DKB erhöht Preise und macht Kunden wütend: Jetzt zur ING wechseln?

4 Minuten
Kunden der DKB haben es derzeit nicht leicht. Erst hat die beliebte Direktbank an vielen Stellen Kosten eingeführt oder die Preise erhöht und nun sorgte ein Fehler der Bank, dass so mancher Kunde ins Minus gerutscht ist. Lohnt sich jetzt ein Wechsel zur ING?
DKB erhöht Preise und macht Kunden wütend: Jetzt zur ING wechseln?
DKB erhöht Preise und macht Kunden wütend: Jetzt zur ING wechseln?Bildquelle: Blasius Kawalkowski / inside digital

Vor Kurzem hat die DKB zwar die Strafzinsen wieder abgeschafft. Doch nur kurz darauf folgte die Hiobsbotschaft. Denn seit Mitte September müssen Kunden der Bank für ihr Konto zahlen, wenn sie bestimmte Bedingungen nicht erfüllen. Wer bei der DKB jetzt ein Girokonto eröffnet, muss mindestens einen Geldeingang von 700 Euro im Monat haben, damit das Girokonto kostenlos bleibt. Anderenfalls berechnet die DKB monatlich 4,50 Euro Kontoführungsgebühren. Das gilt auch für Bestandskunden, wenn diese 3 Monate in Folge keinen Geldeingang von monatlich 700 Euro vorweisen können.

DKB erhöht Kosten und bereitet Kunden Probleme

Hinzu kommt: Rund 2,50 Euro pro Monat kostet inzwischen die Kreditkarte der DKB. Und knapp 1 Euro verlangt die Bank monatlich für die Girokarte – ab dem 1. Januar 2023 auch für Bestandskunden. Zwar gibt es noch die kostenlose, neue Visa Debitkarte, doch diese kann die Kreditkarte nicht vollends ersetzen. Und während die Kosten steigen, verärgert die DKB Kunden mit doppelten Abbuchungen. Das brachte so manchen Kunden in Not, wofür sich die Bank entschuldigt. Doch für viele brachte dieser Fehler das Fass zum Überlaufen. Lohnt sich aber deshalb ein Wechsel zur ING, der größten Direktbank Deutschlands?

Jetzt zur ING wechseln?

Wie die DKB verlangt auch die ING Kontoführungsgebühren, wenn der Geldeingang unter 700 Euro monatlich liegt. Anderenfalls muss man 4,90 Euro pro Monat bezahlen. Während man bei der DKB noch eine echte Kreditkarte bekommt, die 2,49 Euro monatlich kostet, gibt es bei der ING nur eine Debitkarte. Diese ist, wie die Debitkarte bei der DKB, kostenlos. Doch sie kann in einigen Fällen eine echte Kreditkarte nicht ersetzen. Weiterhin gibt es eine Girocard, früher auch EC-Karte genannt. Doch auch hier berechnet die ING inzwischen 99 Cent pro Monat, wenn man sie haben möchte.

Bargeld abgeschafft, Geldautomaten weg und Filialen dicht: Erste Bank macht Ernst

Wer Kleingeld in der Spardose sammelt und es einmal mal zur Bank bringen möchte, hat bei Direktbanken ein Problem. Sie haben deutlich weniger Einzahlautomaten als etwa Sparkassen. Die DKB hat deutschlandweit nur 13 Einzahlautomaten und berechnet 1,5 Prozent und mindestens 2,50 Euro Gebühren bei jeder Einzahlung. Die ING hingegen hat 25 Automaten und berechnet für eine Einzahlung keine Gebühren. Zudem benötigt man bei beiden Banken zur Einzahlung die Girocard.

Dispozinsen und Tagesgeld

Wer sein Konto überzieht, muss bei der DKB 9,89 Prozent pro Jahr zahlen. Bei der ING sind es mit 6,99 Prozent nur marginal weniger. Beide Banken bieten ein Tagesgeldkonto an. Zwar sind die Direktbanken hier nicht führend, es gibt aber immerhin etwas mehr als nichts. Während Kunden der DKB ab dem 1. Dezember 2022 0,4 Prozent aufs Tagesgeld bekommen, erhalten ING-Kunden bei einer Eröffnung eines Kontos 1 Prozent. Das gilt aber nur für die ersten vier Monate. Anschließend sinkt der Zinssatz auf 0,3 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Die Raiffeisenbank im Hochtaunus etwa bietet 1,5 Prozent aufs Tagesgeld an.

DKB im Vergleich mit ING: Lohnt sich ein Wechsel?

Ein Wechsel der Bank ist immer mit viel Aufwand verbunden. Zwar verspricht die ING: „Wir unterstützen Sie beim Kontowechsel und informieren für Sie alle wichtigen Zahlungspartner über Ihre neue Bankverbindung. In nur 10 Minuten ziehen Sie in Ihrem Internetbanking alle Zahlungspartner um.“ Dennoch musst du in den Folgemonaten nach der Kontoeröffnung die Abbuchungen im Auge behalten und schauen, ob wirklich alle Zahlungspartner vom neuen Konto abbuchen. Zudem muss man das Hauptzollamt persönlich darüber informieren, dass die Kraftfahrzeugsteuer von einem anderen Konto abgebucht werden soll.

EC-Karte sperren: Viele machen diesen Fehler, den du unbedingt vermeiden solltest

Die Unterschiede zwischen dem Konto bei der DKB und der ING sind gering. Wer eine echte Kreditkarte braucht und dafür auch 2,50 Euro pro Monat zahlen möchte, sollte bei der DKB bleiben. Alle anderen Kosten und Vorteile sind nahezu identisch. Es lohnt sich daher nur von der DKB zur ING zu wechseln, wenn nicht weitere Probleme auftauchen.

Deine Technik. Deine Meinung.

17 KOMMENTARE

  1. Esther

    Das ist nur ein Teil der Probleme, die man als Kunde der DKB hat.
    Natürlich ist es schön, wenn das Konto für die Mehrzahl der Kunden generell keine Kontoführungsgebühren bedeutet.
    Aber wehe bei Fragen an die Hotline..
    der Umgangston überwiegend rauh. Meist wird nur die Auskunft erteil, man solle eine Email mit dem Anliegen senden.
    In der Antwortmail werden dann meist Platitüden verwendet, die nichts erklären.
    Kündigungen werden mit dem Recht der Bank auf Kündigung ohne Angabe von Gründen „erklärt“, eine Rücknahme wird ausgeschlossen.

    Antwort
  2. Steffen

    Die DKB ist worst ever nun. Bin seit 15 Jahren dort und nun ist die Geduld am Ende. Ständig werden die Konditionen zum Nachteil verändert, die Debitkarte taugt nichts. Eine Zahlung im Flugzeug oder beim Autovermieter funktioniert nicht, die Erreichbarkeit ist schlecht und Mails werden nach Wochen beantwortet.

    Bin noch nicht sicher zu welcher Bank ich gehe, Norisbank, Targo oder Ing?

    Auf die DKB ist kein Verlass mehr, die nächsten Erhöhungen werden sicher kommen. Aus meiner Sicht, wer noch kein Kunde ist – Finger weg – andernfalls kündigen. Der Wechsel ist nicht so kompliziert wie es scheint, da die neue Bank einen digitalen Wechsel anbietet und wenig Aufwand entsteht.

    Bin echt enttäuscht von der einst besten Bank. Siehe auch Bewertungen bei Trustpilot, schlecht geht es kaum!

    Antwort
    • Bibi

      Danke! Das sehe ich auch so. Allerdings bin ich sehr unschlüssig, wohin ich wechseln soll… norisbank hat jetzt meines Wissens auch irgendwelche Gebühren oder Mindestgeldeinänge eingeführt… Ich habe auch einen Zweitwohnsitz in Österreich, da ist der Markt noch überschaubarer. Ich schätze, dass die Zeiten der Gratis-Dienstleistungen in diesem Bereich vorbei sind. Vielleicht ja auch vorübergehend. So wie es auch weniger Billigflieger gibt (meine Wahrnehmung). Die Welt ist im Wandel.

      Antwort
    • Alex

      Ich bin seit 12 Jahren dort ebenfalls stehe ich hinter der Aussage ich wechsel wieder Regional diese Bank ist nicht mehr tragbar

      Antwort
  3. Michael

    Die Überziehungszinsen der DKB sind mittlerweile bei über 9%!

    Antwort
  4. Joanna

    die Informationen über Dispozinsen sind nicht aktuell. Vor Kurzem wurden diese auf über 9% erhoben. Da macht die Bank ein tolles Geschäft. Nicht wirklich kundenfreundlich in der heutigen Zeit.

    Antwort
  5. EVE

    Wo Steffen Recht hat, hat er Recht!!! Suche mir auch ne andere Bank, bin seit 25 Jahren dort Kunde, jetzt reichts!

    Antwort
  6. Mission inkognito

    Hier wird ja wirklich nur auf hohem Niveau gejammert, da bekommt man ja nen würgreiz.
    Bei anderen Banken habt ihr andere Probleme: Als kleines Beispiel, wenn ihr bei der ING seid und immer am 27 Geld bekommt und dann aber mal wegen einem langen Wochenende nicht (oder anders herum) könnt ihr euch euer kostenloses Konto und Aktiv Boni für den Monat erstmal wieder in die Haare schmieren.

    Wer keine Probleme hat schafft sich welche. Echte Mimosen am Werk hier, ganz vorne an diese Seite mit ihren Berichten scheinbar…. Hauptsache Wut schüren.

    Naja, ich gehe nicht davon aus, dass mein Kommentar länger als 6 Stunden besteht bevor er gelöscht wird.

    Servus…. Und werdet mal erwachsen

    Antwort
  7. Ferdinand

    Durch die Raff-Gier der Menschen wird alles Gute zerstört. Die Reichen werden immer reicher und der Mittelstand soll alles zahlen. Armes Deutschland.

    Antwort
  8. Peter Schnack

    Krass hätte nicht gedacht, dass man so schlecht recherchieren kann…

    Du hast ein DKB-Cash, wenn du dein Konto vor dem 10. November 2021 eröffnet hast. Das Eröffnungsdatum findest du im Banking in den Details zum Konto.

    Das erste bestehende Girokonto (Erstkonto) ist weiterhin kostenlos.

    Von https://bank.dkb.de/fragen-antworten/was-aendert-sich-zum-01012023

    Antwort
  9. André

    Grundsätzlich teile ich die Meinung, dass die Konditionen bei der DKB seit einiger Zeit immer schlechter werden. Zur Thematik Hotline möchte ich mich lieber nicht äußern, da ich Gefahr laufe, Worte zu verwenden, die ich bereue.
    Nichtsdestotrotz fällt es mir schwer zu wechseln, da sich die Banken (egal ob Filial- oder Direktbank) nicht viel nehmen. Ein kostenfreies Konto ohne regelmäßigen Zahlungseingang findet man in DEU nicht mehr. Glücklicherweise bieten einige Kreditinstitute noch kostenfreie Kreditkarten an, ohne das man dafür auch ein Girokonto dort haben muss. Allerding wählen sich diese Banken ihre Kundschaft auch gezielt aus. Hinsichtlich der Guthabenverzinsung lege ich mein Geld schon lange nicht mehr bei deutschen Banken an. Schaut einfach mal ins umliegende Ausland (NDL, SWE, NOR, etc.). Da gibt es deutlich mehr und nicht nur für die ersten vier Monate als Neukunde. Bei einer Inflation von über 10% macht es aber ohnehin wenig Sinn, Geld auf Tages- oder Festgeldkonten zu parken.
    Kurz zusammengefasst; die guten Jahre sind vorbei. Jetzt heißt es Kniee durchdrücken und durch.

    Antwort
    • Marcel Buchmelter

      Bei N26, C24 oder Vivid gibt es noch kostenlose Girokonten ohne Bedingungen.

      Antwort
  10. Lluvia

    Mit den neuen Konditionen war bei mir jetzt auch das Maß voll. Bin gerade im Wechselprozess zu Meinebank. Das online only Konto ist bedingungslos kostenlos, wenn einem 52 Bargeldverfügungen pro Jahr ausreichen.
    Es gibt auch noch eine kostenlose Girokkarte und eine MasterCard Debit dazu.
    Ein smarter Bankkunde hat ohnehin eine echte Kreditkarte bei einem anderen Institut. Kostenlose echte Kreditkarten gibt’s ja viele.

    Antwort
  11. Mustermann

    Die ING bietet doch fast die gleichen Konditionen wie die DKB. Daher ist der Artikel sinnlos. Die Automaten der DKB stehen zudem alle in Berlin. Daher ist die Zahl für viele einfach nicht relevant. Bei der ING sind die Automaten wenigstens auf DE aufgeteilt. Was möchte der Autor dem Leser also sagen? Oder geht es gar nicht um die Wissensvermittlung?

    Besser wäre ein Vergleich mit der Comdirect gewesen. Hier gibt es neben der Visa Debit die Girokarte noch gratis. Ebenso kann man 3x im Jahr den Einzahlautomaten (Scheine oder Münzen!) der Commerzbank nutzen. Und diese Automaten gibt es nahezu flächendeckend. Bei der Norisbank könnte man ohne Begrenzung den Einzahlautomaten der Deutschen Bank nutzen und man bekommt eine gratis Girokarte. Ich zahle so gut wie nie Geld ein. Wenn man es aber mal braucht, dann ist dieser Service Gold wert.

    Antwort
  12. Tweetytier

    Ich bin seit viel Jahren bei der Comdirect und habe weder für das Konto noch Dienstleistungen einen einzigen Cent bezahlt. Muss immer über Leute schmunzeln, die für ein Konto Geld bezahlen….

    Antwort
  13. Wolle

    Wir sind seit 22 Jahren bei der DKB und können manche Kommentare nicht nachvollziehen. Wir sind per Mail oder per Telefon immer gut beraten worden. Zeitnah. 2 mal ist das Konto gesperrt worden. Das war unsere Schuld. Aber nach Anruf wurde es innerhalb weniger Minuten freigeschaltet. Und das am Wochenende. Wenn jemand denkt, dass er wechseln muss, dann sollte er das tun. Nach 14 Tagen wird auch die neue Bank ihre Konditionen angleichen. Wir bleiben bei der DKB.

    Antwort
  14. Thorsten

    Das Schärfste ist ja, dass selbst Kündigungen von Konten bei der DKB 101% unprofessionell gehandhabt werden. Das Tagesgeldkonto kann man online abschließen, will man es aber kündigen, muss man einen Vordruck (PDF) ausfüllen – wobei das Girokonto sowieso das Referenzkonto ist (Einzelabschluss nicht möglich ohne DKB-Girokonto).
    Schickt man nun das PDF per Fax oder über den sicheren Uploadbereich zu DKB, kommt nach Tagen/Wochen eine Anfrage, die Kündigung noch einmal via Mail zu bestätigen. Ich dachte eine Willenserklärung erzielt sofort Rechtwirkung, ist einseitig und muss nicht begründet werden. Noch einmal Tage/Wochen später kommt eine weitere E-Mail der DKB, die eine weitere nun formlose schriftliche Kündigung verlangt. Entweder Schikane, komplett desolat die Duzer-Bank oder eine Masche – jedenfalls alles nach der ausgesprochenen Willenserklärung gegen das BGB. Als nächstes muss man wirklich den Ombudsmann der Banken oder die Bafin bemühen… bloß weg von dem Verein. Sollen sie ruhig Neobank spielen und genauso vom Markt verschwinden. USP? Nicht mehr vorhanden.

    Antwort

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein