Der Glasfasermarkt in Deutschland steht vor einem Wendepunkt. Die Politik streitet über die richtigen Maßnahmen für die Infrastruktur der Zukunft, doch die Kunden buchen diese kaum. Und zwischen Telekom und Mitbewerbern sind teils tiefe Gräben. Wie geht es weiter mit der Glasfaser in Deutschland. Das klären wir in einem Interview mit Sven Knapp, dem Leiter des Berliner Hauptstadtbüros des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO). Knapp ist gelernter Jurist und seit Anfang 2016 in dieser Funktion für die politische Interessenvertretung des Verbands zuständig. Der BREKO repräsentiert nach eigenen Angaben den Großteil der deutschen Festnetzwettbewerber und versteht sich mit 540 Mitgliedsunternehmen als führender Glasfaserverband in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen setzen laut Verband auf Glasfaser und verantworten inzwischen mehr als die Hälfte des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen bis in Gebäude und Wohnungen in Deutschland. Das Interview führte Thorsten Neuhetzki.
Glasfasermarkt 2026: Wo stehen wir?
inside digital: Wo steht der Glasfasermarkt im Jahr 2026? Stehen wir vor einem Durchbruch oder steckt die Branche wegen ihrer eigenen Konflikte in Problemen fest, die sie selbst noch nicht gelöst hat? Und muss am Ende der Kunde ausbaden, dass es auf dem Glasfasermarkt nicht vorangeht?
Sven Knapp: Ich persönlich halte weder etwas von Schreckensszenarien, die teilweise gezeichnet werden, noch von Hurra-Meldungen, dass alles bestens ist. Es gibt mit Sicherheit Dinge, die die Branche besser machen kann und auch muss. Gleichzeitig hat sie sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Klar ist aber auch: Der Glasfasermarkt steht vor einer entscheidenden Weggabelung. Geht es mit Tempo weiter oder wird der Ausbau gebremst und Verbraucherinnen und Verbraucher müssen länger auf einen Anschluss an das Netz der Zukunft warten?
Wenn ich fünf Jahre zurückblicke, in die Zeit des großen Glasfaser-Hypes in Deutschland, als viele Investoren in den Markt gekommen sind, dann hat sich die Branche heute deutlich professionalisiert. Damals wurden sehr viele Ausbauprojekte angekündigt, um sich Gebiete zu sichern. Ein Punkt, den man in der Rückschau selbstkritisch betrachten muss, ist, dass die Masse an Projekten, die angestoßen wurden, in dem Zeitraum, den sich die Unternehmen für die Umsetzung vorgestellt haben, leider nicht realisierbar war, schon allein aufgrund fehlender Bau- und Planungskapazitäten. Hinzu kamen ein aggressiver Wettbewerb, insbesondere durch die Deutsche Telekom, und deren Androhung von Überbau. Das Ergebnis sieht man heute. Es gibt Projekte, bei denen die Vermarktung der Glasfaser-Tarife schon lange zurückliegt und Kunden immer noch auf ihren Glasfaseranschluss warten. Das ist zwar nur ein kleiner Teil im Vergleich zur Gesamtzahl an Glasfaseranschlüssen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, aber jeder einzelne Fall führt dazu, dass der Blick betroffener Verbraucherinnen und Verbraucher auf das positive Thema Glasfaser eher negativ ist.
Entscheidend ist in diesem Zusammenhang die Kundenkommunikation. Da kann die Branche noch besser werden, keine Frage. Ich bin überzeugt: Wenn der Kunde von Anfang an, und damit meine ich ab Vertragsschluss, kontinuierlich über die Schritte bis zur Anschluss-Aktivierung informiert wird, was auch die Meldung von Verzögerungen einschließt, dann bleibt er auch dabei und wendet sich nicht vom Glasfaseranschluss ab. Denn am Ende wollen die Kunden ein leistungsstarkes Glasfaserprodukt nutzen.

Bestellte Glasfaser-Anschlüsse kommen oft Jahre nicht
inside digital: Dass die Kunden teils Jahre nach der Unterschrift auf ihren Anschluss warten mussten, hat letztlich zu einem Urteil des BGH geführt. Er hat festgestellt: Die Vertragslaufzeit beginnt mit der Unterschrift. Ist das letztlich eine Konsequenz aus dem, was Sie gerade beschrieben haben?
Sven Knapp: Das Urteil an sich war für uns keine Überraschung, weil es nach geltender Rechtslage folgerichtig ist. In der Praxis ergeben sich dadurch Veränderungen, auf die sich die Unternehmen jetzt einstellen und die Vorgaben des BGH natürlich umsetzen. Für mich bleibt es aber dabei, dass die Besonderheit bei neu zu bauenden Anschlüssen nicht einfach ausgeblendet werden kann.
inside digital: Trotzdem steht die Branche vor dem Problem, dass der Vertrag unterschrieben ist, die Aktivierung aber vielleicht erst ein halbes Jahr oder ein Jahr später kommt. Dadurch geht Ihren Mitgliedsunternehmen faktisch ein Teil der Mindestvertragslaufzeit verloren. Besteht nicht die Gefahr, dass man den Kunden dann schnell an einen anderen Provider verliert und Marge einbüßt, gerade wenn es auf Open-Access-Basis immer mehr Anbieter in den Netzen gibt? Wie kann ein ausbauender Netzbetreiber sein Investment schützen?
Sven Knapp: Die Frage ist zunächst, welchen Vorteil der Kunde hat, wenn er früher aus seinem Vertrag rauskommt, da er ja in den Fällen, in denen der Anschluss erst noch gebaut wird, keine Möglichkeit hat, einen anderen Glasfaser-Tarif zu nutzen. Einen Mehrwert für den Kunden sehe ich da nicht, weil er sich ja bewusst für einen Glasfaseranschluss entschieden hat, den er letztlich auch nutzen möchte. In der Branche wird aktuell natürlich diskutiert, welche Vertragsgestaltungen im Rahmen des BGH-Urteils möglich sind und vor allem auch, welche für die Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiv sind.
Ein Ansatz wäre, weiterhin die Aktivierung des Anschlusses als maßgeblichen Zeitpunkt für den Vertragsbeginn anzusehen, dem Kunden aber bis dahin jederzeit ein Kündigungsrecht einzuräumen. Das heißt: Der Kunde wäre bis zur Aktivierung nicht gebunden und könnte jederzeit wieder aussteigen, sofern er das denn möchte. Die vom BGH kritisierte Bindung des Kunden über die gesetzlich maximal vorgesehenen 24 Monate hinaus gibt es in dieser Konstellation nicht.
inside digital: Besteht dann nicht die Gefahr, dass der Kunde den Netzbetreiber ausbauen lässt und dann zwei Tage vor der Aktivierung einen Rückzieher macht? Dann ist das Investment getätigt und der Kunde verloren.
Sven Knapp: Das stimmt: Dieses Risiko gibt es theoretisch, und es wird Einzelfälle geben, in denen das eintritt. Andererseits ist es so: Wer sich bewusst für einen Glasfaseranschluss entscheidet, will in aller Regel auch dabei bleiben und die Vorteile von Glasfaser gegenüber DSL und Kabel nutzen.
Warum buchen die Kunden die Glasfaserleitung nicht?
inside digital: Es gibt inzwischen auch viele fertige Anschlüsse, die gar nicht aktiv genutzt werden. Es gibt – laut Bundesnetzagentur – 3,7 Millionen fertig gebaute, aber nicht aktivierte Anschlüsse. Zusätzlich knapp 12 Millionen Anschlüsse, die vor der Haustür liegen, also nur Homes Passed sind und somit auch ungenutzt sind. Die BREKO-Marktanalyse spricht von einer Glasfaser-Buchungsrate von 27 Prozent. Die Anschlüsse sind also gebaut, werden aber nicht gebucht. Wo liegt da das Hauptproblem? Fehlendes Vertrauen? Zu hohe Preise? Schlechter Vertrieb?
Sven Knapp: Die Glasfaser-Nutzungsrate ist insgesamt noch zu gering, keine Frage. Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass es heute auch Ausbauprojekte gibt, wo die Nutzungsraten schon jenseits von 60 Prozent und mehr liegen. Es gibt nicht das eine Problem. Was es jedenfalls mit Sicherheit nicht sein kann, sind zu hohe Preise für Glasfaserprodukte.
inside digital: Aber der Ruf ist da: Glasfaser ist teuer.
Sven Knapp: Ja, das Märchen vom teuren Glasfaser-Tarif als Luxusprodukt hält sich hartnäckig. Und das, obwohl Tarifvergleiche längst zeigen, dass das nicht mehr stimmt. Ein Glasfaseranschluss mit vergleichbarer Bandbreite liegt heute oft in derselben Preisregion wie ein DSL-Anschluss, teilweise sogar darunter, und bietet dabei viel mehr Leistung.
inside digital: Welche Probleme gibt es noch?
Sven Knapp: Es gibt schlechte Erfahrungen, die einzelne Kunden gemacht haben, keine Frage. Und gerade im ländlichen Raum spricht sich das schnell herum, wenn jemand schlechte Erfahrungen gemacht hat, etwa bei der Verlegung des Hausanschlusses. Und dann sind die Leute natürlich verständlicherweise zurückhaltender.
Man muss das aber auch einordnen. Wir reden beim Glasfaserausbau über eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Dafür wird, vereinfacht gesagt, einmal das ganze Land umgegraben. Dass dabei auch mal etwas schiefläuft, gehört leider dazu, wie bei jedem Infrastrukturprojekt. Nehmen wir nur das Beispiel Hausbau: Ich kenne niemanden, der beim Bau nicht irgendwann auf Probleme gestoßen ist. Natürlich sollte das nicht passieren, aber die Zahl solcher Fälle ist im Vergleich zur Gesamtzahl der pro Jahr gebauten Anschlüsse überschaubar. Nur über die negativen Fälle wird natürlich öfter geredet, über das, was gut läuft, fast nie.
50 Mbit/s reichen doch, wozu überhaupt Glasfaser?
inside digital: Aber brauchen die Kunden überhaupt Glasfaser? Viele unserer Leser schreiben uns immer wieder, sie bräuchten keine Glasfaser, die 50 Mbit/s, die sie aktuell per DSL bekommen, reichen ihnen.
Sven Knapp: Das ist aus meiner Sicht ein typisches deutsches Phänomen. Man kann das auf viele Bereiche übertragen: „Das funktioniert doch noch, also nutze ich es so lange, bis es wirklich nicht mehr geht.“ Die deutsche Automobilindustrie macht damit gerade sehr negative Erfahrungen – leider.
Bei einem Produkt, das man im Elektronikmarkt oder im Online-Shop jederzeit bestellen kann, mag das funktionieren. Beim Glasfaseranschluss funktioniert es nicht so einfach, weil dafür ein Großteil der Anschlüsse erst noch gebaut werden muss. Die Telekommunikationsunternehmen gehen heute in der Regel schon in Vorleistung und bieten den Hausanschluss oft kostenfrei an, wenn der Kunde einen Vertrag bucht. Ein Ausbau auf Kosten der Unternehmen, ohne dass dem am Ende auch Einnahmen gegenüberstehen, ist wirtschaftlich nicht möglich. Und jedes Unternehmen muss natürlich wirtschaftlich handeln, sonst wird es vom Markt verschwinden. Klar ist auch: Wir müssen heute schon die Glasfasernetze bauen für die Anforderungen von morgen.
Dazu kommt: Wer heute Glasfaser nutzt, wechselt in der Regel nicht mehr zurück zu DSL oder Kabel. Die Kunden sind zufrieden, weil die Verbindung deutlich stabiler ist. Die reine Bandbreite ist im Alltag oft gar nicht das Entscheidende. Entscheidend ist, dass es funktioniert. Dass es keine Unterbrechungen gibt, kein Ruckeln bei Live-Übertragungen oder Spielen.
inside digital: Ist in Deutschland vielleicht auch das Problem, dass wir ein Mietermarkt sind? Dass es dem Mieter, der heute in einer Wohnung wohnt und mit DSL zufrieden ist, schlicht egal ist, was in fünf oder zehn Jahren in dieser Wohnung ist?
Sven Knapp: Ich würde gar nicht erst auf fünf oder zehn Jahre abstellen. Wer heute einen Glasfaseranschluss nutzt, hat unmittelbar Vorteile gegenüber DSL und Kabel: mehr Stabilität, weniger Ausfälle. Der Nutzen ist also nicht erst irgendwann später da.
Nur müssen wir das als Branche noch besser kommunizieren. Warum soll ich mich als Verbraucher heute für Glasfaser entscheiden? Im Moment liegt der Fokus bei der Vermarktung oft noch auf der Bandbreite. Das ist ja auch das, was Sie und Ihre Leser widerspiegeln.
Entweder man macht es wie in anderen europäischen Ländern, in denen gar keine Bandbreiten unter einem Gigabit mehr angeboten werden, oder man stellt die Vorteile jenseits der Bandbreite stärker heraus. Am Ende ist die Bandbreite nämlich egal. Glasfaser funktioniert, egal welche Anforderungen an das Netz gestellt werden.
Was Mieter angeht, ist ein Punkt wichtig: Es wird oft auf den Immobilienwert abgestellt, der sich mit Glasfaser steigert. Aber der Großteil der potenziellen Kunden ist kein Eigentümer, sondern Mieter. Da kann man im Marketing aus meiner Sicht noch besser werden.
„DSL wird abgeschaltet“ – was ist dran am Schreckensszenario?
inside digital: Erreicht man die große Masse der Bevölkerung dann eher mit Schlagzeilen wie „DSL wird abgeschaltet“? Hilft das, damit sich die Leute mit Glasfaser beschäftigen, oder schadet das eher?
Sven Knapp: Aus meiner Sicht kommt es stark auf die Art und Weise der Kommunikation an. Im vergangenen Jahr gab es Schlagzeilen wie „Über Nacht verlieren Millionen DSL-Kunden ihren Anschluss“ oder „Das Kupferkabel wird aus dem Keller gerissen wie die Öl- oder Gasheizung“. Das ist natürlich Quatsch und hat mit der Realität nichts zu tun. Aber solche Horrorszenarien verfangen trotzdem.
Das ist insofern auch gefährlich, weil man Bürgern damit Angst macht, ob gewollt oder unbewusst, sei dahingestellt. Man muss die Vorteile von Glasfaser in den Vordergrund stellen und erklären, dass wir einen Technologiewechsel vollziehen. Glasfaser ist eine neue Technologie, DSL wird abgelöst. So etwas kennen wir auch aus anderen Bereichen, etwa beim Fernsehen, als analog abgeschaltet wurde. Das ist ein normaler Prozess, vor dem keiner Angst haben muss. Es wird auch niemandem etwas weggenommen.
inside digital: Deswegen sprechen Sie als BREKO inzwischen auch von „Kupfer-Glasfaser-Upgrade“.
Sven Knapp: Genau. Upgrade oder Technologiewechsel. Das sind positive Begriffe, die beschreiben, worum es geht. Die Menschen bekommen etwas Besseres als die olle DSL-Leitung.
inside digital: Für Sie als Branche und für uns als Journalisten ist das trotzdem schwierig, über etwas wie diese Kupfer-Glas-Migration zu informieren, wenn noch gar nicht feststeht, was genau auf uns zukommt und bis wann. Wann wissen wir, wie der Pfad von heute mit DSL hin zu einer Zukunft mit Glasfaser und Abschaltung des Kupfernetzes konkret aussehen wird? Und wann muss sich jeder von uns von seinem DSL-Anschluss verabschieden?
Sven Knapp: Zunächst einmal ist das ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinziehen wird. Ich würde sagen: Es wird insgesamt bis zu zehn Jahre dauern, bis wir den letzten Kupferanschluss in Deutschland abgeschaltet haben. Das passiert nicht von heute auf morgen. Niemand muss Sorge haben, dass plötzlich die Internetversorgung weg ist. Das wird nicht passieren.
Zunächst brauchen wir die rechtlichen Grundlagen. Es gibt jetzt einen Entwurf zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes. Ein kleiner, aber wichtiger Teil für einen erfolgreichen Technologiewechsel ist darin schon enthalten, und zwar, dass der Übergang von Kupfer auf Glasfaser diskriminierungsfrei ablaufen muss.
Damit ist gemeint: Die Telekom als Eigentümerin des Kupfernetzes darf nicht nach Belieben entscheiden, wo sie abschaltet und wo nicht. Sonst würde sie nur dort abschalten, wo sie selbst Glasfaser ausgebaut hat, und in Gebieten mit Wettbewerbernetzen mit aggressiven DSL-Preisen in den Markt gehen.
So wird die Glasfaserumstellung ablaufen
inside digital: Was dazu führen würde, dass die Netze der Wettbewerber nicht ausgelastet sind und sich nicht rechnen.
Sven Knapp: Genau. Und das würde den ganzen Übergangsprozess und die Entwicklung Deutschlands zur Digitalnation weiter verzögern. Das ist aber nur ein Teil. Wir brauchen außerdem Änderungen auf europäischer Ebene. Dort wird gerade über den sogenannten Digital Networks Act diskutiert. Vorgeschlagen ist dort ein sogenanntes regelgebundenes Verfahren: Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann in einem Gebiet der Übergangsprozess starten.
Wichtig ist auch: Die Umstellung von Kupfer auf Glasfaser läuft regional. Die kleinste Einheit wäre ein Verteilerkasten, also alle Kunden, die an diesem Kasten hängen – also eine überschaubare Zahl von Anschlüssen. Etwas größer gedacht vielleicht eine Gemeinde. Ein ganzer Berliner Bezirk wäre aus meiner Sicht schon deutlich zu groß.
Und: Von der ersten Ankündigung bis zur tatsächlichen Abschaltung reden wir dabei über mindestens drei Jahre. Wenn also gesagt wird: In drei Jahren wird in diesem Gebiet das DSL-Netz abgeschaltet, dann vergeht noch eine ganze Zeit, in der man sich als Betroffener entscheiden kann, ob man einen Glasfaseranschluss nutzen möchte oder nicht. Denn eine Zwangsumstellung auf Glasfaser wird es nicht geben – auch wenn manche Stimmen das behaupten.
inside digital: Aber kann die Branche am Ende sicherstellen, dass wirklich niemand seinen Internetanschluss verliert?
Sven Knapp: Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung und muss von Beginn an klar sein. Für den Leser ist es vielleicht so am einfachsten erklärt: Alle betroffenen Haushalte werden rechtzeitig informiert. Dann heißt es: In drei Jahren wird das DSL-Netz in diesem Gebiet abgeschaltet, bis zu einem Stichtag X können Sie sich für Glasfaser entscheiden. Aber es wird keinen Anschlusszwang geben. Wer keinen Glasfaseranschluss möchte und keinen Glasfasertarif nutzen will, der muss das auch nicht. Auch wenn das teilweise behauptet wird, ist das Blödsinn. Alternativen können auch Mobilfunk, Satellit, Kabel oder schlicht gar kein Internetanschluss sein.
Wichtig ist am Ende: Jeder Betroffene muss die Möglichkeit haben, sich für Glasfaser zu entscheiden. Und wenn das im Einzelfall wirtschaftlich unmöglich ist, bekommt er zumindest eine Alternative, die von der Leistungsfähigkeit her mit dem bisherigen DSL-Anschluss vergleichbar ist. Niemand darf schlechtergestellt werden.
inside digital: Das heißt aber auch: Ein Glasfaseranschluss ist nicht in jedem Fall garantiert. Wenn der Hauseigentümer sagt: „Hier kommt keine neue Leitung rein“, dann bleibt dem Mieter vielleicht nur Mobilfunk.
Sven Knapp: Stand heute könnte man das so sehen. Allerdings soll genau dieses Problem durch die geplanten Änderungen im Telekommunikationsgesetz adressiert werden, das Stichwort heißt Vollausbaurecht. Danach sollen Anbieter unter bestimmten Bedingungen auch dann Glasfaser in Mehrfamilienhäusern ausbauen dürfen, wenn der Eigentümer sagt: „Nein, Glasfaser will ich nicht.“ Und zwar nicht nur für einzelne Wohnungen, sondern für das gesamte Haus. Einzelne Wohnungen anzuschließen, ist übrigens heute schon möglich.
Bauunternehmen wollen Genehmigungen sehen
inside digital: Das TKG-Änderungsgesetz ist unglaublich komplex, der Entwurf hat knapp 120 Seiten. Nennen Sie mir einen Punkt daraus, der Deutschland beim Glasfaserausbau wirklich nach vorne bringt.
Sven Knapp: Ein Punkt ist schwierig. Nehmen wir zwei.
Die erste wichtige Regelung ist die zur Sicherstellung eines fairen Technologiewechsels von Kupfer auf Glasfaser. Dass strategisches Missbrauchspotenzial der Telekom ausgeschlossen wird, ist sehr wichtig. Das ist auch ein Signal an private Glasfaser-Investoren.
Der zweite Punkt ist das Vollausbaurecht in Bezug auf Mehrfamilienhäuser. Das kann tatsächlich dazu beitragen, dass der Ausbau auf Netzebene 4 schneller vorankommt. Wichtig ist, dass ein doppelter Ausbau von Glasfaserleitungen in Gebäuden vermieden wird. Das braucht kein Mensch.
inside digital: Und wenn es um den Ausbau in den Straßen geht, also die Genehmigungen. Hilft das beim Ausbau?
Sven Knapp: Ich sage vielleicht etwas Unpopuläres, aber wir haben im Bereich Genehmigungsverfahren seit vielen Jahren immer wieder Änderungen im TKG gesehen. Die waren alle gut gemeint. Nur entscheidend ist, dass sie auch umgesetzt werden. Und genau daran hat es vor Ort oft gehapert.
Wichtig ist, dass die Praxis mitgedacht wird. Wenn jetzt im Gesetzentwurf Fristen verkürzt werden, dann sage ich ehrlich: Ich kann es kaum noch sehen. Einen Automatismus, dass dann alles schneller geht, gibt es nicht.
Wenn in den Kommunen die personellen Ressourcen fehlen, um Anträge abzuarbeiten, dann bringt es nichts, wenn statt drei Monaten plötzlich zwei Monate im Gesetz stehen. Ich will den kommunalen Genehmigungsbehörden da gar keinen Vorwurf machen. Die haben eben viele Themen gleichzeitig auf dem Tisch. Wichtiger sind Vereinfachungen und ganz klar formulierte Regelungen, bei denen die Behördenmitarbeiter wissen, was sie dürfen und was nicht.
inside digital: Aber wenn es wie bei einer Genehmigungsfiktion so wäre, dass man gar nicht mehr zwingend eine Genehmigung braucht, sondern nach einer bestimmten Zeit, in der die Behörde keine Einwände erhebt, die Genehmigung als erteilt gilt, sollte es doch am Ende schneller gehen?
Sven Knapp: Eine solche Regelung gibt es schon im Gesetz, funktioniert vielfach aber noch nicht. Viele Bauunternehmen legen großen Wert darauf, am Ende tatsächlich eine offizielle Bestätigung der Baufreigabe in der Hand zu haben. Das soll jetzt im TKG kommen, und das finden wir gut.
Telekom tritt im Markt so aggressiv auf, wie nie zuvor
inside digital: Die Bundesnetzagentur erwägt, die Telekom in vier Städten aus der Regulierung zu entlassen. Sie haben das den „völlig falschen Zeitpunkt“ genannt. Warum?
Sven Knapp: Auf den ersten Blick könnte man jubeln und sagen: Die Wettbewerber der Telekom haben in diesen Städten offenbar einen sehr guten Job gemacht. Sonst würde die Bundesnetzagentur ja nicht über eine teilweise Deregulierung nachdenken.
Aber so einfach ist es leider nicht. Man muss das im Gesamtkontext sehen. Die Telekom, die aktuell im Markt so aggressiv auftritt wie nie zuvor, könnte dadurch ihre Marktmacht weiter ausbauen und ihre Re-Monopolisierungsstrategie in Ruhe weiterverfolgen. Ein neues Telekom-Monopol im Bereich Glasfaser wäre sowohl für die Verbraucher, die mit höheren Preisen rechnen müssten, als auch für den Glasfaserausbau insgesamt fatal. Denn welches Interesse an einem möglichst schnellen Glasfaserausbau sollte die Telekom haben, wenn kein Wettbewerbsdruck besteht? Das Problem bei der Betrachtung der Bundesnetzagentur ist, dass sich die Behörde nicht die Marktanteile in den Städten angeschaut hat, sondern nur den Ausbaustand, also wie viele Anschlüsse die Wettbewerber gebaut haben.
inside digital: Das heißt, es wurde gezählt, wie viele Haushalte einen Anschluss eines anderen Anbieters als der Telekom in der Wohnung liegen haben?
Sven Knapp: Ja, genau. Die Zahlen sagen aber nichts darüber aus, wie viele Kunden in diesen vier Städten tatsächlich keine Telekom-Kunden mehr sind, sondern Kunden von Wettbewerbern.
Dazu ist es wichtig zu wissen: Die Telekom hat Vorleistungsverträge mit großen Nachfragern [Providern wie 1&1 & Co., Anm. d. Red.] geschlossen, sogenannte Commitment-Verträge mit langen Laufzeiten. Diese binden die Nachfrager an die Telekom. Ein Wechsel dieser Nachfrager hin zu Glasfaser-Vorleistungen bei Wettbewerbern wird dadurch nicht so schnell passieren, weil sie sonst ihre Commitments gegenüber der Telekom nicht erfüllen könnten.
Deshalb hängt hier alles mit allem zusammen. Man kann das nicht isoliert betrachten und schon gar nicht nur auf Basis des Ausbaustands in einzelnen Städten. Wir jubeln darüber jedenfalls nicht. Aber entschieden ist da ja noch nichts, es ist nur ein Eckpunktepapier der Bundesnetzagentur. Jetzt kommt erst mal eine Konsultation, der Markt wird befragt, das Verfahren wird dauern.
Telekom vs. Wettbewerber: Wer erzählt die schönere Geschichte?
inside digital: Die Telekom sagt, Kooperationen und Open Access seien längst Teil ihrer Ausbaustrategie. Der BREKO sagt dagegen, Open Access scheitere in der Praxis vor allem an der Telekom. Wer erzählt hier die schönere Geschichte?
Sven Knapp: Zunächst einmal ist es doch schön, dass wir uns mit der Telekom insoweit einig sind, dass Kooperationen der richtige Weg sind, um Deutschland zum Glasfaserland zu machen. Mehrfacher Glasfaserausbau ist volkswirtschaftlicher Unsinn und bringt keinerlei Vorteile. Die entscheidende Frage ist aber, wie diese Kooperationen gestaltet werden.
Die Telekom spricht öffentlich gerne von Kooperationen auf Augenhöhe. Wenn man sich die Mietmodelle aber genauer anschaut, bleibt davon oft nicht viel übrig. Denn am Ende will die Telekom die Netze der Wettbewerber mieten und langfristig wahrscheinlich auch das Eigentum daran übernehmen. Ob das eine faire Risikoverteilung ist, die die erheblichen Investitionskosten der Glasfaseranbieter angemessen berücksichtigt, darf man bezweifeln.
Hinzu kommt, dass die Telekom bis auf absolute Ausnahmen keine aktiven Vorleistungen wie Bitstrom bei Wettbewerbern einkauft, sondern die „nackte Faser“ anmieten möchte, in der Regel selbst den Netzbetrieb übernimmt und natürlich auch die Vermarktung. Damit werden die Partner im Ergebnis zu reinen Infrastrukturlieferanten degradiert. Die Wertschöpfung liegt zum großen Teil bei der Telekom.
inside digital: Das macht sie mit der Begründung, es gehöre zur DNA der Telekom, Netze zu betreiben und nicht nur Leitungen anzumieten.
Sven Knapp: Irgendwann sollte vielleicht auch die Telekom ihre eigene DNA und den eigenen Blick auf den Markt hinterfragen und die Denkweise ändern. Wir sind nicht mehr in den 90er Jahren. Der Markt hat sich entwickelt und ist heute ein ganz anderer. Es gibt viele Unternehmen, die Glasfaser ausbauen und Tarife anbieten, und das ist auch gut so.
Denn diese Wettbewerber haben überhaupt erst dazu beigetragen, dass die Telekom in Deutschland Glasfaser ausbaut. Ohne diesen Wettbewerb würde die Telekom wahrscheinlich noch heute weiter voll auf DSL setzen.
Wir sind jederzeit bereit, und unsere Hand zur Telekom bleibt ausgestreckt, um ernsthaft über faire Kooperationen zu sprechen. Denn eines ist auch klar: Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Telekom und Wettbewerbern werden wir den flächendeckenden Glasfaserausbau schaffen.
Bauen die Wettbewerber Glasfaser-Schrottnetze?
inside digital: Es gibt ja ein, zwei Fälle, in denen die Telekom auch auf Bitstream-Basis Leitungen einkauft. In der breiten Masse macht sie das aber nicht mit der Begründung, die Service-Level-Agreements passen nicht, die Netze seien zu schlecht gebaut, man könne die von der Telekom gewohnte Qualität dort nicht abbilden.
Sven Knapp: Wenn ich diese Aussage höre, muss ich jedes Mal laut lachen. Das ist aus meiner Sicht kein sachliches, sondern ein rein vorgeschobenes Argument, weil die Telekom es einfach nicht will. Auf genau diesen Netzen, die die Telekom teilweise sehr martialisch als „Schrottnetze“ bezeichnet, vermarkten die großen Provider wie Vodafone, Telefónica oder 1&1 erfolgreich ihre Produkte. Und auch die haben den Anspruch, guten Service zu liefern und Testsiege einzufahren.
Deshalb lasse ich dieses Argument nicht gelten. Es dient aus meiner Sicht eher dazu, echte Verhandlungen zu vermeiden.
inside digital: 2030 war lange die Benchmark für Deutschland beim Glasfaserausbau. Jeder Haushalt in Deutschland sollte einen Glasfaseranschluss haben. Wir stehen bei etwas mehr als 50 Prozent – und das auch nur Homes Passed, also vorm, aber nicht im Haus. Das Ziel ist nicht mehr zu erreichen, oder?
Sven Knapp: 2030 war ein politisches Ziel der Ampel-Regierung. Die jetzige Bundesregierung und Digitalminister Karsten Wildberger vertreten dieses Ziel zu Recht nicht mehr. Denn es ist schlicht nicht erreichbar. Als Branche wollen wir natürlich so schnell ausbauen, wie es irgendwie geht. Das hängt aber letztlich auch von Faktoren ab, die die Unternehmen nicht beeinflussen können. Die Politik hat sich über Jahre immer neue Ziele gesetzt: erst Breitband, dann Gigabit, dann Glasfaser. Und keines davon wurde erreicht.
Ich finde es deshalb vernünftig und ehrlich, dass der Digitalminister sagt: Ich schaue nur auf die Legislaturperiode und auf das, was ich tatsächlich beeinflussen kann. Es bringt nichts, Ziele zu formulieren, von denen von Anfang an klar ist, dass sie nicht erreicht werden. Das weckt falsche Erwartungen, die dann enttäuscht werden, und hilft am Ende keinem.
Warum brauche ich heute Glasfaser?
inside digital: Wir haben jetzt viel über den Weg zur Glasfaser und die Herausforderungen gesprochen. Am Ende steht und fällt aber eigentlich alles mit der Nachfrage des Kunden, die geweckt werden muss. Ihre Chance für einen kurzen Werbeblock. Stellen Sie sich meine Eltern vor. Wenn sie die Möglichkeit hätten, von DSL auf Glasfaser zu wechseln, warum sollten sie das tun?
Sven Knapp: Es gibt zwei wesentliche Gründe dafür: Erstens: Wenn sie die Möglichkeit haben, weil gerade ein Glasfaserausbau in der Region angekündigt wurde, sollten sie sich anschließen lassen. Denn wenn sie es heute nicht tun, weil DSL ja noch irgendwie funktioniert, dann wird es später deutlich teurer.
Denn im Regelfall ist der Glasfaseranschluss zunächst kostenlos, solange der Bautrupp gerade in der Straße ist. Wenn man sich aber erst ein oder zwei Jahre später entscheidet, nachdem der Ausbau abgeschlossen ist, dann kann das mit erheblichen Kosten verbunden sein. Da reden wir schnell über 500 bis 2.000 Euro Anschlusskosten.
Und zweitens: Stabiles, ruckelfreies Internet ohne Verbindungsabbrüche gibt es nur per Glasfaser. Am Ende muss der Internetanschluss funktionieren, egal welche Anwendungen zu welcher Tageszeit auch immer genutzt werden – und das geht heute und auch in 30 Jahren mit einem Glasfaseranschluss.
inside digital: Danke für das Gespräch.

Vieles stimmt, aber wozu muss ich mir ein Ferrari kaufen, wenn ich mit Luppo zufrieden bin?
Ja, ich habe seit Jahren ein Glasfaser Anschluss und merke absolut keine Vorteile.
Wozu zahle ich die 80€?
4K TV kostet überall Extra, also habe ich keine Vorteile, und normales TV läuft auch so.
Telefonie? Dafür braucht man kein Glasfaser.
Für die 2-3 Emails? Dafür reicht sogar Mobilinternet vollkommen.
Kann mir der Autor oder sein Gesprächsautor erklären, wozu brauchen ganz normale 8.15-Verbraucher Glasfaseranschluss?
Die beiden Grunde am Ende des Artikels sind nicht überzeugend.
Kostenloser Hausanschluss gibt nur bei einer mehrjährigen Bindung, also Zusatzkosten und wenn es um eine Gewerbeimmobilie handelt, dann kostet es noch mal Extra.
Anschlussumstellung wird meistens auch für Preisanhebung genutzt, da es in ersten Jahren kein Wechsel möglich ist, man ist einem Monopol ausgeliefert.
Und „Stabiles, ruckelfreies Internet ohne Verbindungsabbrüche“ ist nur eine gewöhnliche Werbefloskel.
Es muss etwas geben, damit Leute sagen, Ja – Glasfaseranschluss bringt mir Vorteile, ob das jetzt Funktionen oder Preis am Ende sind, spielt keine Rolle.
Hallo Herr Frei,
die Frage ‚Wozu ein Ferrari, wenn der Lupo reicht?‘ ist aus heutiger Sicht für einen reinen Gelegenheitsnutzer absolut nachvollziehbar. Dennoch greift der Vergleich zu kurz, da es bei Glasfaser weniger um ‚PS-Protzen‘ geht, sondern um die Modernisierung des Fundaments. Hier sind die entscheidenden Gründe, warum Glasfaser weit mehr als eine ‚Werbefloskel‘ ist:
1. Die Immobilie als Wertanlage
Ein Glasfaseranschluss ist heute vergleichbar mit einem Strom- oder Wasseranschluss. Immobilien ohne FTTH (Fiber to the Home) riskieren in naher Zukunft eine Herabstufung am Markt. Für die jüngere Generation – die sogenannten ‚Digital Natives‘ – ist eine Immobilie ohne echten Glasfaseranschluss schlichtweg unattraktiv. Wer heute ein Haus kauft oder mietet, setzt eine stabile Gigabit-Leitung voraus. Eine Immobilie mit Glasfaser steigert ihren Wiederverkaufswert laut Gutachterexperten oft um einen signifikanten vierstelligen Betrag.
2. Physik schlägt Marketing: Stabilität ist kein Versprechen, sondern Technik
Der Hinweis auf die ‚Werbefloskel‘ lässt sich technisch entkräften: Kupferleitungen (DSL) sind extrem störanfällig gegenüber elektromagnetischen Feldern, Wetterkapriolen und der Entfernung zum nächsten Verteilerkasten. Je mehr Nachbarn abends gleichzeitig streamen, desto instabiler wird DSL. Glasfaser nutzt Lichtsignale, die über Kilometer hinweg verlustfrei und völlig unbeeindruckt von äußeren Einflüssen bleiben. Das ‚ruckelfreie Internet‘ ist also eine physikalische Eigenschaft des Mediums.
3. Symmetrie und das ‚Heimbüro‘
Der 8/15-Verbraucher von heute ist oft der Home-Office-Nutzer von morgen. Während DSL im Download meist passabel ist, schwächelt es beim Upload massiv. Videokonferenzen in 4K, das Sichern von Fotos in der Cloud oder das Verschicken großer Dateianhänge machen den Unterschied zwischen ‚Lupo‘ und ‚Ferrari‘ spürbar. Glasfaser bietet deutlich höhere Upload-Raten, die für moderne Arbeitsmodelle essenziell sind.
4. Die Kosten-Nutzen-Rechnung auf lange Sicht
Ja, der kostenlose Hausanschluss geht oft mit einer Vertragslaufzeit einher. Aber: Wer die Erschließung verpasst und später auf eigene Faust nachrüsten will, zahlt für die Tiefbauarbeiten oft mehrere tausend Euro selbst. Die monatlichen Gebühren von bis zu 80 € sind zudem oft nur die Spitze des Portfolios; viele Anbieter führen mittlerweile Einstiegstarife, die preislich kaum über klassischem DSL liegen.
5. Gewerbliche Effizienz und Cloud-Fähigkeit
Für Unternehmen ist das Internet kein Freizeitvergnügen, sondern ein kritischer Produktionsfaktor. Moderne Geschäftsprozesse verlagern sich zunehmend in die Cloud (SaaS, ERP-Systeme, externe Backups). Hier ist nicht nur die reine Download-Geschwindigkeit, sondern vor allem die niedrige Latenz und die hohe Upload-Rate entscheidend. Glasfaser ermöglicht die nötige Stabilität für professionelle VoIP-Telefonanlagen und Videokonferenzen ohne Verzögerung. Wer gewerblich auf veraltete Kupferleitungen setzt, riskiert bei steigendem Datenaufkommen teure Produktivitätsverluste durch Wartezeiten oder Systeminstabilitäten. Ein Glasfaseranschluss ist somit keine „Zusatzlast“, sondern eine notwendige Investition in die Betriebssicherheit und die digitale Handlungsfähigkeit eines Unternehmens.
Man baut Glasfaser nicht für die drei E-Mails von heute, sondern für die Anwendungen von morgen (Telemedizin, Virtual Reality, Smart Home, Home-Office und steigende Datenmengen im TV-Bereich). Es ist eine Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit des Standorts und den Erhalt des Immobilienwerts.
„Die Zukunft gehört denen, die sie heute vorbereiten.“
(Frei nach Antoine de Saint-Exupéry)
100Mbit für dauerhaft 22,95€ mein Angebot an z.B. die Telekom. Sonst andere Lösung z.B. über Sat, auch wenn teurer. Ich brauche euch nicht.
Sie berichten von Problemen, die mich als Anschlussnutzer nicht interessieren. Ich will den Glasfaseranbieter nicht kaufen
Was an solchen Artikeln über Glasfaser merkwürdig finde, ist das auf Kabel Internet anschlüsse nicht rumgehackt wird wie bei VDSL2. Kabel Internet anschlüsse sind ebenfalls störanfällig (z.B. Rückwegstörung deren behebung Wochen dauern kann im gegensatz zu VDSL2) und ebenfalls auf Kupfer basiert nur halt Koxial und mehr Strom frist als VDSL2. Wenn man schonauf Kupferbasierte Internet anschlüsse indirekt rumhackt, muss man das auch bei Kabel Internet tun ansonsten wirkt dieses ganze Theater nur unglaubwürdig. Und über das gelaber „Ruckelfreies Internet“ muss ich schmunzeln. Hab VDSL 100 wovon Down 109 Mbit ankommen und 39 Mbit Up ankommen, da Ruckelt bei mir garnichts xD. Ja Glasfaser ist aufgrund der Technik stabiler, aber auch nicht gefeit vor ausfällen zum beispiel durch einen Technischen defekt. Aber wie gesagt wenn man schon auf Kupferbasierte Internet anschlüsse quasi rumhackt, muss man da das Kabel Internet mit einbeziehen da es ebenfalls eine Kupfer basierte technik ist und Störanfällig ist (Rückweg Störung etc), und eine ganze ecke mehr Strom frist als VDSL2.