Neue Führerschein-Regeln ab Ende November: Das ändert sich jetzt für Millionen Autofahrer

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Ende November ändert sich beim Führerschein eine Regel, die seit Jahrzehnten gilt. Für Millionen Autofahrer wird es bequemer. Für manche bleibt trotzdem alles beim Alten.
Neue Führerschein-Regeln ab Ende November: Das ändert sich jetzt für Millionen Autofahrer
Neue Führerschein-Regeln ab Ende November: Das ändert sich jetzt für Millionen AutofahrerBildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Verkehrskontrolle, Papiere bitte. Das Portemonnaie liegt auf dem Küchentisch, und mit ihm der Führerschein. Das macht dann 10 Euro Verwarnungsgeld. Ende November soll sich das ändern. Das Bundesverkehrsministerium hat den Monat gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bestätigt. Einen Tag nennt es nicht. Die Lösung, die Berlin dafür gefunden hat, ist naheliegend. Umständlich ist sie aber trotzdem.

Führerschein: Was sich Ende November ändert

Ende November kommt der Führerschein aufs Smartphone. Landen wird er dort, wo seit November 2025 schon der Fahrzeugschein liegt: in der i-Kfz-App von Kraftfahrt-Bundesamt und Bundesdruckerei. Wer den Nachweis dort hinterlegt, darf die Plastikkarte zu Hause lassen. Die App kam im ersten Monat auf über eine Million Downloads und ist inzwischen auf mehr als zwei Millionen Smartphones installiert. Die Rechtsgrundlage für den digitalen Führerschein gilt seit Oktober. Klingt nach einem Projekt, das läuft.

Handy-Führerschein: Was die App voraussetzt

Für die Einrichtung braucht es einen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion samt sechsstelliger PIN. Die Funktion ist bei allen seit 2017 ausgestellten Ausweisen automatisch an, die PIN muss man trotzdem kennen. Wer sie vergessen hat, bekommt im Bürgeramt eine neue. Das Smartphone braucht NFC und mindestens Android 12 oder iOS 17, ältere Geräte bekommen die App gar nicht erst. Lästig, aber lösbar.

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Die eigentliche Bedingung ist eine andere. Die App ersetzt die Karte nicht. Sie setzt sie voraus. Digitalisieren lässt sich nur der EU‑Kartenführerschein. Wer noch den grauen oder rosa Lappen aus Papier im Portemonnaie trägt, bleibt draußen. Wer vor 1953 geboren ist, darf seinen Papierführerschein sogar ganz legal bis Januar 2033 behalten. Den Handy-Führerschein gibt es für ihn bis dahin nur, wenn er vorher freiwillig aufs Amt geht. Die Karte, die man nicht mehr dabeihaben muss, braucht man also, um sie nicht mehr dabeihaben zu müssen.

Was im Ausland wichtig ist

Gültig ist der Handy-Führerschein nur in Deutschland. Hinter der Grenze zählt weiter die Plastikkarte. Ein EU‑weiter digitaler Führerschein ist frühestens für 2029 geplant. Bis dahin bekommt der deutsche immerhin eine zweite Heimat: Anfang 2027 soll er zusätzlich in die staatliche EUDI-Wallet wandern. Zwei Apps für ein Dokument, das es ohne Karte gar nicht gibt.

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Fünf Jahre nach der ID-Wallet-Pleite

Aber war das nicht alles schon einmal fertig? Doch. Am 23. September 2021 stellte der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer den digitalen Führerschein vor, damals in einer App namens ID Wallet. „Der digitale Führerschein kommt“, verkündete er. Erst waren die Server überlastet, dann meldeten Sicherheitsexperten Lücken. Nach einer Woche war die App aus den Stores verschwunden und Scheuer laut Ministeriumskreisen „stocksauer“. Danach lag das Projekt auf Eis.

Nebenan lief es anders. Ende 2023 meldete Österreich eine halbe Million aktivierte Handy-Führerscheine. Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die App für den Fahrzeugschein. Jetzt hole das Land auf, heißt es. Ende November startet also Anlauf Nummer zwei. Der erste hielt eine Woche. Woche zwei wäre diesmal schon ein Erfolg.


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