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Netflix führt neue Funktion ein: Deshalb ist die Filmbranche sauer

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Viele Inhalte lassen sich langsamer und schneller ansehen oder gar anhören. Je nach Gusto und Aufmerksamkeitsspanne sind einige Optionen für Nutzer drin. Wieso dann nicht auch bei Serien oder Filmen? Genau diese Funktion testet Netflix. Und zieht damit den Zorn der Filmbranche auf sich.
Mann liegt im Bett und schaut Netflix auf einem Tablet

Serien langsamer abspielen oder Filmhandlungen schneller auf dem Bildschirm vorbeiziehen sehen. Das soll in Zukunft bei Netflix ganz einfach funktionieren. Wie das Magazin The Verge unter Berufung auf den Streaming-Dienst berichtet, soll Netflix die variable Abspielgeschwindigkeit derzeit noch für seine Android-App testen.

Netflix erfindet hier das Rad nicht neu – im Gegenteil: Viele Video-Player haben die Option bereits seit Jahren integriert, darunter auch Anbieter wie YouTube. Wie berichtet wird, sollen Nutzer künftig über eine integrierte Funktion auswählen können, ob sie Serien, Filme und Co. um das 0,5-fache oder 0,75-fache langsamer oder 1,25 bis 1,5 Mal so schnell wie regulär vorgegeben abspielen wollen.

Der Ton hängt dann nicht nach, sodass sich keine Text-Bild-Schere ergibt. Netflix will die Ausgabe an die gewählte Geschwindigkeit automatisch anpassen. Die Tonhöhe soll sich dabei ebenfalls nicht verändern. Nutzt du die Funktion einmal, speichert sich die Einstellung nicht automatisch ab. Du musst sie jedes Mal aufs neue einrichten und kannst immer wieder aufs Neue zwischen einer langsamen oder schnellen Wiedergabe auswählen.

Variable Wiedergabezeit bei Netflix: Filmbranche verärgert

Die Funktion testete Netflix bereits im vergangenen Herbst. Filmschaffende laufen Sturm und kritisieren den Schritt. Der Vorwurf lautet: Dieser massive Eingriff in Serien und Filme greift die künstlerische Freiheit an. Judd Apatow, unter anderem Regisseur und Produzent, übt über Twitter harsche Kritik und meint: „Wir geben euch schöne Dinge. Lasst sie so, wie sie gesehen werden sollen.“

Netflix reagiert auf die Kritik und bezieht sich in seiner Argumentation in erster Linie auf die Nutzer. Diese würden sich die variable Abspielgeschwindigkeit wünschen, heißt es. Um einen Kompromiss zwischen der Filmbranche und Netflix-Nutzern zu schaffen, will der Streaming-Dienst die individuelle Abspielgeschwindigkeit als Opt-In-Funktion integrieren. Das heißt, Nutzer müssen sie explizit aktivieren. Die Funktion soll bereits in den kommenden Wochen global zur Verfügung stehen.

Übrigens: Wie Netflix in einem Blogeintrag ergänzt, berücksichtige man bei den Tests und der Funktion nur kleinere Bildschirme, wie die von Smartphones, Tablets oder Laptops. Große Fernsehbildschirme bleiben außen vor.

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