplay (1,3 Zoll). Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher ist es mit dem Plus-Modell zudem möglich, nach einer Kopplung mit einem Smartphone zu telefonieren. Aber der Reihe nach.

Garmin Venu 2 Plus: Einrichtung klappt problemlos

Die Einrichtung der Garmin Venu 2 Plus beginnt auf der Smartwatch selbst. Recht schnell wirst du im Einrichtungsprozess aber darauf hingewiesen, die Garmin Connect App auf deinem Handy zu installieren. Denn nur darüber lässt sich die Installation und Kopplung mit dem Handy abschließen. Zum Abschluss erhältst du noch eine bebilderte Erklärung, die dich über die Grundfunktionen und die allgemeine Bedienung der Uhr aufklärt. In Summe dauerte die Einrichtung der Garmin Venu 2 Plus inklusive der bereitliegenden Updates im Rahmen unseres Tests etwa 20 Minuten.

Die Bedienung erfolgt in weiten Teilen über den Farb-Touchscreen. Das runde AMOLED-Display ist auch in hellen Umgebungen und bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar (drei manuelle Helligkeitsstufen + Umgebungslichtsensor verfügbar) und bereitet im Alltag durch seine schnelle Reaktionszeit viel Freude. Standardmäßig leuchtet es nur für ein paar Sekunden, du kannst in den Einstellungen aber auch festlegen, dass es länger eingeschaltet bleibt. Auf Wunsch kannst du zudem ein Always-on-Display (AOD) aktivieren. Das verringert dann aber die Akkulaufzeit spürbar. Dazu später mehr.

Die Bedienung: 3 Tasten plus Touchscreen

Neben dem Touchscreen sind an der rechten Seite noch drei Drucktasten zu finden. Kurzes Drücken der oberen Taste führt den Nutzer in den Workout-Modus mit zahlreichen vorinstallierten Sportprofilen. Praktisch: Du kannst in den Einstellungen deine Lieblings-Workouts hinterlegen, um auf diese besonders schnell zugreifen zu können. Langes Drücken aktiviert eine Übersicht verschiedener Schnellstart-Funktionen. Zum Beispiel lässt sich dann ohne große Umwege die Lautstärke regulieren, man kann einen „Bitte-nicht-stören“-Modus aktivieren oder auch die Telefonie-Funktion aufrufen. Sogar das Wählen von Telefonnummern ist von hier aus direkt über das Display möglich.

Tasten an der Garmin Venu 2 Plus.
In der Seitenansicht kommt die Riffelung der Lünette an der Garmin Venu 2 Plus gut zur Geltung.

Die mittlere Taste lässt sich frei belegen. Kurzes Drücken kann so etwa eine Stoppuhr starten lassen. Langes Drücken der Mitteltaste startet standardmäßig den digitalen Assistenten für Sprachbefehle. Das klappte im Test ohne Probleme. Und der untere Druckschalter dient in der Menü-Navigation als Zurück-Taste, während langes Drücken den Weg in die Einstellungen der Uhr ebnet. Wer wiederum auf dem Bildschirm nach oben oder unten wischt, landet in einer frei nach den eigenen Wünschen anpassbaren Widget-Übersicht.

Garmin Venu 2 Plus Widgets
In der Widget-Übersicht der Garmin Venu 2 Plus geht es bunt zu.

Garmin Venu 2 Plus als Sport-Smartwatch

Weiterhin haben wir die Garmin Venu 2 Plus auch bei zahlreichen Workouts auf die Probe gestellt. Egal, ob beim Gehen, Laufen oder Radfahren, nie hat sie unsere Erwartungen enttäuscht. Multisport-Uhren von Garmin sind für ihr präzises GPS-Tracking und die hohe Genauigkeit des Pulsmessers bekannt. Und in beiden Disziplinen kann auch die Plus-Variante der Venu 2 punkten.

Während des Workouts lassen sich die wichtigsten Vitalwerte gut und übersichtlich von dem vergleichsweise großen Display ablesen. Ein kleiner Minuspunkt ist uns aber doch aufgefallen. Das GPS-Pairing, also die Verbindung der Smartwatch zu den GPS-Satelliten, dauert für unseren Geschmack zum Teil recht lange. Gerade wenn man schon erlebt hat, wie rasant dies die Huawei Watch GT Runner (Test) lösen kann, stellt die Garmin Venu 2 Plus die Geduld ihres Nutzers in diesem Punkt immer wieder auf die Probe.

Blick auf die Garmin Venu 2 Plus im Workout-Modus.
So präsentiert sich die Garmin Venu 2 Plus während eines Lauf-Workouts.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Länger als 40 Sekunden mussten wir nie warten, ehe das GPS-Pairing erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Und wie du diesen Ausführungen entnehmen kannst, besitzt die Uhr natürlich einen eigenen GPS-Empfänger. Du kannst also auch losgelöst von einem Smartphone deine Outdoor-Aktivitäten genau tracken. Und bei Bedarf: Die Uhr ist auch wasserdicht (5 ATM), eignet sich also auch, um von sportlichen Wasserratten getragen zu werden.

Schade: Hast du ein Workout erfolgreich abgeschlossen, sind manche Sportuhren in der Lage, eine empfohlene Erholungszeit zu berechnen. Die Garmin Venu 2 Plus kann das nicht. Sie signalisiert über das Widget „Body Battery“ nur, auf wie viele Energiereserven du für den restlichen Tagesverlauf noch zugreifen kannst.

Ordentliche Akkulaufzeit

Hinsichtlich der Akkulaufzeit haben wir aber gute Nachrichten für dich. Anders als noch bei der Garmin Vivomove Sport (Test), wo uns die Laufzeit der Hybrid-Smartwatch ziemlich enttäuschte, kann die Garmin Venu 2 Plus in dieser Disziplin punkten.

Mit durchgehend eingeschaltetem Herzfrequenzsensor, deaktivierter Messung des Sauerstoffgehalts des Blutes (SpO2-Tracking) und ausgeschaltetem Always-on-Display konnten wir die Garmin Venu 2 Plus für zehn Tage nutzen. Schaltet man den Bildschirm dauerhaft ein, verringerte sich die Laufzeit in unserem Test auf drei Tage. Zwei Tage wären vermutlich die Regel, aber wir haben uns dazu entschlossen, die Uhr nachts für sieben Stunden zu deaktivieren, um störende Lichtquellen im Schlafzimmer zu vermeiden. Das hat die Laufzeit natürlich etwas verlängert.

Für die Wiederaufladung ist ein USB-Kabel im Lieferumfang inklusive, das du auf der Rückseite in das Gehäuse der Smartwatch stecken musst. Für eine Wiederaufladung von 10 auf 100 Prozent benötigt die Uhr an einen Computer angeschlossen etwa 75 Minuten.

Garmin Venu 2 Plus Rückseite.
Auf der Rückseite der Garmin Venu 2 Plus ist neben der Sensorik für die Messung der Vitalwerte auch der Ladeanschluss zu finden.

Garmin Connect App – Einfach wunderbar

Wer schon häufiger einen Smartwatch-Test bei inside digital gelesen hat, der weiß, dass die Garmin Connect App eine der besten Smartwatch-Apps ist, dies es am Markt aktuell gibt. Sie ist nicht nur übersichtlich, sondern auch überaus umfangreich.

Schon auf den ersten Blick wird dir über den Reiter „Mein Tag“ alles angezeigt, was wichtig ist. Die letzten Aktivitäten, dein aktueller Puls und viele andere Vitalwerte. Etwa eine Übersicht zum aktuellen Stresslevel, die über die Woche schon absolvierten Aktivitätsminuten und natürlich auch Informationen zu den bereits zurückgelegten Schritten und den im Tagesverlauf verbrauchten Kalorien. Dabei berechnet die Uhr nicht nur den Kalorienverbrauch aus Aktivitätsminuten, sondern bezieht auch Ruhephasen mit ein.

Garmin Connect App Screenshots
Screenshots aus der Garmin Connect App (iOS-basiert).

Umfangreich und für unser Dafürhalten sehr genau präsentiert sich auch der in die Uhr integrierte Schlaftracker. Trägst du deine Garmin Venu 2 Plus auch nachts, bekommst du ein präzises Bild deiner Schlafphasen (tief, leicht, REM) dargestellt. Außerdem zeigt dir die Uhr nach jeder Nacht über einen sogenannten „Sleep Score“, wie die Nacht für dich verlaufen ist und erläutert ihn in Textform. Beispiel: „Sie haben etwas weniger geschlafen, als empfohlen wird, jedoch war der REM-Schlaf gut, was sich positiv auf das Lernen und auf Gedächtnisfunktionen auswirkt.“

Freude bereitet auch die in die Connect-App integrierte „Challenges“-Funktion, über die man verbundene Freunde zu neuen Höchstleistungen herausfordern kann. In einem Newsfeed siehst du zudem alle sportlichen Aktivitäten von Freunden, die ebenfalls ein Wearable von Garmin verwenden – sofern sie dich dafür freigeschaltet haben.

Zusätzliche Ziffernblätter per Extra-App

Über die Garmin Connect IQ App kannst du zudem das Aussehen deiner Smartwatch anpassen. Denn dort stehen unzählige kostenlose Watchfaces (Ziffernblätter) zur Verfügung. Außerdem einige zusätzliche Apps. Die beliebte Wanderapp Komoot haben wir aber leider vergeblich gesucht. In Summe kannst du rund 30 Apps und Ziffernblätter installieren. Mehr gibt der knapp bemessene Speicher der Uhr leider nicht her.

Garmin Venu 2 Plus Ziffernblätter
Nur drei Beispiele von vielen verfügbaren Watchfaces für die Garmin Venu 2 Plus.

Was kostet die Garmin Venu 2 Plus?

Kaufen kannst du die Garmin Venu 2 Plus in vier Ausführungen. Drei davon, in Schiefergrau, Schwarz und Elfenbeinfarbe gehalten, sind mit einem Silikonarmband ausgestattet und kosten laut unverbindlichem Verkaufspreis (UVP) knapp 450 Euro. Das schiefergraue Modell mit dunkelbraunem Lederarmband bietet Garmin für knapp 500 Euro an. Der nachfolgende Preisvergleich zeigt dir, die aktuell günstigsten Angebote in namhaften Webshops.

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Fazit: Eine nahezu perfekte GPS-Sportuhr

Garmin Venu 2 Plus Testsiegel

Die Garmin Venu 2 Plus ist eine GPS-Sportuhr, die im Alltag sehr viel Spaß macht. Denn obwohl sie mit einem AMOLED-Display ausgestattet ist, weiß sie bei einer normalen Nutzung mit einer mehr als einwöchigen Akkulaufzeit zu punkten. Das kann man im Vergleich mit dem Wettbewerb als Besonderheit hervorheben.

In Verbindung mit der übersichtlichen und intuitiven Widget-Anordnung solltest du dich nicht wundern, wenn du regelmäßig abends auf dem Sofa durch das Menü der Uhr oder durch die Statistiken der extrem umfangreichen Gamin Connect App navigierst. Es gibt einfach richtig viel zu entdecken und über den eigenen Körper zu lernen.

An dieser Stelle sei auch noch ein Hinweis darauf gestattet, dass die Garmin Venu 2 Plus die Synchronisation von Smartwatch-Benachrichtigungen perfekt beherrscht. Löschst du eine Nachricht auf dem Smartphone, verschwindet sich umgehend auch in der Mitteilungszentrale der Uhr. Umgekehrt genauso. Nur das direkte Beantworten von WhatsApp-Nachrichten am Handgelenk klappt leider nicht.

Vorteile

  • Sehr gutes Display
  • Intuitive Menüführung
  • Perfekte Synchronisation von Smartphone-Benachrichtigungen
  • Ordentliche Akkulaufzeit
  • Telefonie über die Uhr möglich
  • Barometrischer Höhenmesser
  • Kopplung mit Sprachassistent des Smartphones möglich

Nachteile

  • Trackt auch gelaufene Stockwerke, oft aber nur unzuverlässig
  • Zeigt keine Erholungszeiten an
  • NFC über Garmin Pay funktioniert nur mit wenigen Banken

Hinweis: Dieser Testbericht basiert auf Firmware-Version 8.12 der Garmin Venu 2 Plus. Für die Kopplung mit einem Smartphone nutzten wir ein iPhone 13 Pro, auf dem die Garmin Connect App in Version 4.53.1.2 installiert war. Die Smartwatch selbst wurde uns im Rahmen eines mehrwöchigen Tests von Garmin zur Verfügung gestellt.

Bildquellen

  • Gamin Venu 2 Plus Seitenansicht.: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Venu 2 Plus Widgets: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Venu 2 Plus Workout: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Venu 2 Plus Rückseite.: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Connect App Screenshots: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Venu 2 Plus Watchfaces: Hayo Lücke / inside digital
  • Garmin Venu 2 Plus im Test: So macht Smartwatch richtig Spaß: Hayo Lücke / inside digital

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2 KOMMENTARE

  1. Nutzerbild Stiller

    Nur gut wenn das OLED nicht so schnell einbrennt wie das vom Vorgänger. Da war das nach 1 Jahr schrecklich.
    Also Vorsicht bei dem Preis

    Antwort
  2. Nutzerbild Stefan

    Den Nachteil mit Garmin Pay kann man mit der Curved Card umgehen.
    Curved Card ist ein Fintech und stellt eine Proxy Masterkreditkarte zur Verfügung. Die Curved Card kann bei Garmin Pay hinterlegt werden und es wird von der eigenen bei Curved hinterlegten Kreditkarte abgebucht.
    Funktioniert reibungslos.

    Antwort

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