Carsharing Anbieter im Vergleich: Das bieten Share Now, Sixt Share, WeShare und Miles

13 Minuten
Früher gehörte es vielerorts zum guten Ton, ein eigenes Auto zu besitzen. Heute ist das ein bisschen anders. Jugendliche machen oft nicht nur immer später den Führerschein, sie verzichten auch oft auf ein eigenes Fahrzeug. Unter anderem wegen günstigen Carsharing-Angeboten. Ein Vergleich.
Mann benutzt Carsharing-App (Symbolbild)
Bildquelle: Adobe Stock

Getrieben wird der Markt vor allem durch gewerbliche Carsharing-Anbieter. Eines der ersten Unternehmen, bei dem man Autos spontan mieten konnte, war die Deutsche Bahn mit ihrem Carsharing-Angebot Flinkster. Die Mietwagen lassen sich hier über die Homepage oder über die Flinkster-App mieten. Sie stehen in vielen großen Städten an festen Stationen zur Verfügung. Nachteil: Die Carsharing-Fahrzeuge müssen an eben diesen Stationen nicht nur abgeholt, sondern auch wieder abgestellt werden. Meist in der Nähe des Bahnhofs, in größeren Städten aber auch an anderen Plätzen.

Carsharing im Free Floating: Mehr Flexibilität geht nicht

Deutlich komfortabler ist das sogenannte Free-Floating-Modell. In Deutschland haben es Drive Now und Car2Go groß gemacht. Inzwischen operieren beide Marken aber unter einem neuen Namen: Share Now. Der Vorteil des Free Floatings: Die Carsharing-Anbieter definieren dort, wo sie aktiv sind, ein Geschäftsgebiet, in dem die Carsharing-Autos angemietet und im Rahmen der geltenden Verkehrsregeln auch wieder abgestellt werden können.

Wer also zum Beispiel in Köln am Hauptbahnhof ankommt, kann sich per Smartphone-App im Umfeld des Bahnhofs ein Carsharing-Fahrzeug suchen, per App öffnen, zum Zielort im Stadtgebiet fahren und dort am Straßenrand wieder abstellen. Auch das Verschließen des Stadtmobils erfolgt bei dieser Form der Mobilität ganz einfach per App.

Das flexibel nutzbare Carsharing ist im Vergleich zur stationsgebundenen Variante vor allem bei jüngeren Nutzern beliebter. Neben Share Now ist zum Beispiel auch der Autovermieter Sixt mit einem eigenen Carsharing-Angebot namens Sixt Share aktiv. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Bisher aber nur in den Niederlanden. Konkret in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag. Zudem will Sixt Share als bisher einziger großer Free-Floating-Anbieter in Zukunft auch für die Versorgung von Carsharing-Autos im Umland von Großstädten sorgen. Derzeit läuft ein Pilotprojekt in Grafelfing bei München.

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Und es gibt bei Sixt Share noch einen weiteren großen Vorteil. Das Angebot ist oft nicht nur preiswerter, sondern noch deutlich flexibler aufgestellt. Denn es ist möglich, das Sixt-Share-Auto in einer der genannten deutschen Städte anzumieten und an einer beliebigen Sixt-Station in ganz Deutschland wieder abzugeben.

Ungemein praktisch ist das zum Beispiel, wenn mal wieder wegen eines Streiks oder Unwetters die Bahn oder der Flieger ausfällt. Du kannst dann zum Beispiel in München deinen Carsharing-Mietwagen besteigen und ihn in Düsseldorf wieder abgeben. Für die volle Flexibilität wird aber ein Aufpreis in Höhe von aktuell 15 Euro fällig – an Flughäfen-Stationen sind es 27 Euro extra.

In Berlin und Hamburg besteht zudem die Möglichkeit, den Anbieter WeShare zu nutzen. Verantwortlich für dieses Angebot ist der Automobilhersteller Volkswagen, der auf eine rein elektrisch angetriebene Flotte an Carsharing-Autos setzt. Als E-Auto steht zum Beispiel der e-Golf zur Verfügung. Neuerdings gehört auch der neue ID.3 zur Flotte von WeShare.

 in diesen Städten verfügbarPreis pro MinuteAnmeldung
Share Now

(ehemals DriveNow & Car2Go
16 Städte in neun Ländern Europas

u.a. Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Paris, Rom, Amsterdam, Wien, Madrid
ab 19 Cent

alle BMW- und Mercedes-Benz-Modelle zzgl. 99 Cent pro Anmietung
jetzt anmelden
Sixt ShareBerlin, Hamburg, München, Amsterdam, Rotterdam, Den Haagab 9 Cent

Preise können je nach Tageszeit und Auslastung variieren
jetzt anmelden
WeShareBerlin, Hamburg

Start in München, Prag, Paris, Madrid, Budapest und Mailand geplant
29 Cent

zzgl. 1 Euro pro Anmietung
Anmeldung nur in der App möglich

Was kostet Carsharing bei Share Now, Sixt Share, WeShare und Co?

Die wichtigste Info vorweg: Wer auf CarSharing setzt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Kosten nur auf den ersten Blick günstig erscheinen. Viele Vermieter verzichten zwar auf eine monatliche Grundgebühr, doch die Preise für die gefahrene Minute oder den zurückgelegten Kilometer können vor allem bei (vielen) längeren Fahrten schnell ins Geld gehen. Auch weil einzelne Anbieter dazu übergehen, schon vor Fahrtbeginn eine Pauschale in Höhe von meist 1 Euro zu berechnen (Fahrerschutzgebühr / FSG).

Der anfallende Minutenpreis ist in der Regel je nach Wert des Fahrzeugs gestaffelt. Oft geht es bei 19 Cent pro Minute los, in der Spitze sind aber auch knapp 40 Cent pro Minute möglich. Teils sind auch Sonderaktionen nutzbar, die das Carsharing für unter 10 Cent ermöglichen. Diese Aktionen kommunizieren die Anbieter entweder direkt in ihrer App oder per E-Mail-Newsletter.

Großer Vorteil beim Carsharing im Free-Floating: Nutzer müssen am Zielort angekommen kein Parkticket lösen. Die Parkgebühren sind über den zu zahlenden Minutenpreis bereits abgedeckt. Das gilt allerdings nur für öffentliche Parkplätze, die nicht privat bewirtschaftet werden. Auf die Idee, ein Parkhaus zu befahren, solltest du übrigens auch nicht kommen. Das ist in aller Regel abseits von Flughäfen verboten.

Carsharing am Flughafen

Viele Carsharing-Anbieter, die ihre Mietwagen im Free Floating zur Verfügung stellen, bieten ihren Kunden auch die Möglichkeit, die Mietwagen an großen deutschen Flughäfen zu mieten beziehungsweise die Miete dort zu beenden. Hier ist aber zu beachten, dass sowohl das Ein- als auch das Ausfahren aus dem Flughafen-Parkhaus mit einem oft sehr hohen Aufpreis verbunden ist.

Share Now etwa berechnet zwischen 5,99 Euro (zum Beispiel Flughafen Düsseldorf, Flughafen Köln-Bonn und Flughafen Stuttgart) und 13,99 Euro (Flughafen München) pro Miet-Start beziehungsweise Miet-Ende. Bei Sixt Share sind zwischen 8 und 15 Euro zu zahlen, WeShare berechnet eine allgemeine Flughafengebühr in Höhe von 7 Euro. Welche Preise im Detail gelten, ist den aktuellen Preislisten der jeweiligen Vermieter zu entnehmen, die du auf den Homepages der Anbieter finden kannst.

Stationsgebundenes CarSharing

Abseits der Free-Floating-Anbieter gibt es auch das eingangs erwähnte stationsgebundene Carsharing. Zum Beispiel bei der Deutschen Bahn mit Flinkster. Die Fahrzeuge stehen hier nicht im ganzen Stadtgebiet verteilt auf den Straßen, sondern an (mindestens) einem festen Standort. Die Bahn berechnet neben einer Verbrauchspauschale pro zurückgelegtem Kilometer auch noch einen Stundenpreis für die Miete ihrer Wagen. Und der staffelt sich je nach gewähltem Mietwagen zwischen 1,50 Euro (zwischen 22 und 6 Uhr in der Klasse Mini) und 8 Euro (zwischen 6 und 22 Uhr in der Kategorie Transporter).

Ein weiterer bekannter Spieler auf dem Markt des klassischen Carsharings mit festen Stationen ist Cambio. Der Anbieter ist gegenwärtig in 30 deutschen Städten nutzbar. Und hier ist es noch etwas komplizierter durch das Tarif-Wirrwarr durchzusteigen. Denn Cambio bietet gleich vier Grundtarife an, bei denen teilweise sogar eine Grundgebühr von bis zu 25 Euro anfällt. Hinzu kommen wie bei Flinkster Gebühren pro Stunde (zwischen 50 Cent und 4,90 Euro) sowie ein Kilometerpreis zwischen 24 und 37 Cent.

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Cambio und Flinkster sind aber nur zwei Beispiele. Es gibt noch viele andere Anbieter. Zum Beispiel Stadtmobil, das in 180 deutschen Städten aktiv ist, regional aber unterschiedliche Preise berechnet – monatliche Grundgebühr inklusive.

 in diesen Städten verfügbarPreis pro StundePreis pro KilometerAnmeldung
Cambio30 Städte in ganz Deutschland0,50 bis 4,90 Euro24 bis 37 Centjetzt anmelden
Flinkster400 Städte in ganz Deutschland1,50 bis 8 Euro25 bis 30 Centjetzt anmelden
ScouterBonn, Erlangen, Fürth, Gießen, Kassel, Marburg, München, Nürnberg, Würzburg0,50 - 4 Euro32 Centjetzt anmelden

Preis-Tipp: Carsharig Pakete buchen

Wer häufiger mit einem Carsharing-Auto unterwegs ist, kann sich auch für ein Paket entscheiden, das optional bei vielen Anbietern zu haben ist. So bietet zum Beispiel Cambio Tages- und Wochenpakete an. Bei Flinkster sind nur Tagespauschalen buchbar, wobei es ab dem zweiten Tag günstiger wird.

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Noch ein bisschen flexibler sind einzelne Free-Floating-Anbieter. Hier stehen neben Tagespaketen auch Stundenpakete mit Kilometerbegrenzung zur Verfügung. Mit einem solchen Tarif ist es zum Beispiel auch möglich, vom Flughafen München aus zu einem Spiel des FC Bayern München und wieder zurück zum Flughafen zu fahren. Das Auto bleibt für die ganze Zeit angemietet und der Nutzer samt all seiner Insassen auch nach dem Spiel mobil.

Sixt Share bietet die Möglichkeit, Pakete für 3 Stunden (mit 80 Kilometern), 6 Stunden (mit 120 Kilometern), 24 Stunden (inklusive 200 Kilometern), 3 Tagen (mit 400 Kilometern) und einer ganzen Woche (mit 400 Kilometern) zu buchen. Die Preise bewegen sich je nach Fahrzeugklasse zwischen 19 und 289 Euro.

Bei Share Now kannst du zum Beispiel Pakete für 2, 4 oder 6 Stunden buchen. Oder wenn du langfristig mobil sein möchtest, Tagespakete (1 bis 30 Tage). Du musst dann neben einer Stunden-, Tages- oder Wochen-Pauschale pro zurückgelegtem Kilometer 19 Cent extra zahlen. Beachte immer die Preise, die in der App angezeigt werden. Es kann auch Promotion-Aktionen geben.

Und auch WeShare hat einen Tarif für Vielfahrer: WeShare+. Hierbei handelt es sich aber weniger um ein Paket, sondern um einen Aufpreis, der den Minutenpreis reduziert. Für 9,90 Euro pro Monat reduzierst du die Fahrminute von 29 auf 19 Cent, die Parkminute sogar auf nur 5 Cent. Maximal bezahlst du für das Mieten eines Autos mit WeShare+ 48 Euro pro Tag.

Alternative: Kilometerbasiertes Carsharing – Miles macht es möglich

Eines der größten Ärgernisse beim Carsharing von Share Now, Sixt Share und Co.: Im Kopf des Fahrers tickt immer die Uhr mit. Mit jeder Minute, die vor einer roten Ampel oder im Stau verstreicht, berechnen die Anbieter trotzdem Geld. Und das kann vor allem in der Rushhour teuer werden. Denn die Nutzung des Stadtmobils kostet ja auch bei Stillstand Geld. Maßgeblich ist schließlich die Dauer der Fahrt und nicht die zurückgelegten Kilometer.

Die Folge: Der Stresslevel steigt. Und der innere Drang, gegen die Regeln im Straßenverkehr schneller zu fahren, auch. Dass dadurch auch das Unfallrisiko steigt, dürfte selbsterklärend sein.

Der Carsharing-Anbieter Miles will dieses Problem aus der Welt schaffen. Und damit das gelingt, rechnet er nicht pro Minute ab, sondern pro zurückgelegtem Kilometer. Der einheitliche Preis pro Kilometer liegt je nach Fahrzeugklasse zwischen 89 Cent und 1,19 Euro. Hinzu kommt pro Anmietung eine Pauschale von 1 Euro. Beim Parken sinkt der Minutenpreis auf 29 Cent. Alternativ kannst du auch Tagestarife buchen. Transporter stehen bis zu sieben Tage zur Verfügung, Autos bis zu 30 Tage.

Auch Miles ist in fünf Großstädten in Deutschland verfügbar. Allerdings stehen die Miles Autos und Miles Transporter nur in Hamburg und Berlin zur Verfügung. In Köln, Düsseldorf und München sind nur die Transporter per App buchbar. In allen Städten gilt übrigens auch bei Miles das beliebte Free Floating Modell. Und möchtest du in Hamburg oder Berlin mit dem Auto zum Flughafen fahren (oder von dort zurück in die Stadt) bietet Miles passende Pauschaltarife in Höhe von 15 Euro (HH) beziehungsweise 25 Euro (B) an.

 in diesen Städten verfügbarPreis pro KilometerAnmeldung
MilesBerlin
Düsseldorf (nur Transporter)
Hamburg
Köln (nur Transporter)
München (nur Transporter)
0,89 - 1,19 Eurojetzt anmelden
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Welche Fahrzeuge kann ich mieten?

Einst war das Angebot an verfügbaren Fahrzeugen bei den Carsharing-Anbietern einfach strukturiert. Car2Go bot eine Flotte bestehend nur aus Fahrzeugen des Modells Smart an. Bei DriveNow waren ausschließlich Minis zu haben. Heutzutage ist das Angebot deutlich umfangreicher aufgestellt.

Bei ShareNow besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Autos vom Typ Mercedes-Benz A-Klasse oder BMW Active Tourer zu buchen. Und wer es sportlicher mag, kann auch einen GLA von Mercedes oder ein 2er Cabrio von BMW anmieten – zu höheren Carsharing-Kosten versteht sich. Außerdem sind unter anderem der BMW i3 und der BMW X1 im Angebot.

Sixt Share bietet Fahrzeuge verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Klassen an. Bei WeShare ist das Angebot auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns beschränkt. Miles setzt auch Modelle von Audi und Volkswagen. Transporter sind dort in Berlin auch von Mercedes-Benz und Renault zu haben.

Welche Vorteile hat Carsharing?

Die grundsätzliche Idee hinter Carsharing ist simpel. Viele Autos stehen den Großteil der Zeit ungenutzt auf Parkplätzen herum, sind dadurch im Unterhalt teuer und sorgen zudem für Frust bei all denjenigen, die auf der Suche nach einem Parkplatz sind. Carsharing-Autos sollen Abhilfe schaffen, indem sie häufiger verwendet werden und im besten Fall zudem rein elektrisch unterwegs sind und somit emissionsfrei durch die Innenstädte fahren.

Die Wahrheit sieht allerdings ein bisschen anders aus. Die Unternehmensberatung A.T. Kearny kam in einer Studie nämlich zu dem Schluss, dass die Leihfahrzeuge nur für fünf Prozent der Deutschen eine tatsächliche Alternative zum eigenen Auto darstellen. Und auch für Carsharing-Betreiber seien eigentlich nur die Städte Berlin, Hamburg und München attraktiv, weil hier genügend Menschen pro Quadratkilometer leben, um einen Carsharing-Dienst auch wirklich wirtschaftlich betreiben zu können.

Fans von Carsharing-Angeboten sind trotzdem überzeugt. Sie freuen sich darüber, dass sie die Autos jederzeit nach eigenen Wünschen mieten und wieder abstellen können. Parkkosten gibt es in aller Regel keine und auch Gedanken zu einer Versicherung müssen sie sich nicht machen. Selbst das Tanken wird ihnen vom Flotten-Management abgenommen. Und wer ein Carsharing-Auto für einen Vermieter selbst auftankt, kann sich zum Teil sogar Gratis-Guthaben für das eigene Kundenkonto sichern. Kurzum: Laufende Kosten gibt es bei den meisten Unternehmen im Carsharing-Vergleich nicht. Und selbst eine einmalige Anmeldegebühr hält sich in der Regel in Grenzen; sofern sie nicht sogar ganz entfällt.

Der Bundesverband Carsharing argumentiert zudem: Bei der Verkehrsentlastung gäbe es nicht DAS Carsharing. Die verschiedenen Varianten wirkten unterschiedlich. Sie müssten deshalb auch differenziert beurteilt werden. Das sei mit Blick auf die Studie von A.T. Kearney nur unzureichend geschehen. Denn während sich die Studie primär auf Free-Floating-Modelle beziehe, sei in Deutschland stationsbasiertes Carsharing von Anbietern wie teilAuto oder book-n-drive weit verbreiteter.

Alternative: Privates Carsharing

Übrigens ist es auch möglich, eine private Autovermietung für Carsharing zu nutzen. Große Anbieter in diesem Segment sind zum Beispiel Getaround (ehemals Drivy), SnappCar, und Turo. Auf den Plattformen können Autobesitzer ihre Fahrzeuge einstellen und an andere private Personen vermieten. Die Übergabe von Fahrzeug und Schlüssel findet zwischen Anbieter und Interessent im persönlichen Austausch statt. Die An- und Abreise zum Mietwagen des privaten Anbieters muss zum Beispiel per Fahrrad oder in öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen.

Auch BMW ist inzwischen im Markt des privaten Carsharings aktiv – über seine Marke Mini. Mit Mini Sharing ist es möglich, einen Mini für bis zu zehn Personen per Smartphone-App zugänglich zu machen. Das kann für Familien, im Freundeskreis oder für Firmen interessant sein. Allerdings klappt das Mini Sharing nicht mit jedem Mini-Modell. Nur mit Minis ab dem Produktionsdatum Januar 2020 ist der Dienst kompatibel. Zu nutzen ist Mini Sharing nur, wenn im Auto das Mini Sharing Modul verbaut ist. Die Kosten für Mini Sharing in Deutschland betragen im ersten Jahr 360 Euro inklusive einer Laufzeit von einem Jahr, zuzüglich Nachrüstungskosten. Bei einer Verlängerung nach Ablauf der Jahresfrist kostet der Mini Sharing Service 49 Euro pro Jahr.

Für privates Carsharing muss man aber nicht nur als Vermieter, sondern auch als Mieter gemacht sein. Denn nicht jeder vermietet gerne für den schnellen Euro sein Privat-Auto. Schließlich finden sich in einem privaten Fahrzeug in der Regel auch persönliche Dinge wieder und die sollen ja auch privat bleiben. Ein Auto bei einer gewerblichen Autovermietung zu mieten ist in aller Regel ohnehin der einfachere Weg. Denn etwaige Probleme nach einer Miete lassen sich mit professionell aufgestellten Firmen in aller Regel einfacher klären als im privaten Kleinkrieg.

Mietwagen oder Carsharing? Das ist der Unterschied!

Du fragst dich, was der Unterschied zwischen einem Carsharing-Angebot und einem klassischen Mietwagen ist? Kurz gefasst: Beim Carsharing ist der Ansatz, ein Auto zu teilen. Und das unabhängig von einem Mietvertrag. Denn du musst dich beim Carsharing nur einmal anmelden und kannst dann jederzeit zum Beispiel per App eine Miete starten.

Bei einer Autovermietung musst du für jede Leihe einen neuen Vertrag abschließen, diesen unterschreiben, musst dich an Öffnungszeiten der Station halten und eventuell auch noch lange am Schalter warten, ehe du losfahren kannst. Und volltanken solltest du deinen Wagen auch noch, ehe du ihn zurückgibst. Sonst kann es teuer werden.

Deine Technik. Deine Meinung.

8 KOMMENTARE

  1. Avatar Ronald

    Hallo Hayo, im Prinzip nett. Aber lückenhaft recherchiert. car2go ist ab 19Cent und ab 31 Cent. Sixt ist aktuell bei 9 Cent aber sonst korrekt.

    Insgesamt wirft das ein nn nicht ganz korrektes Bild ab 😉

    LG Ronald

    Antwort
    • Moin Roland!

      Die Sixt-Aktion habe ich bewusst außen vor gelassen, weil sie Ende August endet. Oder enden soll. Mal abwarten…

      Was Car2Go betrifft: 19 bis 31 Cent steht doch genauso in der Tabelle wie Du es schreibst? Wo soll der Fehler sein?

      Freue mich auf dein Feedback.

      Cheers!

      Antwort
  2. Avatar Norbert

    Meines Erachtens nach feinster Livestyle-Quark. Alle Anbieter konzentrieren sich auf Regionen, in denen es einen gut nutzbaren ÖPNV gibt. Regionen, in denen das weniger der Fall ist und in denen ein solches Angebot aber absolut Sinn machen würde, um dem drohenden Individualverkehrskollaps zu begegnen, ist ein Angebot absehbar nicht zu erwarten.

    Antwort
    • Avatar Protonstar

      Das Problem sehe ich genauso. Leider wohnt der Großteil der Deutschen nicht in den Metropolen. Und selbst wenn man im Einzugsgebiet einer Metropole wohnt, darf man die Autos ja nur im Stadtgebiet nutzen. Für die Fahrt vom Bahnhof/Flughafen nach Hause muss man also trotzdem das eigene Auto nutzen (sofern vorhanden) oder einen klassischen Mietwagen nutzen, sofern eine Station am Heimatort existiert. Ich finde auch den Ausdruck CarSharing irritierend, denn da wird ja nicht wirklich geshared, sondern ein Mietwagen kurz angemietet und flexibel abgestellt.

      Antwort
  3. Avatar Andreas

    Für mich ist Carsharing selbst in Berlin unattraktiv,weil ich am Stadtrand wohne. Im Geschäftsgebiet der Carsharer in Berlin ist das öffentliche Verkehrsangebot so gut, dass ich kein Auto brauche, da wo ich es brauche ist kein Geschäftsgebiet. Das gilt auch für die Mietroller und -fahrräder.

    Antwort
  4. Avatar Sven

    Schade, daß der „Urvater“ des Carsharings unerwähnt bleibt: Greenwheels

    Antwort
    • Schaue ich mir gerne asap an… unser Überblick hat keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Das für vor allem beim stationsgebundenen Carsharing einfach den Rahmen sprengen… wir möchten vielmehr einen Überblick zu den bekanntesten Anbietern geben.

      Antwort
      • Avatar Ralph Gutschmidt

        Flinkster eines der ersten? Die sind doch erst seit Ende der 90er dabei.

        Und FreeFloating hatte auch niemals den Gedanken, private Autos zu ersetzen. Man kann damit spontan fahren, wenn man gerade keine Lust auf Öffis hat. Sorgt also eher für Spaß am Auto. Und es kommt auch nicht immer mehr in Mode sondern wird nach und nach eingestellt. Man bekommt also nicht planbar ein Auto für einen wichtigen Termin und meist auch nur Kleinwagen.

        Richtiges Carsharing mit Stationen hingegen gewinnt immer mehr Nutzer und es werden mehr und mehr Fahrzeuge. Es gibt große Kombis und man spart viel Geld. Das „Tarifwirrwar“ muss man nur ein Mal verstehen, nämlich bei der Anmeldung. Wer dann nicht auswendig weiß, ob er Student ist, hat natürlich ein Problem.

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