Schlechtes O2-Netz: Diesen Fehler gesteht der Chef ein

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Jubiläum: O2 wird in dieser Woche 25 Jahre alt. Gelegenheit, einen Blick zurück zu werfen. Markus Haas, Chef des Telefónica-Deutschland-Konzerns, gesteht dabei auch Fehler ein. Insbesondere beim Netzausbau habe man in der Vergangenheit etwas falsch gemacht.
O2-Logo an einer Ladenfront
O2-Logo an einem Shop.Bildquelle: EKH-Pictures / Adobe Stock

Im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte Haas, O2 habe in  der Vergangenheit immer erst dann investiert, wenn auch Nachfrage beim Kunden bestand. Das Interview hat Telefónica in Auszügen auf seinem Unternehmensblog veröffentlicht. Thorsten Dirks, Vorgänger von Haas und ehemaliger E-Plus-Chef, hatte diese Strategie stets als Smart-Follower-Strategie bezeichnet. Die Folge: Das Netz hinkte denen der Wettbewerber in den technischen Möglichkeiten immer hinterher.

Und so ist es bis heute, weswegen O2 als Netz mit den meisten Nutzern gleichzeitig noch immer die schlechteste Netzabdeckung hat. Deswegen wurde jetzt sogar ein Verfahren der Bundesnetzagentur eingeleitet. Denn O2 hat die Ausbauvorgaben bis Ende 2019 verfehlt und auch die Nachbesserungsfrist am 30. Juni 2020 gerissen. Letzteres liege an der Corona-Krise, heißt es vom Netzbetreiber.

O2 ist „sehr, sehr zuversichtlich“

„Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, dass wir in Kürze Vollzug melden können, den ersten Teil der für das gesamte Jahr erforderlichen 7.600 LTE-Stationen errichtet zu haben und so eine Strafzahlung vermeiden“, so Markus Haas in der FAS. Kann das Unternehmen bis Ende Juli Vollzug melden, entgeht der Anbieter der Strafe. Ende des Jahres müssen dann alle Sender fertig sein. Ein weiteres Zwischenziel gilt es aber schon bis September zu erreichen.

Dass bei O2 ein Umdenken in der Strategie eingesetzt hat, zeigt sich am Beispiel 5G. Lange Zeit hieß es von den Münchnern, 5G sei für Privatkunden nicht relevant und man werde zunächst 5G für Geschäftskunden starten. Inzwischen aber baut O2 sein 5G-Netz in verschiedenen Städten aus und vermarktet sogar schon entsprechende Tarife. Ein Start des Netzes ist für dieses Jahr in Berlin, Frankfurt, Hamburg und Köln geplant. Damit hinkt man allerdings den beiden Wettbewerbern Telekom und Vodafone noch immer hinterher – wenngleich nicht mehr mit so viel Abstand. Bis 2022 will der Anbieter vier Milliarden Euro in sein Netz investieren.

Telefónica Deutschland ist aus der Vorgängergesellschaft Viag Interkom hervorgegangen. Sie wurde am 21. Juli 1995 gegründet. Zwei Jahre später erhielt Viag Interkom die Mobilfunklizenz und startete später mit Produkten wie der Homezone. Damals war das die erste Festnetznummer auf dem Handy. 2011 schluckte Telefónica Hansenet – besser bekannt als Alice, ging 2012 an die Börse und übernahm 2014 letztlich E-Plus. Hierdurch wurde der Konzern zum größten Mobilfunkanbieter – gemessen an Kundenanschlüssen.

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4 KOMMENTARE

  1. Die Verbindung in 75031 Eppingen-Mühlbach ist komplett inakzeptabel.
    Nicht nur dass man keine Netzwerk Verbindung bekommt ist auch das Telefonieren nicht möglich.
    Hier sollte dringend Abhilfe geschaffen werden.

  2. Am 16.09.20 wurden Antennenarbeiten in 14471 Potsdam durchgeführt. Seit dem ist das Empfangssignal sehr schwach (ein Balken) und man kommt nur mit 1 höchstens 4 Mbit/s vorwärts. Aber Störungen gibt es nicht bei o2. Soll das heißen das es so bleibt? Das wäre Kündigungsgrund. War bisher immer zu frieden.

  3. seit 3 Wochen kein Netz 20 km südlich von München. Auf Anfrage bekommt man Auskunft, dass eine Basiststation ausgefallen sei. Und das kann O2 in drei Wochen nicht reparieren? Unterirdisch

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