DKB mit Mega-Panne: Das sagt die Bank zu den Problemen

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So eine Panne gibt es selten – und eigentlich darf es sie gar nicht geben: Kunden der DKB hatten am Freitag doppelte Buchungen auf ihrem Konto und hatten plötzlich kein Geld mehr oder weniger als erwartet. Für die Kunden mitunter eine Katastrophe, wenn sie plötzlich nicht mehr bezahlen konnten.
Eine Visa-Debitkarte der DKB
Eine Visa-Debitkarte der DKBBildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside digital

Die Wut der DKB-Kunden entlädt sich unter anderem auf Facebook. Dort informierte die DKB am Freitag über die Buchungspanne. Auch in der DKB-Banking-App und auf der Webseite der Bank waren am Freitag erste Infos zu der Panne zu erfahren.  Offiziell heißt es von der Bank, das am Donnerstag, dem 3. November, teilweise Buchungen aus Oktober 2022 erneut ausgeführt wurden. „Betroffen waren zum großen Teil Transaktionen, die vom 03.10. bis 11.10.2022 getätigt wurden“, so die Bank. Wie es dazu kommen konnte, lässt die Bank auch heute noch komplett offen. Dabei sind die Folgen für Kunden mitunter gravierend. Denn dadurch, dass der Zeitraum vom 1. bis 3. Oktober ein langes Wochenende war, wurden alle relevanten Buchungen des Monats Oktober im betroffenen Zeitraum ausgeführt. Nun wurde zumindest ein Teil davon erneut gebucht.

Doppelte Buchungen führten zu überzogenen DKB-Disporahmen

Einige Kunden sprechen von 30 bis 40 Buchungen, die bei ihnen erneut ausgeführt wurden. Da hier mitunter auch hohe Abbuchungen wie die Zahlung der Miete dabei war, rutschten am Freitag viele DKB-Konten ins Minus – teils sogar weit über den Disporahmen hinaus. Das hatte für die betroffenen Kunden gravierende Folgen. Denn die DKB-Systeme ließen daraufhin keine Zahlungen mit der Visa-Debitkarte oder der V-Pay-Karte mehr zu. So standen Kunden an der Supermarktkasse und konnten ihren Wochenend-Einkauf nicht bezahlen. Noch schlimmer betroffen waren Reisende, die im Ausland kein Geld bei sich hatten.

In einer Stellungnahme der DKB heißt es dazu: „Das tut uns sehr leid, wenn du durch uns verschuldet eine unangenehme Situation erlebt hast. Eventuell bist du aufgrund der fehlerhaften Buchungen vom Donnerstag, den 03.11.2022, vorübergehend in den Dispo gerutscht. Sobald die Beträge zurückgebucht sind, kannst du deine Debitkarte wieder wie gewohnt einsetzen.“ Wirklich hilfreich ist das für die betroffenen Kunden nicht. Hilfreicher wäre gewesen, wenn die DKB im Moment des Feststellens der Panne Zahlungen trotz vermeintlich überzogenem Disporahmen zugelassen hätte.

DKB macht Rück-Lastschriften zum Problem der Kunden

Schlimmer noch: Es ist auch möglich, dass durch den unverschuldet überzogenen Disporahmen Lastschriften geplatzt sind. Möglicherweise sind so nun DKB-Kunden beim Stromanbieter, dem Vermieter oder der Telefongesellschaft negativ aufgefallen. Von der DKB heißt es dazu, die Kunden sollen die für den 3. und 4. November geplanten Zahlungen überprüfen. „Solltest du feststellen, dass ein von dir eingerichteter Dauerauftrag oder eine deiner Überweisung nicht durchgeführt wurde, bitten wir dich diese im Banking als neue Einzelbuchung auszulösen. Solltest du feststellen, dass eine Lastschrift oder ein Dauerauftrag eines Dienstleister (z.B. Stromanbieter) nicht durchgeführt wurde, bitten wir dich diesen zu informieren. Er muss ggfs. die Lastschrift neu auslösen.“

Auch hier wälzt die DKB die Arbeit durch die von ihr verursachte Panne auf ihre Kunden ab. Dabei müsste die DKB in ihren Systemen problemlos nachvollziehen können, welche Lastschriften geplatzt sind und welche Überweisungen sie nicht ausgeführt hat. Es wäre die Aufgabe der DKB, diese jetzt nachträglich durchzuwinken und zu buchen. Das Minimum wäre eine persönliche Information der betroffenen Kunden. Denn nicht jeder Kunde wird täglich in sein Konto schauen und die Panne samt Rücklastschriften bemerken. Doch nach Darstellung der DKB ist das nicht möglich. „Leider haben wir nicht die dazu notwendigen Informationen, wie zum Beispiel die Kontaktdaten deiner Dienstleister. Dein Girokonto unterliegt strengen regulatorischen Vorschriften“, heißt es seit Sonntagmorgen auf der Webseite der DKB. „Wir möchten dich daher bitten, die entsprechenden Lastschriften und Überweisungen neu auszuführen bzw. deine Dienstleister zu kontaktieren.“

Ob die DKB die durch geplatzte Lastschriften entstandenen Kosten übernimmt, ließ sie in ihrer Stellungnahme zunächst offen. Sie versichere lediglich, dass die Kunden keine Dispo-Zinsen zahlen müssen, da die inzwischen angelaufenen Korrekturbuchungen entsprechend rückwirkend wertgestellt werden. Das allerdings sollte auch selbstverständlich sein. Ebenfalls am Sonntag ergänzte sie: „Sollten dir Kosten entstanden sein, z.B. durch Mahnungen, prüfen wir diese! Es tut uns sehr leid, dass du dadurch mehr Aufwand hast. Dafür entschuldigen wir uns bei dir.“

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11 KOMMENTARE

  1. Paul

    N26 sperrt grundlos Konten und friert Gelder ein (kocht gerade bei Xing+Linkedin hoch), DKB siehe Artikel, Wirecard kein weiterer Kommentar nötig. Genau das sind Gründe, warum man auf die guten, alten, bewährten Banken setzen sollte. Spk, VR, Sparda, PSD, Commerz/Dt./Post-Bank – die Auswahl ist doch riesig.

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    • Rolf Schuko

      Hatte bei der ING DiBa noch nie Probleme, bin seit über 15 Jahren Kunde, beste Bank überhaupt.

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  2. Klaus

    Wieso spricht die DKB hre Kunden mit „DU“ an? Diese Frechheit würde ich mir aber sehr verbitten!!!

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  3. Peter

    Das mit dem ‚DU‘ geht mir auch gehörig auf den Senkel. Sind wir bei IKEA? E-wie Einfach macht das (trotz schriftlicher Anmahnung) auch konsequent. Auch am Telefon.

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  4. Peter

    Toll: Doppelter Kommentar entdeckt. War noch hier – geschweige denn was kommentiert

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  5. Max

    „Einige Kunden sprechen von 30 bis 40 Buchungen, die bei ihnen erneut ausgeführt wurden. Da hier mitunter auch hohe Abbuchungen wie etwa die Zahlung der Miete dabei war, …“

    Nach eigener Erfahrung und dem was ich bisher gelesen habe, waren nur Visa-Debit-Zahlungen betroffen. Miete wird doch generell durch Lastschrift, Dauerauftrag oder Einzelüberweisung bezahlt, und nicht beim Vermieter durch ein Kartenterminal gezogen. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die Oktobermiete 2x abgebucht wurde.

    Außer man wohnt im Hotel:)

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  6. Walter

    @Max: „Außer man wohnt im Hotel“ – Manche wohnen auch mit Airbnb. Insofern denken Sie doch zuerst und sparen Sie uns solche Trollkommentare.

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  7. Patrick

    War auch betroffen, ärgerlich ja.. auch das Duzen nervt, ist vielleicht aber auch der „seltsamen Regierung zur Zeit geschuldet ka“ nur was mich mehr beunruhigt ist die Tatsache das sie wohl selbst nicht wissen warum dies passierte. Und nein die Altbanken haben da ganze andere unattraktive Dinge, ich denke Perfekt gibt es einfach nicht mehr

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  8. Michael

    Keine Ahnung woran das liegt, das glaubst du aber nicht wirklich oder?

    Entweder wurden Sie gehakt und geben es nicht zu, oder jemand in der IT hatte seinen Spaß nachdem er gekündigt wurde..

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  9. Ralf

    Ich mag Banken generell nicht – so ein „Abwehrreflex“ – aus dem Bauch heraus… so wie bittere natürliche „Lebensmittel“ oft giftig sind 🙂
    Bin selbst Kunde der DKB – Unfreundlichkeit der Hotline kann ich bestätigen. Aber: Ich war langjähriger Kunde der Commerzbank – bis die mich nachhaltig verärgert hatten. Consorsbank – ähnlicher Verlauf.
    Ich denke mal, das ist systemimmanent – egal, welche Bank: Wenn der jeweilige Mitarbeiter motiviert ist (oder auch nur sich zu benehmen weiß) passt es – sonst halt nicht.
    Eine Begleiterscheinung der allgemein zunehmenden Dekadenz.
    Ist auch egal, ob man über Mittel verfügt – wenigstens in diesem Fall herrscht soziale Gerechtigkeit – man wird >immer< fragwürdig behandelt.
    Bei Vermögensaufbau und – verwaltung bemühe ich mich sehr, Banken 'raus zu halten!

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  10. Fernandes

    Geld abhebung, oder zahlungen im Laden werden vorgemerkt aber nicht mehr im Umsätze wie früher gezeigt bei banking app wie früher.
    So das mann die Überblick verliert über der kontostand.

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