Der ASTRA TV–Monitor 2025 zeigt eine klare Verschiebung im Markt. Satellit bleibt zwar vorne, aber Kabel verliert an Gewicht und IPTV wächst. Insgesamt sollten die TV-Sender aber alarmiert sein: Der gesamte TV-Markt schrumpft. 370.000 Haushalte haben binnen eines Jahres ihren Fernseher abgeschafft, seit 2020 sind es sogar mehr als 2 Millionen Haushalte. Das hängt womöglich auch mit den Kosten zusammen. Denn mitnichten heißt Free-TV in Deutschland heute noch wirklich Free-TV. Entscheidend ist, ob du nur freie Sender schaust oder private Programme in HD willst.
Satellit bleibt wichtigster TV-Empfangsweg
Laut ASTRA TV-Monitor 2025 nutzen 15,46 Millionen TV-Haushalte in Deutschland Satellit. Das entspricht 43,7 Prozent aller erfassten TV-Haushalte. Ein Jahr zuvor waren es noch 44,8 Prozent. Kabel folgt mit 12,44 Millionen Haushalten und 35,2 Prozent. IPTV kommt auf 5,72 Millionen Haushalte. DVB-T2 HD erreicht 1,74 Millionen Haushalte.
Damit liegt Satellit weiter vor Kabel. Ganz stabil ist der Abstand aber nicht. Satellit verliert leicht. Kabel gibt ebenfalls nach. IPTV gewinnt dagegen deutlich. Das passt zum Markt: Immer mehr Haushalte buchen Fernsehen zusammen mit Internet oder nutzen TV-Apps. Die Vorteile liegen auf der Hand: größeres Angebot und flexiblere Nutzung.
Die Zahlen stammen aus dem ASTRA TV-Monitor 2025. ASTRA hat die Studie beauftragt, Kantar hat sie erhoben. Befragt wurden 6.000 Haushalte. Erfasst wurde jeweils der wichtigste Empfangsweg im Haushalt. Das ist wichtig, weil Zweitgeräte und parallele Nutzungen so nicht im Mittelpunkt stehen.
HD ist fast überall Standard
Beim Bildstandard zeigt die Studie ein klares Bild. 33,97 Millionen TV-Haushalte empfangen Fernsehen in HD-Qualität. Das sind 96,1 Prozent aller erfassten TV-Haushalte. Die meisten HD-Haushalte nutzen Satellit. Danach folgen Kabel, IPTV und DVB-T2 HD.
Bei Satellit ist HD fast vollständig angekommen. Laut Studie empfangen 15,25 Millionen der 15,46 Millionen Sat-Haushalte HD-Fernsehen. Das entspricht 98,6 Prozent. SD spielt dort nur noch eine kleine Rolle. Spätestens mit der Abschaltung der letzten öffentlich-rechtlichen TV-Sender in SD muss man sich fragen, warum es überhaupt noch SD-Haushalte gibt.
Was TV-Empfang wirklich kostet
ASTRA verweist zudem auf 143 HD-Kanäle und sechs Ultra-HD-Kanäle in deutscher Sprache über ASTRA 19,2 Grad Ost. Diese Zahl klingt stark. Sie braucht aber eine Einordnung. Nicht alle Programme sind frei empfangbar. Viele private HD-Sender liegen in kostenpflichtigen Paketen. Und in der Studie gibt es keine Informationen dazu, wie viele Zuschauer für HD-Sender bezahlen.
Satellit wirkt auf den ersten Blick günstig. Für den reinen Empfang fallen keine monatlichen Empfangsgebühren an. Das gilt aber vor allem für frei empfangbare Programme. Öffentlich-rechtliche Sender bekommst du über Satellit in HD ohne Zusatzkosten. Sie werden über den Rundfunkbeitrag finanziert. Die ARD hat gerade erst ihre Verträge für die HD-Kanäle bis 2039 (!) verlängert.
Anders sieht es bei privaten HD-Sendern aus. RTL, Sat.1, ProSieben, Kabel Eins und weitere Programme kosten in HD extra. Über Satellit läuft das meist über HD+. Der Anbieter verlangt dafür 85 Euro pro Jahr (hier buchen). Wer private Sender nur in SD schaut, spart diesen Aufpreis. Das Bild ist dann aber sichtbar schlechter. Und: Wenn die Anzahl der Satelliten-Haushalte sinkt, heißt das automatisch auch, dass potenziell weniger Haushalte TV ohne laufende Kosten empfangen können.
Beim Antennenfernsehen gilt ein ähnliches Prinzip. Öffentlich-rechtliche Sender laufen über DVB-T2 HD kostenlos in HD. Für private Programme verlangt freenet TV knapp 114 Euro pro Jahr oder 99 Euro als Jahreskarte. Pro Gerät! Mit dem Antennenempfang dürfte allerdings 2030 Schluss sein, dann laufen die Frequenzzuweisungen und auch die Verträge zwischen TV-Sendern und freenet TV aus.
Kabel und IPTV lassen sich schwerer vergleichen
Beim Kabel hängt der Preis stark vom Anbieter ab. Oft zahlst du für den Anschluss, für ein TV-Paket und für private HD-Sender. Seit dem Wegfall des Nebenkostenprivilegs sehen Mieter die Kosten klarer. Kostenlos ist Kabel dadurch aber nicht – im Gegenteil. Das ist auch ein Grund, warum IPTV wächst. Denn für das Geld, das ein Basis-TV-Kabelanschluss kostet, bekommst du inzwischen auch Pakete von Zattoo, MagentaTV und waipu.tv mit deutlich mehr Leistung.
Und: Internetanbieter bündeln Fernsehen oft mit Internet. Andere Dienste laufen als App auf Fernseher, Streaming-Stick oder Smartphone. Eine schnelle Leitung brauchst du trotzdem. Als Richtwert gilt mindestens ein 16-Mbit/s-Anschluss und monatliche Kosten um die 10 Euro. Vorteil: Bei allen Anbietern sind die Privatsender in HD enthalten. Aktuell bekommst du beispielsweise bei Magenta TV der Telekom auch noch alle Spiele der Fußball WM in UHD dazu.
In der Praxis heißt das: Der Empfangsweg allein entscheidet nicht. Wer vor allem öffentlich-rechtliche Sender schaut, bekommt HD über alle Wege vergleichsweise einfach. Der Satellit bleibt dabei nach der Einrichtung kostenlos, die privaten Sender kommen dann aber nur in SD. Wer private Sender in HD will, zahlt fast immer extra. Beim Preis hängt der Vorteil davon ab, was du wirklich sehen willst und wie viele TV‑Geräte du versorgen willst.
