O2 plant eigenes Glasfaser-Netz: Das ist der überraschende Plan

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Für die Telefónica Deutschland, die hinter der Marke O2 steht, wird das Festnetz zunehmend wichtiger. Nach zahlreichen Deals mit anderen Anbietern steigt man nun selbst wieder in den Ausbau ein und will Glasfaser-Netze bauen. FTTH für 2,2 Millionen Haushalte.
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Bildquelle: Telefónica Deutschland

Um das Ziel, diese Haushalte in bislang unterversorgten Gebieten in Deutschland mit einer Glasfaserleitung zu versorgen, zu erreichen, bedient sich O2 einer neuen Glasfaser-Kooperation. Aber nicht die Telekom oder ein anderer großer Netzbetreiber ist der Partner, sondern die Allianz-Gruppe. Auch das Firmen-Konstrukt ist etwas komplizierter.

Demnach wollen Telefónica und Allianz eine eigene Wholesale Gesellschaft gründen. Sie soll die Netze ausbauen. Dabei will Telefónica insbesondere das Ausbau-Know-How der spanischen Telefónica Infra einbringen, die Allianz ihre Investitionsstärke. Die weiteren Verflechtungen des Joint-Ventures sollen an dieser Stelle keine Rolle spielen. Wichtig ist aber: Eine Milliarde Euro soll investiert werden. Weitere 500 Millionen können von der Allianz über ein nachrangiges Darlehen fließen.

O2 mit eigener Glasfaser? Zustimmung von EU und Kartellamt noch offen

Telefónica wird auch die Transportleistungen für den Datenverkehr bereitstellen. Dazu sollen die bestehenden Netze der Telefónica zur Verfügung stehen. So kann der Glasfaser-Anbieter O2 anderen Anbietern Vorleistungsprodukte anbieten, die diese unter eigenem Namen an die Kunden vermarkten. Auch dem eigenen Konzern und somit den O2-Kunden werde man dann entsprechende Angebote machen.

Bis es losgeht, müssen aber noch die üblichen Kartellbehörden und die EU-Kommission zustimmen. Die beiden Unternehmen planen, die neue Firma in der ersten Hälfte des Jahres 2021 zu gründen. Wann es dann mit den Ausbauarbeiten losgeht und wo genau die neuen Glasfaserleitungen verlegt werden sollen, ist noch unklar.

Telefónica hatte zuletzt verschiedene Verträge mit Vodafone, Tele Columbus und der Telekom geschlossen, um künftig mehr Festnetzprodukte anbieten zu können. So ist ab kommendem Jahr der Weiterverkauf von Telekom-Glasfaseranschlüssen geplant. Und auch Kabelanschlüsse von Vodafone werden ab November unter der Marke O2 zu haben sein. In beiden Netzen ist O2 nach aktuellem Stand der einzige Anbieter, der die Anschlüsse weitervermarktet.

Dass O2 nun wieder in eigene Infrastruktur im Festnetz investiert überrascht, da der Konzern vor einigen Jahren sein Festnetz komplett an die Telekom verkauft hat. Die Münchner waren in der Lage, mit eigener Infrastruktur für sich selbst und andere VDSL-Leitungen in vielen Haushalten zu schalten.

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3 KOMMENTARE

  1. o2 arbeitet mit den allen großen Festnetz-Anbietern zusammen – ist somit also der Anbieter mit der höchsten und besten Verbreitung. Das wäre wie ein Mobilfunk-Provider, der in allen 3 Netzen gleichzeitig roamt. Und jetzt bauen sie noch zusätzlich ein eigenes, kleines Festnetz auf. Mein lieber Scholli, bin jedenfalls gespannt, wohin die Reise führt!

  2. O2 sollte das Geld lieber in 4g und 5g investieren. Der o2 unlimeted ist ja schon gut.Denn sollte die lieber die Datenrate der 4g Masten lieber erhöhen, macht mehr sinn. Als alles alles auf zu Buddeln. Baut doch gleich 4 Autobahnen nebeneinander macht auch kein Sinn.

  3. Das ist ein Invest in 4G/5G oder denkst Du die Masten stehen nur im Raum und müssen nicht an ein Glasfasernetz angeschlossen sein?

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