iPhone-Akku: Tipps und Tricks für eine längere Akkulaufzeit

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Auch wenn das iPhone zu einem der beliebtesten Smartphones der Welt zählt, leidet das Apple-Handy an einer relativ kurzen Akkulaufzeit. Unter anderem bei Kälte treten mitunter massive Probleme mit dem Energiespeicher auf. Nicht nur für Android-Smartphones gibt es einige Tipps und Tricks, um die Akkulaufzeit zu verbessern, sondern auch für das iPhone - egal ob es sich dabei um ältere Modelle wie das iPhone 6S, iPhone 7 oder iPhone 8 handelt oder um neuere Varianten wie das iPhone X oder iPhone 11.
iPhone X
Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside-digital.de

Vor allem Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music zehren sehr am Akku. Verschärft wird das Problem noch, wenn du nicht nur ein Audio-Signal überträgst, sondern zusätzlich das Display belastest. Zum Beispiel beim Betrachten eines Videos über Netflix, Amazon Prime Video oder Apple TV+. Auch grafisch aufwendig programmierte Spiele beanspruchen neben Prozessor und Arbeitsspeicher den Energiespeicher. Gleiches gilt für das mobile Surfen im Internet. Da jedoch gerade diese Dinge ein Smartphone erst interessant machen, gilt es an anderen Stellen möglichst viel Akku einzusparen. Im folgenden Artikel zeigen wir dir, welche Apps und Einstellungen die Batterie des iPhones schnell entladen und wie der Akku des Handys länger hält. Übrigens: Die hier gezeigten Tipps gelten in weiten Teilen auch für die iPads von Apple.

Akkuleistung aktueller Apple iPhones

In den zurückliegenden Jahren hat Apple mehr und mehr den Fokus darauf gelegt, die Akkukapazität bei seinen iPhones zu vergrößern. Einher ging diese Entwicklung allerdings mit immer größer werdenden Displays. Und die verbrauchen entsprechend mehr Strom. Zum Vergleich: Während das iPhone SE (4 Zoll) und das iPhone 6s (4,7 Zoll) noch mit einer Akku-Kapazität von rund 1.700 mAh auskommen mussten, sind es beim iPhone 11 Pro (5,8 Zoll) schon rund 3.000 mAh. Wer sich für das iPhone 11 Pro Max (6,5 Zoll) entscheidet, kann sogar einen fast 4.000 mAh großen Energiespeicher nutzen.

Einen nicht unerheblichen Teil zum Stromverbrauch tragen auch die von Apple entwickelten Prozessoren bei. Sie werden zwar kaum belastet, wenn du mit deinem Smartphone WhatsApp nutzt oder einfach nur telefonierst. Doch spätestens beim Videostreaming oder beim mobilen Gaming, sorgst du für einen gesteigerten Energieverbrauch deines Smartphones. Ebenso – und das vergessen Viele – beim Aktivieren der Kamera. Gehörst du zu jenen Nutzern, die das Smartphone jeden Tag intensiv nutzen? Dann solltest du dich nicht wundern, wenn dein iPhone schon am Nachmittag nach neuer Energie verlangt. Gelegenheitsnutzer können die neueste iPhone-Generation aber auch gerne mal 24 Stunden oder sogar zwei Tage am Stück nutzen. Den Gang zur Steckdose kannst du dir im Vergleich zu älteren iPhone-Generationen oft sparen.

Probleme bei Kälte

Ältere iPhone-Modelle haben vor allem im Winter Probleme. Denn Kälte setzt dem Akku verschiedener Apple-Smartphones ordentlich zu. Betroffen war vor allem das iPhone 6s, aber auch Nutzer vorheriger Geräte klagten über sich schnell entladende Akkus und fehlerhafte Anzeigen rund um die Anzeige zur verbleibenden Kapazität. Auch bei zwei von inside digital genutzten iPhones kam es zu Problemen beim Zusammenspiel von Akku und Ladebalken. Der auf dem Display angezeigte Prozentwert stimmte oft nicht mit dem tatsächlichen Ladezustand des Geräts überein.

Die Folge: iPhones schalteten sich aufgrund von Strommangel ab, obwohl die Anzeige noch einen Ladezustand von 30 oder sogar 50 Prozent suggerierte. Erst nach einiger Zeit gab Apple bekannt, dass zahlreiche iPhones mit einer beschädigten Charge an Akkus ausgeliefert wurden. Ein Rückrufprogramm sorgte schließlich dafür, dass betroffene Nutzer ihr Smartphone umtauschen oder den Akku austauschen konnten. Außerdem gab Apple schon Ende 2017 zu, die Performance von älteren iPhones zu drosseln, um Akku-Problemen proaktiv vorzubeugen.

Tipps und Tricks um die Akkulaufzeit des iPhones zu verlängern

Wenn sich der Akku des iPhones oder auch des iPads schnell leert, dann könnte das an einigen Einstellungen und Apps liegen. Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen, die Laufzeit der Smartphone- oder Tablet-Batterie zu verlängern und die größten Stromfresser zu eliminieren. Alle Tricks gelten für die aktuellen iPhone- und iPad-Modelle sowie Handys und Tablets von Apple, die mindestens mit iOS 9 laufen.

Funktionen einschränken

Einfach und logisch: Funktionen ausschalten, die nicht benötigt werden wie zum Beispiel Bluetooth, WLAN oder mobile Daten. Auch das Deaktivieren des persönlichen Hotspots spart Energie. Möglich ist das Ausschalten von generellen iPhone-Funktionen zum größten Teil im Control Center, das sich mit einem Wisch von der rechten oberen Ecke nach unten öffnet.

Größten Energiefresser ausfindig machen

Über den Menüpunkt Einstellungen –> Batterie lässt sich seit iOS 9 der Verbrauch einzelner Apps detailliert anzeigen. Ob die letzten 24 Stunden oder die letzten sieben Tage: iOS zeigt den Verbrauch der einzelnen Apps an – auch wenn sie nur im Hintergrund aktiv waren. Große Energiefresser fallen sofort auf und lassen sich so besser beobachten oder im Ernstfall löschen.

iOS Batterienutzung
Bildquelle: inside digital

Automatische Downloads verhindern

Energie kannst du auch sparen, indem du automatische Downloads, insbesondere über mobile Daten, deaktivierst. Dennoch sollten Apps und auch das Betriebssystem iOS selbst stets aktuell gehalten werden. Am besten startest du entsprechende Updates abends, wenn du dich zuhause in deinem WLAN-Netz aufhältst. Denn oft bietet ein Update nicht nur Fehlerbeseitigungen, sondern auch Optimierungen, die die jeweilige App oder iOS weniger Strom verbrauchen lassen. (Einstellungen → iTunes & App Store / Einstellungen –> Allgemein –> Softwareupdate)

Hintergrundaktivitäten beschränken

Was viele Nutzer nicht wissen: Auch wenn du dein Smartphone nicht nutzt, ist es weiter aktiv. Und zwar mehr als wir es uns manchmal wünschen würden. Helfen kann es, die Hintergrundaktualisierung nur für die wichtigsten Apps zulassen (Einstellungen → Allgemein  → Hintergrundaktualisierung).

Ortungsdienste deaktivieren

Ein Smartphone ist nur dann wirklich smart, wenn du es mit all seinen Funktionen nutzt. Dazu gehören auch die Ortungsdienste, die richtig praktisch sein können. Sie erkennen zum Beispiel, wenn du dein Haus verlässt und schalten per Geofencing deine smarten Heizkörper-Thermostate aus. Bei unwichtigen Apps solltest du die Ortungsdienste aber ausstellen – auch bei Systemdiensten (Einstellungen → Ortungsdienste).

Benachrichtigungen einschränken

Wie auch schon bei den anderen Punkten: Nicht jede App muss den Nutzer ständig benachrichtigen, wenn etwas passiert. Denn jene Benachrichtigung sorgt unter anderem dafür, dass sich auch das Display einschaltet und das verbraucht unnötig Energie. Vor allem dann, wenn sich das Handy in der Tasche befindet und eigentlich gar nicht benutzt wird. (Einstellungen → Mitteilungen)

Zeitzone manuell einstellen

Gehört man zu den Menschen, die eher selten im Ausland unterwegs sind, sollte man die automatische Zeitzonen-Suche abschalten (Einstellungen → Allgemein → Datum und Uhrzeit).

Automatische Netz-Suche dauerhaft oder temporär ausstellen

Für Nutzer, die in Grenzgebieten wohnen, ein absolutes Muss: Von Werk aus sucht das iPhone automatisch nach einem Netzbetreiber. Wer jedoch unterwegs ist oder sich im Ausland aufhält, sollte unter Einstellungen -> Netzbetreiber die Funktion deaktivieren. Somit wird auch der konstante Netzwechsel in Grenzregionen unterbunden. Wer nur temporär auf die automatisierte Suche verzichten will, kann einfach den Flug-Modus ein- und wieder ausschalten.

iOS automatische Netzbetreiber Suche
Bildquelle: inside-digital.de

Dynamische Hintergrundbilder deaktivieren

Auch wenn sie vielleicht schöner aussehen mögen, so verbrauchen sie doch recht viel Strom. Die Rede ist von dynamischen Hintergrundbildern. Stattdessen lieber auf ein statisches Bild setzen. (Einstellungen → Hintergrundbild → Neuen Hintergrund wählen → Einzelbild).

Parallaxen-Effekt deaktivieren

Ein weiteres hübsches, aber äußerst stromfressendes Feature ist der Parallaxen-Effekt, der dazu führt, das sich der Hintergrund mitbewegt, wenn man das iPhone neigt. Um den Akku zu schonen, sollte er jedoch besser ausgeschaltet werden. (Einstellungen → Allgemein → Bedienungshilfen → Bewegungen reduzieren einschalten)

Helligkeit manuell einstellen

Je heller der Bildschirm, umso höher der Akkuverbrauch. Eine manuelle Einstellung ist hier besser als die automatische Helligkeitsregelung, da der Sensor die ganze Zeit Informationen über die Umgebungshelligkeit sammelt und die Hardware versucht, die Helligkeit zu jedem Zeitpunkt anzupassen. (Entweder im Control-Center oder unter Einstellungen → Display und Helligkeit)

Sperrintervall kurz wählen

Für die automatische iPhone-Sperre das kürzeste Intervall wählen (Einstellungen →  Allgemein → Automatische Sperre). Push-Nachrichten und E-Mails für unwichtige Apps komplett abschalten beziehungsweise bei wichtigen das Intervall einstellen (Einstellungen → Mitteilungen → die jeweilige App auswählen)

Vibration aus

Vibrationsalarm bei Anrufen oder Nachrichten unter Einstellungen → Töne deaktivieren. Gleiches gilt für das Tastenfeedback. Außerdem solltest du des Sendens von Diagnose- und Nutzungsdaten an Apple unter Einstellungen → Datenschutz → Diagnose & Nutzung → nicht senden deaktivieren. Nutzt man sein iPhone nicht für diverse Fitness-Apps, so sollte man das Fitnessprotokoll deaktivieren (Einstellungen → Datenschutz → Bewegung & Fitness)

Spotlight-Suche anpassen

Weiteres Einsparpotential steckt in der Spotlight-Suche. Sie sollte auf die eigenen Suchkriterien angepasst werden. (Einstellungen → Allgemein → Spotlight-Suche)

Viel genutzte Apps offen lassen

Ein Mythos unter Smartphone-Nutzern: Wer eine App aktuell nicht braucht, sollte sie schließen, um Energie zu sparen. Das ist jedoch nur bedingt richtig. Denn geöffnete Anwendungen sorgen noch lange nicht für Hintergrundaktivitäten (s.o.). Im Gegenteil: Die meisten Apps werden von iOS automatisch eingefroren, sobald sie der Nutzer verlässt. Wer Apps sofort nach Benutzung schließt und dann wieder öffnet, läuft sogar Gefahr, mehr Energie zu verbrauchen. Denn nach dem Beenden einer App per Multitasking-Übersicht werden deren Daten aus dem Arbeitsspeicher gelöscht. Beim erneuten Öffnen der Anwendung, schreibt iOS die Daten wieder ins RAM. Das kostet insgesamt mehr Energie.

Stromsparmodus aktivieren

Wenn es schon zu spät oder die nächste Steckdose noch Kilometer entfernt ist: Im Stromsparmodus schränkt iOS seit Version 9 viele seiner Energie raubenden Funktionen selbstständig ein und das iPhone hat somit noch ein paar Minuten mehr Laufzeit. Das Gute daran: Für den Nutzer gibt es auf den ersten Blick kaum Unterschiede zum normalen Betrieb. Nachdem der Akku des Handys auf 80 Prozent aufgeladen wurde, schaltet sich der Modus automatisch aus. Aktiviert werden muss er jedoch weiterhin manuell.

iOS Stromsparmodus
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Auf Werkseinstellung zurückzusetzen

Das Zurücksetzen des iPhones auf Werkseinstellung hilft in vielen Fällen, eventuelle Akku-Fehler mit der Software zu beheben. Dabei werden jedoch alle Daten und Einstellungen vom Gerät gelöscht. Ein Back-Up über iTunes oder den iCloud-Service von Apple ist dringend zu empfehlen. Außerdem sollte die Funktion „Mein iPhone suchen“ im Bereich „iCloud“ unter den Einstellungen deaktiviert werden. Um das iPhone auf die Werkseinstellung zurückzusetzen, muss das Handy per Kabel mit einem PC verbunden sein, auf dem iTunes installiert ist. In dem Programm befindet sich dann ein Reiter für das Gerät. In der „Übersicht“ gibt es den Befehl „iPhone wiederherstellen …“, der nach erneuter Bestätigung das iPhone zurücksetzt und auf die Werkseinstellung bringt. Danach kann das Gerät per Back-Up auf den alten Stand gebracht werden.

Akku kalibrieren

Die Kalibrierung des Akkus stellt eine gute Möglichkeit dar, die Laufzeit der Batterie zu verlängern. Dazu müssen Nutzer eines iPhones das Gerät nur so lange benutzen, bis es komplett ohne Energie ist und sich ausschaltet. In einem zweiten Schritt sollte der Akku dann auf 100 Prozent und noch circa 15 Minuten darüber hinaus geladen werden – ohne das Gerät zwischenzeitlich zu nutzen. Um sicher zu gehen, können vorsichtige Nutzer diesen Schritt danach noch einmal wiederholen. Allzu häufig sollte die Kalibrierung eines Akku aber nicht durchgeführt werden – das schadet auf langer Sicht der Batterie.

Apple iPhone keinen extremen Temperaturen aussetzen

Apple selbst gibt an, dass ihre Batterien optimal bei Temperaturen zwischen 0 und 35 Grad Celsius arbeiten. In diesem Bereich sollten auch die Geräte betrieben werden. Falls es doch kälter oder auch wärmer zugeht, sollten Nutzer das Handy schützen. Hilft gegen die Hitze nicht viel, kann gegen die Kälte mit dem eigenen Körper angekämpft werden.

Akku defekt? So erkennst du es

Selbst wenn du dein iPhone stets pfleglich behandelst, ist es nicht auszuschließen, dass dein Smartphone-Akku durch unglückliche Umstände einen Schaden nimmt. Ein Akku-Defekt liegt dann vor, wenn du dein Smartphone nur für wenige Stunden nutzen kannst. Auch wenn du dein Smartphone nur noch nutzen kannst, wenn es mit einem Ladekabel verbunden ist, solltest du nicht lange zögern und über einen Austausch nachdenken. In iOS kannst du in den Batterie-Einstellungen zudem prüfen, welche Kapazität deinem Akku noch zur Verfügung steht. Bei neuen iPhones sollte er sich noch rund um 100 Prozent bewegen, bei älteren Geräten sind auch kleinere Werte normal. Bis zu einer maximalen Kapazität von 75 Prozent solltest du dir keine Gedanken um einen Akku-Austausch machen. Einen preiswerten Akku-Tausch kannst du bei vielen iPhone-Modellen zum Beispiel bei unserem Partner Repamo vornehmen lassen.

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