Wer einen Internetvertrag abschließt, bekommt den WLAN-Router oft direkt angeboten. Das wirkt bequem. Die monatliche Miete fällt neben der Grundgebühr oft kaum auf und man muss sich keine Gedanken machen, welcher Router denn der richtige sein könnte. Doch genau darin liegt das Problem. Verivox hat berechnet, wann sich Kaufen für dich lohnt und wann Mieten sinnvoll ist. Denn ein Mietrouter kostet je nach Modell 3,99 bis 12,99 Euro im Monat. Bei einem mittleren Tarif kann das die Monatskosten um gut ein Viertel erhöhen.
Was Miete gegenüber Kauf konkret bedeutet
Für die Analyse wurden 20 gängige Modelle untersucht. Die Preise stammen aus Kombinationen mit Tarifen von Telekom, Vodafone, O2 und 1&1. Verglichen wurden Tarife mit 100 bis 150 Mbit/s. Anschließend wurde das Ganze den Kaufpreisen im Onlinehandel gegenübergestellt. Denn grundsätzlich gilt in Deutschland die Routerfreiheit. Sie bedeutet: Du musst nicht zwingend das Gerät deines Providers nutzen. Du darfst einen passenden eigenen Router anschließen. Passend heißt: DSL-Router für DSL, Kabelrouter für Kabel und Glasfaserrouter für Glasfaser. Das ist wichtig, da der Router sonst nicht funktioniert – zumindest, wenn er gleichzeitig das Modem ist.
Telekom: WLAN-Router mieten lohnt sich nicht
Bei der Telekom zeigt sich der Kosteneffekt besonders deutlich. Der Speedport Smart 4 kostet 6,95 Euro Miete im Monat. Nach zwölf Monaten sind das 83,40 Euro. Kaufen lässt sich ein passendes Gerät laut Verivox ab 139 Euro. Damit wird der Kauf ab dem 20. Monat günstiger – noch vor dem Ende der Mindestvertragslaufzeit. Beim Speedport Smart Glasfaser ist die Differenz größer. Die Miete liegt bei 12,99 Euro im Monat. Nach 24 Monaten zahlst du inklusive Versand 318,71 Euro. Der Kaufpreis startet bei 199 Euro. Der Kauf rechnet sich daher schon ab dem 15. Monat.
Vodafone und 1&1: Es kommt dauf an
Bei Vodafone kippt die Rechnung oft erst nach der Mindestlaufzeit. Die Fritz!Box 7530 AX kostet dort 6,99 Euro Miete im Monat. Der Kaufpreis beginnt laut Verivox bei 150 Euro, bei Amazon ist sie derzeit für knapp 160 Euro zu haben. Nach 24 Monaten kostet die Miete inklusive Versand 177,75 Euro. Der Kauf ist ab dem 21. Monat günstiger. Bei der Fritz!Box 7690 verlangt Vodafone 9,99 Euro pro Monat. Nach 24 Monaten sind es inklusive Versand 249,75 Euro, bei Amazon aktuell knapp 260 Euro. Der Kaufpreis startet bei 255 Euro. Hier liegt der Break-even erst ab dem 25. Monat. Einen Router bei Vodafone zu mieten hat aber noch einen anderen Nachteil: Bei Kabelroutern bekommst du oft nicht die aktuellste Firmware für die Geräte. Vodafone hat die Hoheit über die Betriebssoftware und reicht die Updates von Fritz! oft erst mit Monaten Verspätung weiter.
Bei 1&1 sieht es bei den Kosten ähnlich aus. Der HomeServer+ auf Basis der Fritz!Box 7530 AX kostet 6,99 Euro im Monat. Kaufen ist wie erwähnt ab 150 Euro möglich. Damit lohnt sich der Kauf ab dem 21. Monat. Beim HomeServer Speed+ mit Fritz!Box 7690 liegt die Miete bei 9,99 Euro. Der Kaufpreis startet bei 255 Euro. Auch hier wird der Kauf ab dem 25. Monat günstiger. Beim Glasfaser-HomeServer mit Fritz!Box 5530 kostet die Miete 5,99 Euro. Wegen des Kaufpreises ab 178 Euro rechnet sich der Kauf erst ab dem 29. Monat.
Warum die Monatsrate trügt
Die Monatsrate wirkt klein. Über zwei oder drei Jahre wird sie aber zum echten Kostenblock. Ein Router für 9,99 Euro im Monat kostet nach zwei Jahren fast 240 Euro. Dazu kommen je nach Anbieter Versandkosten. Bei Vodafone und 1&1 liegen sie knapp unter zehn Euro. Bei der Telekom sind es 6,95 Euro.
Trotzdem ist Mieten nicht immer falsch. Wer nur kurz einen Anschluss nutzt, spart sich hohe Einmalkosten. Auch der Austausch bei einem Defekt kann einfacher sein. Denn geht dein gekaufter Router nach dem Ende der Garantie kaputt, musst du ihn auf eigene Rechnung neu kaufen. Ein Mietgerät wird einfach ausgetauscht. Pluspunkt für eine Fritz!Box: Der Hersteller gibt fünf Jahre Garantie.
Planst du hingegen, deinen DSL-Anschluss in den kommenden Jahren durch Glasfaser zu ersetzen, kann die Miete sinnvoll sein. Dann tauscht dein Anbieter den Router einfach aus, ohne dass für dich – jenseits der Versandkosten – Kosten anfallen.
Was Kunden jetzt wissen müssen
Eine Alternative kann auch eine unabhängige Routermiete sein. Verivox nennt Routermiete.de als Beispiel. Dort kostet die Fritz!Box 7690 bei zwölf Monaten Laufzeit 4,99 Euro im Monat. Das ist bis zu 60 Euro im Jahr günstiger als beim teuersten Provider im Test. Auch das bleibt aber Miete. Das Gerät gehört dir danach nicht. Hinter dem Angebot steckt übrigens die Muttergesellschaft des Providers easybell, der selbst DSL- und Glasfaseranschlüsse im Telekom-Netz vermarktet.
Klar ist: Wer den Router drei Jahre oder länger nutzt, sollte den Kauf prüfen. Das gilt besonders bei DSL und Glasfaser. Bei Kabelanschlüssen musst du genauer hinsehen, weil nicht jedes gebrauchte oder gekaufte Gerät problemlos an jedem Anschluss funktioniert. Ein Bestandsgerät kann sich lohnen, wenn es technisch passt. Ein Kabelrouter funktioniert aber nicht an einem DSL-Anschluss. Und auch bei lokalen Glasfaseranbietern wie Deutsche Glasfaser lohnt es sich, genau nachzufragen, wie der Router spezifiziert sein muss. Hier gibt es mitunter Unterschiede in der Glasfaser-Technik.
